Hubwerk und Radblock Konstruktion: Trommelgruppe & Rollenblock
Auslegung von Hubwerk und Laufradgruppe beim Brückenkran: Gemäß Norm DIN 15018 wird der Trommeldurchmesser nach der Formel D ≥ (h₁×h₂)×d berechnet, wobei die Stufe A5 den Faktor 16 und die Stufe A7 den Faktor 20 des Drahtseildurchmessers ergibt. Für die Radlauffläche wird der Werkstoff ZG50Mn2 mit Induktionshärten im Mittelfrequenzverfahren auf HB350~450 empfohlen. Das Hubwerk muss über zwei unabhängige Bremsen an der Schnelllaufwelle und der langsamen Welle verfügen, um die zwingenden Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.
Das Hubwerk (Hoisting Mechanism) ist das zentrale Ausführungssystem des Brückenkrans für die Lastaufnahme und den Lasttransport. Es besteht aus Trommelbaugruppe, Seilrollenblock, Getriebe und Bremse. Der Radblock bildet die tragende Basis für die Verfahrfunktion des Brückenkrans. Dieser Beitrag erläutert systematisch die Berechnung des Trommeldurchmessers und die Wanddickenprüfung, die Auswahl der Rollen und die Verschleißkriterien, die Werkstoffauswahl und die Wärmebehandlung der Räder – jeweils auf Basis der Norm DIN 15018 – und liefert vollständige Auslegungsparameter und technische Daten.
Auslegung der Trommelgruppe
Die Trommel ist das zentrale rotierende Bauteil im Hubwerk, das das Drahtseil aufnimmt und die Antriebskraft überträgt. Der Trommeldurchmesser wird nach der Formel D ≥ (h₁×h₂)×d gemäß DIN 15018 berechnet. Dabei ist h₁ der Koeffizient in Abhängigkeit von der Triebwerksgruppe (A5: 16, A7: 20), h₂ der Koeffizient in Abhängigkeit von der Drahtseilkonstruktion (bei Kreuzschlag: 1,0) und d der Drahtseildurchmesser. Ein größerer Trommeldurchmesser reduziert die Biegespannung im Drahtseil und verlängert dessen Lebensdauer, erhöht jedoch gleichzeitig Abmessungen und Gewicht der Trommel. In der Praxis wird daher der kleinste zulässige Wert gewählt, der die Koeffizienten erfüllt, um das Eigengewicht des Brückenkrans zu minimieren.
| Triebwerksgruppe | h₁Koeffizient | Empfehlung D/d Verhältnis |
|---|---|---|
| A3~A4(Leichte Reihe) | 14 | ≥14×d |
| A5(Mittlere Reihe) | 16 | ≥16×d |
| A6(Schwere Reihe) | 18 | ≥18×d |
| A7~A8(Schwerste Reihe) | 20 | ≥20×d |
| Drahtseildurchmesser (mm) A5Trommeldurchmesser A7Trommeldurchmesser Gusseisen-Wanddicke Stahlguss-Wanddickedstärke (mm) | |
|---|---|
| 6 – 8 | 8 – 10 |
| 10 – 12 | 10 – 12 |
| 14 – 16 | 12 – 14 |
| 18 – 20 | 14 – 16 |
| 22 – 24 | 16 – 18 |
| 26 – 28 | 18 – 20 |
| 30 – 32 | 20 – 22 |
Die folgende Übersicht bietet eine schnelle Auswahlhilfe für Trommeln basierend auf dem jeweiligen Drahtseildurchmesser, inklusive empfohlener Wandstärke:
| Drahtseildurchmesser | A5Trommeldurchmesser | A7Trommeldurchmesser | Gusseisen-Wanddicke | Stahlguss Gusseisen-Wanddicke |
|---|---|---|---|---|
| ∅14mm | ∅224mm | ∅280mm | 16mm | 12mm |
| ∅18mm | ∅280mm | ∅355mm | 18mm | 14mm |
| ∅22mm | ∅355mm | ∅450mm | 22mm | 16mm |
| ∅28mm | ∅450mm | ∅560mm | 28mm | 20mm |
| ∅32mm | ∅500mm | ∅630mm | 32mm | 24mm |
| ∅36mm | ∅560mm | ∅710mm | 36mm | 26mm |

Die Festigkeitsnachrechnung der Trommel erfolgt primär über die Wandpressung als maßgeblichen Kennwert. Am Beispiel eines Brückenkrans mit 50 t Tragfähigkeit (Drahtseil ∅28 mm, Trommel ∅560 mm, Wanddicke 20 mm, Werkstoff Stahlguss ZG270-500, maximale Seilzugkraft 130 kN) ergibt sich eine Wandpressung von ca. 92,5 MPa. Die zulässige Spannung beträgt 125 MPa (Sicherheitsfaktor 4), was einer Sicherheitsreserve von 26 % entspricht. Die Parameter der Seilrille richten sich nach Norm DIN 15018: Rillenradius R = (0,53 – 0,56) × d, Rillentiefe h ≥ 0,35 × d, Teilung s = d + (2 – 4) mm.
Seilrollenblock – Auslegung und Werkstoffauswahl
Der Seilrollendurchmesser DRolle wird nach der Formel DRolle ≥ (h₃ × h₂) × d bestimmt. Der Koeffizient h₃ beträgt: für die Klassen A3 bis A4 den Wert 16, für Klasse A5 den Wert 18, für Klasse A6 den Wert 20 und für die Klassen A7 bis A8 den Wert 22,4. Schnellauswahlbeispiele: ∅14 mm Seil mit ∅280 mm Rolle (Klasse A5), ∅28 mm Seil mit ∅560 mm Rolle, ∅32 mm Seil mit ∅630 mm Rolle.
Werkstoffempfehlung für Rollen: Bis zur Klasse A5 wird Grauguss HT200 eingesetzt (kostengünstig), ab Klasse A6 kommt Stahlguss ZG270-500 zur Anwendung (hohe Festigkeit, Schlagfestigkeit). Für schnelllaufende Brückenkrane bieten sich gewalzte Stahlrollen in Leichtbauweise an. Als Seilrollenlager werden Pendelrollenlager empfohlen, die dank ihrer selbstausrichtenden Funktion Schräglasten aufnehmen können. Die Schmierintervalle betragen einmal monatlich, die Lebensdauer liegt bei 5.000 – 10.000 h. Verschleißkriterien für die Seilrille der Rolle: Bei einer Abnutzung des Rillenradius um mehr als 20 % des Originalmaßes oder einem Wandverschleiß von über 20 % ist ein Austausch erforderlich. Überschreitet der Rundlauffehler der Seilrille 1 mm, kann eine Reparatur durch Drehen erfolgen.
Radblock – Konstruktion und Werkstoffe
Der Radblock eines Brückenkrans besteht aus dem Laufrad, dem Schrägkugellagergehäuse und der Radachse. Die Werkstoffwahl der Räder beeinflusst direkt die Tragfähigkeit und die Lebensdauer. Die Wärmebehandlung ist der entscheidende Faktor für die Verschleißfestigkeit der Räder.
| Bauteil | Empfohlener Werkstoff | Wärmebehandlung Verfahren | Härte Anforderung | Einsatzhärtungstiefe |
|---|---|---|---|---|
| Radlauffläche | ZG50Mn2/ZG50MnMo | Oberflächenhärten(Mittelfrequenz/Flamme) | HB 350~450 | 10~20mm |
| Spurkranz | ZG50Mn2/ZG50MnMo | Oberflächenhärten | HB 300~380 | 8~15mm |
| Zahnrad Zahnflanke | 40Cr/42CrMo | Zahnflanke Abschrecken/Einsatzhärten | HRC 50~58 | 1~2mm |
| Zahnrad Kern | 40Cr/42CrMo | Vergüten | HB 250~300 | Durchgehend |
| Trommel | ZG270-500 | Normalglühen+Anlassen | HB 160~220 | Durchgehend |
| Rolle | HT200/ZG270-500 | Spannungsarmglühen Glühen | — | — |
Die Radlaufflächen werden mittels Mittelfrequenz-Oberflächenhärten auf eine Härte von HB 350–450 gebracht, mit einer Einsatzhärtetiefe von 10–20 mm. Dadurch wird die Flächenpressung zwischen Rad und Schiene sicher aufgenommen. Die Spurkränze werden auf HB 300–380 gehärtet – bewusst etwas weicher als die Lauffläche, um das Risiko von Rissbildung unter Verschleiß zu minimieren. Die Zahnflanken der Getriebe werden einsatzgehärtet auf HRC 50–58, während der Kern auf HB 250–300 vergütet wird, um die erforderliche Zähigkeit zu gewährleisten. Für die Verschleißprüfung der Räder kann auf die Erfahrungen aus der Online-Drahtseilprüfung von Brückenkranen zurückgegriffen werden (siehe Kranseil-Prüftechnik).
Bremssysteme im Hubwerk: Sicherheitsanforderungen und Auslegung
Die Sicherheitsbremsung des Hubwerks ist nach Norm DIN 15018 eine verbindliche Anforderung. Das Hubwerk muss über zwei unabhängige Bremsen verfügen – eine an der Schnelllaufwelle (Motorwellenseite) und eine an der langsamen Welle (Trommelseite). Die Bremse an der Schnelllaufwelle übernimmt die normale Betriebsbremsung, während die Sicherheitsbremse an der langsamen Welle für Notfälle und als zweite Sicherheitsbarriere gegen Lastabsturz dient. Für Hubwerke der Triebwerksgruppe A6 und höher wird der Einsatz von Hydraulik-Hubwerkbremsen empfohlen, deren Bremsmoment auf das 1,5-fache der Nennlast ausgelegt ist.
Die regelmäßige Prüfung und Wartung der Bremsen kann über die digitale Fernüberwachungsplattform für Brückenkrane in Echtzeit erfolgen (siehe Digitales Fernüberwachungskonzept für Brückenkrane). Durch die Erfassung von Parametern wie Schaltspielzahl, Bremszeit und Bremstemperatur lässt sich eine prädiktive Wartung realisieren.
Kelude Schwerindustrie: Komponenten für Brückenkrane aus einer Hand
Kelude Schwerindustrie liefert das vollständige Sortiment an mechanischen Kranbauteilen: Trommelgruppen (geschweißte Seiltrommeln aus HT200, ZG270-500 oder Q345B), Rollenblöcke (HT200, ZG270-500 oder gewalzte Stahlrollen), Radblöcke (ZG50Mn2/ZG50MnMo, oberflächengehärtet), Getriebe, Kupplungen und Bremsen. Alle Bauteile werden nach Norm DIN 15018 und GB/T 10051 gefertigt und mit vollständigem Festigkeitsnachweis sowie Wärmebehandlungsdokumentation geliefert. Kelude Schwerindustrie bietet kostenlose technische Beratung und Unterstützung bei der Komponentenauswahl an.
Häufige Fragen zur Kran-Komponentenauswahl
F: Wie wählt man die Trommelgruppe für das Hubwerk eines Brückenkrans aus?
A: Der Trommeldurchmesser beträgt in der Regel das 20- bis 30-fache des Drahtseildurchmessers. Die Trommellänge ergibt sich aus der Hubhöhe und dem Lastvielfachen des Drahtseils. Übliche Werkstoffe sind Q235B oder Q355B; für schwere Lasten wird ZG270-500 Stahlguss verwendet. Die Trommelwanddicke ist nach Norm DIN 15018 festigkeitsmäßig nachzuweisen.
F: Welche Werkstoffe eignen sich für Radblöcke von Brückenkranen?
A: Als Radwerkstoffe kommen vor allem ZG340-640, ZG35CrMo oder 42CrMo zum Einsatz. Für Triebwerksgruppen unterhalb A5 wird ZG340-640 empfohlen, ab A6 ist ZG35CrMo im vergüteten Zustand die erste Wahl. Die Radlaufflächenhärte sollte HB 300–380 betragen, um eine ausreichende Verschleißfestigkeit zu gewährleisten.
F: Welche Normen gelten für die Auslegung von Hubwerken?
A: Die Auslegung erfolgt nach Norm DIN 15018 (Konstruktionsvorschriften für Krane), für Trommeln gilt JB/T 9005.1, für Rollen JB/T 9005.2 und für Räder JB/T 6392.