Zentralschmierung für Krane: Auslegung des Schmiersystems nach Norm

📋 Kernzusammenfassung

Getriebe, Lager, Drahtseile, Laufräder und Rollen eines Krans – überall ist Schmierung erforderlich. Die manuelle Schmierung Punkt für Punkt ist zeitaufwendig, fehleranfällig und ungleichmäßig. Eine Zentralschmieranlage versorgt hingegen alle Schmierstellen über eine zentrale Pumpenstation – zeitgesteuert, dosiert und automatisch. Dieser Artikel erläutert die Konstruktionslogik einer Zentralschmieranlage und wie sie sicherstellt, dass jeder Tropfen Schmierstoff genau dort ankommt, wo er gebraucht wird.

📌 Kernlogik

Eine Pumpenstation → Verteiler → punktgenaue Schmierung aller Schmierstellen – zeitgesteuert, dosiert, automatisch.

Das Prinzip der Zentralschmierung: Aus manueller Schmierung wird eine systematische Schmierstoffversorgung.

Ein Kran ist eine Maschine, die an nahezu jeder Stelle Schmierstoff benötigt: Getriebe, Lager, Drahtseile, Laufräder und Rollen – sie alle sind auf eine zuverlässige Schmierung angewiesen. Bleibt die Schmierung aus, kommt es zu Trockenreibung, was Verschleiß beschleunigt und Störungen begünstigt.

Die herkömmliche Methode ist die manuelle Schmierung: Ein Mitarbeiter geht mit der Fettpresse von Schmierstelle zu Schmierstelle. Doch die Schmierstellen sind zahlreich, oft schwer zugänglich und leicht zu übersehen – die manuelle Schmierung ist mühsam, zeitintensiv und in der Verteilung ungleichmäßig.

Genau hier setzt die Zentralschmieranlage an: Eine einzige Pumpenstation versorgt sämtliche Schmierstellen zuverlässig. Im Folgenden wird die Konstruktionslogik dieser Systeme erläutert.

Zentralschmierung: Eine Pumpe, viele Schmierstellen

Das Kernprinzip der Zentralschmieranlage ist die Versorgung mehrerer Schmierstellen über eine zentrale Pumpenstation.

Die Pumpenstation ist die Quelle der Schmierstoffversorgung. Eine elektrische Pumpenstation fördert Fett oder Öl und erzeugt dabei den erforderlichen Druck und Volumenstrom.

Die Verteiler übernehmen die Aufgabe, den Schmierstoff auf die einzelnen Schmierstellen zu verteilen. Ein Verteiler verfügt über mehrere Ausgänge, wobei jeder Ausgang einer Schmierstelle zugeordnet ist. Von dort gelangt das Schmieröl bzw. Fett punktgenau zu Getrieben, Lagern und Laufrädern.

Die Rohrleitungen verbinden Pumpenstation, Verteiler und Schmierstellen miteinander. Das Fett wird über die Leitungen von der Pumpenstation zu den Verteilern und von dort zu jeder einzelnen Schmierstelle transportiert. Diese Kette – Pumpenstation, Verteiler, Schmierstelle – bildet das Rückgrat der Zentralschmierung. Auch die FEM 9.831 – Spezifikation für Schmiersysteme von Kranen definiert entsprechende Anforderungen an Schmiersysteme.

Kran-Zentralschmieranlage – Diagramm der sechs Elemente

Schritt 1: Schmierstellen systematisch erfassen

Der erste Schritt bei der Konstruktion einer Zentralschmieranlage ist die systematische Erfassung aller Schmierstellen.

Die Schmierstellen eines Krans befinden sich an Getrieben, Lagergehäusen, Radblöcken, Rollenblöcken und Drahtseilen. Für jede Schmierstelle muss geklärt werden: Welcher Schmierstoff ist erforderlich? Welche Menge wird benötigt? In welchem Intervall muss nachgeschmiert werden?

Die Erfassung der Schmierstellen bedeutet, eine vollständige Liste zu erstellen – mit Angabe der Position, des Schmierstoffs und der Schmiermenge. Diese Liste ist die Grundlage der gesamten Systemauslegung: Ist sie unvollständig, kann das System nicht korrekt dimensioniert werden.

Kelude Schwerindustrie geht bei der Konstruktion von Zentralschmieranlagen systematisch vor: Zuerst werden alle Schmierstellen einzeln erfasst und dokumentiert – inklusive Schmierstofftyp, Ölmenge und Nachschmierintervall. Erst dann erfolgt die Auslegung von Pumpenstation und Verteilern.

Schritt 2: Zeit- und mengengerechte Schmierung

Nach der Erfassung der Schmierstellen folgt im zweiten Schritt die Festlegung von Schmiermenge und Schmierintervall.

Die Schmiermenge definiert, wie viel Schmierstoff jede Schmierstelle pro Schmierzyklus erhält. Eine zu geringe Menge führt zu unzureichender Schmierung, eine zu große Menge verursacht Verschwendung und Verschmutzung. Die Dosierung wird individuell anhand der Größe der Reibpaarung und des Betriebszustands festgelegt.

Das Schmierintervall bestimmt, in welchen Abständen nachgeschmiert wird. Schmierstellen mit hoher Nutzungshäufigkeit werden häufiger versorgt, solche mit geringerer Beanspruchung seltener. Das Intervall richtet sich nach der Nutzungshäufigkeit und dem Betriebszustand.

Die zeit- und mengengerechte Schmierung ist das Herzstück der Zentralschmierung: Die Ölmenge ist exakt dosiert, das Intervall optimal abgestimmt – weder Unterversorgung noch Überfettung. Kelude Schwerindustrie legt die Ölmengen und Intervalle für jede Schmierstelle individuell anhand der Reibpaarung und des Betriebszustands fest.

Schritt 3: Zustandsüberwachung gegen Schmierstoffmangel

Eine Zentralschmieranlage muss außerdem in der Lage sein, den tatsächlichen Schmierstofffluss an jeder Schmierstelle zu erfassen.

Die Zustandsüberwachung prüft, ob jede Schmierstelle tatsächlich mit Schmierstoff versorgt wird. Ob der Verteiler angesteuert hat und das Öl an der Schmierstelle angekommen ist, wird über Druck- oder Durchflusssensoren erfasst. Bei einer verstopften Schmierstelle oder einer Leckage in der Rohrleitung löst das System einen Alarm aus.

Der Schutz vor Schmierstoffmangel umfasst die Überwachung von Ölstand und Öldruck. Sinkt der Ölstand in der Pumpenstation oder weicht der Förderdruck vom Sollwert ab, wird rechtzeitig alarmiert – so wird Trockenreibung durch fehlenden Schmierstoff vermieden.

Die Zustandsüberwachung und der Schutz vor Schmierstoffmangel sind das „Sicherheitsventil“ der Zentralschmierung: Das Öl wird nicht nur gefördert, sondern sein tatsächliches Ankommen an der Schmierstelle wird auch kontrolliert. Auch die Norm DIN 15018 – Krandimensionierungsnorm – enthält Konstruktionsanforderungen an die Schmierung. Kelude Schwerindustrie stattet seine Zentralschmieranlagen standardmäßig mit einer Zustandsüberwachung aus, sodass Schmierstoffmangel und Verstopfungen frühzeitig erkannt werden. Darüber hinaus fordert die Norm GB/T 28264-2017 – Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem für Hebezeuge – die Erfassung des Schmierzustands.

Typische Fehler bei der Umsetzung der Zentralschmierung

Der erste Fehler: Schmierstellen werden unvollständig erfasst. Wird eine Schmierstelle übersehen, bleibt sie unversorgt und läuft trocken – die gesamte Zentralschmieranlage wäre in diesem Punkt wirkungslos. Die Erfassung muss daher vollständig und systematisch erfolgen.

Der zweite Fehler: Die Schmiermenge wird willkürlich festgelegt. Wird die Ölmenge nicht an der Reibpaarung bemessen, führt eine Überdosierung zu Verschwendung, eine Unterdosierung zu Trockenreibung. Die Ölmenge muss für jede Schmierstelle individuell bestimmt werden.

Der dritte Fehler: Es fehlt eine Zustandsüberwachung. Das Öl wird zwar gefördert, doch eine verstopfte Schmierstelle bleibt unerkannt – die Folge ist ein dauerhafter Schmierstoffmangel. Kelude Schwerindustrie besteht daher auf einer integrierten Zustandsüberwachung: Schmierstoffmangel und Verstopfungen werden frühzeitig gemeldet, sodass keine Schmierstelle trocken läuft.

Manuelle Schmierung vs. Zentralschmierung im Vergleich

← Tabelle seitlich wischen →
Dimension Manuelle Schmierung Zentralschmierung Unterscheidungsmerkmal
PositioniergenauigkeitSchmierungslückeAutomatische Punkt-für-Punkt-SchmierungSchmierungslücken (ja/nein)
GleichmäßigkeitUngleichmäßigkeit durch manuelles GefühlZeit- und mengengesteuerte GleichmäßigkeitGleichmäßigkeit (ja/nein)
ManuellZeit- und arbeitsintensivAutomatisierung spart ArbeitskraftArbeitsersparnis (ja/nein)
ErfassungVisuelle Kontrolle durch PersonalAutomatische Punkt-für-Punkt-SchmierungErfassungAlarmFähigkeitAlarmFragepartikel

Schnellreferenz der Normenklauseln für Zentralschmierung

← Tabelle seitlich wischen →
Norm Vertragskernpunkte undSchmierungZusammenhang
FEM 9.831SchmiersystemSpezifikationSystemKonstruktionsanforderungen
Norm DIN 15018KrandimensionierungsnormSchmierungKonstruktionsanforderungen
GB/T 28264 — Sicherheitsüberwachungs- und ManagementsystemSicherheitsüberwachungDokumentationsnachweisSchmierungZustandsüberwachung

Häufige Fragen zur Zentralschmierung

F: Für welche Krane ist eine Zentralschmieranlage geeignet?

A: Eine Zentralschmieranlage lohnt sich vor allem bei Kranen mit vielen Schmierstellen, die schwer zugänglich und hoch gelegen sind. Bei Brücken- und Portalkranen mit großer Tragfähigkeit und Spannweite ist die manuelle Schmierung zeitaufwendig, mühsam und fehleranfällig – hier entfaltet die Zentralschmierung ihren größten Nutzen. Bei kleineren Kranen mit wenigen Schmierstellen ist die manuelle Schmierung völlig ausreichend, eine Zentralschmieranlage ist hier nicht erforderlich.

F: Wie stellt das Zentralschmiersystem sicher, dass jede Schmierstelle versorgt wird?

A: Das System arbeitet mit Verteilern, die das Öl punktgenau an jede Schmierstelle dosieren, sowie mit einer Erfassung der Schmierstellenzustände. Die Verteiler gewährleisten, dass keine Schmierstelle ausgelassen wird. Die Erfassung überwacht, ob an jeder Stelle tatsächlich Schmierstoff ankommt; bei Verstopfung oder Leckage wird Alarm ausgelöst. Der Verteiler sorgt dafür, dass jede Stelle beliefert wird, die Erfassung dafür, dass das Öl auch ankommt – ein doppelter Schutz für eine zuverlässige Schmierung.

F: Wie wird die Zentralschmieranlage gewartet?

A: Drei Punkte sind entscheidend: Ölstand, Öldruck und Leitungen. Ist der Ölstand im Pumpenaggregat niedrig, wird nachgefüllt. Bei Öldruckabweichungen werden Pumpe und Leitungen geprüft. Verstopfte oder undichte Leitungen werden gereinigt bzw. abgedichtet. Zusätzlich sollte die Funktion der Verteiler im Rahmen der regelmäßigen Inspektion kontrolliert werden. Eine Zentralschmieranlage ist keine Einmal-Installation – Ölstand, Öldruck und Leitungen müssen regelmäßig gewartet werden, damit die Schmierung dauerhaft zuverlässig funktioniert.

Die Schmierung ist die Basis der Wartung. Eine hilfreiche Übersicht bietet der Beitrag Wiederkehrende Prüfung und Wartungsintervalle von Kranen: Jahresinspektion, umfassende Inspektion und Austausch von Verschleißteilen.

Dass jeder Tropfen Öl dort ankommt, wo er gebraucht wird, ist eine Frage der Systematik. Kelude erfasst die Schmierstellen, dosiert die Schmierung zeit- und mengengesteuert und überwacht die Versorgung, um Ölmangel zu vermeiden. Ein einziges Pumpenaggregat versorgt alle Schmierstellen – Schmierung wird so von einer manuellen Aufgabe zu einer systemgestützten, zuverlässigen Lösung.

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