Kran-Endschalter Norm DIN-konform

DIN EN 60204-32 – Anforderungen an Begrenzungseinrichtungen für Kranmechanismen ist die maßgebliche Norm für Fahrwegbegrenzer an Kranen. Sie legt Klassifizierung, technische Anforderungen, Schaltgenauigkeit und Prüfverfahren für alle Mechanismen-Begrenzungseinrichtungen fest und bildet damit die zentrale Sicherheitsgrundlage zur Begrenzung der Endstellungen aller Kranbewegungen sowie zur Vermeidung von Überfahrunfällen.

Die Norm DIN EN 60204-32 übernimmt inhaltlich ISO 12100-2:2003 und ist die spezifische Vorschrift für Begrenzungseinrichtungen an Kranmechanismen. Der Endschalter bildet die erste Verteidigungslinie im Sicherheitssystem des Krans: Er unterbricht die Stromversorgung automatisch, sobald ein Triebwerk seine Endstellung erreicht, und verhindert so das Überfahren der Schienenenden bzw. ein Anheben über die zulässige Hubhöhe hinaus. Die Norm gilt für die Konstruktion, Auswahl und Inspektion von Hubhöhenbegrenzern, Katzfahrweg-Endschaltern, Ausladungsbegrenzern und Drehbegrenzern an Kranen.

DIN EN 60204-32 – Technische Anforderungen und Inbetriebnahmeanforderungen für Kran-Endschalter


Klassifizierung und technische Merkmale der Endschalter

Die Norm unterteilt die gängigen Kran-Endschalter funktional in vier Hauptkategorien. Der Hubhöhenbegrenzer spricht an, wenn der Haken seine obere Endstellung erreicht (der Abstand zwischen der Oberkante der Hakenflasche und der Unterkante des Rollenblocks beträgt dabei mindestens 200 mm), unterbricht die Hubstromversorgung in Heberichtung und ermöglicht ausschließlich das Senken. Der Fahrwegbegrenzer wird an beiden Enden der Fahrschienen von Kranbrücke und Laufkatze montiert und spricht ca. 500 mm vor Erreichen der Endstellung an, um die Fahrantriebe stromlos zu schalten und den Kran zum Stillstand zu bringen. Der Ausladungsbegrenzer kommt bei Turm- und Mobilkranen zum Einsatz und unterbricht das Wippwerk, sobald der Ausleger seine maximale oder minimale Ausladung erreicht. Der Drehbegrenzer wird an Turmkranen eingesetzt und schaltet das Drehwerk ab, wenn der Schwenkwinkel die zulässige Windungszahl überschreitet, um ein Aufwickeln des Kabels zu verhindern. Die Norm legt fest, dass jede Bewegungsrichtung eines Krans mit mindestens einem Endschalter ausgestattet sein muss; bei Triebwerksgruppe A6 und höher wird eine doppelte Ausführung (mechanisch + elektronisch) empfohlen.

Zu den technischen Kennwerten der Begrenzungseinrichtungen gehören: Schaltgenauigkeit – die Abweichung des Auslösepunkts bei wiederholter Betätigung darf ±2 % des eingestellten Werts bzw. ±10 mm (der größere Wert gilt) nicht überschreiten. Ansprechzeit – die Gesamtreaktionszeit vom Überschreiten des Grenzsignals bis zum Öffnen des Hauptschützes darf 0,5 Sekunden nicht überschreiten. Umgebungsanpassungsfähigkeit – der Endschalter muss im Temperaturbereich von –20 °C bis +60 °C und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95 % zuverlässig funktionieren. Schutzart – für Außenmontage gilt mindestens IP65, für Innenmontage IP54. Mechanische Lebensdauer – die mechanische Lebensdauer des Schalters muss mindestens 100.000 Betätigungen betragen. Elektrische Lebensdauer – bei Nennspannung und Nennstrom mindestens 50.000 Schaltspiele.


Montage- und Inbetriebnahmeanforderungen für Endschalter

Die Norm stellt präzise Anforderungen an die Einbauposition und die Einstellgenauigkeit der Begrenzungseinrichtungen. Der Hubhöhenbegrenzer ist am Trommelende oder entlang des Seilwickelwegs zu montieren; über ein Getriebe oder einen Encoder wird die Umdrehungszahl der Trommel erfasst und daraus die aktuelle Hakenhöhe abgeleitet. Der Auslösepunkt ist so einzustellen, dass der Haken in seiner oberen Endstellung einen Sicherheitsabstand von mindestens 200 mm zur Hakenflasche bzw. zum Rollenblock einhält; in der unteren Endstellung müssen mindestens 3 Sicherheitswindungen auf der Trommel verbleiben. Die Fahrwegbegrenzer für Kranbrücke und Laufkatze werden an den Schienenenden montiert; die Auslösenocken sind am Kopfträger bzw. am Hauptträger zu befestigen. Der Schaltpunkt des Fahrwegbegrenzers ist so einzustellen, dass er mindestens 500 mm vor dem Anschlag am Schienenende auslöst und ausreichend Bremsweg gewährleistet.

Bei der Inbetriebnahme sind die Endschalter durch langsames Verfahren des jeweiligen Kranmechanismus bis zur Endstellung zu verifizieren. Beim Einstellen des Hubendschalters wird der Haken ohne Last zunächst langsam bis nahe an die Endstellung angehoben; der tatsächliche Abstand zwischen Hakenflasche und Rollenblock wird beim Auslösen beobachtet und die Auslöseeinrichtung so justiert, dass der Abstand mindestens 200 mm beträgt. Bei den Fahrwegbegrenzern wird der Kran langsam bis zum Schienenende verfahren; der verbleibende Abstand zwischen Kopfträger und Anschlag wird beim Auslösen gemessen und der Auslösenocken so positioniert, dass dieser mindestens 500 mm beträgt. Nach Abschluss der Einstellarbeiten ist die Funktion jedes Endschalters mindestens dreimal zu verifizieren; die Abweichung der Auslösepunkte muss jeweils innerhalb der zulässigen Toleranz liegen. Das Inbetriebnahmeprotokoll muss den Endschaltertyp, die eingestellten Auslösewerte, die tatsächlich gemessenen Werte sowie die Unterschrift des Prüfpersonals enthalten.


Hubbegrenzer
Sicherheitsabstand oben ≥ 200 mm
Fahrwegbegrenzer
Auslösepunkt ≥ 500 mm vor Anschlag
Ausladungsbegrenzer
Sicherheitsbegrenzung bei min./max. Ausladung am Turmkran
Schaltgenauigkeit
Wiederholabweichung ≤ ±2 % oder ±10 mm
Reaktionszeit
Überlauf bis Abschaltung ≤ 0,5 s
Schutzart
Außen IP65 / Innen IP54

Prüfverfahren und tägliche Inspektion

Die Inspektion der Endschalter umfasst die Werksabnahme sowie die Prüfung an der Montagestelle. Die Werksabnahme erfolgt stückweise: Sichtprüfung – Gehäuse ohne Risse, Kennzeichnung deutlich lesbar; Funktionsprüfung – manuelle Betätigung muss leichtgängig und zuverlässig sein, ohne Verklemmen; Isolationsprüfung – der Isolationswiderstand zwischen spannungsführenden Teilen und Gehäuse muss mindestens 1 MΩ betragen (gemessen mit einem 500-V-Isolationsmessgerät). Die Prüfung an der Montagestelle umfasst: Verifizierung der Schaltposition – der Endschalter muss bei langsamer Bewegung des Mechanismus zuverlässig an der eingestellten Position auslösen; Rückstellprüfung – nach dem Auslösen des Endschalters muss sich der Mechanismus bei Gegenrichtung automatisch oder manuell zurücksetzen lassen; Verriegelungsfunktion – der nach dem Auslösen abgeschaltete Stromkreis muss den Konstruktionsanforderungen entsprechen (der obere Endschalter unterbricht nur die Aufwärtsbewegung).

Die tägliche Prüfung und Wartung sind für die Zuverlässigkeit der Endschalter von entscheidender Bedeutung. Vor jeder Schicht ist der Endschalter einer Sichtprüfung auf äußere Beschädigungen sowie die Kontaktstange auf Verklemmen zu unterziehen. Monatlich ist der Mechanismus bei langsamer Geschwindigkeit bis zur Endposition zu fahren, um die ordnungsgemäße Funktion des Endschalters zu verifizieren (kann im Leerlauf erfolgen). Vierteljährlich sind die Montageschrauben und der Kontaktverschleiß des Endschalters zu prüfen sowie die Oxidschicht auf den Kontaktflächen zu entfernen (Silberkontakte mit Alkohol reinigen, keinesfalls mit Schleifpapier bearbeiten). Jährlich ist zu prüfen, ob sich die Auslöseposition des Endschalters durch mechanischen Verschleiß oder Lockerung verschoben hat; eine Neukalibrierung ist durchzuführen und in der Geräteakte zu dokumentieren. Kelude stattet seine Krane ab Werk mit hochwertigen Endschaltern aus, die vor Auslieferung stückweise einer Funktionsprüfung und einem Verriegelungstest unterzogen werden.


Endschalter-Typen und Parameter-Vergleichstabelle

Die folgende Vergleichstabelle fasst die technischen Anforderungen und Prüfnormen der verschiedenen Endschalter-Typen zusammen und dient dem Montage- und Prüfpersonal als praktische Referenz vor Ort.

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Endschalter Typ Wirkstellung Genauigkeitsanforderungen Inspektionsintervall
Hubhöhenbegrenzer Haken Obergrenze≥200mm ±10mm monatlich
Kranfahrweg-Endschalter Abstand zum Anschlag≥500mm ±50mm monatlich
Fahrweg-Endschalter der Katze Abstand zum Anschlag≥500mm ±20mm monatlich
Ausladungsbegrenzer max./Minimale Ausladung ±2%Ausladung Wert vierteljährlich
Drehbegrenzer Begrenzung Drehen Umdrehungen ±0.5Umdrehung vierteljährlich

Häufige Störungen an Endschaltern und deren Behebung

Endschalter können im Langzeitbetrieb verschiedene Störungen aufweisen. Eine zeitnahe Fehlersuche und -behebung ist entscheidend für die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Sicherheitsschutzeinrichtung. Beim Hubhöhenbegrenzer treten typischerweise verzögerte oder verfrühte Auslösungen auf: Eine verzögerte Auslösung wird meist durch Verschleiß am Getriebezahnrad oder eine lose Antriebswelle verursacht. In diesem Fall sind das Zahnspiel des Getriebes und die Befestigung der Kupplung zu prüfen. Eine verfrühte Auslösung kann auf eine verschobene Anschlagsrolle oder eine fehlerhafte Übersetzung zurückzuführen sein; die Auslöseposition ist dann neu zu kalibrieren. Beim Fahrbegrenzer ist häufiger Kontaktprobleme die Ursache – oxidierte oder abgebrannte Kontaktflächen führen zu unterbrochenen oder intermittierenden Stromkreisen. Die Kontakte sollten monatlich durch Öffnen des Endschalterdeckels geprüft werden. Oxidationsschichten auf Silberkontakten lassen sich mit reinem Alkohol reinigen; bei starker Abbrandbildung sind die Kontaktbauteile zu ersetzen. Bei Außen-Endschaltern ist eindringendes Wasser eine weitere häufige Störungsquelle: Gealterte oder versagende Dichtringe ermöglichen Feuchtigkeitseintritt mit Kurzschlussfolge. Die Dichtringe sollten alle zwei Jahre erneuert werden; bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Kabelverschraubung nach unten zeigt, um ein Eindringen von Regenwasser entlang des Kabels zu verhindern.

Häufige Fragen zu Endschaltern

F: Welches Verhältnis besteht zwischen Endschalter und Puffer?

A: Der Endschalter bildet die erste Schutzlinie – er unterbricht den Antrieb vor Erreichen der Endposition und stoppt den Mechanismus. Der Puffer ist die zweite Schutzlinie – er absorbiert die Aufprallenergie, falls der Endschalter versagt. Beide arbeiten als abgestufte Schutzkette und sind nicht gegeneinander austauschbar.

F: Dürfen Endschalter als regulärer Stoppschalter verwendet werden?

A: Nein. Endschalter sind Sicherheitsschutzeinrichtungen, die für das Stoppen in Notsituationen an den Endpositionen ausgelegt sind. Sie dürfen nicht als reguläres Stoppmittel im Normalbetrieb eingesetzt werden. Häufige Betätigung beschleunigt die Ermüdung des Endschalters und verringert die Sicherheit und Zuverlässigkeit.

F: Welche Risiken bestehen bei einem Versagen des Hubhöhenbegrenzers?

A: Bei einem Versagen des Hubhöhenbegrenzers kann der Haken weiter aufsteigen, was zu einer Kollision der Hakenflasche mit dem Rollenblock, einem Überlaufen des Drahtseils bis hin zum Bruch und zum Absturz der Last führen kann. Aus diesem Grund schreiben die Normanforderungen eine Prüfung des Hubendschalters vor jedem Schichtbeginn vor.

F: Was bedeutet die Doppelkonfiguration von Endschaltern?

A: Die Doppelkonfiguration bedeutet, dass für dieselbe Bewegungsrichtung zwei unabhängige Endschalter installiert sind – der erste (Arbeitsendschalter) übernimmt die reguläre Auslösung, der zweite (Sicherheitsendschalter) dient als Rückfallebene, falls der erste versagt. Beide Endschalter müssen separat versorgt, verdrahtet und ausgelöst werden und dürfen nicht voneinander abhängig sein.

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