KI-Vision-Inspektion für Brückenkrane: 2 Normen erfüllt
Mitwirkung an zwei KI-basierten Branchenstandards für die Sichtprüfung von Kranen – treibt die Normung intelligenter Brückenkran-Technologie voran. Die Normenentwicklung ist der entscheidende Schritt für Technologieunternehmen vom Produktwettbewerb hin zum Regelwettbewerb.
Die Normenentwicklung ist der entscheidende Schritt für Technologieunternehmen vom Produktwettbewerb hin zum Regelwettbewerb. Die beiden von Kelude Schwerindustrie federführend erarbeiteten Verbandsstandards für die KI-basierte Sichtprüfung von Kranen – T/CMIF 1XX-2025 „Technische Spezifikation für KI-basierte visuelle Sicherheitsüberwachungssysteme an Brückenkranen" und T/CMIF 1XX-2025 „Allgemeine technische Anforderungen an KI-basierte Online-Erkennungssysteme für Drahtseile von Kranen" – wurden kürzlich vom Verband der chinesischen Maschinenindustrie (China Machinery Industry Federation) geprüft, verabschiedet und zur Umsetzung freigegeben. Beide Dokumente treten am 1. Juli 2025 in Kraft. Dieser Beitrag beleuchtet systematisch die vier Dimensionen: Hintergrund der Normeninitiative, zentrale technische Anforderungen, Erarbeitungsprozess und Branchenauswirkungen.
Hintergrund und Notwendigkeit der Normeninitiative
In den letzten Jahren haben mehrere Unternehmen KI-basierte visuelle Sicherheitsüberwachungssysteme und Drahtseilprüfsysteme für Brückenkrane auf den Markt gebracht. Die erheblichen Unterschiede zwischen den Herstellern bei Erkennungsgenauigkeit, Alarmlogik und Sicherheitsreaktionsstrategien erschweren jedoch den direkten Vergleich und die Auswahl durch Anwender und erhöhen zugleich den Prüfaufwand für Prüfstellen für Spezialausrüstung. Das Ziel der beiden Normen ist es, innerhalb der Branche einheitliche technische Spezifikationen zu etablieren, damit Funktion, Leistung und Sicherheitsanforderungen von KI-basierten Sichtprüfprodukten verbindlich bewertet werden können.
Zentrale technische Anforderungen der beiden Normen
T/CMIF 1XX-2025 „Technische Spezifikation für KI-basierte visuelle Sicherheitsüberwachungssysteme an Brückenkranen" legt die funktionalen Anforderungen an das Sicherheitsüberwachungssystem fest, darunter die Einteilung der Personenerfassungsbereiche, die Auslöselogik der dreistufigen Alarmstrategie sowie die Alarmverzögerungszeiten, die Schnittstellendefinition und das Übertragungsprotokoll für das STO-Sicherheitshaltesignal, eine Erkennungsgenauigkeit für die Personenerkennung von mindestens 90 % mAP bei normalen Lichtverhältnissen, eine Systemverfügbarkeit von mindestens 99,5 % sowie eine Mindestspeicherdauer für Datenaufzeichnungen von 90 Tagen.
T/CMIF 1XX-2025 „Allgemeine technische Anforderungen an KI-basierte Online-Erkennungssysteme für Drahtseile von Kranen" spezifiziert die funktionalen Anforderungen an KI-basierte Drahtseilprüfsysteme, einschließlich der minimal erkennbaren Fehlergrößen für die drei Fehlerkategorien Drahtbruch, Verschleiß und Korrosion, der Erkennungsabdeckung, einer Gesamterkennungsgenauigkeit von mindestens 85 % mAP, der Fehlereinstufung und Alarmregeln, der Speicherung und Rückverfolgbarkeit der Prüfdaten sowie der Schnittstellenanforderungen zwischen System und Kransteuerung. Mit der Veröffentlichung der beiden Normen wird eine Lücke im Bereich der Verbandsstandards für die KI-basierte Sichtprüfung von Kranen in China geschlossen.
Erarbeitungsprozess der Normen
Die Erarbeitung der beiden Normen dauerte 14 Monate und durchlief fünf Phasen: Begründung der Normeninitiative, Entwurfserstellung, Konsultationsphase, technische Prüfung sowie Einreichung und Freigabe. Die Arbeitsgruppe wurde von Kelude Schwerindustrie federführend gebildet und umfasste zusätzlich das Prüfinstitut für Spezialausrüstung der Provinz Henan, die Fakultät für Maschinenbau und Energietechnik der Universität Zhengzhou sowie drei Anwenderunternehmen von Brückenkranen.
Branchenauswirkungen nach der Umsetzung der Normen
Die Normen werden die Produktentwicklungsrichtung von rund 200 Brückenkranherstellern und etwa 30 Anbietern von KI-Vision-Technologie in China unmittelbar beeinflussen. Durch die Vereinheitlichung von Erkennungsgenauigkeit, Alarmlogik und Schnittstellenprotokollen erhalten Anwender bei der Produktauswahl branchenweit quantifizierbare Vergleichsmaßstäbe. Bereits nach der Veröffentlichung haben sich mehr als 10 Brückenkranhersteller an die Arbeitsgruppe gewandt, um technische Details und Zertifizierungswege zu erfragen. Die Umsetzung der Normen erleichtert zudem Prüfstellen für Spezialausrüstung die Abnahme von KI-basierten visuellen Sicherheitsüberwachungssystemen im Rahmen der regelmäßigen Inspektion. In der nächsten Phase ist geplant, die beiden Verbandsstandards zu einem Maschinenbau-Industriestandard (JB/T) oder einer empfohlenen nationalen Norm (GB/T) aufzuwerten.
Häufige Fragen (FAQ)
F: Worin unterscheiden sich Verbandsstandards von Industriestandards und nationalen Normen? Wie verbindlich sind sie?
A: Verbandsstandards werden von gesellschaftlichen Organisationen wie dem Verband der chinesischen Maschinenindustrie herausgegeben und stehen hierarchisch unterhalb von Industriestandards (JB/T) und nationalen Normen (GB/T), besitzen jedoch ebenfalls Rechtswirkung. Der Erarbeitungszyklus eines Verbandsstandards beträgt in der Regel 12 bis 18 Monate und ist damit deutlich kürzer als bei Industriestandards (üblicherweise 24 bis 36 Monate) oder nationalen Normen (üblicherweise 36 bis 48 Monate). Gerade im Bereich der KI-Vision mit ihrer rasanten technologischen Entwicklung ist die schnelle Reaktionsfähigkeit von Verbandsstandards ein entscheidender Vorteil. Nach einer Erprobungsphase von 2 bis 3 Jahren kann ein Verbandsstandard bei nachgewiesener Praxistauglichkeit zu einem Industriestandard oder einer nationalen Norm aufgewertet werden.
F: Bilden die technischen Kennwerte in den Normen die Leistungsparameter der eigenen Produkte von Kelude Schwerindustrie ab?
A: Die Anforderung von mindestens 90 % mAP für die Personenerkennung in der Norm für Sicherheitsüberwachungssysteme liegt bewusst unter dem Niveau der eigenen Produkte von mindestens 95 % mAP bei normalen Lichtverhältnissen. Damit bleibt eine angemessene Toleranz, um Leistungsunterschiede verschiedener Hersteller unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen abzudecken. Ebenso liegt die Anforderung von mindestens 85 % mAP in der Drahtseilprüfnorm unter dem eigenen Niveau von mindestens 93 % mAP. Die Festlegung der Normkennwerte zielt darauf ab, ein branchenweites Basisiniveau zu definieren – nicht die technische Leistungsfähigkeit eines einzelnen Herstellers als Obergrenze festzuschreiben.
F: Ist die Ausstattung von Brückenkranen mit KI-basierten visuellen Inspektionssystemen durch die Normen zwingend vorgeschrieben?
A: Die Normen selbst sind nicht als zwingende Anforderungen ausgestaltet. Die Sicherheitsüberwachung von Brückenkranen basiert derzeit überwiegend auf konventionellen Schutzeinrichtungen (Endschalter, Überlastsicherung, Kollisionsschutz usw.); KI-basierte visuelle Inspektionssysteme stellen eine Zusatzfunktion dar und sind nicht verpflichtend. Betrachtet man jedoch die Entwicklung von GB/T 28264-2017 „Hebezeuge – Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem", ist angesichts der zunehmenden Reife der KI-Visionstechnologie und der steigenden Aufsichtsanforderungen zu erwarten, dass KI-basierte visuelle Sicherheitsüberwachungssysteme innerhalb der nächsten 3 bis 5 Jahre für bestimmte spezielle Betriebsbedingungen (z. B. Gießereikrane, explosionsgeschützte Krane) als empfohlene Konfiguration aufgenommen werden könnten.
F: Wie können andere Brückenkranhersteller die Texte der beiden Normen beziehen? Welche Produkte sind bereits nach den Normen zertifiziert?
A: Die Normtexte können offiziell über die Nationale Plattform für Norminformationen und den öffentlichen Dienst oder über die Abteilung für Normenmanagement des China Machinery Industry Federation bezogen werden. Derzeit erfüllen zwei Produkte vollständig die Anforderungen beider Normen: das KI-basierte visuelle Sicherheitsüberwachungssystem für Brückenkrane und das KI-basierte Online-Erkennungssystem für Drahtseile. Beide wurden bereits vor der Veröffentlichung der Normen vollständigen Erkennungs- und Verifizierungsprüfungen unterzogen. Die Prüfungen wurden von der unabhängigen Fremdprüfung des China Academy of Machinery Science and Technology durchgeführt; alle im Ausführungsstandard festgelegten technischen Kennwerte wurden auf Anhieb erfüllt.