Frequenzumrichter Selbstlern-Einrichtung für Kran-Motorparameter
Das Auto-Tuning des Frequenzumrichters bezeichnet den Prozess, bei dem der Umrichter mithilfe integrierter Algorithmen automatisch Motorparameter wie Statorwiderstand, Gegeninduktivität und Trägheitsmoment identifiziert und die PI-Regler automatisch einstellt. Es ist der entscheidende Schritt bei der Inbetriebnahme von Kran-Antriebssystemen mit Frequenzumrichter, der die Hubstabilität und Positioniergenauigkeit maßgeblich bestimmt.
Die Qualität der Inbetriebnahme eines Kran-Antriebssystems mit Frequenzumrichter wirkt sich direkt auf die Betriebseffizienz und Sicherheitsleistung der Anlage aus. Das technische Team von Kelude Schwerindustrie hat bei langjährigen Feldinbetriebnahmen festgestellt, dass die herkömmliche Parametrierung von Frequenzumrichtern stark von der Erfahrung des Inbetriebnahme-Ingenieurs abhängt. Die manuelle Eingabe der Motor-Nennleistendaten und das anschließende iterative Einstellen der PI-Proportionalverstärkung und Integrationszeit sind zeitaufwendig und liefern nur schwer reproduzierbare Ergebnisse. Mit der Verbreitung von Vektorregelung und direkter Drehmomentregelung verfügen gängige Frequenzumrichter (ABB ACS880, Siemens S120, Inovance MD880 u. a.) über integrierte Auto-Tuning-Funktionsmodule, die innerhalb von 30 Sekunden bis 5 Minuten automatisch die Motorparameteridentifikation und PI-Regler-Einstellung durchführen. Dieser Artikel systematisiert auf Grundlage der Anforderungen der Norm DIN 15018 (Kranbau-Berechnungsgrundlagen) und der Norm EN 60204-32 (Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Kranen) die standardisierten Abläufe und die Behandlung typischer Probleme beim Auto-Tuning von Kran-Frequenzumrichtern.
Ebene 1 – Motorparameter-Auto-Tuning: Durch Einspeisung von Testsignalen werden physikalische Parameter wie Wicklungswiderstand, Induktivität und EMK-Konstante des Motors gemessen und ein präzises mathematisches Motormodell erstellt.
Ebene 2 – PI-Regler-Auto-Tuning: Basierend auf dem identifizierten Motormodell werden die PI-Parameter für den Drehzahlregelkreis und den Stromregelkreis automatisch berechnet, um ein schnelles und stabiles dynamisches Verhalten zu gewährleisten. Beide Ebenen können entweder unabhängig voneinander oder automatisch in Sequenz ausgeführt werden.
Auto-Tuning: Funktionen und typische Einsatzbereiche im Kranbetrieb
Das Kernziel des Auto-Tunings ist die Erstellung eines mathematischen Modells, das den realen Motor mit hoher Genauigkeit abbildet. Im Vektorregelungsmodus (VC) führt der Frequenzumrichter in Echtzeit Koordinatentransformationen (Clarke- und Park-Transformation) durch, um den Dreiphasenstrom in die Erregerstromkomponente id und die Drehmomentstromkomponente iq zu zerlegen und eine entkoppelte Regelung analog zum Gleichstrommotor zu realisieren. Dieser Prozess hängt maßgeblich von der Genauigkeit folgender Motorparameter ab:
Statorwiderstand Rs: Beeinflusst die Spannungskompensationsgenauigkeit im Niedrigdrehzahlbereich. Bei Kran-Hubwerken korreliert die Drehmomentwelligkeit bei niedriger Drehzahl und hoher Last positiv mit dem Rs-Fehler. Eine Abweichung von Rs über 20 % kann bereits zu deutlich spürbarem Ruckeln beim Anheben führen.
Gegeninduktivität Lm und Streuinduktivität Lσ: Bestimmen die Genauigkeit des Flussbeobachters. Fehler in der Gegeninduktivität wirken sich direkt auf die Drehzahlschätzung im niedrigen Drehzahlbereich bei sensorloser Vektorregelung (SLVC) aus. Typische Kran-Frequenzumrichter fordern eine Identifikationsgenauigkeit für Lm von ±5 %.
Trägheitsmoment J: Beeinflusst die Berechnung der PI-Parameter des Drehzahlregelkreises. Die Lastträgheit bei Kranen variiert extrem (der Unterschied zwischen Leerhaken und Volllast kann das 10- bis 50-fache betragen). Das beim Auto-Tuning ermittelte Motorträgheitsmoment Jm dient als Basisreferenzwert für alle nachfolgenden PI-Berechnungen.
Ein Auto-Tuning ist insbesondere in folgenden Situationen erforderlich: bei der erstmaligen Inbetriebnahme (erste Paarung von Motor und Frequenzumrichter), nach dem Austausch von Motor oder Frequenzumrichter (Neuaufbau des mathematischen Modells), nach mehr als 6 Monaten Betrieb (Parameterdrift durch Temperaturerhöhung und Alterung) sowie bei Auftreten von Niedrigdrehzahl-Ruckeln oder Positionierungs-Überschwingern (Verdacht auf PI-Parameter-Fehlanpassung). Die Norm EN 60204-32 (Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Kranen) fordert in ihren Bestimmungen zur Inbetriebnahme elektrischer Anlagen ausdrücklich, dass die Einstellung der Treiberparameter auf den tatsächlichen Kenndaten des angesteuerten Motors basieren muss und nicht allein aus den Nennleistendaten abgeleitet werden darf.
Motorparameter-Identifikation: Statisches vs. rotierendes Auto-Tuning
Die Motorparameter-Identifikation wird in zwei Modi durchgeführt: statisches Auto-Tuning (Static Auto-Tuning) und rotierendes Auto-Tuning (Rotating Auto-Tuning). Die Wahl des Verfahrens hängt vom Anwendungsszenario und dem mechanischen Kopplungszustand ab:
Statisches Auto-Tuning (Static ID Run) – Der Frequenzumrichter speist pulsweitenmodulierte (PWM) Testsignale in den Motor ein und misst Statorwiderstand Rs, Streuinduktivität Lσ und Gegeninduktivität Lm, ohne die Motorwelle zu drehen. Der Motor bleibt während des gesamten Vorgangs still; die Testdauer beträgt ca. 30–120 Sekunden. Dieses Verfahren eignet sich für Szenarien, in denen der Motor bereits mit Getriebe, Trommel und anderen mechanischen Lasten verbunden ist und nicht abgekoppelt werden kann (z. B. bei bereits installierten Kran-Hubwerken) sowie für die Initialpositionsidentifikation von Permanentmagnet-Synchronmotoren (PMSM). Die Einschränkung besteht darin, dass das Trägheitsmoment J und die EMK-Konstante Ke nicht gemessen werden können; diese beiden Parameter müssen weiterhin manuell aus den Nennleistendaten eingegeben werden.
Rotierendes Auto-Tuning (Rotating ID Run) – Der Frequenzumrichter treibt den Motor mit einer definierten Drehzahl an (typischerweise 50 %–80 % der Nenndrehzahl). Während der Rotation werden alle Motorparameter gemessen, einschließlich der gleichzeitigen Identifikation des Trägheitsmoments J. Die Testdauer beträgt ca. 2–5 Minuten. Dieses Verfahren liefert die höchste Parametergenauigkeit: Die Identifikationsfehler für Rs und Lm lassen sich auf ±3 % begrenzen, der Fehler für J liegt bei ca. ±10 %. Es ist geeignet für Szenarien, in denen die Motorwelle von der Last getrennt werden kann (z. B. in der Inbetriebnahmephase oder beim Motoreinzeltest) sowie für Fälle, in denen das Hubwerk mit einer Doppelbremse ausgestattet ist und die Kupplung sicher gelöst werden kann.
| Vergleichspunkt | Statisches Auto-Tuning | DrehungStatisches Selbstlernen | Empfohlenes Szenario |
|---|---|---|---|
| Motor dreht sich | Nein(Stillstand) | Ja(50%~80%NennwertDrehzahl) | abhängig vonMaschinenBedingungen |
| IdentifikationParameter | Rs, Lσ, Lm | Rs, Lσ, Lm, J, Ke | erforderlichJoptionalDrehung |
| RsIdentifikationGenauigkeit | ±5%~10% | ±2%~5% | für niedrige Drehzahl und schwere LastDrehung |
| Zeitaufwand | 30~120Sekunden | 2~5Minuten | Vor Ort so schnell wie möglich |
| MaschinenAnforderung zum Lösen | nicht erforderlich | erforderlich(oder mit Sicherheitsmaßnahmen) | HubwerkStillstand bevorzugt |
| Anwendbarer Motortyp | Asynchron/Permanentmagnet-Synchron | Asynchronmotor(PMSMzu bestätigen) | AsynchronEmpfohlenDrehung |
Für die typischen Betriebsbedingungen des Kranhubwerks wird folgende Strategie empfohlen: Bei der Erstinbetriebnahme, sofern es die Sicherheitsbedingungen zulassen, die Kupplung lösen und vorrangig die Rotierendes Auto-Tuning zur Ermittlung der vollständigen Parameter ausführen. Ist die Mechanik bereits verbunden und ein Lösen nicht möglich, wird die statische Selbstlernfunktion in Kombination mit der manuellen Eingabe der Typenschilddaten angewendet. Da die Trägheitsänderungen bei Kranfahrwerk und Katzfahrwerk vergleichsweise gering sind, erfüllt die statische Selbstlernfunktion hier in der Regel die Genauigkeitsanforderungen.
PI-Regler-Autotuning: Berechnung der Drehzahl- und Stromregelkreis-Parameter
Nach Abschluss der Motorparameter-Identifikation wechselt der Frequenzumrichter automatisch in die Phase des PI-Autotunings und berechnet die PI-Parameter für den Drehzahlregelkreis und den Stromregelkreis. Die mathematische Grundlage hierfür bilden die Pol-Nullstellen-Kompensation und das Symmetrische Optimum:
PI-Parameter des Stromregelkreises: Die Bandbreite des Stromregelkreises wird auf 1/10~1/20 der Schaltfrequenz ausgelegt (typischer Wert 500~1000Hz). Die Proportionalverstärkung Kp_current = Lσ × ωc (wobei ωc die entworfene Eckfrequenz des Stromregelkreises ist), die Integrationszeit Ti_current = Lσ / Rs (d. h. die elektrische Zeitkonstante des Motors). Das Autotuning des Stromregelkreises kann bereits in der statischen Selbstlernphase abgeschlossen werden, ohne dass sich der Motor drehen muss. Bei PMSM-Motoren muss zusätzlich der Kreuzentkopplungskoeffizient für die d- und q-Achsen-Induktivitäten berechnet werden.
PI-Parameter des Drehzahlregelkreises: Die Bandbreite des Drehzahlregelkreises wird üblicherweise auf 1/5~1/10 der Bandbreite des Stromregelkreises ausgelegt (typischer Wert 50~150Hz). Die Proportionalverstärkung Kp_speed = J × ωsc / Kt (wobei J das Gesamtträgheitsmoment des Systems, ωsc die entworfene Eckfrequenz des Drehzahlregelkreises und Kt die Motordrehmomentkonstante ist), die Integrationszeit Ti_speed = 4 / ωsc. Das Autotuning des Drehzahlregelkreises erfordert das Trägheitsmoment J. Wurde J nicht über die statische Selbstlernfunktion ermittelt, muss es manuell eingegeben oder der Modus der rotatorischen Selbstlernfunktion gewählt werden.
Bei Krananwendungen sind beim PI-Autotuning folgende Besonderheiten zu berücksichtigen: Das Hubwerk befindet sich beim Senken mit Nennlast im generatorischen Betrieb, wodurch die Spannung im Gleichspannungszwischenkreis schnell ansteigen kann. Daher muss nach dem PI-Autotuning separat überprüft werden, ob die Einschaltschwelle des Brems-Choppers passend eingestellt ist. Die mechanische Antriebskette des Kranfahrwerks (Getriebe + Räder + Schiene) führt zu signifikantem Zahnspiel und Elastizität, was in der Frequenzantwort zu Anti-Resonanzstellen führt. In diesem Fall muss dem Drehzahlregelkreis ein Notch-Filter hinzugefügt werden, um mechanische Resonanzen in bestimmten Frequenzbereichen zu unterdrücken.
Standard-Inbetriebnahmeprozess: Selbstlernfunktion in 5 Schritten
Im Folgenden wird der standardisierte 5-Schritte-Ablauf für die Selbstlernfunktion von Kran-Frequenzumrichtern beschrieben, der für gängige Marken mit Vektorregelung anwendbar ist:
Schritt 1: Verdrahtung und Sicherheitsbedingungen prüfen – Sicherstellen, dass die Ausgangsklemmen U/V/W des Frequenzumrichters korrekt mit den drei Phasen des Motors verbunden sind und der PE-Erdungsleiter zuverlässig angeschlossen ist (Erdungswiderstand ≤4Ω). Den Bremswiderstand (falls vorhanden) auf korrekten Anschluss und korrekten Widerstandswert prüfen. Beim Hubwerk muss sichergestellt sein, dass die Bremse geschlossen ist (mechanische Bremsung), um ein unerwartetes Lastrutschen während der Selbstlernfunktion zu verhindern. Bei Kranfahrwerk und Katzfahrwerk ist sicherzustellen, dass die Bewegungsrichtung frei von Hindernissen ist.
Schritt 2: Motortypenschild-Parameter eingeben – Die Nennwerte des Motortypenschilds genau in die Parametergruppe des Frequenzumrichters eingeben: Nennleistung PN (kW), Nennspannung UN (V), Nennstrom IN (A), Nennfrequenz fN (Hz), Nenndrehzahl nN (rpm), Polpaarzahl p. Diese Parameter dienen als Referenzwerte für den Selbstlernalgorithmus. Eine Eingabeabweichung von mehr als 10% kann zum Fehlschlagen der Selbstlernfunktion oder zur Konvergenz auf fehlerhafte Werte führen.
Schritt 3: Selbstlernmodus wählen und starten – Je nach mechanischem Verbindungsstatus die statische Selbstlernfunktion (z. B. Parameter 99.09=Static ID Run bei ABB, F1-37=1 bei Inovance) oder die rotatorische Selbstlernfunktion (99.09=Rotating ID Run, F1-37=2) wählen. Nach dem Start führt der Frequenzumrichter automatisch die folgende Sequenz aus: Gleichstromeinspeisung zur Messung des Statorwiderstands, Hochfrequenzsignal-Injektion zur Messung der Streuinduktivität, Rampenmagnetisierung zur Messung der Gegeninduktivität (im rotatorischen Modus), Beschleunigung auf Solidrehzahl zur Messung der Gegen-EMK und des Trägheitsmoments. Während des gesamten Vorgangs kann der Fortschritt in Prozent (0~100%) auf dem Anzeigebildschirm beobachtet werden. Nach Abschluss stoppt der Frequenzumrichter die Ausgabe automatisch.
Schritt 4: Identifikationsergebnisse verifizieren – Nach Abschluss der Selbstlernfunktion die Parameteransicht aufrufen und die Abweichung der identifizierten Werte von den Motortypenschildwerten prüfen: Die Rs-Abweichung sollte innerhalb von ±15% liegen (eine größere Abweichung deutet auf einen zu hohen Verdrahtungswiderstand oder eine Windungsschluss im Motorwicklungsstrang hin). Die Lm-Abweichung sollte innerhalb von ±20% liegen (eine größere Abweichung kann auf einen falschen Motortyp hindeuten, z. B. wenn ein Zweigangmotor als Eingangmotor eingestellt wurde). Der Leerlaufstrom I0 sollte im Bereich von 30%~50% des Nennstroms auf dem Typenschild liegen. Bei offensichtlich abnormalen Parametern ist die Selbstlernfunktion erneut auszuführen.
Schritt 5: PI-Autotuning ausführen und Probebetrieb durchführen – Nach erfolgreicher Motorparameter-Identifikation die PI-Autotuning-Funktion ausführen (z. B. Speed Loop Autotune bei ABB, F1-38=1 bei Inovance). Anschließend einen Probebetrieb im Tippbetrieb mit niedriger Drehzahl (5~10Hz) durchführen und prüfen, ob der Motor ruhig läuft und keine ungewöhnlichen Vibrationen oder Geräusche auftreten. Die Drehzahl schrittweise bis zur Nennfrequenz erhöhen und die Drehstromsymmetrie prüfen (Unsymmetrie <5%). Beim Hubwerk ist die Stabilität beim Heben und Senken sowohl ohne Last als auch mit Nennlast zu verifizieren.
Häufige Ursachen für fehlgeschlagenes Selbstlernen und Fehlerbehebung
| Fehlerbild | Mögliche Ursache | Fehlersuche | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|---|---|
| Meldung"Motor ID Run Failed" | MotorverdrahtungFehler/Phasenausfall/TypenschildParameterAbweichungzu groß | MultimeterPhasenweise messenWiderstand,Differenz der Phasenwiderstände<3% | Nach Korrektur der Verdrahtung erneut ausführen |
| RsIdentifikationswert ungewöhnlich groß | FrequenzumrichterbisMotorkabelzu lang/KlemmenleisteOxidation | MessenKabelLeitungWiderstand,Leitungswiderstand>MotorRsvon10%ist abnormal | Querschnitt vergrößernKabeloder Distanz verkürzen;Klemmen reinigen |
| DrehungStatisches SelbstlernenMotorSofortige Auslösung beim Start | Bremsenicht vollständig geöffnet/MaschinenBlockierung/ÜberstromschutzWert zu niedrig | ManuellDurchdrehen zur Bestätigung der freien Bewegung;PrüfenBremseSpiel | ReparierenBremse;Vorübergehend erhöhenÜberstromschutzWert |
| Selbstlernen OK, aber Betrieb mit Vibration | PIParameterStandardwert nicht passend/MaschinenResonanz nicht unterdrückt | GeschwindigkeitSpektrumanalyse des Feedback,Resonanz findenFrequenz | ManuellFeinjustierungPIParameter;HinzufügenNotch Filter |
| Identifikationswerte inkonsistent | MotorGroße Temperaturschwankungen/StromversorgungSpannungSchwankung/ElektromagnetischStörung | Kalt und warm je einmal messen,VergleichAbweichung | Im warmen Zustand(Betrieb30minnach)Ergebnis maßgeblich |
| PMSMDrehungSelbstlernen meldet"Overcurrent" | PermanentmagnetIdentifikation der Anfangsposition fehlgeschlagen/Gegen-ElektrischEMK zu hoch | zu bestätigenMotorPolpaarzahl und Gegen-ElektrischEMK-KonstanteKeEingabe korrekt | Zuerst statisches Selbstlernen zur Bestätigung der Anfangsposition ausführen |
Besondere Inbetriebnahme-Hinweise für Krananwendungen
Die Inbetriebnahme von Frequenzumrichtern für Krane unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von der allgemeinen industriellen Antriebstechnik. Folgende Aspekte sind nach dem Selbstlernlauf besonders zu beachten:
Lastfreies Schweben des Hubwerks – Nach Abschluss des Selbstlernlaufs muss die Fähigkeit des Hubwerk-Umrichters zum lastfreien Schweben bei Drehzahl null (Zero-Speed-Holding) verifiziert werden. Im sensorlosen Vektorregelungsmodus (SLVC) erzeugt der Umrichter bei 0 Hz einen ausreichenden Erregerstrom, um das Haltemoment aufrechtzuerhalten. Ein ordnungsgemäßer Selbstlernlauf gewährleistet, dass der Motor nach dem Lösen der Bremse sowohl bei leerem Haken als auch bei Volllast kein merkliches Absinken zeigt (Winkelabweichung < 5°). Tritt ein Absinken auf, muss die Spannungskompensation (IR-Kompensation) im niedrigen Drehzahlbereich (0–3 Hz) manuell erhöht werden.
Master-Slave-Steuerung des Kranfahrwerks – Bei einer Master-Slave-Steuerung der Zweischienen-Kranbrücke muss der Selbstlernlauf für beide Umrichter separat durchgeführt werden. Die Identifikationsparameter des einen Umrichters dürfen nicht direkt auf den anderen kopiert werden. Fertigungstoleranzen der beiden Motoren führen zu einer Abweichung des Statorwiderstands Rs von 3 %–5 %. Werden gemeinsame Parameter verwendet, kommt es zu einer ungleichmäßigen Lastverteilung (bei einer Drehmomentabweichung > 10 % ist einer der beiden Motoren dauerhaft überlastet). Es wird empfohlen, nach der separaten Identifikation die Lastverteilungsfunktion (Load Sharing) des Umrichters zu aktivieren.
Abstimmung des Bremsmoduls – Während des rotatorischen Selbstlernlaufs kann der Motor im generatorischen Betrieb arbeiten (Verzögerungsphase). Es muss sichergestellt werden, dass die Überspannungsschutzschwelle des Gleichspannungszwischenkreises am Brems-Chopper mit der Verzögerungsrampenzeit des Selbstlernlaufs übereinstimmt. Es wird empfohlen, die Verzögerungszeit vor dem Selbstlernlauf vorübergehend auf mindestens 10 Sekunden zu verlängern, um eine Störungsabschaltung durch Überspannung im Zwischenkreis und damit eine Unterbrechung des Selbstlernvorgangs zu vermeiden.
In der praktischen Anwendung entscheidet die Qualität der Inbetriebnahme des Kran-Antriebssystems direkt über die Betriebsstabilität nach der Übergabe. Kelude Schwerindustrie verfügt über langjährige Erfahrung in der Inbetriebnahme von Frequenzumrichter-Antrieben für Brückenkrane, Portalkrane und Metallurgiekrane. Jeder Kran wird gemäß den oben beschriebenen Standardabläufen einem Selbstlernlauf und einer Verifikation unterzogen. Dem Anwender werden vollständige Parameter-Backupdateien und Inbetriebnahme-Protokolle übergeben. Für eine projektbezogene Umrichterauswahl und Inbetriebnahme-Unterstützung wenden Sie sich bitte an das technische Service-Team von Kelude (400-086-9590).
Weiterführende Artikel: Hubwerk-Auswahl in vier Schritten – Vollständige Berechnungsmethode für Motor, Getriebe, Trommel und Bremse | Überhitzung des Elektroseilzugmotors – 5 häufige Ursachen und schrittweise Behebung
Häufig gestellte Fragen zur Umrichter-Inbetriebnahme
F: Welche quantitativen Anforderungen an die Selbstlern-Genauigkeit stellt die Norm GB/T 12668 für die frequenzgesteuerte Drehzahlregelung?
A: Die Norm GB/T 12668 verlangt, dass die relative Abweichung der Motorparameter-Identifikation im Vektorregelungsbetrieb innerhalb bestimmter Grenzen liegt: Statorwiderstand Rs ≤ ±10 %, Gegeninduktivität Lm ≤ ±15 %, Trägheitsmoment J ≤ ±20 %. Diese Genauigkeitskennwerte beeinflussen direkt die Bewertung der Drehzahlregelgenauigkeitsklasse (SCA). Für Krananwendungen mit hohen Anforderungen an die Positioniergenauigkeit wird ein rotatorischer Selbstlernlauf empfohlen, um eine höhere Parameteridentifikationsgenauigkeit zu erreichen.
F: Können die Ergebnisse der automatischen PI-Parameteroptimierung des Drehzahlregelkreises am Hubwerk-Umrichter direkt übernommen werden?
A: Die typische Bandbreite des Drehzahlregelkreises am Hubwerk liegt bei 50–100 Hz. Die Ergebnisse der automatischen Optimierung können in der Regel direkt verwendet werden. Da das Systemträgheitsmoment bei Volllast jedoch erheblich größer ist als das Leerlauf-Trägheitsmoment beim Selbstlernlauf, wird empfohlen, die Proportionalverstärkung Kp nach der Optimierung um 10 %–20 % zu erhöhen, um die Änderung des Lastträgheitsmoments zu kompensieren. Als Abnahmestandard gilt letztlich ein stabiler Motorstromverlauf ohne niederfrequente Schwingungen (≤ 5 Hz) im Volllast-Hebebetrieb.
F: Muss der Selbstlernlauf nach jedem Motorwechsel erneut durchgeführt werden? Kann man stattdessen die Typenschilddaten manuell eingeben?
A: Nach jedem Motorwechsel (auch bei gleichem Typ) muss der Selbstlernlauf erneut durchgeführt werden. Zwischen Motoren derselben Charge bestehen Fertigungstoleranzen von 5 %–10 % bei den Parametern. Manuell eingegebene Typenschilddaten können die tatsächlichen Widerstands- und Induktivitätswerte der Wicklungen nicht abbilden. Falls die Randbedingungen vor Ort keinen rotatorischen Selbstlernlauf zulassen, muss zumindest ein statischer Selbstlernlauf durchgeführt werden. Der Selbstlernschritt darf keinesfalls allein auf Basis der Typenschilddaten übersprungen werden.
F: Bei mehreren Kränen mit identischem Umrichter- und Motortyp – kann der Selbstlernlauf nur an einem Kran durchgeführt und die Parameter auf die anderen Geräte kopiert werden?
A: Ein direktes Kopieren wird nicht empfohlen. Auch bei Motoren desselben Typs weisen die Wicklungswiderstände und Induktivitäten jedes Motors normale Fertigungsabweichungen von 3 %–7 % auf. Hinzu kommen Unterschiede bei der Kabellänge und den Übergangswiderständen der Klemmen. Das Kopieren von Parametern kann dazu führen, dass die Regelgüte im unteren Drehzahlbereich bei einigen Geräten nicht den Anforderungen entspricht. Für jedes Gerät muss ein separater Selbstlernlauf durchgeführt und die jeweiligen Parameterarchive gespeichert werden.
Kelude Schwerindustrie – Inbetriebnahme und technischer Support für Kran-Antriebssysteme mit Frequenzumrichtern