Kollisionsschutz für Brückenkrane: Laserscanner + PLC-Verriegelung

Kollisionsschutz für Brückenkrane: Mehrere Krane auf einer Kranbahn – Laserscanner, PLC-Verriegelung und Zonenbegrenzung sind unverzichtbar. Der gleichzeitige Betrieb mehrerer Krane auf derselben Kranbahn ist ein wichtiger Faktor zur Steigerung der Produktivität in der Werkshalle, doch das Kollisionsrisiko steigt dabei überproportional. Wenn zwei oder mehr Brückenkrane auf derselben Schiene fahren und der Sicherheitsabstand nicht korrekt eingehalten wird, drohen im besten Fall Beschädigungen durch Anstoßen, im schlimmsten Fall Strukturverformungen oder sogar Abstürze. Herkömmliche Fahrwegendschalter oder die rein visuelle Einschätzung durch den Kranführer genügen den Sicherheitsanforderungen des Mehrkranbetriebs nicht mehr.

Der gleichzeitige Betrieb mehrerer Krane auf derselben Kranbahn ist ein zentraler Hebel zur Produktivitätssteigerung in der Werkshalle, gleichzeitig vervielfacht sich jedoch das Kollisionsrisiko. Fahren zwei oder mehr Brückenkrane auf derselben Schiene, führt eine falsche Einschätzung des Sicherheitsabstands schnell zu Streifschäden, im Extremfall zu Verformungen der Tragstruktur oder zum Absturz. Herkömmliche Fahrwegendschalter oder die Sichtkontrolle durch den Bediener stoßen bei der Koordination mehrerer Krane an ihre Grenzen. Dieser Beitrag basiert auf den Konstruktionserfahrungen von Kelude Schwerindustrie im Bereich Sonderkran-Kollisionsschutz und erläutert systematisch die technische Umsetzung von Laserscanner-Zonenüberwachung, PLC-Verriegelungslogik, mechanischer Zonenbegrenzung, redundanter Millimeterwellenradar-Erkennung sowie der koordinierten Einsatzplanung mehrerer Krane. Alle technischen Kennwerte entsprechen der Norm DIN 15018 „Konstruktionsvorschriften für Krane" sowie GB 6067 „Sicherheitsvorschriften für Hebezeuge".

Schematische Darstellung des Kollisionsschutzes für mehrere Krane auf einer Kranbahn

Kollisionsrisikoanalyse bei Mehrkranbetrieb auf einer Kranbahn

Das Kollisionsrisiko bei mehreren Kranen auf derselben Kranbahn ist vielschichtig. In räumlicher Hinsicht hängt der erforderliche Sicherheitsabstand bei gegenläufiger Fahrt zweier Brückenkrane direkt von Fahrgeschwindigkeit, Bremsweg und Reaktionszeit ab. Gemäß Abschnitt 5.4.2 der Norm DIN 15018 zur Bremswegberechnung des Fahrwerks beträgt der Bremsweg der Kranbrücke bei einer Nenngeschwindigkeit von 80 m/min etwa 5,3 m. Addiert man die Reaktionszeit des Kranführers von 0,3 bis 0,5 s, was einer Nachlaufstrecke von 0,4 bis 0,7 m entspricht, ergibt sich ein Mindestsicherheitsabstand von nicht weniger als 6 m. Bei mehr als drei Kranen auf derselben Kranbahn ist der mittlere Kran von beiden Seiten bedroht – das Risiko steigt quadratisch. In Bezug auf die Ausrüstung zeigen Daten der Norm GB/T 5972 „Bremsen für Krane", dass das Bremsmoment elektromagnetischer Scheibenbremsen nach 2.000 Betriebsstunden um 8 % bis 15 % abfällt. In älteren Werkshallen weisen über 30 % der Schienenabschnitte eine Geradheitsabweichung von mehr als ±5 mm/10 m auf, wodurch sich die Laufabweichung auf bis zu ±20 mm akkumuliert. Bei den menschlichen Faktoren ist festzustellen, dass bei Sichtweiten unter 5 m in staubigen Werkshallen über 65 % aller Kollisionen auf Bedienfehler zurückzuführen sind. Ein wirksames Schutzkonzept muss daher Sensordetektion, logische Verriegelung und physische Barrieren zu einem dreidimensionalen Kollisionsschutzsystem integrieren.

Laserscanner-Zonenüberwachung für den Kranschutz

Der Laserscanner bildet die erste aktive Schutzstufe im Sonderkran-Kollisionsschutz. Die zentralen technischen Kennwerte werden im Folgenden nach Hardwareparametern, dreistufigem Warnsystem und Montageanforderungen gegliedert.

1
Hardwareparameter des Laserscanners

Erfassungswinkel: horizontal 270° / vertikal 30°
Scanfrequenz: 25~50 Hz
Winkelauflösung: 0,09°~0,18°
Punktwolke pro Frame: ca. 1.500 Messpunkte
Distanzgenauigkeit: ±30 mm @50 m
Winkelgenauigkeit: ±0,1°
2
Warnzone 20~50 m

Alarmart: intermittierender akustischer und optischer Alarm mit 1 Hz
Schalldruckpegel: ≥85 dB
Leuchte: gelbe Drehleuchte
PLC: Protokollierung des Alarmereignisses im Logbuch
3
Verzögerungszone 10~20 m

Automatische Geschwindigkeitsreduzierung: auf 30 % der Nenngeschwindigkeit
Beispiel: 80 m/min → 24 m/min
Beschleunigungssteuerung: 0,2~0,3 m/s²
Umsetzung: automatische Frequenzanpassung über Frequenzumrichter
4
Sperrzone 3~10 m

PLC-Aktion: Not-Halt-Befehl
Bremsverfahren: Gleichstrombremsung + elektromagnetische Scheibenbremse
Bremszeit: 1,5~2,5 s über den gesamten Fahrweg
5
Montageanforderungen

Position: Außenseite Kopfträger, 300–500 mm über Schienenoberkante
Geeignete Spannweite: ≥30 m
Ultraschall-Nahbereichserfassung: 1 Sensor an jeder der 4 unteren Ecken (0,3–3 m)
Schutzart: IP67
6
Adaption für staubintensive Umgebungen

Empfohlene Wellenlänge: 1550 nm (3–5× bessere Penetration als 905 nm)
Schutzart: IP67
Reinigung: Automatische Luftspülung
Einsatzbereiche: Gießerei, Zementwerk, Bergbau

PLC-Verriegelungslogik für Kollisionsschutz

Die PLC-Verriegelung ist das Entscheidungskernstück für den Kollisionsschutz bei mehreren Kränen auf einer Kranbahn. Jeder Kran ist mit einer Sicherheits-SPS der Kategorie SIL3 ausgestattet. Diese sind über PROFINET in einer Ringtopologie vernetzt; die Selbstheilungszeit bei einer einzelnen Leitungsunterbrechung beträgt ≤50 ms. Der Datenaustauschzyklus liegt bei 20 ms. Jede SPS überträgt die eigene Positionskoordinate (Genauigkeit ±1 mm), Geschwindigkeit (Genauigkeit 0,1 m/min), Fahrtrichtung und den Gerätestatus. Die Verriegelungsentscheidung basiert auf einer zweistufigen Arbitrierung: Zonenpriorität und Distanzpriorität. Die Zonenpriorität unterteilt die Kranbahn in logische Segmente. In jedes Segment darf sich gleichzeitig nur ein Kran bewegen. Die minimale Segmentlänge entspricht dem Bremsweg bei Nenngeschwindigkeit multipliziert mit dem Sicherheitsfaktor 1,5. Die Distanzpriorität berechnet die Kollisionszeit TTC (Time-to-Collision) als aktuellen Abstand geteilt durch die Relativgeschwindigkeit (sofern diese > 0 ist). Ein TTC unter 10 s löst eine Verzögerung aus, ein TTC unter 5 s eine Notbremsung. Beispiel: Zwei Krane bewegen sich aufeinander zu, Abstand 15 m, Relativgeschwindigkeit 1,5 m/s (90 m/min). TTC = 10 s → Verzögerung wird ausgelöst. Verringert sich der Abstand auf 7,5 m, beträgt TTC = 5 s → Notbremsung wird ausgelöst. Die SPS ermöglicht dem Bediener, über das HMI eine Arbeitspriorität (Stufe 1 bis 5, Stufe 1 = höchste Priorität) einzustellen. Fahrzeuge mit höherer Priorität besitzen Vorrang bei der Zonenbelegung; Fahrzeuge mit niedrigerer Priorität warten automatisch außerhalb der Sicherheitsgrenze. Die Reaktionszeit für die Prioritätsumschaltung beträgt ≤100 ms. Alle Verriegelungsereignisse werden in einem lokalen Puffer (10.000 Einträge) gespeichert und über OPC UA an die übergeordnete Steuerung übertragen.

Mechanische Zonenbegrenzung mit Prellböcken

Die mechanische Zonenbegrenzung mit Prellböcken stellt die letzte physische Barriere des Kollisionsschutzsystems dar. Kelude Schwerindustrie befolgt strikt die Anforderungen der Norm DIN 15018 (Abschnitt 5.4.8) für Fahrbegrenzer. Demnach müssen beide Enden des Fahrwerks jedes Krans mit Fahrwegendschaltern ausgestattet sein, die mit den Prellböcken am Schienenende zusammenwirken. In Sonderlösungen werden die Prellböcke auch an Zonengrenzen eingesetzt, um eine physische Trennung der Bereiche zu erreichen. Die Prellböcke besitzen eine keilförmige Pufferkonstruktion. Der Hauptkörper besteht aus Q345B-Stahl (≈S355J2). Auf der Stirnseite ist ein 20 mm dickes Polyurethan-Pufferelement (Shore-Härte 80A ±5A) aufgeschweißt, das eine Aufprallenergie von 3000 J absorbiert. Die Befestigung erfolgt mit vier Schrauben der Güte 8.8 (M20) auf dem im Fundament eingelassenen Einbauteil (Stahlblech). Die Abweichung von der Rechtwinkligkeit zur Schiene beträgt ≤1 mm. Seitlich sind zwei redundante Fahrwegendschalter (ein Öffner, ein Schließer in Reihe) montiert. 50 bis 80 mm bevor der Anschlag des Kopfträgers den Prellbock berührt, wird der Endschalter betätigt, der das Stoppsignal an die SPS sendet. Falls dieser Schalter versagt, trifft der Anschlag direkt auf das Pufferelement. Der maximale Kompressionsweg von 30 mm entspricht der maximal zulässigen Aufprallgeschwindigkeit von 0,5 m/s. Der Abstand zwischen zwei Prellböcken berechnet sich aus: Kranlänge + Verfahrweg im Arbeitsbereich + 100 mm Sicherheitsabstand an jedem Ende. Beispiel: Bei einem allgemeinen Brückenkran mit 22,5 m Spannweite und 6 m Fahrzeuglänge sowie einem effektiven Verfahrweg von 12 m beträgt der Abstand der Prellböcke 18,2 m. Die Oberseite der Prellböcke ist mit gelb-schwarzen Warnstreifen (gemäß DIN 4844, Streifenbreite 100 mm, diagonal im 45°-Winkel) und reflektierenden Markierungen für den Nachtbetrieb versehen.

Redundante Abstandsmessung mit Millimeterwellen-Radar

Das Millimeterwellen-Radar bietet eine redundante Wahrnehmungsebene zum Laserscanner. Es arbeitet im FMCW-Verfahren bei 77 GHz oder 79 GHz (Wellenlänge ca. 3,9 mm) und weist eine sehr hohe Durchdringungsfähigkeit für Staub und Wasserdampf auf. Bei extremem Staub mit Sichtweiten unter 1 m beträgt die Leistungsminderung des Radars nur 10 % bis 15 %, während ein Laserscanner um über 50 % degradieren kann. Wichtige Parameter: Maximale Erfassungsreichweite 80 bis 120 m (abhängig von der Ziel-RCS), Distanzgenauigkeit ±0,2 m (im High-Precision-Modus ±0,1 m), Geschwindigkeitsgenauigkeit ±0,05 m/s, horizontaler Öffnungswinkel ±60° bis ±90°, Aktualisierungsrate 20 bis 50 Hz. Durch den Doppler-Effekt kann die radiale Geschwindigkeit des Ziels direkt gemessen werden, was die Genauigkeit der TTC-Berechnung um 30 % bis 40 % erhöht. Die Redundanz wird durch eine Doppelsensor-Fusion mit automatischer Umschaltung realisiert. Im Normalmodus werden die Daten beider Sensoren mittels Kalman-Filter fusioniert. Wenn die vom Laserscanner empfangene Lichtintensität unter einen Schwellenwert fällt, die Punktdichte unter 50 % des Normalwerts sinkt oder die Umgebungstemperatur den Bereich von –10 °C bis +55 °C verlässt, wird automatisch auf den Einzelsensor-Modus (Millimeterwellen-Radar) umgeschaltet. Die Umschaltzeit beträgt ≤100 ms. Nach der Umschaltung werden die Warnabstände von 50/20/5 m auf 50/25/8 m angepasst. Sobald der Laserscanner wieder fehlerfrei arbeitet, wird nach drei aufeinanderfolgenden fehlerfreien Datenzyklen (ca. 150 ms) automatisch wieder in den Doppelsensor-Fusionsmodus gewechselt.

Vierstufiges Kollisionsschutzsystem im Vergleich

Die vier Kollisionsschutzansätze – Laserscanner-Zonenüberwachung, PLC-Verriegelungslogik, mechanische Prellböcke und redundantes Millimeterwellen-Radar – haben jeweils spezifische Einsatzbereiche und technische Eigenschaften. Die folgende Übersicht vergleicht die Systeme anhand der Kriterien Erkennungsprinzip, Wirkungsbereich, Reaktionszeit, Zuverlässigkeit, Einsatzbedingungen und Kosten, um eine fundierte Auswahl für die Projektplanung zu ermöglichen.

MerkmalLaserscannerPLC-VerriegelungMechanische PrellböckeMillimeterwellen-Radar
ErkennungsprinzipOptische Abtastung (Laserpulse)Positionsdaten & Logik (Software)Physische Barriere (Kontakt)Elektromagnetische Wellen (FMCW)
WirkungsbereichFlächig, 2D-Scan der ZoneGlobal, basierend auf Position & GeschwindigkeitLokal, nur am EinbauortGerichtet, kegelförmiger Erfassungsbereich
ReaktionszeitSehr schnell (ms-Bereich)Schnell (20 ms Zyklus, ≤100 ms Umschaltung)Sofort (mechanisch, nach Kontakt)Sehr schnell (ms-Bereich)
ZuverlässigkeitAnfällig für Staub, Nebel, SchmutzSehr hoch (redundant, logisch)Sehr hoch (physisch, wartungsarm)Sehr hoch (robust gegen Umwelteinflüsse)
EinsatzbedingungenSaubere Umgebungen, InnenbereicheUniversell, alle UmgebungenUniversell, als EndabsicherungStaub, Nebel, extreme Bedingungen
KostenMittel bis HochMittel (Software, SPS)Niedrig (mechanische Teile)Mittel bis Hoch
Vergleichskriterium Laserscanner-Abtastung PLCVerriegelungLogik MaschinenEndanschlag mmRadarsensorRedundanz
ErkennungPrinzip TOFLaserimpuls120Grad-Sektorscan Hartverdrahtetes Signal+RelaisDoppelte Arbitrierungslogik MaschinenKontakt+EndschalterRein physische Trennung 77GHz FMCWStrahlwinkel ±5Grad
ErkennungDistanz 0.5~30mEinstellbarer SektorWinkel Nicht signalbasiert, Sicherheitszone muss definiert werden Kontaktierend0mmEndschalterVorzeitig50~200mm 0.2~40mDurchdringt Staub und Nebel
Reaktionszeit ≤50ms ≤20ms+10msRelais ≤15msKollision momentan und irreversibel ≤60ms
Umgebungstoleranz Staubeinfluss/Störung durch starkes Licht/Dämpfung durch Regen/Nebel Unabhängig von Umgebungseinflüssen/Allwettertauglich/Wartungsfrei Völlig unabhängig von Umgebungseinflüssen/Manuelles Reset erforderlich Durchdringt Staub und Nebel/Allwettertauglich/Fehlauslösung durch Metallreflexion
Einsatzbereiche Innenraum, sauberWerkstatt/Großflächiger BereichÜberwachung Alle Betriebsbedingungen/Serienmäßig im Sicherheitskreis SchieneEndschutz an beiden Enden/Wartungsszenario Außenbereich, Staub, hohe Temperatur/LaserscannerVersagenRedundanz
Kosten pro Kran Mittel 0.8~1.510.000 CNY Niedrig 0.2~0.510.000 CNY Am niedrigsten 0.1~0.310.000 CNY Hoch 1.5~3.010.000 CNY
Empfohlene Schutzebene Ebene 1: Aktive Schutzeinrichtung Ebene 2: Logische Schutzeinrichtung Ebene 3: Physische Schutzeinrichtung Staubgeschützter EinsatzAlternative Lösung

Integrierter Schaltschrank für Kransteuerung

Der integrierte Schaltschrank bildet die zentrale Steuerungseinheit des Kollisionsschutzsystems. Kelude setzt auf ein standardisiertes Schrankgehäuse mit den Abmessungen 1200 mm Höhe, 800 mm Breite und 400 mm Tiefe. Das Gehäuse besteht aus 1,5 mm kaltgewalztem Stahlblech mit elektrostatischer Pulverbeschichtung in RAL7035. Die Schutzart beträgt IP54; für staubintensive Werkstätten wird IP65 empfohlen. Die interne Anordnung ist in Ebenen gegliedert: oben PLC und Sicherheitsrelais, in der Mitte Frequenzumrichter und Kommunikations-Switch, unten Leistungsschalter und Schaltnetzteil. Zwischen den Ebenen sind Kühlkanäle integriert; ein Axiallüfter an der Schrankoberseite (Fördervolumen ≥ 200 m³/h) wird über einen Temperaturschalter bei Überschreiten von 40 °C automatisch aktiviert. Die elektrische Architektur nutzt 24 V DC als Steuerspannung, der Hauptstromkreis arbeitet mit 380 V AC/50 Hz als Drehstrom mit fünf Leitern. Eine 500 VA USV überbrückt Netzausfälle und hält das System für mindestens 30 Minuten in Betrieb. Signalleitungen sind als EMC-geschirmte Kabel ausgeführt und werden mit einem Mindestabstand von 100 mm zu Stromleitungen verlegt; der Erdungswiderstand beträgt ≤ 4 Ω. Auf der Ausgangsseite der Frequenzumrichter sind du/dt-Filter installiert, die Spannungsspitzen auf das 1,15-fache begrenzen. Als HMI dient ein 10-Zoll-Touchpanel mit Farbdisplay (1024×600, Leuchtdichte ≥ 350 cd/m²). Die Hauptansicht zeigt den Status des Kollisionsschutzsystems, die Echtzeitposition und Geschwindigkeit jedes Fahrzeugs, die visualisierte Radarerfassung, eine Belegungsübersicht der Zonen sowie eine 24-Stunden-Alarmzeitleiste. Die Parametrierung erfolgt über ein dreistufiges Berechtigungskonzept (Bediener, Wartungsingenieur, Systemadministrator); sämtliche Parameteränderungen werden protokolliert und mindestens 180 Tage gespeichert. Erweiterungsschnittstellen: 2× Gigabit-RJ45, 1× RS485, 4 digitale Eingänge (24 V DC), 4 digitale Ausgänge (250 V AC/5 A).

Häufige Fragen zum Schaltschrank

F: Welche technischen Lösungen gibt es für Kollisionsschutzsysteme bei mehreren Kränen auf derselben Kranbahn?
A: Das Kollisionsschutzsystem für mehrere Krane auf derselben Kranbahn basiert auf einem dreistufigen Schutzkonzept. Die erste Stufe bildet die aktive Laserscanner-Überwachung: An beiden Enden jedes Krans ist ein industrieller Laserscanner montiert, der mit einem horizontalen Erfassungsbereich von 270° die jeweilige Zone abdeckt. Drei Warnzonen (Warnzone 20 bis 50 m, Verzögerungszone 10 bis 20 m, Sperrzone 3 bis 10 m) lösen automatisch einen akustischen und optischen Alarm, eine Verzögerung oder eine Notabschaltung aus. Die zweite Stufe ist die PLC-Verriegelungslogik: Jeder Kran ist mit einer Sicherheits-SPS der Kategorie SIL3 ausgestattet. Über ein PROFINET-Ringnetzwerk werden Position, Geschwindigkeit und Richtung in Echtzeit ausgetauscht. Ein dualer Arbitrationsalgorithmus aus Zonenpriorität und Kollisionszeit (TTC – Time-to-Collision) verhindert Kollisionen. Die dritte Stufe bilden mechanische Zonenbegrenzungsanschläge: Eine keilförmige Pufferstruktur aus Q345B (≈S355J2) mit Polyurethan-Unterlegscheiben, kombiniert mit zweikanalig redundanten Endschaltern, dient als finale physische Barriere. Für staubgeschützten Einsatz kann optional eine redundante Doppelausführung mit 1550-nm-Laserscanner oder 77-GHz-Millimeterwellenradar ergänzt werden.
F: Wie hoch sind Erkennungsgenauigkeit und Reaktionszeit des Laserscanner-Schutzsystems?
A: Die Kernparameter der Laserscanner-Lösung: Distanz-Erkennungsgenauigkeit ±30 mm (@50 m), Winkelgenauigkeit ±0,1°, Scanfrequenz 25 bis 50 Hz, Winkelauflösung 0,09° bis 0,18°. Jede Punktwolken-Frame umfasst ca. 1.500 Messpunkte. Dreistufige Warn- und Reaktionskaskade: Warnzone (20 bis 50 m) löst einen intermittierenden akustischen und optischen Alarm mit 1 Hz aus; Verzögerungszone (10 bis 20 m) reduziert der Frequenzumrichter die Geschwindigkeit automatisch auf 30 % der Nenngeschwindigkeit, mit einer Beschleunigungsregelung von 0,2 bis 0,3 m/s²; Sperrzone (3 bis 10 m) initiiert die SPS einen Not-Halt, kombiniert mit Gleichstrombremsung und elektromagnetischer Scheibenbremse – die Gesamtbremszeit über den gesamten Hub beträgt 1,5 bis 2,5 Sekunden. Bei Kranen mit großer Spannweite ≥ 30 m wird empfohlen, den Laserscanner außen am Kopfträger in 300 bis 500 mm Höhe über der Schienenoberkante zu montieren und zusätzlich einen Ultraschallsensor an der Unterseite zur Abdeckung des toten Winkels zu installieren.
F: Wie verhindert die PLC-Verriegelungslogik Kollisionen zwischen mehreren Kranen?
A: Die PLC-Verriegelung arbeitet mit einem zweistufigen Arbitrierungsalgorithmus. Die Steuerungen aller Krane sind über einen PROFINET-Bus in einer Ringtopologie vernetzt; bei einem einzelnen Leitungsausfall beträgt die Selbstheilungszeit ≤50 ms, der Datenzyklus 20 ms. Jede Steuerung überträgt kontinuierlich die eigene Positionskoordinate (Genauigkeit ±1 mm), Geschwindigkeit (Genauigkeit 0,1 m/min), Fahrtrichtung und den Gerätestatus. Über die Zonenpriorität wird die Schiene in logische Segmente unterteilt; in jedes Segment darf gleichzeitig nur ein Kran einfahren. Die Mindestsegmentlänge entspricht dem Bremsweg bei Nenngeschwindigkeit multipliziert mit dem 1,5-fachen Sicherheitsfaktor. Die Distanzpriorität berechnet die Kollisionszeit TTC (aktueller Abstand ÷ relative Geschwindigkeit). Bei TTC < 10 s wird eine Verzögerung ausgelöst, bei TTC < 5 s eine Notbremsung. Über das HMI lässt sich die Priorität einstellen (Stufe 1 bis 5, Stufe 1 = höchste). Ein Kran mit höherer Priorität erhält das bevorzugte Zugriffsrecht auf eine Zone; ein Kran mit niedrigerer Priorität hält automatisch außerhalb der Sicherheitsgrenze an. Die Reaktionszeit für die Prioritätsübernahme beträgt ≤100 ms.
F: Welche Erfahrungen hat Kelude bei der Integration von Mehrkran-Kollisionsschutzsystemen?
A: Kelude verfügt über umfassende Projekterfahrung im Bereich Mehrkran-Kollisionsschutz für Sonderkrane – von der Konzeptplanung über die Geräteintegration bis hin zur Inbetriebnahme vor Ort. Die Kernkompetenzen umfassen Laserscanner-basierte Zonenüberwachung (inkl. 1550-nm-Hochleistungsvariante), SIL3-zertifizierte Sicherheits-SPS mit Verriegelungslogik, Konstruktion und Montage mechanischer Zonenbegrenzungsanschläge, redundante Sensorfusion mittels Millimeterwellenradar, koordinierte Mehrkran-Steuerungsalgorithmen (dynamische Zeitfenster plus energieoptimierter Kolonnenfahrbetrieb) sowie die Integration in den zentralen Schaltschrank. Die typische Montagezeit pro Kran beträgt ca. 3 Tage (1 Tag Laserscanner-Kalibrierung, 1 Tag SPS-Programmierung, 0,5 Tage Anschlagmontage, 0,5 Tage Gesamtsystemtest); mehrere Krane können parallel installiert werden. Alle Lösungen entsprechen strikt der Norm DIN 15018 (Kranbau) und FEM 1.001 (Sicherheit von Hebezeugen). Die Systeme unterstützen die Anbindung an übergeordnete MES- oder ERP-Systeme über OPC UA, Modbus TCP/IP und PROFINET.

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