Schiffskrane im Vergleich: Deckskran & Plattformkran

Schiffs- und Offshore-Krane umfassen vier Haupttypen: Offshore-Plattformkrane, Schiffskrane, Deckskrane und Falltreppenwinden. Sie decken die vier Einsatzbereiche Öl- und Gasförderung, Frachtumschlag, Decksarbeiten sowie Personaltransfer ab. In Bezug auf Korrosionsschutzklasse, Explosionsschutz, dynamischen Lastfaktor und Klassifikationszertifizierung unterscheiden sie sich grundlegend von Landkranen.

Übersicht Schiffs- und Offshore-Krane

Die Anforderungen an Hebezeuge im Bereich Offshore-Technik und Schiffbau übertreffen konventionelle Industrieanwendungen bei Weitem. Salzkorrosion, Schiffsbewegungen, Wellengang, Ex-Zonen und beengte Decksflächen – jeder dieser Faktoren erhöht die Designanforderungen erheblich. Die Kelude Schwerindustrie kombiniert langjährige Projekterfahrung im Offshore-Bereich mit den aktuellen Marktentwicklungen: Laut Daten von Offshore Energy und Clarksons Research betrug das Marktvolumen für neu installierte Offshore-Plattformkrane im Jahr 2025 weltweit etwa 3,2 Mrd. USD, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,8 %. Die Wachstumstreiber sind vor allem drei Bereiche: die Installation von Offshore-Windenergieanlagen (insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum und in der Nordsee), die Modernisierung alter Plattformen (Nordsee und Golf von Mexiko) sowie die Nachfrage nach Schwerlastkranen (100 t+) für die Tiefsee-Öl- und Gasförderung. Die chinesische Schiffbauindustrie ist in den letzten Jahren beim Bau von FPSO-Anlagen und Offshore-Windinstallationsschiffen stark gewachsen, wodurch die Nachfrage nach lokalisierten Schiffs- und Offshore-Kranen freigesetzt wird – ein strategisches Zeitfenster für inländische Kranhersteller, in den Offshore-Markt einzusteigen. Dieser Artikel systematisiert die technischen Merkmale, Einsatzbereiche und Auswahlkriterien der vier Schiffskrantypen. Aus Sicht der Lieferkette liegen die Markteintrittsbarrieren für Schiffskrane deutlich höher als bei Landkranen. Der globale Markt für Offshore-Krane wird seit langem von europäischen Marken wie MacGregor (Finnland), TTS (Norwegen), Heila (Italien) und Liebherr (Deutschland/Österreich) dominiert. Der Hauptgrund sind die hohen Hürden bei der Klassifikationszertifizierung und die geforderte Referenzliste – Reeder verlangen in der Regel mindestens fünf erfolgreich abgeschlossene Projekte vergleichbarer Art. Chinesische Unternehmen steigen typischerweise über mittelgroße Deckskrane und Falltreppenwinden in den Markt ein, sammeln zunächst Zertifizierungserfahrungen bei Klassifikationsgesellschaften und wagen sich dann an Offshore-Plattformkrane. Dieser Artikel hilft Projektverantwortlichen, in der frühen Planungsphase die passende Kranlösung schnell zu identifizieren.

Die Klassifizierung und der Vergleich der vier Gerätetypen – Offshore-Plattformkrane, Schiffskrane, Deckskrane und Falltreppenwinden – basieren technisch auf der Norm DIN 15018 (Krane – Grundsätze für Stahltragwerke). Die Klassifikationsanforderungen der einzelnen Klassifikationsgesellschaften orientieren sich an der Vorschrift TSG 51-2023 (Sicherheitstechnische Sondervorschrift für Sonderausrüstung) als verbindlicher Mindeststandard.

Offshore-Plattformkrane – die zentrale Hebelösung für die Öl- und Gasförderung

Offshore-Plattformkrane sind die zentralen Hebezeuge auf Öl- und Gasförderplattformen, Bohrinseln und FPSO-Schiffen. Sie übernehmen kritische Aufgaben wie den Transport von Bohrgestänge, die Installation von Ausrüstungsmodulen und die Versorgung mit Betriebsmitteln. Diese Krane werden typischerweise als Säulen- oder Portalkrane ausgeführt und mit Wellenkompensationssystemen ausgestattet, um die Schiffsbewegungen auszugleichen. Die Tragfähigkeit reicht von 5 t bis 100 t, der maximale Arbeitsradius kann über 50 m betragen.

Bei den Konstruktionsnormen folgen Offshore-Plattformkrane hauptsächlich drei Standardsystemen: API Spec 2C (Spezifikation für Offshore-Plattformkrane), Norm EN 13852 (Sicherheitsanforderungen für Offshore-Plattformkrane) und ISO 12483 (Technische Anforderungen an Offshore-Plattformkrane). API 2C ist die international am weitesten verbreitete Norm in der marinen Öl- und Gasindustrie und enthält detaillierte Vorgaben zu Strukturfestigkeit, Sicherheitsfaktor, Explosionsschutzklasse und Personenschutz. Für Projekte in chinesischen Gewässern sind zusätzlich die Anforderungen des CCS (Regelwerk für die Klassifikation mobiler Offshore-Einheiten) zu erfüllen.

Korrosionsschutz ist die größte Herausforderung bei Offshore-Plattformkranen. Die salzhaltige Meeresatmosphäre mit hoher Luftfeuchtigkeit macht die Standard-Korrosionsschutzklasse C4 oft unzureichend – die meisten Projekte fordern ein C5-M-Hochleistungsbeschichtungssystem (ISO 12944). Die Grundierung besteht aus zinkreicher Epoxidfarbe (≥80 μm), die Zwischenbeschichtung aus Epoxid-Micaceous-Eisenoxid (≥150 μm) und die Deckbeschichtung aus Polyurethan oder Polysiloxan (≥80 μm), mit einer Gesamttrockenschichtdicke von ≥320 μm. Kritische Verbindungselemente werden aus Edelstahl 316L oder Duplex-Edelstahl gefertigt, Hydraulikleitungen werden als Edelstahl-Rohrleitungen statt als Gummischläuche ausgeführt.

Schiffskrane – die vielseitige Umschlaglösung für Fracht- und Mehrzweckschiffe

Schiffskrane werden auf dem Deck von Massengutfrachtern, Containerschiffen, Mehrzweck- und Schwergutfrachtern installiert und dienen dem Hafenumschlag sowie dem Schiff-zu-Schiff-Transfer auf Reede. Der grundlegende Unterschied zu Landkranen besteht darin, dass Schiffskrane die Last unter dynamischen Bedingungen stabil halten müssen – bei Schiffsquerschwankungen (±5°), Längsschwankungen (±2°) und Tauchbewegungen. Die Basisstruktur muss zusätzliche Trägheitskräfte und Kippmomente aufnehmen.

Moderne Schiffskrane verwenden durchgängig hydraulische Antriebssysteme. Ein Dieselmotor oder Motor treibt die Hydraulikpumpenstation an, die über Proportional-Mehrwegeventile die drei Hauptaktuatoren – Wippzylinder, Schwenkmotor und Hubwinde – steuert. Der Arbeitsdruck des Hydrauliksystems liegt typischerweise zwischen 25 und 35 MPa. Zur Energieeinsparung kommen lastmessende Verstellpumpen (Load Sensing) zum Einsatz. Der Hydrauliköltank mittelgroßer Schiffskrane (30–50 t) fasst etwa 800–1200 L und ist mit Wasser- oder Luftkühlern ausgestattet, um die Öltemperatur im optimalen Bereich von 50–65 °C zu halten.

Die Sicherheitseinrichtungen von Schiffskranen umfassen: Lastmomentbegrenzer (überwacht das Verhältnis von tatsächlicher Last zur Nennlast, Warnung bei 90 %, automatischer Stopp bei 100 %), Hubhöhenbegrenzer (zweistufig – Verzögerung + Stopp), Wippwinkelbegrenzer (Schutz des minimalen/maximalen Arbeitsradius) sowie eine Notabsenk-Handpumpe (ermöglicht bei Hydrauliksystemausfall das sichere manuelle Absenken der Last auf das Deck). Gemäß der Norm CB/T 850 beträgt die statische Belastungsprüfung für Schiffskrane das 1,25-fache der Nennlast, die dynamische Belastungsprüfung das 1,1-fache.

Deckskrane – die Allrounder für Arbeitsschiffe und Offshore-Hilfsschiffe

Deckskrane werden häufig auf Rohrlegern, Tauchunterstützungsschiffen (DSV), ROV-Trägerschiffen, Offshore-Windinstallationsschiffen und Forschungsschiffen eingesetzt. Im Gegensatz zu Schiffskranen sind die Einsatzbedingungen von Deckskranen deutlich vielfältiger – vom Anschlagen von Unterwasser-Inspektionsausrüstung über das Verlegen von Unterwasserpipelines bis zur Installation von Rotorblättern. Sie stellen höchste Anforderungen an Positioniergenauigkeit, Feinbewegung und Tiefwasser-Kompensationsfähigkeit.

Das Kernmerkmal von Deckskranen ist die Knickarmkonstruktion. Im Vergleich zu geraden Schiffskranen benötigt der Knickarm im eingeklappten Zustand nur minimale Decksfläche (einfahrbar auf 3–4 m Höhe) und erreicht im ausgefahrenen Zustand einen Arbeitsradius von 15–30 m. Einige große Offshore-Deckskrane (z. B. von MacGregor, TTS, Heila) sind mit aktiven Wellenkompensationssystemen (AHC) ausgestattet. Eine Bewegungsreferenzeinheit (MRU) erfasst die Tauchbeschleunigung des Schiffs in Echtzeit und steuert die Winde so, dass das Drahtseil die Tauchbewegung kompensiert. Die Kompensationsgenauigkeit erreicht ±5 cm (bei Seegang Hs=3 m).

Die Drehverbindung von Deckskranen stellt ebenfalls eine große technische Herausforderung dar. Aufgrund des langen Auslegers und des großen Lastexzentrizitätsmoments (maximales Kippmoment bis zu mehreren tausend kN·m) werden Drehverbindungen üblicherweise als Dreireihen-Rollen- oder Kugel-Rollen-Kombinationen ausgeführt. Die Vorspannkraft der Schrauben muss präzise berechnet werden (nach VDI 2230 in drei Schritten: Mindestklemmkraft, Arbeitslast, Dauerfestigkeit). Die Schrauben bestehen aus Legierter Stahl der Güte 10.9 oder 12.9 und erhalten eine Dacromet-Beschichtung als Schutz gegen Meereskorrosion.

Falltreppenwinden – unscheinbar, aber unverzichtbar für die Personensicherheit

Falltreppenwinden sind gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung an Bord von Schiffen. Sie dienen dem Aus- und Einfahren der Falltreppe für Lotsen, Besatzungsmitglieder und Hafeninspektoren. Die SOLAS-Konvention (Internationales Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See) stellt verbindliche Anforderungen an Konstruktion, Prüfung und Wartung von Falltreppenwinden – dies erklärt, warum sie trotz ihrer geringen Nennlast (typischerweise 500–1500 kg) in Bezug auf Sicherheitsstandards und Redundanz großen Schiffskranen in nichts nachstehen.

Die Arbeitsweise einer Falltreppenwinde unterscheidet sich grundlegend von der einer herkömmlichen Seilwinde: Sie hebt nicht einfach eine Last, sondern steuert über das Ein- und Ausfahren des Drahtseils den Neigungswinkel der Falltreppe (typischerweise 0°–55°). Die Windentrommel muss über eine unabhängige mechanische Verriegelung und eine manuelle Auslösevorrichtung verfügen. Der Sicherheitsfaktor des Drahtseils beträgt gemäß ISO 2408 – Anforderungen an Drahtseile für allgemeine Verwendung mindestens 6 (deutlich höher als die bei allgemeinen Kranen üblichen ≥3,5–5). Die Seilbefestigung erfolgt über eine Keilklemmverbindung mit mindestens drei zusätzlichen Seilklemmen als redundante Lösung.

Moderne Falltreppenwinden verfügen typischerweise über ein hydraulisches Antriebssystem mit dualer Redundanz: Der Hauptkreis wird über ein manuelles Wegeventil gesteuert, der Notkreis ermöglicht über einen Hydrospeicher oder eine Handpumpe das Einfahren der Falltreppe auch bei Stromausfall. Das Elektrische Steuerungssystem muss die Typprüfung der Klassifikationsgesellschaft bestehen (einschließlich Neigungsversuch ±22,5°, Schwingungsprüfung 2–13,2 Hz und elektromagnetische Verträglichkeitsprüfung). Die Schutzart (IP) des Steuerkastens muss mindestens IP56 betragen. Alle großen Klassifikationsgesellschaften (CCS, DNV, ABS, LR usw.) haben spezifische Inspektionsvorschriften für Falltreppenwinden.


VergleichskriteriumOffshore-PlattformkranSchiffs-SchiffskranDeckskranFalltreppenwinde
typischTragfähigkeit5~100t15~150t5~50t500~1500kg
Arbeitsradius15~50m18~36m8~30m
Antriebsartelektro-hydraulisch/dieselhydraulischHydraulischelektro-hydraulischer Antriebelektro-hydraulischer AntriebHydraulisch/Manuell
KorrosionsschutzKlasseC5-M/ISO 12944C4/C5-MC4/C5-MC4
explosionsgeschütztAnforderungATEX Zone 1/2in der Regel nicht gefordertin der Regel nicht gefordertin der Regel nicht gefordert
Kern-NormAPI 2C/Norm EN 13852CB/T 850/851Norm EN 13852/DNVSOLAS (australische Norm)/ISO 2408 — Anforderungen an Drahtseile für allgemeine Verwendung
WellenkompensationAHC/PHCoptionalin der Regel nicht ausgestattetAHCüblichnicht zutreffend
KlassifikationsgesellschaftZertifizierungCCS/DNV/ABS (britische Norm)CCS/DNV/ABS (britische Norm)CCS/DNV/ABS (britische Norm)CCS/DNV/ABS (britische Norm)/LR
ZertifizierungDimensionCCSChina Classification Society (CCS)DNVDet Norske Veritas (DNV)ABS (britische Norm)American Bureau of Shipping (ABS)LRLloyd
KonstruktionsprüfungZeichnungen+BerechnungsunterlagenZeichnungen+FEABerichteZeichnungen+Berechnungsunterlagen+FMEAZeichnungen+Berechnungsunterlagen
WerkstoffeZertifizierungWerkszulassung+SchmelznummerWerkszulassung+EN 10204 3.1Werkszulassung+rückverfolgbarWerkszulassung+3.1Zertifikate
SchweißenFertigungstechnikWPS+PQRWPS+PQR+Norm EN 1090WPS+PQR+AWS D1.1WPS+PQR+Norm EN 1090
zerstörungsfreie PrüfungUT/MT/PT 100%UT/MT/PT 100%+RTStichprobenprüfungUT/MT/PT 100%UT/MT/PT 100%+RT
Typprüfungstatische Last1.25×/dynamische Last1.1×statische Last1.25×/dynamische Last1.1×statische Last1.25×/dynamische Last1.1×statische Last1.25×/dynamische Last1.1×
Prüfzeitraum der Unterlagen4~8Wochen6~12Wochen6~10Wochen6~10Wochen
Globaler Markt für Offshore-Krane
CAGR 4,8 % – 4,2 Mrd. USD bis 2030
Offshore-Plattformkran
Tragfähigkeit 5–100 t, API Spec 2C
Schiffskran
Tragfähigkeit 15–150 t, CB/T 850
Deckskran (Knickarm)
Arbeitsradius 8–30 m, AHC ±5 cm
Falltreppenwinde
Drahtseil-Sicherheitsfaktor ≥6, SOLAS
Klassifikationsgesellschaften
CCS/DNV/ABS/LR – vier Systeme

Kranauswahl: Vier Schiffskrantypen im Überblick

Bei der Auswahl des geeigneten Schiffskrantyps sind drei Kernkriterien entscheidend: der Einsatzbereich (Plattform, Massengutfrachter, Arbeitsschiff oder universell), das Lastprofil (häufiges Umschlagen, Präzisionspositionierung, Personensicherheit) sowie die Anforderungen der Klassifikationsgesellschaft (Klassenvorschriften, anzuwendende Normen). Die folgende Entscheidungskette vereinfacht die Auswahl:

Öl- und Gasförderplattformen – bevorzugt Offshore-Plattformkrane nach API Spec 2C, ausgestattet mit Wellenkompensationssystem; Explosionsschutzklasse gemäß Gefahrenzoneneinteilung.

Massengutfrachter / Mehrzweckschiffe – Schiffskran mit hydraulischem Antrieb nach CB/T 850; besonderes Augenmerk auf Drehradius und Decksflächenbedarf.

Rohrlegerschiffe / DSV / Windpark-Errichterschiffe – Deckskran (Knickarmausführung) mit aktiver Wellenkompensation (AHC); Positioniergenauigkeit ist der entscheidende Kennwert.

Alle SOLAS-pflichtigen Schiffe – Falltreppenwinde mit hydraulischem Doppelkreis und Redundanz, Drahtseil-Sicherheitsfaktor ≥6, Typprüfung durch Klassifikationsgesellschaft erforderlich.

Häufige Fragen zu Schiffskranen

F: Worin unterscheidet sich ein Offshore-Plattformkran konstruktiv am stärksten von einem Brückenkran an Land?

A: Die wesentlichen Unterschiede liegen in drei Bereichen: Erstens beim dynamischen Lastfaktor – Offshore-Plattformkrane müssen wellenbedingte Zusatzlasten mit einem dynamischen Koeffizienten von 1,3–1,5 (nach API 2C) berücksichtigen, während Landkrane nach DIN 15018 nur mit 1,1–1,3 rechnen. Zweitens beim Korrosionsschutz – offshore mindestens C5-M (ISO 12944) mit einer Gesamtschichtdicke ≥320 μm, an Land genügt C3. Drittens beim Explosionsschutz – in Zone 1/2 auf Öl- und Gasplattformen müssen elektrische Betriebsmittel nach ATEX oder IECEx zertifiziert sein.

F: Welcher Arbeitsdruck ist im Hydrauliksystem eines Schiffskrans üblich? In welchem Bereich liegt die Öltemperatur?

A: Der Arbeitsdruck im Hydrauliksystem des Deckskrans liegt üblicherweise bei 25–35 MPa. Zum Einsatz kommen Axialkolben-Verstellpumpen mit Lastmessung (Load Sensing). Der Hydrauliköltank fasst bei mittelgroßen Schiffskranen etwa 800–1.200 l; die Öltemperatur wird im Bereich von 50–65 °C gehalten. Überschreitet sie 65 °C, wird ein Alarm ausgelöst und die Arbeitsgeschwindigkeit automatisch reduziert; bei über 75 °C erfolgt eine Zwangsabschaltung. Die Kühlung erfolgt bei kleineren und mittleren Anlagen über Luftkühler, bei großen Systemen über wassergekühlte Plattenwärmetauscher.

F: Was versteht man unter aktiver Wellenkompensation (AHC)? Welche Kompensationsgenauigkeit ist erreichbar?

A: Die aktive Wellenkompensation (Active Heave Compensation) erfasst über eine Bewegungsreferenzeinheit (MRU) die Tauchbeschleunigung des Schiffs in Echtzeit. Nach einer Kalman-Filterung steuert das System den Windenmotor so an, dass das Drahtseil blitzschnell ein- und ausgefahren wird, um die Auswirkung der Schiffsbewegung auf die Lastposition auszugleichen. Bei einem Seegang mit Hs = 3 m (signifikante Wellenhöhe) liegt die typische Kompensationsgenauigkeit bei ±5–10 cm. Die Reaktionszeit des Kompensationssystems beträgt in der Regel <50 ms; die dynamische Bandbreite der Winde liegt bei etwa 0,1–0,8 Hz. Zusätzlich sind Druckspeicherbänke erforderlich, um kurzzeitige Leistungsspitzen abzufangen.

F: Wie stark unterscheiden sich die Zertifizierungskosten und -laufzeiten der vier großen Klassifikationsgesellschaften (CCS, DNV, ABS, LR)?

A: Die Zertifizierungskosten hängen stark von Krantyp und Tragfähigkeit ab – kleine Falltreppenwinden kosten ca. 3.800–6.400 EUR, mittlere Schiffskrane 10.200–19.200 EUR und große Offshore-Plattformkrane 25.600–51.200 EUR. Bei der Laufzeit ist die CCS mit 4–8 Wochen am schnellsten; DNV, ABS und LR benötigen 6–12 Wochen. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen: Konstruktionsprüfung (30–40 %), Werksinspektion (20–30 %), Typprüfung (15–25 %) und Zertifikatsausstellung (10–15 %). Maßgeblich ist letztlich der individuelle Projektvertrag.

Kelude Schwerindustrie verfügt über langjährige Erfahrung in Konstruktion und Fertigung von Schiffskranen und unterstützt Kunden vom Konzeptentwurf bis zur Zertifizierung durch die Klassifikationsgesellschaft. Für projektspezifische Lösungen setzen Sie sich bitte mit unserem Engineering-Team in Verbindung.

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