Brückenkran 5G Funklösung mit WiFi 6 und PROFINET
Auswahl der Funklösung für Brückenkrane: Für die Automatisierung von Brückenkranen muss die Kommunikationslösung anhand von vier Kriterien bewertet werden: Latenz, Bandbreite, Abdeckung und Kosten. WiFi 6 (Latenz 5–20 ms, Kosten ca. 115.000 EUR pro 10 Krane) ist die bevorzugte Wahl in den meisten Werken; 5G-Netz (1–10 ms, ca. 550.000 EUR pro 10 Krane) eignet sich für sehr große Anlagen oder Fernsteuerungsanforderungen. Video- und Steuerungsdaten sollten getrennte Frequenzbänder nutzen, um Interferenzen zu vermeiden.
Für den Weg zum automatisierten Brückenkran ist die Kommunikation das entscheidende Nervensystem. In vielen Umbauprojekten haben wir festgestellt, dass Mechanik und Steuerung aufgerüstet wurden, die Kommunikation jedoch nicht Schritt hielt – mit der Folge von hohen Steuerungslatenzen, ruckelnden Videobildern und gegenseitigen Störungen zwischen den Kranen. Die Automatisierung bleibt dann hinter den Erwartungen zurück. Erst mit der richtigen Kommunikationslösung läuft das Gesamtsystem rund. Dieser Beitrag erläutert die Optionen WiFi 6, 5G-Netz, 5G-öffentliches Netz und 4G anhand der vier Dimensionen Latenz, Bandbreite, Abdeckung und Kosten – inklusive Berechnungsformel für die Bandbreite und Praxisbeispielen.

Anforderungen an die Kran-Kommunikation: Was muss übertragen werden?
Die Echtzeitanforderungen der verschiedenen Datentypen unterscheiden sich erheblich. Bei einer Latenz von über 10 ms für Steuerbefehle wirkt der Kran träge, während für Überwachungsdaten 100 ms bis 1 s völlig akzeptabel sind. Die Wahl der Kommunikationslösung hängt also direkt davon ab, welche Daten übertragen werden müssen.
| Datentyp | Beispiele | Max. tolerierbare Latenz | Priorität |
|---|---|---|---|
| Steuerbefehle | Bewegung, Heben/Senken, Not-Halt | 10 ms | Höchste |
| Überwachungsdaten | Position, Lastmoment, Temperatur | 100 ms – 1 s | Mittel |
| Video-Streams | Lastaufnahme, Fahrweg | 200 ms – 1 s | Niedrig |
Steuerbefehle haben die höchste Priorität und benötigen die geringste Latenz. Überwachungsdaten sind weniger zeitkritisch, müssen aber zuverlässig übertragen werden. Video-Streams erzeugen die größte Datenmenge, sind aber am unkritischsten in Bezug auf die Latenz.
Vergleich der Funklösungen: WiFi 6, 5G und 4G im Überblick
Die folgende Tabelle vergleicht die gängigen Funklösungen für Brückenkrane anhand der vier Kriterien Latenz, Bandbreite, Abdeckung und Kosten. Die Angaben basieren auf typischen Werten für Industrieanwendungen in Deutschland und der DACH-Region.
| Kriterium | WiFi 6 | 5G-Netz | 5G-öffentliches Netz | 4G |
|---|---|---|---|---|
| Latenz | 5–20 ms | 1–10 ms | 20–50 ms | 30–100 ms |
| Bandbreite | Bis zu 1 Gbit/s | Bis zu 10 Gbit/s | Bis zu 1 Gbit/s | Bis zu 150 Mbit/s |
| Abdeckung | Lokal (Halle) | Lokal (Werksgelände) | Regional/National | Regional/National |
| Kosten (pro 10 Krane) | ca. 115.000 EUR | ca. 550.000 EUR | ca. 38.000 EUR/Jahr | ca. 26.000 EUR/Jahr |
WiFi 6 bietet den besten Kompromiss aus Latenz, Bandbreite und Kosten für die meisten Werke. 5G-Netz ist die erste Wahl, wenn sehr große Anlagen oder Fernsteuerungsanforderungen bestehen. Öffentliche 5G- und 4G-Netze sind vor allem für einfache Überwachungsaufgaben oder als Backup-Lösung interessant.
Bandbreite berechnen: Formel und Praxisbeispiel
Um die benötigte Bandbreite für die Videoübertragung zu ermitteln, kann folgende Formel verwendet werden:
Bandbreite (Mbit/s) = Anzahl der Kameras × Auflösung (Mbit/s pro Kamera)
Beispiel: Für eine Anlage mit 4 Kameras à 4 Mbit/s (1080p) ergibt sich ein Bedarf von 16 Mbit/s. Zusätzlich sollten ca. 20 % Reserve für Steuerbefehle und Überwachungsdaten eingeplant werden.
Praktische Tipps für die Implementierung im Werk
Bei der Umsetzung in der Praxis haben sich folgende Punkte bewährt:
- Frequenzplanung: Video-Streams und Steuerdaten strikt auf getrennten Frequenzbändern übertragen, um Interferenzen zu vermeiden.
- Redundanz: Für kritische Steuerbefehle ein redundantes Übertragungsmedium (z. B. zusätzliches 4G-Modul) vorsehen.
- Tests: Vor der endgültigen Inbetriebnahme einen Lasttest mit allen Kranen und maximaler Datenlast durchführen.
- DIN-Normen: Bei der Auslegung die relevanten Normen wie DIN 15018 (Tragwerksberechnung) und EN 60204-32 (Elektrische Ausrüstung) berücksichtigen.
Häufige Fragen zur Kran-Kommunikation (FAQ)
F: Ist WiFi 6 für den Dauerbetrieb in einer Halle mit vielen Störquellen geeignet?
A: Ja, WiFi 6 bietet eine deutlich bessere Störfestigkeit und geringere Latenz als ältere WLAN-Standards. Für kritische Anwendungen empfehlen wir jedoch eine sorgfältige Planung der Access-Point-Positionen und die Nutzung des 5-GHz-Bandes.
F: Welche Latenz ist für die Fernsteuerung eines Brückenkrans akzeptabel?
A: Für eine flüssige Fernsteuerung sollte die Latenz unter 50 ms liegen. Mit 5G-Netzen sind Werte von 1–10 ms erreichbar, was auch für anspruchsvolle Anwendungen ausreicht.
F: Wie hoch sind die laufenden Kosten für ein 5G-Netz im Vergleich zu WiFi 6?
A: Ein 5G-Netz verursacht höhere Investitionskosten (ca. 550.000 EUR pro 10 Krane) und zusätzliche Wartungskosten. WiFi 6 hat geringere Anschaffungskosten, erfordert aber eine regelmäßige Wartung der Access Points und Switches.
Fazit: Die richtige Funklösung für Ihren Brückenkran
Die Wahl der Kommunikationslösung hängt von den spezifischen Anforderungen Ihres Betriebs ab. Für die meisten Standardanwendungen ist WiFi 6 die wirtschaftlichste und technisch ausgewogenste Lösung. Bei sehr großen Anlagen, hohen Sicherheitsanforderungen oder Fernsteuerungsbedarf ist ein 5G-Netz die bessere Wahl. Öffentliche Netze eignen sich vor allem für einfache Überwachungsaufgaben. Eine sorgfältige Planung der Bandbreite und Frequenzen ist in jedem Fall der Schlüssel zu einem reibungslosen Betrieb.
| Datentyp | Echtzeitfähigkeit | Datenvolumen | Protokoll | Priorität |
|---|---|---|---|---|
| Echtzeitsteuerung(FrequenzumrichterEncoder / Drehgeber) | 1ms | 100Byte | PROFINET RT | |
| Sicherheitssignal(F-PLCSicherheitI/O) | 10ms | 50Byte | PROFIsafe | |
| PositionierungDaten(SensorPLC) | 5ms | 200Byte | PROFINET | |
| Dispositionsbefehl(LeitrechnerPLC) | 100ms | 1KB | OPC UA | |
| BildverarbeitungAIErgebnis(JetsonPLC) | 100ms | 2KB | MQTT | |
| ÜberwachungDaten(PLCLeitrechner) | 500ms | 5KB | OPC UA | |
| Videostream(Kamera-Fernfahrt) | 100ms | 20Mbps | RTSP |
Kurz gesagt: Echtzeitsteuerung und Sicherheitssignale müssen über kabelgebundenes PROFINET laufen (innerhalb von 1 ms). Die Sensor-Positionierung kann kabelgebunden oder über zuverlässiges Funknetz erfolgen. Überwachungsdaten und Videostreams eignen sich dagegen für die drahtlose Übertragung.
Vier Funklösungen im Vergleich
| Lösung | Latenz | Bandbreite | Abdeckung | Störfestigkeit | Stückkosten | Empfohlener Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|---|---|
| WiFi6 802.11ax | 5-20ms | 1Gbps | 50-100m/AP | Mittel | ≈¥5,000/AP | FabrikBrückenkran·Bevorzugt |
| 5GPrivates Netz SAModus | 1-10ms | 1Gbps | 1-3km/Station | Hoch | ¥20Zehntausend+/Station | Extrem großer Maßstab/Außenbereich |
| 5GÖffentliches Netz URLLC | 10-30ms | 500Mbps | Weitverkehr | Mittel | ≈¥500/Monat | Fernüberwachung |
| 4G LTE | 30-80ms | 100Mbps | Weitverkehr | Niedrig | ≈¥200/Monat | ReinÜberwachungDaten |
Bei ausreichendem Budget und höchsten Anforderungen an die Echtzeitsteuerung ist ein privates 5G-Netz die erste Wahl. In den meisten Werkshallen ist jedoch Wi-Fi 6 die optimale Lösung – kostengünstig, schnell einsatzbereit und mit planbarer Latenz. Das öffentliche 5G-Netz eignet sich für die Fernüberwachung über mehrere Standorte, während 4G als Backup-Verbindung dient.
Wi-Fi 6 für Brückenkrane: Die empfohlene Lösung
Wi-Fi 6 (802.11ax) ist derzeit die ausgereifteste Funklösung für Brückenkrane in der Werkshalle. Wir empfehlen den industriellen Access Point Moxa AWK-1137C, der OFDMA und MU-MIMO unterstützt. So kommunizieren mehrere Krane gleichzeitig, ohne dass die Bandbreite zum Engpass wird.
Netzwerkarchitektur: Entlang der Schiene wird alle 50–80 Meter ein Access Point installiert, dessen Antennen nach unten auf den Kranbereich ausgerichtet sind. Jeder Kran erhält einen industriellen Client, der über PROFINET an die SPS angebunden ist. Die Access Points sind über ein redundantes, kabelgebundenes Ringnetzwerk (MRP-Protokoll) verbunden; als Netzwerk-Switch kommt der Siemens SCALANCE XC216 zum Einsatz. In praktischen Tests liefen acht Brückenkrane gleichzeitig auf einer Schiene – die mittlere Latenz lag stabil bei 8–15 ms, die Paketverlustrate unter 0,01 %.
Wichtige Konfiguration: Positionsdaten werden über PROFINET RT (5-ms-Zyklus) übertragen, Überwachungsdaten über OPC UA (500 ms), und Videodaten laufen über ein separates Frequenzband. Die Trennung von Videostream und Steuerdaten ist entscheidend, um zu verhindern, dass hoher Datenverkehr die Steuerbefehle beeinträchtigt – ein häufiger Fehler in der Praxis.
Privates 5G-Netz für extreme Anforderungen
Ein privates 5G-Netz ist ideal für sehr große Anlagen (50+ Krane) oder den Außeneinsatz (Hafen, offenes Lager). Der Hauptvorteil liegt in der planbar niedrigen Latenz (1–10 ms) und der hohen Störfestigkeit. Zudem ermöglicht es den Fernbetrieb – der Kranführer steuert den Kran aus einer Kabine, die hunderte Kilometer entfernt sein kann.
UPF-Downlink-Ansatz: Durch die lokale Bereitstellung einer UPF (User Plane Function) im Werk werden die Daten nicht über das Kernnetz des Betreibers, sondern direkt vor Ort verarbeitet. Dies hält die Latenz unter 5 ms und die Daten verlassen das Werksgelände nicht – ein klarer Sicherheitsgewinn. In Kombination mit einem Edge-MEC-Server für KI-basierte Bildverarbeitung lässt sich die Latenz weiter auf 2 ms senken.
Kostenübersicht: Eine 5G-Basisstation kostet ca. 200.000–300.000 CNY (Abdeckung 1–3 km), ein 5G-CPE-Endgerät ca. 3.000–5.000 CNY, und ein UPF+MEC-Server ca. 100.000–150.000 CNY. Diese Lösung ist für Anlagen mit mehr als 30 Kranen oder bei extremen Echtzeitanforderungen wirtschaftlich sinnvoll.
Bandbreite und Hardwarekosten im Vergleich
Bandbreitenbedarf pro Kran: Für die Echtzeitsteuerung rechnen wir mit 50 Kbit/s, für Überwachungsdaten mit 100 Kbit/s und für zwei Videostreams mit ca. 40 Mbit/s. Der Gesamtbedarf pro Kran liegt damit bei etwa 40–50 Mbit/s. Ein Wi-Fi-6-Access Point (theoretisch 1 Gbit/s) erreicht in der Praxis 200–300 Mbit/s und kann damit 4–6 Krane mit Videoübertragung oder 10–15 Krane mit Steuer- und Überwachungsdaten versorgen.
Hardwarekosten im Vergleich:
| Projekt | WiFi6Lösung | 5GPrivatnetz-Lösung |
|---|---|---|
| AP/Basisstation | ¥5,000 × 8Einheit = ¥4Zehntausend | ¥25Zehntausend × 1Station = ¥25Zehntausend |
| Client/CPE | ¥2,000 × 10Einheit = ¥2Zehntausend | ¥4,000 × 10Einheit = ¥4Zehntausend |
| Netzwerk-Switch+Verkabelung | ¥3Zehntausend | ¥2Zehntausend |
| UPF+MEC | — | ¥12Zehntausend |
| Gesamt(10EinheitBrückenkran) | ≈¥9Zehntausend | ≈¥43Zehntausend |
Fazit: Für Anlagen mit bis zu 10 Brückenkranen ist die WiFi-6-Lösung preislich unschlagbar. Bei mehr als 30 Kranen mit Fernbedienungsanforderungen bietet das 5G-Privatnetz den besseren Gesamt-TCO.
Häufige Fragen zur Kran-Fernüberwachung
F: Bricht die WiFi-Verbindung ab, wenn sich der Brückenkran auf der Schiene bewegt?
A: Nein. WiFi 6 unterstützt Fast Roaming (802.11r/k/v). Beim Wechsel zwischen Access Points erhöht sich die Latenz um maximal 50 ms, Steuerbefehle bleiben davon unberührt. In Kombination mit MRP-Ring-Redundanz übernimmt bei einem AP-Ausfall automatisch ein anderer.
F: Durchdringt das WiFi-Signal Metallwände in der Werkshalle?
A: Das ist nicht erforderlich. Die Access Points werden entlang der Kranbahnschiene unter dem Hallendach montiert und strahlen die Antennen direkt nach unten auf den Fahrbereich – ohne Wanddurchdringung. In Stahlbauhallen empfehlen sich industrielle Richtantennen.
F: Reicht die Bandbreite bei gleichzeitiger Videoübertragung mehrerer Brückenkrane?
A: Ja. Mit der dynamischen Erfassungsstrategie unserer Fahrzeug-IoT-Fernüberwachungsplattform laufen Videodaten über ein separates Frequenzband, Steuerdaten über das Hauptband – völlig störungsfrei. Im Praxistest belegten 8 Brückenkrane mit gleichzeitiger Video- und Steuerdatenübertragung ca. 150 Mbit/s Gesamtbandbreite; die WiFi-6-Access Points haben ausreichend Reserven.
F: Ist drahtlose Kommunikation auch beim Umbau älterer Werkshallen möglich?
A: Ja. Drahtlose Lösungen eignen sich besonders für den Hallenumbau – kein Aufreißen von Böden, keine Verlegearbeiten. Die Access Points werden einfach an Hallenstützen montiert. In Kombination mit unserer Lösung zur intelligenten Aufrüstung älterer Krane lassen sich Kommunikations- und Steuerungs-Upgrade in einem Schritt realisieren.
F: Welche Industrienormen gelten für die drahtlose Kran-Kommunikation?
A: Für die Echtzeitsteuerung kommen PROFINET RT (IEC 61158) und PROFIsafe (IEC 61784-3) zum Einsatz. Die Funkstrecke nutzt WiFi 6 (IEEE 802.11ax); 5G-Privatnetze folgen dem 3GPP-Release-16-URLLC-Standard. OPC UA basiert auf IEC 62541, die industrielle Ethernet-Verkabelung auf ISO/IEC 11801.