Kran-Dispositionssystem mit Kollisionsschutz

Kran-Gruppen-Dispositionsalgorithmus: Technische Umsetzung von Mehrkran-Kollisionsschutz und Aufgabenverteilung. In industriellen Anwendungen wie der Stahlerzeugung, dem Hafenumschlag und der Schwermaschinenfertigung erfordern Materialtransportaufgaben in der Regel den koordinierten Einsatz mehrerer Brückenkrane in derselben oder benachbarten Kranbahnen.

In industriellen Umgebungen wie der Stahlherstellung, dem Hafenumschlag und der Fertigung schwerer Maschinen müssen Materialtransportaufgaben häufig von mehreren Brückenkranen in derselben oder benachbarten Kranbahn gemeinsam ausgeführt werden. Die effiziente Aufgabenverteilung, Bahnplanung und Kollisionsvermeidung zwischen diesen Kranen ist eine zentrale technische Herausforderung, um die Produktivität des Materialtransports zu steigern, den Energieverbrauch zu senken und die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Auf Basis langjähriger Erfahrung im Bereich der Steuerungssysteme für Brückenkrane hat Kelude Schwerindustrie ein vollständiges Kran-Gruppen-Dispositionssystem entwickelt. Dieses umfasst Module für die Prioritätsvergabe von Aufgaben, Bahnplanung und Kollisionsvermeidung, Lastverteilung und Energieoptimierung, die Anbindung an MES-Systeme sowie Simulationsvalidierung. Das System ist bei mehreren Stahlunternehmen (u. a. Baowu Group, Ansteel Group) und Schwermaschinenfabriken im Einsatz. Die durchschnittliche Kranauslastung stieg um 25 % bis 40 %, die Reaktionszeit bei Aufgaben sank um 30 % bis 50 %, und Kollisionsvorfälle wurden auf null reduziert. Dieser Beitrag erläutert die technische Umsetzung des Kran-Gruppen-Dispositionsalgorithmus von Kelude Schwerindustrie auf den drei Ebenen Systemarchitektur, Algorithmusprinzip und Engineering-Praxis.

Kran-Gruppen-Dispositionsalgorithmus: Technische Umsetzung von Mehrkran-Kollisionsschutz und Aufgabenverteilung – Technische Kennwerte und Prozessablauf

Systemarchitektur des Kran-Gruppen-Dispositionssystems

Das Kran-Gruppen-Dispositionssystem von Kelude Schwerindustrie basiert auf einer hierarchischen, verteilten Architektur mit drei Ebenen: Entscheidungsebene, Dispositionsebene und Ausführungsebene. Die Entscheidungsebene (MES/ERP-Schnittstelle) empfängt Materialtransportaufträge von übergeordneten Managementsystemen (MES, WMS, ERP) – einschließlich Auftragstyp (z. B. Pfannen-Transport, Brammen-Transfer, Fertigwaren-Einlagerung), Priorität, Start- und Zielposition sowie gewünschter Fertigstellungszeitpunkt. Die Entscheidungsebene leitet die Aufträge an die Dispositionsebene weiter. Die Dispositionsebene (Gruppen-Dispositionsserver) bildet das Kernstück des Systems. Hier läuft die von Kelude Schwerindustrie eigenentwickelte Dispositionssoftware, die für die Echtzeit-Aufgabenverteilung, Bahnplanung und Kollisionsvermeidung mehrerer Krane verantwortlich ist. Die Dispositionsebene kommuniziert über industrielles Ethernet (Profinet oder EtherNet/IP) in Echtzeit mit den Bordterminals (SPS oder Industrie-PC) jedes Krans; der Kommunikationszyklus liegt unter 100 ms. Die Ausführungsebene (Steuerungssystem des Brückenkrans) setzt die von der Dispositionsebene übergebenen Steuerbefehle um – einschließlich Hub- und Katzfahrgeschwindigkeit, Richtungssteuerung, Anschlagmittel-Positionierung sowie Lastübergabe. Die Ausführungsebene ist mit Absolutwertgebern (Positions-Erkennungsgenauigkeit ±5 mm), Laser-Entfernungsmessern und einem Pendeldämpfungs-Steuerungssystem ausgestattet, um eine präzise Ausführung der Dispositionsbefehle sicherzustellen. Das System nutzt eine redundante Serverarchitektur (aktiv/passiv im Hot-Standby-Betrieb): Bei Ausfall des Primärservers übernimmt der Sekundärserver die Dispositionsaufgaben innerhalb von 500 ms, wodurch eine durchgehende Verfügbarkeit gewährleistet ist. Die gesamte Systemarchitektur erfüllt die hohen Anforderungen industrieller Automatisierungssteuerungen an Zuverlässigkeit, Echtzeitfähigkeit und Sicherheit.

Prioritätsstrategie für die Aufgabenverteilung

Die Prioritätsvergabe von Aufgaben bildet die Entscheidungsgrundlage des Kran-Gruppen-Dispositionssystems. Kelude Schwerindustrie setzt ein multifaktorielles gewichtetes Prioritätsmodell (Multi-factor Weighted Priority Model, MWPM) ein, das vier Dimensionen berücksichtigt: Dringlichkeit, Aufgabenwert, Wartezeit und Ressourcenbeschränkungen. Der Dringlichkeitsfaktor (Urgency Factor) wird aus der Differenz zwischen geplanter Fertigstellungszeit und aktueller Zeit berechnet; je kleiner die Differenz, desto höher die Dringlichkeit. Eine exponentielle Abklingfunktion bildet den Wert auf eine Skala von 0 bis 100 ab. Der Aufgabenwertfaktor (Value Factor) ergibt sich aus dem produktionstechnischen Einflusskoeffizienten der Aufgabe: Pfannen-Transporte am Hochofenabstich erhalten den höchsten Wert (100 Punkte), während Fertigwaren-Einlagerungen mit 40 Punkten niedriger bewertet werden. Der Wartefaktorfaktor (Waiting Factor) wird anhand der Verweildauer in der Auftragswarteschlange mit einer logarithmischen Wachstumsfunktion berechnet – je länger die Wartezeit, desto höher die Bewertung, um eine dauerhafte Benachteiligung niedriger priorisierter Aufgaben (Starvation) zu verhindern. Der Ressourcenbeschränkungsfaktor (Resource Constraint Factor) bewertet die Verfügbarkeit und Exklusivität der für die Aufgabe benötigten Betriebsmittel (bestimmter Brückenkran, bestimmter Anschlagmittel-Typ); je intensiver der Ressourcenwettbewerb, desto höher die Bewertung. Die Gewichtungskoeffizienten der vier Faktoren werden vom Dispositionssystem adaptiv an die Produktionsbedingungen angepasst: Im Normalbetrieb hat der Aufgabenwertfaktor das höchste Gewicht (40 %), gefolgt vom Dringlichkeitsfaktor (30 %), Wartefaktor (20 %) und Ressourcenbeschränkungsfaktor (10 %). Im Notfallreparatur-Modus wird das Gewicht des Dringlichkeitsfaktors auf 60 % angehoben, sodass Reparaturaufgaben vorrangig ausgeführt werden. Die Prioritätsberechnung erfolgt alle 200 ms und unterstützt dynamisches präemptives Scheduling: Wenn eine höher priorisierte Aufgabe in die Warteschlange eintritt, kann die aktuell laufende niedriger priorisierte Aufgabe unterbrochen werden (Anhalten am nächsten Umschlagpunkt), und die Ressourcen werden der höher priorisierten Aufgabe zugewiesen.

Bahnplanung und Kollisionsvermeidung im Kranbetrieb

Die Bahnplanung und Kollisionsvermeidung stellt die zentrale technische Herausforderung des Kran-Gruppen-Dispositionssystems dar. Kelude Schwerindustrie verwendet eine hybride Algorithmus-Architektur: Der A*-Algorithmus dient der globalen Bahnplanung, die Velocity-Obstacle-Methode (VO) der lokalen Kollisionsvermeidung und die Zeitfenster-Methode (Time Window) der Koordination mehrerer Krane. A*-Globale Bahnplanung: Auf einer Rasterkarte der Fahrschienen berechnet ein modifizierter A*-Algorithmus den kürzesten kollisionsfreien Pfad vom aktuellen Kranstandort zum Zielort. Die heuristische Funktion kombiniert die Manhattan-Distanz mit einem Wendestraf-Faktor, sodass der geplante Pfad nicht nur minimale Länge aufweist, sondern auch unnötige Richtungswechsel und Spurwechsel der Krane reduziert. Velocity-Obstacle-Methode (VO) zur lokalen Kollisionsvermeidung: Wenn sich die geplanten Pfade zweier oder mehrerer Krane kreuzen oder parallel verlaufen, berechnet das Dispositionssystem anhand der aktuellen Geschwindigkeitsvektoren und Positionen der betroffenen Krane den Geschwindigkeitshinderniskegel (Velocity Obstacle Cone) und passt die Geschwindigkeiten der kollisionsgefährdeten Krane automatisch an (Verzögerung oder Anhalten), sodass die Sicherheitsabstände (längs ≥ 5 m, quer ≥ 1,5 m) nicht unterschritten werden. Zeitfenster-Methode für die Mehrkran-Koordination: Für Krane, die auf derselben Fahrschiene operieren, vergibt das System jedem Kran ein exklusives Zeitfenster, sodass in einem Schienenabschnitt stets nur ein Kran verkehrt. Wenn das Dispositionssystem erkennt, dass zwei Krane denselben Schienenabschnitt gleichzeitig befahren würden, berechnet es automatisch eine Verschachtelung der Zeitfenster, um übermäßige Wartezeiten oder Verklemmungen (Deadlocks) zu vermeiden. Die Bahnplanungs- und Kollisionsvermeidungsalgorithmen von Kelude Schwerindustrie wurden in Simulationsumgebungen über mehr als 10.000 Stunden virtuell getestet. Bei gleichzeitigem Betrieb von sechs Kranen in derselben Kranbahn wird eine Kollisionsvermeidungsrate von 100 % erreicht; die durchschnittliche Berechnungszeit für die Bahnplanung liegt unter 50 ms.

Lastverteilung und Energieoptimierung im Kranverbund

In einem System mit mehreren Brückenkranen sind Lastverteilung und Energieoptimierung entscheidend für die Gesamteffizienz und Wirtschaftlichkeit. Der Kran-Gruppen-Dispositionsalgorithmus von Kelude Schwerindustrie integriert ein Modul für Lastverteilung und Energieoptimierung, das bei der Aufgabenverteilung als Optimierungsproblem mit zwei Zielfunktionen betrachtet wird: Auslastungsgleichgewicht der Krane und Energieverbrauch pro Aufgabe. Lastverteilungsfunktion (Load Balancing Function): Sie verwendet die kumulierte Betriebszeit und die aktuelle Auftragswarteschlangenlänge jedes Krans als Eingangsgrößen und berechnet den Auslastungsgrad (aktuelle Warteschlangenlänge / Nenn-Auftragskapazität). Durch Minimierung der Varianz der Auslastungsgrade aller Krane wird ein Gleichgewicht erreicht, sodass keine Krane überlastet oder unterbeschäftigt sind. Energieoptimierungsfunktion (Energy Optimization Function): Basierend auf dem Leistungsprofil des Krans und der geplanten Bewegungsbahn wird der voraussichtliche Energieverbrauch für den Materialtransport von der aktuellen Position zur Zielposition berechnet. Bei der Aufgabenverteilung wird die Aufgabe dem Kran mit dem geringsten spezifischen Energieverbrauch pro Aufgabe zugewiesen. Das Dispositionssystem verwendet die Pareto-Optimierung, um den optimalen Kompromiss zwischen den beiden Zielgrößen Lastverteilung und Energieoptimierung zu finden. Die folgende Tabelle vergleicht die Ergebnisse verschiedener Dispositionsstrategien im praktischen Einsatz.

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Einsatzstrategie Grundprinzip Vorteile Nachteile Einsatzbereiche
PrioritätssteuerungSortierung nach Aufgabenpriorität,Bevorzugte Zuweisung von Aufgaben mit hoher PrioritätEinfache Implementierung,Schnelle Reaktion auf dringende AufgabenNiedrig priorisierte Aufgaben können"verhungern",BrückenkranUngleichmäßige AuslastungNotfallreparatur,Anwendungen mit strengen Zeitvorgaben wie Abstich am Hochofen
Kürzeste-Weg-SteuerungZuweisung der Aufgabe an den nächstgelegenen freienBrückenkranMinimale Leerfahrt,Geringer EnergieverbrauchlokalBrückenkranÜberlastung,Gesamteffizienz nicht unbedingt optimalBrückenkrangeringe Anzahl,Bevorzugte Zuweisung von Aufgaben mit hoher PrioritätDichteSzenarien mit niedriger
LastverteilungssteuerungmitBrückenkranVarianz der AuslastungsrateMinimumals Zielgröße zur AufgabenverteilungjeweiligeBrückenkranAusgewogene Auslastung,Hoher GesamtdurchsatzBevorzugte Zuweisung von Aufgaben mit hoher PrioritätReaktionszeitkann erhöhen,hoher Rechenaufwand des AlgorithmusBrückenkrangroße Anzahl,Bevorzugte Zuweisung von Aufgaben mit hoher PrioritätDichtestark ausgelastete Szenarien
Hybride Steuerung(Kelude-Lösung)Priorität+kürzester Weg+Pareto-optimale Kombination aus LastverteilungGesamtoptimal,Anpassung an wechselnde BetriebsbedingungenParameterKomplexe Optimierung,Lange Inbetriebnahme- und AbstimmungsphasegroßeStahlwerk,Hafenkomplexe Szenarien

Die hybride Dispositionsstrategie von Kelude wurde in einem Warmwalzwerk der Baowu-Gruppe in Betrieb genommen. Die Ergebnisse im realen Produktionsbetrieb zeigen: Die Auslastung der Brückenkrane stieg von durchschnittlich 45 % auf 72 %, der Energieverbrauch pro Tonne sank um 18 %, die mittlere Reaktionszeit der Aufträge verkürzte sich von 8,5 Minuten auf 4,2 Minuten – die Gesamteffizienz der Disposition verbesserte sich um rund 49 %.

Anbindung des Dispositionssystems an das MES

Die nahtlose Anbindung des Kran-Gruppen-Dispositionssystems an das MES (Manufacturing Execution System) ist ein zentraler Baustein der intelligenten Fertigung. Das Kran-Gruppen-Dispositionssystem von Kelude stellt standardisierte RESTful-API-Schnittstellen sowie OPC-UA-Kommunikationsschnittstellen bereit und unterstützt den bidirektionalen Echtzeit-Datenaustausch mit gängigen MES-Systemen wie Siemens Opcenter, Rockwell FactoryTalk oder SAP MES. Vom MES empfangene Daten umfassen: Materialtransport-Aufträge (Auftragstyp, Priorität, Start- und Zielposition, Materialcode usw.), Materialinformationen (Gewicht, Abmessungen, Anforderungen an das Anschlagmittel usw.), Änderungsmeldungen zum Produktionsplan sowie Eilauftragsanweisungen. An das MES gesendete Daten umfassen: Betriebsstatus der Brückenkrane (online/offline, aktuelle Position, Fortschritt des aktuellen Auftrags, kumulierte Betriebsstunden usw.), Auftragsausführungsergebnisse (abgeschlossen/fehlgeschlagen, Abschlusszeitpunkt, tatsächlicher Energieverbrauch usw.), Störmeldungen der Anlagen sowie Statistikberichte zur Kranauslastung. Der Datenabrufzyklus beträgt standardmäßig 1 Sekunde und kann je nach Betriebsbedingungen auf 100 ms bis 5 s eingestellt werden. Darüber hinaus bietet Kelude ein visuelles Digital-Twin-Dashboard für das Kran-Gruppen-Dispositionssystem an, das die Bewegungszustände der Krankolonne, den Auftragsfortschritt und die Systemkennwerte in einer 3D-Virtualisierung in Echtzeit darstellt und Fernüberwachung sowie Dispositionseingriffe ermöglicht. Die technische Umsetzung der MES-Anbindung erfolgt in der Regel als gemeinsame Inbetriebnahme zwischen Kelude und dem MES-Lieferanten des Kunden. Die Standard-Integrationsdauer beträgt 4 bis 8 Wochen und umfasst die drei Phasen Schnittstellenentwicklung, Verbundtest und Abnahmeprüfung.

Simulationsbasierte Validierung der Dispositionsalgorithmen

Die simulationsbasierte Validierung der Dispositionsalgorithmen ist eine zwingende Voraussetzung für den stabilen und zuverlässigen Betrieb des Systems nach der Inbetriebnahme. Kelude hat auf Basis von MATLAB/Simulink und Unity 3D eine digitale Simulationsplattform für Kran-Gruppen-Dispositionsalgorithmen aufgebaut, die folgende Funktionen unterstützt: Virtuelle Szenenmodellierung – Erstellung eines virtuellen Szenenmodells, das exakt der realen Anordnung der Kranbahnschienen, Begrenzungszonen und Materiallagerplätze entspricht; Kinematik- und Dynamiksimulation der Brückenkrane – Abbildung der Bewegungseigenschaften und des dynamischen Verhaltens der drei Antriebsachsen (Heben, Kranbrücke, Laufkatze), einschließlich Beschleunigungs- und Verzögerungskurven, Pendeldämpfung und Positioniergenauigkeit; Ausführung der Dispositionsalgorithmen – Laden der tatsächlichen Algorithmus-Software in die Simulationsplattform und Validierung der Leistungsfähigkeit unter verschiedenen Betriebsbedingungen anhand virtueller Auftragsströme; Störfallszenarien – Simulation von Sensorausfällen, Kommunikationsunterbrechungen und Kranstörungen zur Prüfung der Fehlerbehandlungskapazität des Dispositionssystems. Kelude verlangt, dass jeder neue Dispositionsalgorithmus vor der Inbetriebnahme mindestens 2.000 Stunden virtueller Simulationstests und mehr als 200 Störfallsimulationen durchläuft; die Testdurchlaufquote muss 100 % betragen. Nach erfolgreicher Simulationsvalidierung folgt die Leerlauf-Erprobung vor Ort (in der Regel 1 bis 2 Wochen), anschließend die Erprobung unter Last (in der Regel 2 bis 4 Wochen). Die finale Abnahme erfolgt nach einem 72-stündigen Dauerbetrieb ohne Störung. Kelude hat bislang mehr als 50 Simulationsvalidierungen und Inbetriebnahmen von Kran-Gruppen-Dispositionssystemen abgeschlossen – die Erfolgsquote bei der Systeminbetriebnahme liegt bei 100 %.

Häufig gestellte Fragen

F: Wie hoch ist die Echtzeit-Reaktionsgeschwindigkeit des Kran-Gruppen-Dispositionssystems? Welche Auswirkungen hat die Kommunikationsverzögerung auf die Dispositionsgenauigkeit?
A: Die Echtzeit-Antwortzeit des Kran-Gruppen-Dispositionssystems von Kelude beträgt 200 ms (Standardkonfiguration) bzw. 100 ms (Hochgeschwindigkeitskonfiguration). Die Kommunikationsverzögerung – vom Befehlssenden des Dispositionsservers bis zum Empfang und Ausführen durch die Kransteuerung – wird auf unter 50 ms begrenzt. Der Einfluss der Kommunikationsverzögerung auf die Dispositionsgenauigkeit zeigt sich vor allem in der Kollisionsvermeidung: Überschreitet die Verzögerung 200 ms, müssen die Sicherheitsabstände der Velocity-Obstacle-Methode (VO) gemäß den relevanten Betriebsparametern der Triebwerksgruppe nach DIN 15018 entsprechend vergrößert werden, was die Schienennutzung reduziert. Kelude empfiehlt, den Dispositionsserver und die Kransteuerung über Industrial Ethernet (Profinet RT oder EtherNet/IP) zu verbinden und auf drahtlose Kommunikation wie Wi-Fi zu verzichten (hohe Latenzschwankungen, geringe Zuverlässigkeit). In Szenarien, in denen drahtlose Kommunikation unvermeidbar ist (z. B. in Werkshallen mit sehr großen Spannweiten), bietet Kelude ein spezielles 5G-Industrial-Gateway an. Es nutzt die 5G-URLLC-Funktion (Ultra-Reliable Low-Latency Communication), um die Ende-zu-Ende-Kommunikationsverzögerung auf unter 10 ms zu begrenzen und die Kommunikationsanforderungen der Sicherheitsstufe SIL2 zu erfüllen, gemäß den einschlägigen Kommunikationsspezifikationen des Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystems nach GB/T 28264-2017.
F: Wie lässt sich bei einer hohen Anzahl von Brückenkranen ein „Scheduling-Deadlock“ im Dispositionsalgorithmus vermeiden?
A: Ein Scheduling-Deadlock bezeichnet einen Zustand, in dem mehrere Brückenkrane gegenseitig auf die Freigabe von Ressourcen warten und das gesamte System dadurch zum Stillstand kommt. Der Dispositionsalgorithmus für die Kranflotte von Kelude beugt Deadlocks durch folgende Mechanismen vor und löst sie auf: Erstens wird ein auf gerichteten Ressourcengraphen basierender Erkennungsalgorithmus eingesetzt (ähnlich dem Banker's Algorithm), der vor jeder Aufgabenverteilung prüft, ob die Zuweisung zu einem Deadlock führen würde – ist dies der Fall, wird die Aufgabenverteilung zurückgestellt. Zweitens wird im Zeitfenster-Verfahren ein „Timeout-Rollback“-Mechanismus integriert: Wenn ein Kran ein Konfliktzonen-Segment nicht innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters passieren kann, gibt er das belegte Zeitfenster automatisch frei und stößt eine Neuplanung an. Drittens greift eine Deadlock-Auflösungsstrategie: Sobald der Erkennungsalgorithmus einen eingetretenen Deadlock bestätigt, wird einer der im Deadlock-Zyklus befindlichen Krane zu einem kontrollierten Rückzug gezwungen (Rückzug auf die letzte sichere Position, typische Rückzugsdistanz 5–10 m), wodurch der Deadlock-Zyklus aufgebrochen wird. Die Gesamtstrategie von Kelude entspricht den Anforderungen der Norm DIN 15018 für den koordinierten Mehrkranbetrieb. Belastungstests unter simulierten Bedingungen zeigen, dass die Deadlock-Rate des Dispositionsalgorithmus unter der Extrembedingung von gleichzeitig 8 Brückenkranen in einer Kranbahn (Volllastbetrieb) bei 0,03 % liegt (d. h. etwa 3 Deadlocks pro 100.000 Aufgabenverteilungen), wobei die automatische Deadlock-Auflösung nicht länger als 3 Sekunden dauert.
F: Wie lässt sich das Kran-Gruppen-Dispositionssystem in bestehende Fabrikautomatisierungssysteme (z. B. MES, Lagerverwaltungssystem) integrieren?
A: Das Kran-Gruppen-Dispositionssystem von Kelude bietet mehrere standardisierte Integrationsmöglichkeiten: RESTful-API-Schnittstelle – ein RESTful-Webdienst auf Basis von JSON/HTTP-Protokollen, der Aufgabenverteilung, Statusabfragen und Konfigurationsverwaltung unterstützt und sich für die Integration in die meisten MES-/Lagerverwaltungssysteme eignet; OPC-UA-Schnittstelle – ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll für die Industrieautomation, das das Echtzeit-Auslesen von Produktionsplandaten aus dem MES sowie das Zurückschreiben von Kranstatusdaten in das MES ermöglicht; geeignet für die Integration in Industrieautomatisierungssysteme von Marken wie Siemens und Rockwell; Datenbank-Zwischentabellen-Verfahren – hierbei werden Aufgabentabellen und Statustabellen in einer gemeinsamen Datenbank im Kundennetzwerk eingerichtet; das Dispositionssystem und das MES tauschen Daten über das Lesen und Schreiben dieser Zwischentabellen aus; geeignet für Kunden mit eher traditioneller IT-Architektur, bei denen keine direkte API-Anbindung möglich ist. Kelude stellt eine standardisierte technische Schnittstellendokumentation bereit (einschließlich Schnittstellenspezifikation, Datenwörterbuch und Kommunikationsbeispielcode) und entsendet zudem Ingenieure vor Ort, die gemeinsam mit dem MES-Lieferanten des Kunden die Integrationstests durchführen, um eine stabile und zuverlässige Datenkommunikation zwischen Dispositionssystem und MES sicherzustellen.
F: Wie verhält sich das Dispositionssystem bei einem Ausfall oder einer Offline-Schaltung eines Brückenkrans? Gibt es einen Notfall-Dispositionsmodus?
A: Bei einem Ausfall oder einer Offline-Schaltung eines Brückenkrans löst das Kran-Gruppen-Dispositionssystem von Kelude automatisch folgende Prozesse aus: Erstens die Fehlererkennung – das Dispositionssystem überwacht den Online-Status jedes Brückenkrans über einen Heartbeat-Mechanismus. Bleiben drei aufeinanderfolgende Heartbeat-Signale (jeweils 200 ms) aus, wird der Kran als offline eingestuft; das System generiert eine Alarmmeldung und übermittelt diese an das HMI des Bedieners sowie an das MES. Zweitens die Aufgabenumverteilung – die aktuell laufenden und anstehenden Aufgaben des gestörten bzw. offline geschalteten Krans werden automatisch auf andere verfügbare Brückenkräne umverteilt. Die Umverteilungsstrategie priorisiert dabei, dass zeitkritische Aufgaben nicht verzögert werden. Drittens der Notfall-Dispositionsmodus – wenn die Anzahl der einsatzfähigen Kräne nicht mehr ausreicht, um das aktuelle Aufgabenaufkommen abzudecken, wechselt das System automatisch in den Notfall-Dispositionsmodus (Emergency Mode). In diesem Modus reduziert der Dispositionsalgorithmus die Sicherheitsabstandstoleranz für die Kollisionsvermeidung (längs von 5 m auf 3 m) und erhöht die Aufgabenreaktionsgeschwindigkeit, um die Kontinuität der Fertigungslinie vorrangig zu gewährleisten. Auch im Notfallmodus bleibt die aktive Schutzfunktion des Kollisionsvermeidungsalgorithmus erhalten: Wird der Sicherheitsabstand unterschritten, löst das System automatisch eine Notabschaltung des Brückenkrans aus. Nach der Reparatur und Wiederinbetriebnahme des gestörten Krans wird dieser vom Dispositionssystem wieder in den Dispositionspool aufgenommen und der Normalbetrieb automatisch wiederhergestellt. Bei einer Haupt-Redundanz-Serverkonfiguration des Kran-Gruppen-Dispositionssystems von Kelude hat der Ausfall eines einzelnen Brückenkrans keine Auswirkungen auf den Gesamtbetrieb; die Verfügbarkeit (Availability) des Systems liegt bei über 99,99 %.

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