GB/T 29086-2012 Kran Drahtseil-Endbefestigung

GB/T 29086-2012 „Krane – Drahtseile – Endbefestigungen“ ist die spezifische Norm für die Verbindung und Befestigung von Drahtseilenden. Die Norm legt die technischen Anforderungen, den Festigkeitsnachweis der Verbindung, die Montageverfahren und die Prüfregeln für verschiedene Befestigungsarten von Drahtseilenden an Kranen fest. Sie gilt für Spleißverbindungen, Keilklemmverbindungen, Pressverbindungen, Vergussverbindungen und Seilklemmenbefestigungen.

Die Norm GB/T 29086-2012 ist das maßgebliche Regelwerk für die Endbefestigung von Drahtseilen an Kranen. Sie definiert die technischen Anforderungen und Prüfregeln für sechs Befestigungsarten, darunter Keilklemmverbindungen, Seilklemmenbefestigungen, Vergussverbindungen und Pressverbindungen. Die Endbefestigung gilt als Schwachstelle in der Drahtseilverbindung – ihre Qualität entscheidet unmittelbar über die Sicherheit beim Anschlagen von Lasten.

GB/T 29086-2012 Endbefestigung von Drahtseilen an Kranen


Befestigungsarten und Auswahlprinzip

Die Norm GB/T 29086-2012 fasst die gängigen Befestigungsmethoden für Drahtseilenden an Kranen in sechs Kategorien zusammen: Spleißverbindung – Das Drahtseilende wird aufgelöst und die einzelnen Litzen nach festgelegten Regeln in den Seilkörper zurückgeflochten, sodass eine Schlaufe entsteht. Dieses traditionelle handwerkliche Verfahren ist für alle Krantypen geeignet. Keilklemmverbindung – Der Keil presst das Drahtseil im Keilkasten fest. Die Montage ist einfach und die Verbindung wiederverwendbar – ideal für Turmdrehkrane und Portalkrane, bei denen das Drahtseil häufig gewechselt wird. Pressverbindung – Das Drahtseil wird in eine Aluminium- oder Stahlhülse eingeführt und hydraulisch verpresst. Diese Verbindung bietet hohe Festigkeit bei kompakter Bauweise und wird für die Nennlastseite sowie die Verbindung zur Hakenflasche eingesetzt.

Vergussverbindung – Das Drahtseilende wird aufgelöst oder entkernt, in eine konische Hülse eingeführt und mit niedrigschmelzender Legierung (Zink- oder Kupferlegierung) vergossen. Diese Verbindung erreicht die höchste Festigkeit (bis zu 100 % der Mindestbruchkraft des Drahtseils) und wird bei Gießkränen und Metallurgiekränen großer Tragfähigkeit eingesetzt. Seilklemmenbefestigung – U-Bügel und Klemmsättel spannen das Drahtseil zu einem festen Ende. Dies ist die gebräuchlichste Methode für temporäre Befestigungen oder Anpassungen vor Ort, insbesondere bei Montage, Inbetriebnahme und Wartung. Befestigung mit Klemmplatten – Das Drahtseilende wird mit Klemmplatten und Schrauben an der Trommel oder der Konstruktion fixiert – vorwiegend für die Befestigung an der Trommel.

Anforderungen an die Verbindungsfestigkeit

Die Norm legt für jede Befestigungsart das Verhältnis der Verbindungsfestigkeit zur Mindestbruchkraft des Drahtseils fest: Spleißverbindung – Bei einer Spleißlänge von ≥ 30-fachem Drahtseildurchmesser beträgt die Verbindungsfestigkeit mindestens 75 % der Mindestbruchkraft (Wirkungsgrad 75 %); bei ≥ 40-fachem Durchmesser werden 80 % erreicht; bei ≥ 50-fachem Durchmesser 85 %. Die Festigkeit der Spleißverbindung hängt maßgeblich von der Qualität der Spleißarbeit ab – jede Litze muss mindestens dreimal durchgestochen werden. Keilklemmverbindung – Bei korrekter Montage (Keil liegt eng am Drahtseil an) soll die Verbindungsfestigkeit 75 % bis 90 % der Mindestbruchkraft betragen.

Pressverbindung – Bei ordnungsgemäßem Verpressen (Presslänge, Eindrucktiefe und Werkzeugabstimmung gemäß Norm) beträgt die Verbindungsfestigkeit mindestens 90 % der Mindestbruchkraft. Vergussverbindung – Bei korrektem Vergießen erreicht die Verbindung bis zu 100 % der Mindestbruchkraft – die höchste Festigkeit aller Endbefestigungsarten. Seilklemmenbefestigung – Bei normgerechter Montage (Anzahl, Abstand und Anziehdrehmoment der Seilklemmen) liegt die Verbindungsfestigkeit bei etwa 80 % bis 90 % der Mindestbruchkraft.

Befestigung mit Klemmplatten – Die Festigkeit dieser Verbindung beträgt mindestens 80 % der Mindestbruchkraft des Drahtseils.

Detaillierte Anforderungen an Seilklemmenbefestigungen

Die Norm widmet der Seilklemmenbefestigung die ausführlichsten Regelungen – da sie vor Ort am häufigsten eingesetzt wird und die Montagequalität stark variiert. Anzahl der Seilklemmen – Bei einem Drahtseildurchmesser d ≤ 16 mm sind mindestens 3 Seilklemmen erforderlich; bei 16 < d ≤ 25 mm mindestens 4; bei 25 < d ≤ 32 mm mindestens 5; bei 32 < d ≤ 40 mm mindestens 6; bei d > 40 mm mindestens 7. Abstand der Seilklemmen – Der Abstand zwischen benachbarten Seilklemmen beträgt das 6- bis 7-fache des Drahtseildurchmessers (L = 6d bis 7d). Ausrichtung der Seilklemmen – Der U-Bügel wird auf dem kurzen Seilende (nicht tragende Seite) angebracht, der Klemmsattel liegt auf dem langen Seilende (tragende Seite) – dies ist die wichtigste Anforderung an die Ausrichtung; eine umgekehrte Montage reduziert die Haltekraft erheblich. Anziehdrehmoment – Die Muttern der Seilklemmen sind mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment anzuziehen (üblicherweise ca. 40 N·m bei M12, ca. 80 N·m bei M16, ca. 150 N·m bei M20), sodass das Drahtseil auf etwa 1/3 seines Durchmessers zusammengedrückt wird. Sicherheitsschlaufe – Zwischen der letzten und der ersten Seilklemme wird eine „Sicherheitsschlaufe“ (eine leichte Aufwölbung des Drahtseils) belassen. Wenn das Seilende zu rutschen beginnt, flacht sich diese Schlaufe ab – ein optisches Warnsignal für eine drohende Lockerung des Seilendes.

Bei Kranen von Kelude Schwerindustrie werden die Endbefestigungen der Drahtseile ab Werk gemäß dieser Norm ausgeführt. Detaillierte Montagezeichnungen für die Seilklemmenbefestigung werden für den Einsatz vor Ort mitgeliefert.

Spleißverbindung
Spleiß ≥ 30d Festigkeit ≥ 75 %
Keilklemmverbindung
75 %–90 % wiederverwendbar
Pressverbindung
≥ 90 % kompakt und zuverlässig
Vergussverbindung
bis 100 % höchste Festigkeit
Seilklemmenbefestigung
80 %–90 % Standard vor Ort
Anzahl Seilklemmen
d ≤ 16: ≥ 3 Stück d > 40: ≥ 7 Stück

Technische Anforderungen an Pressverbindungen

Die Norm enthält detaillierte Verfahrensvorgaben für Pressverbindungen (hydraulisches Verpressen): Hülsenwerkstoff – Aluminiumhülsen sind aus 6061-T6 oder 6082-T6 zu fertigen (Zugfestigkeit ≥ 290 MPa, Härte HB ≥ 95); Stahlhülsen aus 20Cr oder 35CrMo (Härte nach Wärmebehandlung HRC 28–35). Presswerkzeug – Das Presswerkzeug muss zum Außendurchmesser der Hülse passen; der Spalt zwischen Werkzeug und Hülse darf 0,5 mm nicht überschreiten. Presslänge – Die Länge der Hülse nach dem Verpressen darf nicht weniger als 95 % der ursprünglichen Länge betragen (d. h. die Längsschrumpfung der Hülse während des Pressvorgangs darf 5 % nicht überschreiten).

Eindrucktiefe – Die Eindrucktiefe richtet sich nach dem Drahtseildurchmesser und der Wanddicke der Hülse und liegt üblicherweise zwischen 35 % und 50 % der Wanddicke. Pressvorgang – Jede Hülse ist in einem einzigen Pressvorgang zu verpressen; ein erneutes Verpressen ist nicht zulässig. Nach dem Verpressen ist eine Stichprobenprüfung durchzuführen – aus jeder Charge (bis 500 Stück) sind 3 Stück einer Bruchkraftprüfung zu unterziehen; bei einem fehlerhaften Stück ist jedes einzelne Teil zu prüfen.

Anforderungen an das Erscheinungsbild von Pressverbindungen: gleichmäßige Eindrückungen, keine Risse, keine Grate, glatte Oberfläche. Die häufigste Versagensart von Pressverbindungen ist das relative Gleiten zwischen Hülse und Drahtseil – Ursachen sind unzureichende Eindrucktiefe, verschlissene Werkzeuge oder ungeeignetes Hülsenmaterial.

Prüfung und Wartung

Die Norm definiert die Prüfanforderungen für Seilendbefestigungen: Sichtprüfung – wöchentliche Sichtprüfung der Seilendbefestigung mit Schwerpunkt auf locker sitzenden Seilklemmen (Mutter zurückgedreht?), aufgelösten Litzen oder Drahtbrüchen bei Spleißverbindungen sowie Rissen oder Verschiebungen bei Pressverbindungs-Hülsen. Prüfung der Seilklemmen – neu montierte Seilklemmen müssen nach einem Tag Betrieb nachgezogen werden; danach ist die Befestigung im Rahmen der monatlichen Inspektion zu prüfen. Seilabschnitt nahe dem Seilende – der Bereich ca. 50–100 mm von der Seilendbefestigung ist besonders zu prüfen, da dieser Abschnitt eine erhöhte Anfälligkeit für Drahtbrüche und Verschleiß aufweist.

Besondere Bedingungen – bei Einsatz des Krans im Freien unter staubiger, heißer oder korrosiver Umgebung ist die Inspektionshäufigkeit der Seilenden zu verdoppeln. Bei folgenden Feststellungen an der Seilendbefestigung sind umgehend Korrekturmaßnahmen erforderlich: lockere Seilklemme (beliebige Seilklemme locker), aufgelöste Litzen bei Spleißverbindungen, Risse in der Hülse von Pressverbindungen sowie Risse oder austretende Legierung bei Vergussverbindungen.

BefestigungsartVerbindungFestigkeitEinsatzbereichewiederverwendbar
FlechtungVerbindung≥75%verschiedeneKranAllgemeinNein
Keilklemmverbindung75%~90%Turmdrehkran,Portalhubwerkja
PressenVerbindung≥90%AllgemeinHeben / AnhebenEndeNein
GießenVerbindung≥100%GießenHüttenkranNein
Seilklemmenbefestigung80%~90%BaustelleMontage und Wartungja
Befestigung mit Klemmplatten≥80%TrommelEndeBefestigungja

Häufige Fragen

F: Wie wird ein sicherer Sitz der Keilklemmverbindung gewährleistet?

A: Die Keilkonizität beträgt 1:10 bis 1:12. Die Wickelrichtung muss der Zugrichtung entsprechen, das Seilende ≥200 mm lang und festgebunden sein. Nach der ersten Belastung wird die Verbindung nachgezogen. Die Haltekraft erreicht 75 % bis 85 % der Bruchkraft. Gilt für Anwendungen mit häufigem Austausch des Drahtseils.

F: Wie viele Seilklemmen sind je nach Drahtseildurchmesser erforderlich?

A: Die Anzahl der Seilklemmen steigt mit dem Drahtseildurchmesser. Die Norm fordert mindestens 3 Klemmen, mit zunehmender Anzahl bei größeren Durchmessern. Die genaue Zuordnung ist in den Montageanforderungen im Haupttext vollständig aufgeführt. Die Abstände zwischen den Klemmen müssen gleichmäßig sein; die Klemmen werden abwechselnd angezogen, bis der Seildurchmesser um etwa 1/3 gestaucht ist. Bei der Routinekontrolle ist besonders auf Lockerung, Verschiebung der Klemmen und Seilabnutzung an den Klemmstellen zu achten.

F: Welche Anforderungen gelten für die Befestigung durch Metallverguss?

A: Die Haltekraft kann 100 % erreichen. Das Seilende wird über eine Länge des 6- bis 8-fachen Seildurchmessers aufgelöst und entfettet. Die Muffe wird auf 100–150 °C vorgewärmt, die Gießtemperatur beträgt 380–420 °C, anschließend erfolgt natürliche Kühlung. Nach dem Schweißen wird mittels Röntgen- oder Ultraschallprüfung die Porenrate ≤5 % kontrolliert.

F: In welchen Intervallen ist die Seilendbefestigung zu prüfen?

A: Wöchentliche Sichtprüfung auf lockere Seilklemmen und Drahtbruch. Monatliche Drehmomentprüfung der Muttern mit dem Drehmomentschlüssel. Vierteljährlich werden 2–3 Seilklemmen gelöst, um den inneren Verschleiß zu prüfen. Bei mehr als 2 Drahtbrüchen oder Rissen ist das Drahtseil sofort zu ersetzen. Beim Heben und Transportieren von flüssigem Metall erfolgt die Inspektion wöchentlich.

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