Wegsensor LXD/DXT für Kran-Strukturüberwachung

📋 Kernzusammenfassung

Die Gesundheit des Menschen misst man an Puls und Vorsorgeuntersuchung – aber woran misst man die Gesundheit einer Stahlkonstruktion? An der Strukturüberwachung: An Hauptträger und Schweißnähten werden an kritischen Stellen Dehnungsmessstreifen und Lichtwellenleiter-Sensoren angebracht, die Spannung und Verformung in Echtzeit erfassen und bei Überschreitung Alarm auslösen. Dieser Artikel erläutert, wie die Strukturüberwachung umgesetzt wird und den Hauptträger eines Krans vom „schweigenden Stahl“ zum „sprechenden Gerät“ macht.

📌 Kernlogik

Die Struktur spricht nicht – der Sensor spricht für sie.

Spannung und Verformung in Echtzeit erfassen, bei Überschreitung alarmieren und Schwachstellen vor dem Versagen aufdecken.

Der Hauptträger eines Krans trägt tagtäglich Lasten von mehreren Dutzend Tonnen – doch über seinen „Gesundheitszustand“ ist nichts bekannt. Risse wachsen langsam in den Schweißnähten, Spannungen bauen sich an kritischen Punkten allmählich auf, bis sich der Schaden eines Tages offenbart.

Die Strukturüberwachung soll genau diesen Zustand ändern: Sie stattet die Stahlkonstruktion mit einem „Pulsmesser“ aus, der Spannung und Verformung in Echtzeit erfasst und aus schweigendem Stahl ein sprechendes Gerät macht.

Im Folgenden wird erläutert, wie die Strukturüberwachung umgesetzt wird.

Was die Strukturüberwachung erfasst: Spannung, Verformung, Risse

Die Strukturüberwachung konzentriert sich im Kern auf drei Messgrößen.

Spannung ist die auf die Struktur wirkende Kraft. Wird sie an kritischen Lastpfaden gemessen, zeigt sich, ob die tatsächliche Belastung die zulässigen Grenzen überschreitet. Die Spannung ist der zentrale Kennwert für die Strukturgesundheit.

Verformung ist die Durchbiegung der Struktur unter Last. Überschreitet die Durchbiegung des Hauptträgers den zulässigen Wert, deutet dies auf einen Steifigkeitsverlust oder mögliche Schäden hin.

Risse sind das direkte Signal für Strukturschäden. Die Rissausbreitung führt zu einem drastischen Abfall der Strukturfestigkeit und stellt das gefährlichste Signal dar.

Spannung, Verformung und Risse bilden die „Vorsorgekennwerte“ der Strukturgesundheit. GB/T 28264-2017 – Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem für Hebezeuge definiert Anforderungen an die Zustandsüberwachung der Struktur.

Kranstrukturüberwachung – Diagramm der sechs Kernelemente

Sensorpositionierung: Dehnungsmessstreifen und Lichtwellenleiter-Sensoren

Zur Erfassung von Spannung und Verformung kommen zwei Sensortypen zum Einsatz.

Dehnungsmessstreifen sind resistive Sensoren, die auf der Strukturoberfläche appliziert werden. Verformt sich die Struktur unter Last, verformt sich auch der Dehnungsmessstreifen, sein Widerstand ändert sich, die Dehnung wird gemessen und in Spannung umgerechnet. Dehnungsmessstreifen sind kostengünstig, ausgereift und das Standardmittel der Strukturüberwachung.

Lichtwellenleiter-Sensoren (Faser-Bragg-Gitter) messen die Dehnung über Lichtwellenleiter. Sie sind unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen, korrosionsbeständig, langlebig und ermöglichen eine serielle Mehrpunktmessung – ideal für die Langzeitüberwachung.

Beide Sensortypen werden an den kritischen Lastpfaden des Hauptträgers angebracht – in der Mitte der Spannweite, an den Auflagern und in der Nähe der Schweißnähte – und erfassen die Spannungsdaten in Echtzeit. Kelude Schwerindustrie bestimmt die Messpunkte auf Basis einer Kraftanalyse; nur an den Schlüsselpunkten werden Sensoren installiert. ISO 24445 – Technische Bedingungen für intelligente Sensoren an Kränen definiert Anforderungen an die Sensorauswahl.

Nutzung der Überwachungsdaten: Frühwarnung und Zustandsbewertung

Die von den Sensoren erfassten Daten müssen in verwertbare Informationen umgewandelt werden.

Die Frühwarnung greift, wenn Spannung und Verformung zulässige Grenzwerte überschreiten. Überschreitet die Spannung im Hauptträger oder die Durchbiegung die Grenzwerte, kann dies auf eine Überlast oder einen Schaden hindeuten. Eine rechtzeitige Alarmierung hilft, Unfälle zu vermeiden.

Die Zustandsbewertung verfolgt den Strukturzustand langfristig. Der Trend von Spannung und Verformung über die Zeit spiegelt die gesundheitliche Entwicklung der Struktur wider – verschlechtert sich der Trend, degradiert die Struktur, und Inspektion oder Generalüberholung sind erforderlich.

Die Frühwarnung deckt die „aktuelle Sicherheit“ ab, die Zustandsbewertung die „langfristige Gesundheit“. Erst die Kombination beider Ansätze macht die Strukturüberwachung wirklich nutzbringend.

Wert der Strukturüberwachung: Lebensdauerverlängerung für Altanlagen, Sicherheit für Neuanlagen

Die Strukturüberwachung bietet den größten Nutzen für zwei Anlagenkategorien.

Bei der Lebensdauerverlängerung von Altanlagen werden über Jahre genutzte Krane mit einer Überwachung nachgerüstet, um den Strukturzustand in Echtzeit zu erfassen. Ist die Struktur noch gesund, kann der Kran bedenkenlos weiterbetrieben und seine Lebensdauer verlängert werden. Degradiert die Struktur, wird dies frühzeitig erkannt und ein Betrieb im Schadenszustand vermieden.

Bei der Sicherheit für Neuanlagen werden neu installierte Krane mit großer Tragfähigkeit und kritische Anlagen ab dem ersten Betriebstag überwacht. Überlast und Anomalien werden sofort erkannt.

Kelude Schwerindustrie bietet die Strukturüberwachung als High-End-Konfiguration an, die bei kritischen Anlagen und bei Anlagen mit Generalüberholung zur Lebensdauerverlängerung zum Einsatz kommt und den Strukturzustand transparent macht.

Häufige Fehler bei der Strukturüberwachung

Der erste Fehler ist die falsche Wahl der Messpunkte. Werden Sensoren nicht an den kritischsten Lastpfaden angebracht, spiegeln die erfassten Daten den realen Strukturzustand nicht wider. Die Messpunkte müssen auf Basis einer Kraftanalyse bestimmt werden.

Der zweite Fehler ist das reine Erfassen ohne Frühwarnung. Daten werden gesammelt und gespeichert, aber ohne Grenzwert-Alarm bleibt eine Spannungsüberschreitung unbemerkt. Die Überwachung muss mit einer Frühwarnung verbunden sein.

Der dritte Fehler ist die Installation ohne Wartung. Sensor-Drift oder Sensorversagen führen zu ungenauen Daten – die Installation war nutzlos. Kelude Schwerindustrie führt bei den Sensoren eine regelmäßige Kalibrierung und regelmäßige Wartung durch, um die Datenzuverlässigkeit zu gewährleisten.

Vergleich der Elemente der Strukturüberwachung

← Tabelle seitlich wischen →
ErfassungGröße Sensor Wiedergabe FrühwarnungLogik
SpannungDehnungsmessstreifenLichtwellenleitertatsächliche BelastungÜberschreitung des zulässigen WertesAlarm
VerformungWegsensorSteifigkeitSchädigungDurchbiegungGrenzüberschreitungAlarm
RissSchallemissionFehlerprüfungSchädigungsausbreitunganomale AusbreitungAlarm

Schnellreferenz der Normenklauseln zur Strukturüberwachung

← Tabelle seitlich wischen →
Norm Klauselkernpunkt in Bezug aufErfassungZusammenhang
GB/T 28264 — Sicherheitsüberwachungs- und ManagementsystemStrukturZustandsüberwachungErfassungAnforderungenGrundlage
ISO 24445intelligenter Sensortechnische BedingungenSensorauswahlBezugsgröße
Norm DIN 15018StrukturKonstruktionsvorschriftzulässigSpannungBezugsgröße

Häufige Fragen zur Strukturüberwachung

F: Für welche Krane ist eine Strukturüberwachung sinnvoll?

A: Für Anlagen mit großer Tragfähigkeit, in Kernprozessen oder mit langer Nutzungsdauer. Bei großen Tragfähigkeiten ist das Strukturrisiko höher, Kernprozesse dürfen nicht ausfallen, und bei älteren Anlagen gilt es, den Strukturzustand zu kennen und die Lebensdauer zu verlängern. In diesen Fällen bietet die Strukturüberwachung großen Mehrwert. Bei mittleren und kleinen Tragfähigkeiten mit geringem Risiko reicht die regelmäßige Inspektion – eine Überwachung ist dort nicht zwingend erforderlich.

F: Worin unterscheiden sich Strukturüberwachung und regelmäßige Inspektion?

A: Die regelmäßige Inspektion ist wie ein „Gesundheitscheck“ – einmal im Jahr, erfasst wird der Ist-Zustand. Die Strukturüberwachung ist wie ein „Pulsmesser“ – sie misst kontinuierlich in Echtzeit und erfasst jederzeit Überlast oder Anomalien. Der Unterschied liegt in „periodischer Prüfung“ versus „kontinuierlicher Erfassung“: Die Überwachung erkennt Auffälligkeiten, die zwischen zwei Inspektionen auftreten.

F: Wie wird die Zuverlässigkeit der Überwachungsdaten sichergestellt?

A: Durch Sensorkalibrierung und Wartung. Nach der Montage müssen die Sensoren kalibriert werden, um eine eindeutige Beziehung zwischen Messwert und realem Wert herzustellen. Im Langzeitbetrieb können Sensoren driften – daher sind regelmäßige Kalibrierung und Funktionsprüfung erforderlich. Entscheidend sind die Kalibrierung nach der Montage und die regelmäßige Nachprüfung. Nur so bleiben die Daten verlässlich – andernfalls wäre die gesamte Erfassung wertlos.

Strukturüberwachung und Digitaler Zwilling bauen aufeinander auf – einen anschaulichen Vergleich bietet der Beitrag „Gemeinsam mit Hochschulen entwickelter Digitaler Zwilling als Simulationsplattform für Krane – Entwicklungszeit neuer Produkte um 40 % verkürzt“.

Mit einem „Pulsmesser“ an der Stahlkonstruktion bleibt diese nicht länger stumm. Kelude installiert an den kritischen Lastpfaden Dehnungs- und Lichtwellenleiter-Sensoren, erfasst Spannung und Verformung in Echtzeit, meldet Grenzwertüberschreitungen als Frühwarnung und bewertet Trends – der Zustand des Hauptträgers ist damit jederzeit transparent.

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