Norm BS 7121-2: Kranprüfung und Inspektion verstehen

Normenübersicht: BS 7121-2 „Code of Practice für Prüfung, Untersuchung und Test von Kränen“ ist die spezifische Norm der BS-7121-Reihe für gesetzlich vorgeschriebene Kranuntersuchungen. Sie legt die Prüfumfänge, Prüfintervalle und Qualifikationsanforderungen an Prüfpersonal für Krane vor Inbetriebnahme, im laufenden Betrieb und nach besonderen Betriebsbedingungen fest. Diese Norm bildet die technische Grundlage für die britische Verordnung LOLER 1998 (Lifting Operations and Lifting Equipment Regulations).

Ein Kran durchläuft von der Fertigstellung bis zur Außerbetriebnahme nach 30 Jahren Einsatz dutzende gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungen. BS 7121-2 unterteilt die Prüfungen in drei Kategorien: Untersuchung vor der ersten Inbetriebnahme (thorough examination before first use), regelmäßige Untersuchung (periodic thorough examination) und Sonderprüfungen – für jede Kategorie sind Umfang, Prüftiefe und Zulässigkeitskriterien eindeutig festgelegt.

Untersuchung vor der ersten Inbetriebnahme

Neu installierte oder nach einem Standortwechsel wiederaufgebaute Krane müssen vor der Inbetriebnahme einer vollständigen Untersuchung unterzogen werden. Der Prüfumfang umfasst: Lastprüfung – Statische Belastungsprüfung mit 1,25-facher Arbeitssicherheitslast (SWL) (10 Minuten Schwebezeit, Messung der bleibenden Durchbiegung des Hauptträgers nach Entlastung ≤ L/1000) sowie Dynamische Belastungsprüfung mit 1,1-facher SWL (jede Bewegung dreimal). 100 % ZfP-Prüfung (UT oder RT) der kritischen Schweißnähte an Hauptträger und Stützbeinen. Funktionstest aller Sicherheitseinrichtungen – schrittweise Funktionsprüfung von Not-Halt, Endschaltern, Überlastsicherung und Lastmomentbegrenzer. Isolationsprüfung des gesamten elektrischen Systems (Isolationsmessgerät 500 V, Isolationswiderstand ≥ 1 MΩ). Die Untersuchung muss von einer von UKAS (United Kingdom Accreditation Service) akkreditierten Prüfstelle durchgeführt werden; das Prüfpersonal muss über eine Qualifikation als Hebegeräteprüfer verfügen.

Regelmäßige Untersuchung im Betrieb

Die regelmäßigen Untersuchungen nach BS 7121-2 sind in zwei Ebenen gegliedert. Vollständige Untersuchung (thorough examination) – alle 12 Monate, Prüfumfang entspricht 80 % der Untersuchung vor der ersten Inbetriebnahme (ohne Lastprüfung und 100 % ZfP, jedoch mit Funktionstest der Sicherheitseinrichtungen und Stichprobenprüfung von 20 % der kritischen Schweißnähte). Spezielle Drahtseiluntersuchung – alle 6 Monate, durchgeführt von autorisierten Drahtseilprüfern gemäß ISO 4309 – Norm für die Seilinspektion, mit abschnittsweiser Sichtprüfung (VT) und magnetischer Fehlerprüfung (MRT), mit besonderem Fokus auf Drahtbruch und Verschleiß an der Trommelauflaufstelle und an den Umlenkstellen der Rollen. Alle 4 Jahre wird zusätzlich zur vollständigen Untersuchung eine Lastprüfung durchgeführt – um zu verifizieren, dass die strukturelle Tragfähigkeit des Krans nach einem 4-jährigen Betriebszyklus keine signifikante Degradation aufweist.

Prüfbericht und Aufbewahrung von Aufzeichnungen

Nach jeder Untersuchung ist ein formeller Prüfbericht zu erstellen, der mindestens folgende Angaben enthält: Datum und Ort der Untersuchung, zugrunde gelegte Norm (BS 7121-2), Prüfumfang und verwendete Prüfverfahren, jeder festgestellte Fehler mit Schweregrad (Einstufung: sofortige Korrekturmaßnahme / Korrekturmaßnahme innerhalb von 30 Tagen / Korrekturmaßnahme vor der nächsten Untersuchung) sowie das Untersuchungsergebnis (bestanden / bestanden mit Auflagen / nicht bestanden). Der Prüfbericht muss vom Prüfer handschriftlich unterzeichnet werden; eine Kopie ist vom Betreiber bis 2 Jahre nach Außerbetriebnahme der Anlage aufzubewahren. Nach Abschluss der Korrekturmaßnahmen ist eine Nachprüfung durch dieselbe Prüfstelle zur Bestätigung der Behebung erforderlich; der Nachprüfungsvermerk ist dem ursprünglichen Prüfbericht beizufügen und zu archivieren.

Häufige Fragen

F: In welchem Verhältnis stehen LOLER und BS 7121?

A: LOLER 1998 (Lifting Operations and Lifting Equipment Regulations) ist britisches Recht – es hat verbindliche Rechtskraft; ein Verstoß gegen LOLER kann strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. BS 7121 ist eine technische Norm – kein Gesetz, kann jedoch vor Gericht als „allgemein anerkannte gute Praxis“ der Branche zitiert werden. Die Erfüllung von BS 7121 liefert den technischen Nachweis für die Erfüllung der gesetzlichen Anforderung von LOLER, „geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Hebegeräten“ zu treffen. Einfach ausgedrückt: LOLER schreibt vor, dass „regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden müssen“, BS 7121 legt fest, „wie geprüft wird, was geprüft wird und in welchen Abständen“.

F: Was bedeutet „vollständige Untersuchung“? Und worin unterscheidet sie sich von der täglichen Prüfung?

A: Die tägliche Prüfung (inspection) ist eine schnelle Sichtprüfung durch Bediener und Wartungspersonal – täglich oder wöchentlich – bei der sichtbar auf offensichtliche Risse, Verformung, Öllecks und ungewöhnliche Geräusche geachtet wird. Die vollständige Untersuchung (thorough examination) ist eine systematische und eingehende Prüfung durch einen unabhängig qualifizierten Prüfer – einschließlich teilweisem Öffnen der Abdeckungen zur Kontrolle interner Zahnräder und Lager, quantitativer Messungen mit Instrumenten (UT/MT/Schwingungsanalyse) sowie Funktionsprüfungen wie Lastprüfungen. Die tägliche Prüfung ersetzt nicht die regelmäßige vollständige Untersuchung – die Prüftiefe und die rechtliche Wirkung sind grundlegend verschieden.

F: Wenn bei der Untersuchung Fehler festgestellt werden, die die Sicherheit nicht unmittelbar beeinträchtigen – darf der Kran weiterbetrieben werden?

A: BS 7121-2 unterteilt Fehler in drei Kategorien: Kategorie A (gefährliche Fehler) – können unmittelbar zu Unfällen führen, z. B. Risse in Schweißnähten des Hauptträgers, übermäßiger Drahtbruch im Drahtseil, Versagen der Bremse – sofortige Stilllegung und Korrekturmaßnahme erforderlich; der Kran darf bis zur bestandenen Nachprüfung nicht verwendet werden. Kategorie B (erhebliche Fehler) – beeinträchtigen die Sicherheit derzeit nicht, können sich jedoch kurzfristig verschlechtern, z. B. lokale Korrosion bis 15 % der Wanddicke, ungewöhnliches Geräusch im Lager bei normaler Temperatur – Korrekturmaßnahme innerhalb von 30 Tagen erforderlich. Kategorie C (allgemeine Fehler) – ausreichende Sicherheitsmarge, jedoch nicht normkonform, z. B. unleserliche Typenschilder, leichte Korrosion an einzelnen Schrauben – Korrekturmaßnahme bis zur nächsten regelmäßigen Untersuchung ausreichend. Der Prüfbericht muss die Kategorie und die Korrekturfrist für jeden Fehler eindeutig angeben.

F: Welche Prüfungen sind für den Export von in China gefertigten Geräten nach Großbritannien erforderlich?

A: Für den Export von in China hergestellten Kränen nach Großbritannien sind mindestens folgende Prüfungen erforderlich: ① Werksprüfung im Herstellungsstadium – Statische und dynamische Belastungsprüfung gemäß chinesischer Norm (DIN 15018, FEM 1.001) mit zweisprachigem Prüfbericht (Chinesisch/Englisch); ② UKCA (UK Conformity Assessed) Konformitätsbewertung – ersetzt ab 2025 das CE-Zeichen als verbindliche Marktzugangsvoraussetzung für den britischen Markt und muss von einer von UKAS akkreditierten Stelle durchgeführt werden; ③ Vollständige Untersuchung vor Inbetriebnahme nach der Installation – durch eine von UKAS akkreditierte Prüfstelle für Hebegeräte gemäß BS 7121-2; der Kran darf erst nach Vorliegen des bestandenen Prüfberichts legal in Betrieb genommen werden. Die Exportkrane von Kelude Schwerindustrie werden vor dem Versand in China einer Vorprüfung unterzogen und nach Ankunft in Großbritannien in Zusammenarbeit mit der lokalen Prüfstelle vor Ort geprüft, was Korrekturmaßnahmen vor Ort einspart.

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