JB/T 10559-2006 Kranpuffer Normeninterpretation

JB/T 10559-2006 „Puffer für Hebezeuge“ ist die Branchennorm für Konstruktion, Fertigung und Prüfung von Kranpuffern. Die Norm legt Bauart, technische Parameter, Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für die vier Haupttypen Federpuffer, hydraulischer Puffer, Polyurethan-Puffer und Gummipuffer fest. Sie gilt für die Endpufferung von Kranfahrwerk und Katzfahren bei Brückenkran, Portalkran und Portalwippdrehkran.

JB/T 10559-2006 ist die Branchennorm für Puffer an Hebezeugen. Sie definiert Klassifizierung, technische Parameter und Prüfregeln für Federpuffer, hydraulische Puffer und Polyurethan-Puffer. Der Puffer ist die letzte Schutzeinrichtung, die einen Anprall des Krans gegen den Endanschlag am Schienenende verhindert.

JB/T 10559-2006 Puffer für Hebezeuge


Pufferarten und Funktionsprinzip

JB/T 10559-2006 unterteilt Puffer nach Funktionsprinzip und Werkstoff in vier Hauptkategorien: Federpuffer – nutzen die elastische Verformung einer Schraubenfeder zur Absorption der Aufprallenergie. Sie sind einfach aufgebaut, unempfindlich gegen Temperaturschwankungen und weisen eine geringe Rückstellkraft auf (die Feder kehrt nach dem Puffervorgang langsam in die Ausgangslage zurück). Geeignet für Standard-Brückenkrane mit Fahrgeschwindigkeiten ≤ 1,5 m/s. Der typische Pufferhub von Federpuffern beträgt 100 bis 600 mm; die Pufferkraft steigt proportional zum Kompressionsweg (lineare Kennlinie). Hydraulischer Puffer – absorbieren Energie über die Dämpfungswirkung des Hydrauliköls beim Durchströmen der Drosselöffnung. Sie bieten hohe Absorptionsfähigkeit, sanfte Verzögerung und eine nahezu konstante Pufferkraft (nichtlineare Kennlinie). Geeignet für höhere Fahrgeschwindigkeiten (> 1,5 m/s) oder Anwendungen mit geringen Anprallkräften.

Hydraulische Puffer werden je nach Bauart in Kolben- und Plungerausführung unterschieden. Polyurethan-Puffer – absorbieren Energie über die nichtlineare Druckverformung des Polyurethan-Elastomers. Sie überzeugen durch kompakte Bauweise, geringes Gewicht, einfache Montage und ausgezeichnete Wetterbeständigkeit und sind heute der am weitesten verbreitete Puffertyp. Gummipuffer – absorbieren Energie über die elastische Verformung des Gummimaterials. Sie sind konstruktiv am einfachsten und kostengünstigsten, haben jedoch eine geringe Absorptionsfähigkeit und sind stark temperaturabhängig. Sie eignen sich nur für kleine Krane mit Fahrgeschwindigkeiten ≤ 0,7 m/s.

Technische Parameter und Auswahl

Die Norm definiert die zentralen Auswahlparameter für Puffer: Nennabsorptionsenergie – die maximale kinetische Aufprallenergie, die der Puffer innerhalb des Nennhubs absorbieren muss, angegeben in kJ. Sie ist aus Kranmasse, Fahrgeschwindigkeit und Bremsverzögerung zu berechnen. Nennhub – der Verfahrweg des Puffers vom unbelasteten Zustand bis zur maximalen Kompression, angegeben in mm. Nennpufferkraft – die maximale Reaktionskraft am Ende des Nennhubs, angegeben in kN.

Die Norm verlangt, dass der Endanschlag (Montagehalterung des Puffers) das 1,5-fache der Nennpufferkraft ohne bleibende Verformung aufnehmen kann. Die Auswahlberechnung erfolgt nach der Formel: E = 0,5 × m × v² × η (E = erforderliche Absorptionsenergie, m = Masse des Krans bzw. der Laufkatze, v = Aufprallgeschwindigkeit (üblicherweise 70 % bis 85 % der Nenngeschwindigkeit), η = Korrekturfaktor für kinetische Energie (in der Regel 1,0 bis 1,25)). Bei der Auswahl muss die Nennabsorptionsenergie des Puffers mindestens das 1,25-fache der berechneten Energie betragen – dies ist die geforderte Sicherheitsmarge.

Kelude-Krane sind serienmäßig mit Polyurethan-Puffern ausgestattet. Auf Wunsch können hydraulische Puffer gewählt werden, um die Anforderungen bei hohen Fahrgeschwindigkeiten zu erfüllen.

Federpuffer
v ≤ 1,5 m/s lineare Pufferkraft
Hydraulischer Puffer
v > 1,5 m/s nahezu konstante Kraft
Polyurethan-Puffer
Am weitesten verbreitet, witterungsbeständig
Gummipuffer
v ≤ 0,7 m/s geringste Kosten
Sicherheitsfaktor
Pufferenergie ≥ 1,25-fache berechnete Energie
Endanschlag
Aufnahme des 1,5-fachen der Nennpufferkraft

Montage und Anordnung der Puffer

Die Norm stellt grundsätzliche Anforderungen an die Anordnung der Puffer: Anzahl der Montageteile – pro Schiene sind mindestens zwei Puffer vorzusehen (je einer an beiden Kranenden). Bei Brückenkranen mit Spannweiten ≥ 30 m wird empfohlen, an jedem Kranende zwei Puffer zu montieren (insgesamt vier), um die einseitige Belastung bei einem seitlichen Anprall zu reduzieren. Montagehöhe – die Mittellinie des Puffers muss mit der Schienenoberkante (bzw. der Anprallhöhe der Endanschläge) übereinstimmen; die Abweichung darf ± 10 mm nicht überschreiten, um Schäden durch schrägen Anprall zu vermeiden. Montagebasis – der Puffer ist auf einem robusten Strukturbauteil zu befestigen; die Montagehalterung muss die Aufprall- und Schlaglasten aufnehmen können.

Die Puffer an beiden Enden müssen gleichzeitig am Endanschlag anliegen (ein einseitiger Erstkontakt ist nicht zulässig), da sonst ein Kippmoment entsteht, das zu Spurkranzverschleiß oder Entgleisung führen kann. Die Kontaktflächen zwischen Puffer und Endanschlag müssen eben und senkrecht zueinander ausgerichtet sein; bei ungleichmäßigem Kontakt ist die Anschlagfläche nachzujustieren. Bei Verwendung an der Laufkatze ist je ein Puffer an beiden Katzenenden auf der Mittellinie der Katzbahn zu montieren.

Die Norm empfiehlt außerdem die Anordnung eines Endschalters in der Nähe des Puffers: Wird der Puffer auf 75 % seines Nennhubs komprimiert, muss der Endschalter die Stromversorgung des Fahrwerks unterbrechen – eine kombinierte elektrische und mechanische Schutzfunktion.

Inspektion und Leistungsprüfung

Die in der Norm festgelegten Prüfpositionen für Puffer umfassen: Sichtprüfung – die äußere Oberfläche des Puffers darf keine Risse, Lunker, Einfallstellen oder Grate aufweisen. Maßprüfung – die Einbaumaße des Puffers müssen der Zeichnung entsprechen; die Toleranzklasse darf IT14 nicht unterschreiten. Statischer Druckversuch – der Puffer wird mit dem 1,5-fachen der Nennpufferkraft beaufschlagt und 5 Minuten gehalten. Nach dem Entlasten darf keine bleibende Verformung oder Beschädigung auftreten (Federpuffer ohne Restverformung; Polyurethan-/Gummipuffer mit einer Restverformung ≤ 3 %).

Schlagversuch – der Puffer wird auf dem Prüfstand mit der 1,1-fachen Nenngeschwindigkeit beaufschlagt; Pufferhub und Pufferkraftkurve werden gemessen. Der Puffer darf keinerlei Beschädigung aufweisen. Temperaturprüfung – Polyurethan- und Gummipuffer werden nach 4-stündiger Lagerung bei −20 °C und +50 °C einem statischen Druckversuch unterzogen und müssen die Leistungsanforderungen weiterhin erfüllen. Ermüdungsprüfung – der Puffer wird bei 75 % des Nennhubs 1.000 Zyklen lang komprimiert und entlastet; anschließend wird die Leistungsänderung geprüft (bei Polyurethan- und Gummipuffern darf die Pufferkraft nach der Ermüdungsprüfung um nicht mehr als 15 % abfallen).

Wartung und Austausch von Puffern

Die von der Norm empfohlenen Wartungspunkte für Puffer: Federpuffer – regelmäßige Prüfung auf bleibende Verformung oder Ermüdungsbruch der Feder (bei einer Verkürzung der freien Federlänge um mehr als 5 % ist die Feder zu ersetzen) sowie auf starke Korrosion der Federoberfläche (bei Lochfraß mit einer Tiefe über 0,5 mm ist die Feder zu ersetzen). Hydraulischer Puffer – Kontrolle auf Hydrauliköl-Leckagen und Prüfung des Ölstands. Nach längerem Betrieb altern die Dichtungen des hydraulischen Puffers und führen zu Ölaustritt; bei festgestelltem Leck müssen die Dichtungen oder der gesamte Puffer sofort ersetzt werden.

Polyurethan-Puffer: Die Elastomeroberfläche auf Risse prüfen (feine Oberflächenrisse beeinträchtigen die Funktion nicht, jedoch sollten Risse mit einer Tiefe von mehr als 3 mm zum Anlass für einen Austausch genommen werden). Polyurethan altert bei längerer UV-Einwirkung, wird spröde und verliert an Elastizität – bei Außenaufstellung wird ein Austausch der Polyurethan-Puffer alle 2 bis 3 Jahre empfohlen. Gummipuffer: Gummi quillt in ölhaltiger Umgebung auf oder wird weich. Sobald der Gummikörper weich wird, klebt oder Blasen auf der Oberfläche bildet, ist er sofort zu ersetzen. Alle Puffer sind bei Rissbildung, Bruch, bleibender Verformung oder deutlicher Alterung sofort zu ersetzen – ein versagender Puffer führt dazu, dass der Kran mit voller Geschwindigkeit auf den Endanschlag trifft, was im schlimmsten Fall eine Entgleisung der gesamten Krananlage oder strukturelle Schäden zur Folge haben kann.

ParameterFederpufferhydraulischer PufferPolyurethan-PufferGummipuffer
Dämpfungseigenschaftlinear ansteigendnahezu konstante Kraftnichtlinearnichtlinear
maximalGeschwindigkeit≤1.5m/s>1.5m/s≤2.0m/s≤0.7m/s
EnergieDichteniedrighochmittelniedrig
Temperatureinflusskeine≥-20°C-30~+80°C-10~+60°C
WartungAnforderungniedrig(PrüfungFeder)mittel(AustauschAbdichtung)niedrigniedrig
Lebensdauer5~8Jahre3~5Jahre2~3Jahre1~2Jahre

Häufige Fragen

F: Warum erzeugt ein Federpuffer eine Rückstoßkraft?

A: Die Rückstoßkraft entsteht, wenn die gespeicherte Federenergie nach der Kompression schlagartig freigesetzt wird. Bei Kranen mit einer Fahrgeschwindigkeit > 50 m/min empfiehlt sich der Einsatz eines hydraulischen Puffers anstelle eines Federpuffers. Der hydraulische Puffer absorbiert die Energie über eine Öldrosselung – rückstoßfrei, mit hoher Energieaufnahme und gleichmäßigem Verzögerungsverhalten.

F: Worauf ist bei hydraulischen Puffern im Tieftemperaturbereich zu achten?

A: Unterhalb von −20 °C ist ein Tieftemperatur-Hydrauliköl (L-HV32) zu verwenden. Vor dem Einsatz ist ein Probelauf erforderlich, um die Öltemperatur anzuheben. Ölstand und Ölqualität sind halbjährlich zu prüfen. Kelude Schwerindustrie bietet hydraulische Puffer in Tieftemperatur-Ausführung an, die einen zuverlässigen Betrieb bei −30 °C gewährleisten.

F: Welche Toleranzen gelten für die Montageausrichtung der Puffer?

A: Die Abweichung zwischen der Puffermittelachse und der Mittelachse der Anschlagplatte darf ≤ 10 mm betragen. Die Hubdifferenz zweier Puffer auf derselben Seite darf 5 mm nicht überschreiten. Eine Kontrolle ist vierteljährlich durchzuführen. Durch Auftragen von Mennige auf die Anschlagplatte und einen langsamen Anfahrvorgang lässt sich das Kontaktbild auswerten und die Ausrichtung überprüfen.

F: Wann muss ein Polyurethan-Puffer ausgetauscht werden?

A: Ein Austausch ist bei Rissbildung, bleibender Verformung oder deutlich nachlassender Elastizität erforderlich. Die typische Lebensdauer beträgt 2–3 Jahre. Alle Puffer sind monatlich einem Funktionstest zu unterziehen – ein langsamer Anfahrvorgang bestätigt das ordnungsgemäße Einfedern und Zurückstellen.

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