Hydrauliksystem für Schiffsdeckkrane richtig auslegen

Das Hydrauliksystem für Schiffsdeckkrane basiert auf den drei Hauptkreisläufen Wippen, Drehen und Heben. Es verwendet eine Architektur aus lastmessender Verstellpumpe (Load Sensing) und Proportional-Mehrwegeventil. Der Systemarbeitsdruck liegt bei 25–35 MPa, die Öltemperatur wird auf 50–65 °C geregelt. Die Auslegung erfolgt gemäß CB/T 850 und ISO 4413.

Offshore-Plattformkran

Das Hydrauliksystem des Deckskrans ist das Herzstück des gesamten Krans – es bestimmt die Ansprechgeschwindigkeit, die Energieeffizienz und die Laststabilität bei Schiffsbewegungen. Im Gegensatz zu Landkranen, die üblicherweise mit Frequenzumrichtermotor und Getriebe angetrieben werden, entscheidet man sich beim Schiffskran aus einem grundlegenden Grund für eine vollelektrische Hydrauliklösung: Das hydraulische System bietet bei niedrigen Drehzahlen und hohem Drehmoment einen natürlichen Leistungsdichtevorteil und ermöglicht durch Proportionalventile und Lastmessung eine äußerst präzise Feinbewegung.

Die folgenden Berechnungen der Hydraulikparameter beziehen sich auf die Lastkombinationen für Heben, Wippen und Drehen gemäß DIN 15018. Die Auswahl der Hydraulikkomponenten folgt den spezifischen technischen Bedingungen der CB/T 850 für hydraulische Schiffskrane.

Gesamtarchitektur des Hydrauliksystems – Drei unabhängige Kreisläufe

Das Hydrauliksystem des Schiffskrans besteht aus vier Hauptmodulen: Hydraulikpumpenstation, Ventilblock, Aktuatoren und Hilfskomponenten. Die Pumpenstation ist in der Regel mit 1–2 Axialkolben-Verstellpumpen ausgestattet (gängige Hersteller: Bosch Rexroth A10VSO-Serie, Parker PV-Serie, Kawasaki K3V-Serie), die über ein Verteilergetriebe von einem Dieselmotor oder Elektromotor angetrieben werden. Hydraulisch gesehen bilden der Wippzylinder, der Schwenkmotor und der Hubwindenmotor drei separate Steuerkreisläufe, die über Prioritätsventile und Stromteilerventile koordiniert werden.

Die hydraulische Leistungsverteilung auf die drei Kreisläufe ist ungleichmäßig: Der Hubkreislauf verbraucht typischerweise 60–70 % der installierten Leistung (da positive Arbeit gegen die Schwerkraft geleistet werden muss), der Drehkreislauf 15–20 % und der Wippkreislauf 10–20 %. Daher muss der Durchflussregelbereich der lastmessenden Pumpe den Extremfall gleichzeitiger Bewegung aller drei Kreisläufe abdecken – bei einem mittleren 50-t-Schiffskran wird der Pumpen-Hubraum üblicherweise mit 100–140 ccm/rev gewählt, was bei einer Dieselmotordrehzahl von 1500–1800 U/min einen Förderstrom von 150–250 l/min ergibt.

Hubkreislauf – Konstantzug und Gegengewichtsventil als Kern

Der Hubkreislauf besteht aus dem Windenmotor (üblicherweise ein Radialkolbenmotor oder ein langsamlaufender Hochdrehmoment-Orbitmotor), der Bremse, dem Gegengewichtsventil und dem Wegeventil. Der Windenmotor treibt über ein Planetengetriebe die Trommel an; das Übersetzungsverhältnis wird anhand der Hubgeschwindigkeit und des Trommeldurchmessers bestimmt. Typische Konfiguration eines 50-t-Schiffskrans: Motorhubraum 400–800 ccm/rev, Übersetzung 80–120, Trommeldurchmesser 500–700 mm, Drahtseildurchmesser 24–30 mm, Einzelseilzugkraft 120–180 kN.

Das Gegengewichtsventil ist das kritischste Sicherheitselement im Hubkreislauf – es wird am Senkanschluss des Motors installiert und verhindert, dass die Last unter Schwerkrafteinwirkung unkontrolliert beschleunigt. Der Einstelldruck des Gegengewichtsventils muss präzise berechnet werden: P_set = 1,3 × P_Last (durch die Last verursachter Gegendruck) + Sicherheitsmarge 30 bar. Am Beispiel eines 50-t-Schiffskrans mit vierfachem Lastvielfachem: Einzelseilzugkraft 120 kN, wirksamer Trommelradius 0,3 m, Motordrehmoment = 120 × 0,3 = 36 kN·m; Getriebeübersetzung i = 100, tatsächliches Motordrehmoment = 360 N·m; Motorhubraum 500 ccm/rev, Lastgegendruck P_Last = 360/(500 × 0,9/20π) ≈ 50 bar; Einstelldruck des Gegengewichtsventils ≈ 1,3 × 50 + 30 = 95 bar.

Drehkreislauf – Sanftes Anfahren und präzises Stoppen

Der Drehkreislauf ist für die 360°-Dauerrotation des Kranoberwagens um die Drehverbindung am Fundament verantwortlich und stellt die höchsten Anforderungen an die Laufruhe aller drei Kreisläufe – bei Schiffsquerbewegungen stellen das Massenträgheitsmoment des Auslegers in Verbindung mit dem zusätzlichen Drehmoment durch Lastschwingungen hohe Anforderungen an den Überlastschutz und die Stoßdämpfung des Schwenkmotors.

Als Schwenkmotor wird üblicherweise ein Radialkolbenmotor mit mechanischer Bremse eingesetzt (z. B. Staffa HMB-Serie oder Kawasaki M3X-Serie), der über ein Ritzel in den Zahnkranz der Drehverbindung eingreift. Um Beschädigungen der Hydraulikkomponenten durch Rotationsstoß zu vermeiden, muss der Kreislauf mit einer Kombination aus zwei Überdruckventilen (Kreuzüberdruckventile) und Nachsaugventilen ausgestattet sein – die beiden Überdruckventile verbinden die Motoranschlüsse A/B mit dem Tank und sind auf 10–15 % über dem maximalen Systemarbeitsdruck eingestellt, um bei plötzlichem Stopp der Drehbewegung hydraulische Stoßbelastungen aufzunehmen.

Wippkreislauf – Doppelter Schutz durch Gegengewichtsventil und Hydrauliksperrventil

Der Wippkreislauf besteht aus dem Wippzylinder (üblicherweise ein doppeltwirkender Zylinder mit einseitiger Kolbenstange), dem Gegengewichtsventil, dem Hydrauliksperrventil und dem Proportional-Wegeventil. Der Wippzylinder ist eines der kritischsten tragenden Elemente der Kranstruktur – er muss sowohl die enorme axiale Druckkraft aus Eigengewicht des Auslegers und Last (bis zu mehreren hundert kN) aufnehmen als auch die Position der Kolbenstange bei Schiffsbewegungen stabil und driftfrei halten.

Die Zylinderbohrung und der Kolbenstangendurchmesser müssen nach der Euler-Knickformel überprüft werden: Der Kolbenstangendurchmesser d muss F_max < π²EI/(4L²×S) erfüllen, wobei S der Sicherheitsfaktor von 3,5 ist und L die Einbaulänge bei voll ausgefahrenem Zylinder. Am Beispiel eines 30-t-Schiffskrans: Maximale Zylinderkraft ca. 450 kN, voll ausgefahrene Zylinderlänge 3,2 m, gewählter Kolbenstangendurchmesser 120 mm (Querschnittsfläche 113 cm²), I = πd⁴/64 = 1018 cm⁴, Elastizitätsmodul des Materials E = 210 GPa; kritische Knicklast F_cr = π² × 210 × 10⁹ × 1018 × 10⁻⁸/(4 × 3,2² × 3,5) ≈ 1480 kN; Sicherheitsfaktor = F_cr/450 = 3,3, was die Anforderungen erfüllt.

ParameterprojektHebenKreisDrehenKreisWippenKreis
StellgliedRadialkolbenmotor+PlanetengetriebeRadialkolbenmotor+kleinZahnradDoppeltwirkender Zylinder(einfachKolbenstange)
LeistungAnteil60%~70%15%~20%10%~20%
Betriebsdruck25~35MPa20~28MPa25~35MPa
SchlüsselventileGegengewichtsventil+BremsedoppeltÜberdruckventil+NachsaugventilGegengewichtsventil+Hydrauliksperrventil
Durchflussbereich80~250L/min40~80L/min30~60L/min
SicherheitseinstellungGegengewichtsventilP=1.3P_load+30barÜberdruckventil1.15×P_maxHydrauliksperrventil+Gegengewichtsventildoppelt
HydraulikölParameterSommerbetriebWinterbetriebPolarbetrieb(<-20°C)
ViskositätKlasseISO VG 46ISO VG 32ISO VG 15/22
Viskositätsindex≥100≥130≥160
Stockpunkt≤-15°C≤-30°C≤-50°C
ReinheitsgradNNorm AS (australische Norm) 1638 7KlasseNNorm AS (australische Norm) 1638 7KlasseNNorm AS (australische Norm) 1638 6Klasse
Wassergehalt<500ppm<300ppm<200ppm
Empfohlene MarkeShell Tellus S2 MX46Mobil DTE 10 Excel 32Shell Naturelle HF-E 32
Systemarbeitsdruck
25–35 MPa Kolbenverstellpumpe
Mittlerer 50-t-Schiffskran
Hubraum 100–140 ccm, Förderstrom 150–250 l/min
Drehmoment Hubmotor
360 N·m (über Getriebe 100:1), Gegengewichtsventil 95 bar
Öltemperaturregelung
50–65 °C normal, >75 °C Zwangsabschaltung
Ölreinheit
Klasse 7 nach NAS, Anforderung an Hochdrucksysteme
Sicherheitsfaktor Wippzylinder
≥ 3,5 (Euler-Knickstab), doppelte Redundanz

Öltank und Kühlung – die unterschätzte Wärmemanagement

Die Auslegung des Hydrauliköltanks für Schiffsdeckkrane unterscheidet sich grundlegend von der landgestützter Anlagen. Da der Platz an Bord begrenzt ist, werden die Tanks häufig als stehende oder L-förmige Sonderkonstruktionen ausgeführt, die sich der Schiffsrumpfkontur anpassen. Das Nutzvolumen beträgt das 3- bis 5-Fache des Pumpenförderstroms, also 450 bis 1.250 Liter. Im Tankinneren sind mindestens zwei Schottbleche erforderlich, die die Rücklaufzone von der Saugzone trennen. Die Schottblechhöhe sollte 70 % der Flüssigkeitshöhe betragen, um das Aufsteigen von Luftblasen und das Absetzen von Verunreinigungen zu begünstigen.

Die Auswahl des Kühlers wird bei der Konstruktion am häufigsten unterschätzt. Die Wärmeentwicklung des Hydrauliksystems lässt sich mit folgender Formel abschätzen: P_heat = P_input × (1 - η_total). Dabei ist P_input die Antriebsleistung der Pumpe in kW und η_total der Gesamtwirkungsgrad des Systems (einschließlich volumetrischem Wirkungsgrad der Pumpe, Drosselverlusten der Ventile und mechanischem Wirkungsgrad der Aktuatoren; üblicherweise 0,65 bis 0,75). Bei einem 50-t-Schiffskran mit einer Pumpenantriebsleistung von ca. 90 kW ergibt sich eine Verlustleistung von ≈ 90 × (1 - 0,7) = 27 kW. Der Luftkühler muss so ausgelegt sein, dass er eine Kühlleistung von mindestens 27 kW erbringt (bei einer Öltemperatur von 60 °C, einer Umgebungstemperatur von 40 °C und einem Ölvolumenstrom von 200 l/min). Empfohlen wird eine redundante Auslegung: Die Nennkühlleistung des Kühlers sollte mindestens dem 1,2-Fachen des berechneten Wertes entsprechen.

Regelmäßige Inspektion und Zustandsüberwachung des Kran-Hydrauliksystems

Die Zuverlässigkeit des Hydrauliksystems eines Schiffsdeckkrans ist direkt entscheidend für die Sicherheit und Effizienz der Schiffsbe- und -entladung. Daher verlangen alle Klassifikationsgesellschaften (CCS/DNV/ABS/LR) die Einrichtung eines Systems für tägliche Inspektionen und regelmäßige Wartung. Zu den täglichen Prüfpunkten gehören: Sichtprüfung aller Hydraulikleitungsverbindungen auf Leckagen (mit besonderem Fokus auf Flanschverbindungen und Schlauchanschlüsse), Kontrolle des Ölstands im Hydrauliköltank (der Ölstand sollte zwischen den Markierungen H und L des Füllstandsanzeigers liegen), Abhören der Pumpenstation auf ungewöhnliche Geräusche (ein ungewöhnliches Pfeifen kann auf Pumpenverschleiß oder Kavitation hindeuten) sowie Abtasten der Rücklaufleitung auf Temperatur (die Rücklauftemperatur sollte nicht mehr als 5–10 °C über der Tanktemperatur liegen; eine höhere Temperatur weist auf starke interne Leckagen oder unzureichende Kühlung hin).

Zu den wöchentlichen Prüfpunkten gehören: Kontrolle des Stickstoffdrucks im Hydrospeicher (mit speziellem Befüllwerkzeug, Messung bei entleerter Ölseite), Reinigung oder Austausch des Rücklauffilterelements (bei rotem Differenzdruckanzeiger ist ein Wechsel zwingend erforderlich, nicht nur nach Zeitintervall), Prüfung der Ventilschieberbewegung des Proportional-Mehrwegeventils auf Leichtgängigkeit (der Ventilschieber sollte sich von Hand ohne Verkanten bewegen lassen) sowie die Messung des Wassergehalts im Hydrauliköl (mit einem tragbaren Ölfeuchtemessgerät; bei über 500 ppm muss das Hydrauliköl sofort gewechselt und die Feuchtigkeitsquelle untersucht werden – häufige Quellen sind ein defekter Tankentlüfter, Leckagen im Kühler oder eindringendes Meerwasser durch verschlissene Kolbenstangendichtungen der Zylinder).

Empfohlen wird die Installation eines Online-Ölzustandsüberwachungssystems: In der Rücklaufleitung werden ein Partikelzähler (z. B. Parker icountPD) und ein Feuchtigkeitssensor installiert, die den Reinheitsgrad und den Wassergehalt des Öls in Echtzeit erfassen. Die Daten werden über 4–20-mA- oder Modbus-RTU-Signale an das CMS (Zustandsüberwachungssystem) des Schiffskrans übertragen. Bei Überschreitung der Schwellwerte wird automatisch ein Alarm ausgelöst und ein Trendverlauf aufgezeichnet. Mit diesem System lässt sich die Früherkennungsrate von Hydraulikfehlern von ca. 40 % bei manuellen Inspektionen auf über 85 % steigern. Dies beugt katastrophalen Schäden an Pumpe, Motor und Proportionalventilen durch verunreinigtes Hydrauliköl wirksam vor – eine Generalüberholung des Kran-Hydrauliksystems kostet in der Regel zwischen 15.000 und 30.000 EUR und liegt damit deutlich über den Investitionskosten für ein Online-Überwachungssystem (ca. 2.000 bis 5.000 EUR).

Für das Hydraulikölmanagement wird empfohlen, vierteljährlich eine Ölprobe aus der Entnahmeöffnung am Tankboden zu entnehmen (Hinweis: Die Probenahme sollte nach ca. 30 Minuten Systembetrieb und bei einer Öltemperatur von über 40 °C erfolgen, um eine gleichmäßige Verteilung der Verunreinigungen sicherzustellen) und im Labor einer Vollanalyse zu unterziehen. Besonderes Augenmerk gilt der Partikelzählung (Reinheitsklasse nach ISO 4406; das Hydrauliksystem des Deckskrans sollte den Wert 20/18/15 nicht überschreiten), dem Wassergehalt (Karl-Fischer-Titration, Warnwert 500 ppm) sowie der spektroskopischen Metallanalyse (Fe weist auf Pumpen-/Motorverschleiß hin, Cu auf Kühlerkorrosion, Si auf das Eindringen von Außenstaub). Die Ölanalyseberichte sollten mindestens 3 Jahre lang aufbewahrt werden, da sie als Nachweis für die jährliche Klassifikationsgesellschaft-Inspektion dienen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Warum werden Schiffsdeckkrane vollständig hydraulisch angetrieben und nicht wie Landkrane mit Frequenzumrichtermotoren?

A: Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Erstens die Leistungsdichte – ein Hydraulikmotor liefert bei gleichem Volumen das 3- bis 5-fache Drehmoment eines Elektromotors, was auf einem beengten Schiffsdeck von entscheidender Bedeutung ist. Zweitens die Laufruhe bei niedrigen Geschwindigkeiten – das Hydrauliksystem ermöglicht über Proportionalventile Feinbewegungen im mm/s-Bereich, was mit einem Frequenzumrichtermotor mit Getriebe nur schwer zu erreichen ist (aufgrund von Zahnradspiel und Drehmomentpulsationen des Frequenzumrichters bei niedrigen Drehzahlen). Darüber hinaus bietet das Hydrauliksystem in der feuchten, salzhaltigen Schiffsatmosphäre natürliche Wettervorteile gegenüber einem elektrischen System.

F: In welchen Abständen muss das Hydrauliköl eines Schiffskrans gewechselt werden? Welche Ölparameter werden geprüft?

A: Unter normalen Betriebsbedingungen beträgt das erste Austauschintervall für das Hydrauliköl ca. 2.000 bis 4.000 Betriebsstunden (oder 1 bis 2 Jahre), maßgeblich ist jedoch der Ölanalysebericht. Es wird empfohlen, halbjährlich eine Ölprobe zu entnehmen und zu analysieren. Die wichtigsten Kennwerte sind: Viskositätsänderung (max. ±10 % im Vergleich zum Neubil), Säurezahl (TAN < 2,0 mg KOH/g), Wassergehalt (< 500 ppm), Partikelverschmutzung (Klasse 7 oder besser nach NAS 1638) sowie die spektroskopische Elementanalyse (Fe < 50 ppm, Cu < 30 ppm, Si < 20 ppm). Überschreitet einer dieser Werte den Grenzwert, muss das Öl sofort gewechselt und die Ursache ermittelt werden.

F: Was ist der Unterschied zwischen einer Lastmessung (Load Sensing) Pumpe und einer Konstantdruck-Regelpumpe bei der Anwendung in Schiffskranen?

F: Welche Besonderheiten sind beim Hydrauliksystem des Schiffskrans im Winter bei niedrigen Temperaturen zu beachten?

A: Zunächst ist auf ein Hydrauliköl mit niedriger Viskosität umzusteigen (ISO VG 32 oder niedriger). Der Pourpoint muss mindestens 10 °C unter der zu erwartenden minimalen Umgebungstemperatur liegen. Darüber hinaus ist die Hydraulikpumpenstation mit einer elektrischen Tauchheizung auszustatten (Leistungsdichte ≤ 0,7 W/cm², um eine lokale Verkohlung des Öls zu vermeiden). Vor dem Start ist das Öl auf 15–20 °C zu erwärmen, bevor die Anlage unter Last geht. Bei der Rohrleitungsisolierung werden die Hydraulikleitungen mit geschlossenzelligem Gummi (Dicke ≥ 20 mm) ummantelt; kritische Ventilblöcke können zusätzlich mit Begleitheizungen versehen werden. Zudem nimmt die Elastizität der Dichtungen bei Kälte ab – die Kolbenstangendichtungen und O-Ringe der Zylinder sind daher auf Mikroleckagen zu prüfen.

Darüber hinaus ist vor dem Winterbetrieb ein definiertes Aufwärmprogramm unerlässlich: Nach dem Starten des Dieselmotors läuft dieser zunächst 10–15 Minuten im Leerlauf (600–800 U/min). Während dieser Zeit sind die Wegeventile der einzelnen Kreisläufe wiederholt lastfrei zu betätigen (Zylinder 2–3 Mal voll aus- und einfahren, Winden je 1 Minute vor- und rückwärts laufen lassen), damit die Öltemperatur gleichmäßig auf über 20 °C steigt, bevor die Anlage belastet wird. Ein direkter Lastbetrieb mit kaltem Öl führt zu Kavitation durch unzureichende Pumpenansaugung, trägem Ventilschieberverhalten aufgrund der hohen Viskosität und Schäden an den Dichtungen durch Druckstöße bei niedrigen Temperaturen.

Kelude Schwerindustrie bietet umfassende technische Dienstleistungen für das Hydrauliksystem von Schiffsdeckkranen – von der Konzeptplanung über die Rohrleitungsmontage bis hin zur Inbetriebnahme und Übergabe. Für ein individuelles Konzept wenden Sie sich bitte an unser Engineering-Team.

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