Ermüdungslebensdauer von Kranstrukturen: FEM & Schweißtechnik
Bewertung der Ermüdungslebensdauer von Kranstrukturen: Finite-Elemente-Analyse und schweißtechnische Praxis. Im Management über den gesamten Lebenszyklus von Hebezeugen ist die Bewertung der Ermüdungslebensdauer der zentrale technische Ansatz zur Gewährleistung des sicheren Betriebs und zur Vermeidung katastrophaler Bruchversagen.
Im Management über den gesamten Lebenszyklus von Hebezeugen ist die Bewertung der Ermüdungslebensdauer der zentrale technische Ansatz zur Gewährleistung des sicheren Betriebs und zur Vermeidung katastrophaler Bruchversagen. Als führendes Unternehmen in der Kranherstellung und im Ingenieurwesen hat sich Kelude Schwerindustrie darauf spezialisiert, die Finite-Elemente-Analyse (FEA) tiefgreifend mit der schweißtechnischen Praxis zu verzahnen und daraus ein umfassendes Bewertungssystem für die Ermüdungslebensdauer von Kranmetallstrukturen zu entwickeln. Dieses System deckt den gesamten Prozess ab – von der Erfassung des Lastkollektivs, der Analyse der Spannungszyklen, der Schadensberechnung nach dem S-N-Kurvenverfahren über die Schweißverfahrensprüfung (WPS/PQR), die Identifizierung von Ermüdungshotspots, die zerstörungsfreie Prüfung bis hin zur Restlebensdauerbewertung und der Entwicklung von Verstärkungskonzepten. Dieser Beitrag basiert auf nationalen und internationalen Normen wie DIN 15018 (Krane – Grundsätze für die Tragwerksberechnung), der Schweißverfahrensprüfung nach ISO 15614-1, der zerstörungsfreien Schweißnahtprüfung mittels Ultraschallprüfung nach ISO 17640 sowie BS 7910 (Leitfaden zur Bewertung von Fehlern in metallischen Konstruktionen) und erläutert systematisch die technischen Erfahrungen und ingenieurtechnischen Praktiken von Kelude Schwerindustrie auf dem Gebiet der Bewertung der Ermüdungslebensdauer. Damit dient der Beitrag als technische Referenz für Konstruktion, Fertigung und Bewertung im Betrieb befindlicher Krane.
Ermüdungslastkollektiv und Spannungszyklusanalyse
Der erste Schritt bei der Bewertung der Ermüdungslebensdauer ist die Erstellung eines Lastkollektivs, das die tatsächlichen Betriebsbedingungen des Krans realitätsnah abbildet. Kelude Schwerindustrie setzt dabei auf ein auf tatsächlichen Arbeitszyklen basierendes Erfassungsverfahren: An den kritischen lasttragenden Stellen des Krans werden Dehnungsmessstreifen und Beschleunigungssensoren installiert, um über eine langfristige Online-Erfassung Last-Zeit-Verläufe zu generieren. Gemäß den Anforderungen von DIN 15018 umfasst das Ermüdungslastkollektiv Komponenten wie Hublast, Eigengewicht, Windlast sowie Trägheitslasten aus Fahrbewegungen. Die erfassten Rohsignale im Zeitbereich werden zunächst einer Filterung und Entrauschung unterzogen. Anschließend wird mit dem Rainflow-Zählverfahren der stochastische Last-Zeit-Verlauf in eine Folge vollständiger Spannungszyklen überführt, woraus die zweidimensionale Verteilungsmatrix aus Spannungsamplitude (Δσ) und Schwingspielzahl (n_i) statistisch ermittelt wird. Die von Kelude Schwerindustrie entwickelte Plattform zur Lastkollektivanalyse automatisiert die gesamte Kette von der Sensordaten-Erfassung bis zur Eingabe in die S-N-Kurve und steigert so signifikant Effizienz und Genauigkeit der Ermüdungsbewertung.
S-N-Kurvenverfahren und Palmgren-Miner-Schadensakkumulation
Das S-N-Kurvenverfahren (Spannungs-Lebensdauer-Methode) ist die am weitesten verbreitete ingenieurtechnische Methode zur Bewertung der Ermüdungslebensdauer von Kranstrukturen. Kelude Schwerindustrie wählt gemäß den Vorgaben von DIN 15018 für unterschiedliche Strukturdetailkategorien des Krans (z. B. Stumpfnähte, Kehlnähte, Schraubverbindungen) die entsprechenden S-N-Kurven aus. Für Schweißkonstruktionen werden die S-N-Kurven üblicherweise nach dem FAT-Klassensystem (z. B. FAT80, FAT90, FAT100) eingestuft, wobei der FAT-Wert die Dauerfestigkeit (MPa) bei 2×10⁶ Schwingspielen angibt. Die Palmgren-Miner lineare Schadensakkumulationsregel (D = Σ n_i/N_i ≤ 1,0 für den Nachweis der Auslegungslebensdauer) dient der Überlagerung der Schädigungswirkung mehrstufiger Spannungszyklen: Dabei ist n_i die tatsächliche Einwirkungszahl und N_i die zulässige Schwingspielzahl (aus der S-N-Kurve) für die jeweilige Spannungsamplitude. Bei Erreichen eines Schädigungsgrads D von 1,0 gilt die Ermüdungslebensdauer der Struktur als erschöpft. In der ingenieurtechnischen Praxis führt Kelude Schwerindustrie einen Sicherheitsfaktor ein und setzt den zulässigen Schädigungsgrad auf 0,5 bis 0,8 an, um Unsicherheiten bei der Lastannahme, Streuungen im Werkstoff und Schwankungen der Schweißqualität zu berücksichtigen. Für kritische tragende Bauteile (wie den Bereich der Hauptträgermitte und die Verbindungsknoten der Kopfträger) werden zusätzlich die Nennspannungsmethode und die Hotspot-Spannungsmethode zur Kreuzvalidierung herangezogen, um die Zuverlässigkeit der Bewertungsergebnisse sicherzustellen.
Schweißverfahrensprüfung WPS und WPQR
Die Schweißtechnik ist ein entscheidender Faktor für die Ermüdungslebensdauer von Kranstrukturen. Gemäß den Anforderungen der Schweißverfahrensprüfung (z. B. nach ISO 15614-1) durchläuft Kelude Schwerindustrie für jede an ermüdungsbeanspruchten Bauteilen eingesetzte Schweißverbindung den vollständigen Prozess: Erstellung der vorläufigen Schweißanweisung (pWPS), Anfertigung von Prüfstücken für die Schweißverfahrensprüfung, Durchführung mechanischer und zerstörungsfreier Prüfungen sowie Erstellung des Schweißverfahrensprüfberichts (WPQR). Die wesentlichen Parameter der Schweißverfahrensprüfung umfassen: Grundwerkstoff und Dickenkombination, Schweißverfahren (Unterpulverschweißen, Schutzgasschweißen GMAW, Fülldrahtschweißen FCAW usw.), Nahtform und -maße, Schweißzusatzwerkstoff und -durchmesser, Vorwärm- und Zwischenlagentemperaturbereich, Wärmeeinbringung (Heat Input) in kJ/mm sowie die Wärmenachbehandlung. Die Schweißverfahrensdatenbank von Kelude Schwerindustrie umfasst inzwischen mehr als 2.000 WPQR-Datensätze für gängige Kranbaustähle wie Q235B (≈S235JR), Q345B (≈S355J2), Q355B (≈S355JR) und Q460D. Speziell für Ermüdungshotspots (wie Steifenenden und Konsolenanschlüsse) wurden Schweißverfahren mit reduzierter Wärmeeinbringung entwickelt: Durch die Begrenzung der Wärmeeinbringung auf 1,0 bis 1,8 kJ/mm und den Einsatz symmetrisch alternierender Schweißfolgen wird das Niveau der Eigenspannungen deutlich gesenkt und die Ermüdungslebensdauer erhöht.
Identifizierung von Ermüdungshotspots und zerstörungsfreie Prüfung
Ermüdungshotspots sind Stellen in der Struktur, an denen aufgrund geometrischer Unstetigkeiten, Querschnittsänderungen an Schweißnähten oder Spannungskonzentrationen Ermüdungsrisse bevorzugt entstehen. Basierend auf Finite-Elemente-Analysen und ingenieurtechnischer Erfahrung identifiziert Kelude Schwerindustrie die typischen Ermüdungshotspot-Bereiche in Kranstrukturen und erstellt gezielte Konzepte für die zerstörungsfreie Prüfung (ZfP). Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ermüdungshotspot-Positionen, Prüfverfahren und Verstärkungsmaßnahmen zusammen.
| ErmüdungHot-Spot-Position | Ursache der Spannungskonzentration | EmpfehlungErkennungsmethode | ErkennungNorm | Verstärkungsmaßnahme |
|---|---|---|---|---|
| HauptträgerObergurt undStegblechVerbindungSchweißnaht | Überlagerung von Biegenormalspannung und Schubspannung | Ultraschallprüfung(UT)+ Magnetpulverprüfung (MT)(MT) | GB/T 11345-2013 | SchleifenNahtüberhöhung,NahtzeheTIGNachschmelzen |
| SteifeEndbereichSchweißnaht | Spannungskonzentration durch Querschnittssprung | Magnetpulverprüfung (MT)(MT) | GB/T 26951-2011 | SteifeEndbereich mit Rundungsübergang,HinzufügenUnterlegplatte |
| Kragarm undHauptträgerAnschlusspunkt | Lokale Spannung unter Einzellast | Ultraschallprüfung(UT)+ Durchstrahlungsprüfung (RT)(RT) | GB/T 11345-2013,GB/T 3323-2005 | HinzufügenSteife,VergrößerungSchweißnahtNahtdicke |
| SchienenklemmeObergurt undHauptträgerObergurtanschluss | RadlastKontakt unter wiederholter BeanspruchungErmüdung | Eindringprüfung (PT)(PT) | GB/T 18851.1-2012 | Vergrößerung der Kontaktfläche der Druckplatte,VerwendungElastizitätZwischenlage |
| KopfträgerBiegeblech undStegblechVerbindungSchweißnaht | Kombinierte Biege- und Torsionsspannung | Ultraschallprüfung(UT)+ Magnetpulverprüfung (MT)(MT) | GB/T 11345-2013 | ErhöhungSchweißnahtWanddicke,Optimierung des Übergangsradius des Biegeblechs |