Kranseil-Drahtseilprüfung mit Hall-Sensor

Die elektromagnetische Online-Prüfung von Kranseilen nutzt eine starke Magnetfelderregung (H=5000~12000 A/m) und ein 16-Kanal-Hall-Sensor-Array zur Inline-Erkennung von Drahtbrüchen (Positioniergenauigkeit ±5 mm), Querschnittsverlusten (Genauigkeit ±0,5 %) und Korrosionsdefekten. In Verbindung mit der Stilllegungsnorm GB/T 5972-2016 ermöglicht sie eine Echtzeitbewertung der Restfestigkeit; die Klassifizierungsgenauigkeit des CNN-Modells beträgt 94,7 %.

Das Kranseil ist das zentrale tragende Bauteil des Hubwerks eines Brückenkrans. Gemäß den Anforderungen der Norm GB/T 5972-2016 „Krane – Drahtseile – Kriterien für die Stilllegung“ und der Norm DIN 15018 „Krane – Konstruktionsvorschriften“ hinsichtlich des Sicherheitsfaktors von Drahtseilen, ist sein Zustand direkt entscheidend für die Sicherheit von Anlage und Personal. Herkömmliche Methoden wie die manuelle Sichtprüfung oder Messung mit Messschiebern weisen erhebliche Nachteile auf: große Blindbereiche, geringe Prüfgeschwindigkeit und die Unfähigkeit, innere Schäden zu quantifizieren. Das elektromagnetische Drahtseilprüfsystem KL-WR-EDS hingegen nutzt ein Konzept mit starker Magnetfelderregung und hochempfindlichem Hall-Sensor-Array. Es ermöglicht eine kontinuierliche Prüfung bei normaler Kranfahrgeschwindigkeit (0~6 m/s) über die gesamte Seillänge in einem Durchgang. Die Positioniergenauigkeit für Drahtbrüche erreicht ±5 mm, die Erkennungsgenauigkeit für Querschnittsverluste liegt bei ±0,5 %.


Systemarchitektur


Prinzip der elektromagnetischen Prüftechnik

Das KL-WR-EDS-System arbeitet nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion: Der Prüfkopf besteht aus einer Erregerspule und dem zu prüfenden Drahtseil, die einen geschlossenen magnetischen Kreis bilden. Der Erregerstrom erzeugt im Drahtseil ein nahezu gesättigtes axiales Magnetfeld (Feldstärke H=5000~12000 A/m). Weist das Drahtseil Drahtbrüche, Korrosion oder Verschleiß auf, ändert sich die Permeabilität an der Defektstelle sprunghaft, wodurch magnetische Feldlinien an den Defekträndern aus der Seiloberfläche austreten. Die 16 auf dem Innenumfang des Prüfkopfs angeordneten Hall-Sensoren (Empfindlichkeit 5 mV/mT) erfassen diese Streufeldsignale. Nach Differenzverstärkung und 24-Bit-A/D-Wandlung werden die Daten an die Edge-Computing-Einheit übertragen.

Die Sensorsignale werden in zwei Kategorien unterteilt: Der LF-Kanal (Local Flaw) erfasst Impulssignale von magnetischen Streufeldern, die durch Drahtbrüche und Lochfraß entstehen; die Signalamplitude korreliert mit der Anzahl der Drahtbrüche und der Spaltbreite. Der LMA-Kanal (Loss of Metallic Area) misst die Längsänderung des metallischen Querschnitts des Drahtseils und berechnet den Querschnittsverlust über die Magnetflussintegration. Die Abtastrate des LF-Signals beträgt 20 kHz, die des LMA-Signals 1 kHz. Die synchrone Erfassung beider Kanäle gewährleistet eine präzise Zuordnung der Drahtbruchpositionen. Der Prüfkopf ist als Klappkonstruktion ausgeführt und kann ohne Demontage der Seilendverbindung montiert und entfernt werden; die Rüstzeit beträgt etwa 5 Minuten.


Signalverarbeitung und Algorithmus zur Drahtbruchortung

Die rohen Sensorsignale werden zunächst durch hardwarebasierte Bandpassfilter (LF-Kanal: 0,1 Hz~2 kHz, LMA-Kanal: DC~100 Hz) vorverarbeitet und anschließend in einer digitalen Signalverarbeitungspipeline weiterverarbeitet:

Stufe 1 – Rauschunterdrückung mittels 3-stufiger Wavelet-Zerlegung mit der db4-Wavelet-Basis; eine weiche Schwellwertmethode eliminiert Hintergrundrauschen, das durch Reibung zwischen den Litzen entsteht.

Stufe 2 – Impulspeakerkennung im LF-Kanal. Der Spitzenschwellwert wird auf das Fünffache der Standardabweichung des Hintergrundrauschens gesetzt; Signale unterhalb dieses Wertes werden als Rauschen verworfen.

Stufe 3 – Unterdrückung von Einkanal-Störsignalen durch Analyse der räumlichen Korrelation benachbarter Sensorkanäle (16 Hall-Sensoren gleichmäßig über den Umfang verteilt). Ein gültiges Drahtbruchereignis wird nur dann angenommen, wenn mindestens zwei benachbarte Kanäle gleichzeitig einen Impuls mit einem Amplitudenverhältnis > 2:1 erfassen.

Die Positioniergenauigkeit der Drahtbruchortung wird durch Prüfgeschwindigkeit und Abtastrate beeinflusst. Bei einer Nenngeschwindigkeit von 2 m/s ergibt sich mit einer Abtastrate von 20 kHz eine räumliche Auflösung von 0,1 mm pro Abtastpunkt. In Kombination mit dem Hall-Sensorabstand (22,5° Umfangsverteilung) und der Kopflänge (240 mm) beträgt der maximale axiale Ortungsfehler für Drahtbrüche ≤ ±5 mm. Die statistische Erfassung der Drahtbruchanzahl erfolgt über ein CNN-Klassifikationsmodell (MobileNetV2, schlanke Architektur). Die Eingabe sind 8×128 große LF-LMA-Zweikanal-Spektrogramme; die Ausgabe umfasst die Anzahl der Drahtbrüche (0~12 Brüche pro Schlaglänge) und die Defektart (Drahtbruch/Korrosion/Verschleiß/Eindrückung). Das Modell wurde mit 1.200 Laborkalibrierungsdatensätzen trainiert und erreicht eine Klassifizierungsgenauigkeit von 94,7 %. Das System generiert automatisch einen Drahtseil-Zustandsbericht, der die genaue Position jedes Drahtbruchs (in Metern vom Seilende), die Anzahl der Brüche und die Risikostufe angibt.

Prüfgeschwindigkeit
0~6 m/s
Drahtbruchortung
±5 mm
Querschnittsverlust
±0,5 %
Seildurchmesser
Φ6~60 mm
Hall-Kanäle
16 Kanäle
Genauigkeit
94,7 %

Bewertung der Restfestigkeit und Stilllegungskriterien

Basierend auf der tatsächlich gemessenen Anzahl gebrochener Drähte und dem Querschnittsverlust bewertet das System die Restfestigkeit gemäß GB/T 5972-2016 „Inspektion und Verschrottung von Drahtseilen für Krane“ sowie der Norm ISO 4309:2017 „Wartung, Inspektion und Verschrottung von Kranseilen“. Das Bewertungsmodell berechnet zunächst das Verhältnis der effektiven Metallquerschnittsfläche R=A_actual/A_nominal und korrigiert anschließend den Festigkeitsabminderungsfaktor anhand der Verteilung der Drahtbrüche. Bei einer Anzahl gebrochener Drähte innerhalb einer Schlaglänge, die 10 % der Gesamtdrahtzahl erreicht, stuft das System das Seil direkt als verschrottungsreif ein (roter Alarm). Für Fälle unterhalb der Verschrottungsgrenze erfolgt eine abgestufte Warnung anhand von drei Schwellenwerten.

Die Warnstufen sind wie folgt definiert:

Blaue Warnung – Querschnittsverlust 3–5 % oder 1–3 Drahtbrüche pro Schlaglänge: Inspektionsintervall auf monatlich verkürzen.

Gelbe Warnung – Querschnittsverlust 5–7 % oder 4–7 Drahtbrüche pro Schlaglänge: Austausch innerhalb von 2 Wochen empfehlen.

Roter Alarm – Querschnittsverlust ≥ 7 % oder ≥ 10 % Drahtbrüche pro Schlaglänge: Sofortiger Stillstand und Austausch erforderlich.

Der Sicherheitsfaktor der Restfestigkeit ergibt sich aus SF=F_actual/F_rated. Für neue Seile gilt SF ≥ 6,0 (gemäß Triebwerksgruppe M5), für in Betrieb befindliche Seile ist SF ≥ 4,0 akzeptabel, bei SF < 3,0 ist das Seil außer Betrieb zu nehmen. Bei einem 32-t-Brückenkran eines Stahlwerks wurden mit dem KL-WR-EDS-System 6 Drahtbrüche innerhalb einer Schlaglänge (LMA-Verlust 6,8 %) in 3,2 m Entfernung von der Befestigung am Kranseil (6×36WS-IWRC, Φ22mm) erkannt. Nach der gelben Warnung wurde das Seil rechtzeitig ausgetauscht, wodurch ein Seilriss vermieden werden konnte.


Vergleich mit herkömmlichen Prüfverfahren

Vergleichskriteriummanuelle Sichtprüfung+MessschieberElektromagnetischinlineErkennung
ErkennungGeschwindigkeit0.1~0.3 m/s(manueller Schrittbetrieb)0~6 m/s(neinVerzögerungNormalbetrieb)
Erkennung interner Schädennicht sichtbar(nur Oberflächendrahtbrüche)interne Drahtbrüche,Korrosion,Verschleißalle erkennbar
quantitativGenauigkeitvisuelle SchätzungDrahtbruchzählung±1Stück,Querschnittsfläche±0.5%
ErkennungAbdeckungsgradStichprobe10~20%Seillänge100%kontinuierliche Abdeckung über die gesamte Seillänge
DatenrückverfolgbarkeitPapierdokumentationelektronische Archivierung+Trendkurve+automatischer Bericht
Personalabhängigkeitabhängig von TechnikererfahrungAIautomatische Bewertung,Personal benötigt nurBediener-Schulung

Häufig gestellte Fragen

F: Welche Einschränkungen gibt es bei der elektromagnetischen Kranseilprüfung hinsichtlich Seildurchmesser und Seilkonstruktion?

A: Der KL-WR-EDS-Sensor ist in drei Ausführungen für Drahtseildurchmesser von Φ6–22 mm, Φ18–40 mm und Φ36–60 mm erhältlich, die jeweils die gängigen Durchmesserbereiche von Brückenkran-Seilen abdecken. Voraussetzung ist ein ferromagnetisches Seilmaterial (Stahlkern oder Faserkern); Edelstahlseile sind aufgrund ihrer geringen magnetischen Permeabilität für dieses Verfahren nicht geeignet. Gängige Seilkonstruktionen wie 6×19, 6×36, 6×37 und 8×19 sind kalibriert und verifiziert. Bei mehrlagigen Seilen (z. B. 35×7) und verdichteten Seilen verringert sich die Erkennungsempfindlichkeit geringfügig (ca. 10–15 %), was durch eine Feinabstimmung des Modells ausgeglichen werden kann. Bei Profilseilen (Dreikant- oder Ovaldrähten) erhöht sich die Komplexität des Streuflusssignals aufgrund unregelmäßiger Spalte zwischen den Litzen; die Messabweichung bei der Drahtbruchzählung steigt von ±1 auf ±2 Drähte.

F: Wie erfolgt die Befestigung des Prüfkopfs am Drahtseil und welche Auswirkungen hat dies auf den normalen Brückenkranbetrieb?

A: Der Prüfkopf verfügt über eine geteilte Scharnierkonstruktion: Zwei Gehäusehälften werden über Edelstahl-Spannverschlüsse geschlossen. Die Innenwand ist mit Polyurethan-Führungsrollen (Härte Shore A 85) ausgekleidet, deren Verschleißlebensdauer an der Kontaktfläche zum Drahtseil ≥ 5.000 km beträgt. Der Prüfkopf wird über ein flexibles Tragseil am Katzfahrwerkrahmen befestigt und folgt der seitlichen Pendelbewegung des Drahtseils frei. Im Normalbetrieb des Hubwerks erzeugt der montierte Prüfkopf keine zusätzliche Reibungskraft auf das Drahtseil (Rollreibungskoeffizient der Führungsrollen < 0,05) und hat keinen Einfluss auf Hubgeschwindigkeit und Bremsung. Empfohlen wird die Montage zwischen Trommelabgang und Umlenkrolle, da der Seilabschnitt dort die längste gerade Linie und die geringste Pendelbewegung aufweist. Montage und Demontage sind von einer Person in 5 Minuten durchführbar, ohne den Brückenkran außer Betrieb nehmen zu müssen.

F: Wie hoch ist die Übereinstimmung der elektromagnetischen Prüfergebnisse mit der Stilllegungsbewertung nach DIN 15018?

A: In 65 Vergleichsversuchen (einschließlich manueller Sichtprüfung, Magnetpulverprüfung und Demontageverifikation) ergab sich für die Drahtbruchzählung der elektromagnetischen Prüfung ein Korrelationskoeffizient von R² = 0,93 gegenüber der Demontageverifikation; die Übereinstimmung bei der Stilllegungsentscheidung (Erreichen der Stilllegungsgrenze) betrug 98,5 %. Der einzige abweichende Fall trat bei starker Korrosion auf, bei der mehrere Drahtbrüche zu einer zusammenhängenden Fläche verschmolzen: Die elektromagnetische Zählung ergab 11 Brüche pro Schlaglänge (Stilllegungskriterium erfüllt), die Demontage ergab tatsächlich 9 Brüche plus 2 halbe Brüche. Das System tendiert zu einer konservativen Bewertung, was dem Sicherheitsprinzip entspricht. Die mittlere Abweichung der Querschnittsverlustmessung gegenüber der Wägemethode beträgt 0,3 %, die maximale Abweichung 1,2 %. Das System wird vierteljährlich automatisch mit manuellen Nachprüfergebnissen abgeglichen; bei einer Abweichung von mehr als 2 % wird eine Neukalibrierung ausgelöst.

F: Welche Vorteile bietet das elektromagnetische Drahtseilprüfsystem von Kelude gegenüber Importlösungen (z. B. LMA+LF)?

A: Das KL-WR-EDS-System von Kelude Schwerindustrie erreicht bei den zentralen technischen Kennwerten das Niveau international führender Anbieter (z. B. INTROS aus Russland, WDI aus Deutschland). Die Kernunterschiede liegen in drei Punkten: Erstens ist die Klappkonstruktion des Prüfkopfs besser an enge Einbauräume an Brückenkranen angepasst (bei Importlösungen mit Einfädelkonstruktion muss das Seilende gelöst werden, die Montage dauert ca. 2 Stunden). Zweitens kann das integrierte CNN-Klassifikationsmodell zwischen drei Fehlerarten unterscheiden – Drahtbruch, Korrosion und mechanischer Verschleiß (Importlösungen liefern nur Rohsignale nach LMA+LF, die manuell interpretiert werden müssen). Drittens unterstützt das System die 4G-Fernübertragung und Trendanalyse über die Cloud-Plattform (Importlösungen speichern meist nur lokal und erfordern einen USB-Datenexport). Preislich liegt das KL-WR-EDS-System bei ca. 55–65 % einer vergleichbaren Importlösung und bietet 3 Jahre Garantie sowie einen Fernkalibrierungsservice.

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