Triebwerksgruppe nach FEM und GB: Kran Normen im Vergleich

📋 Kernzusammenfassung

In Angeboten für Krane nach europäischer Norm stehen häufig Angaben wie FEM 2m oder FEM 3m, während in chinesischen Parameterdokumenten A5 bzw. A6 aufgeführt sind. Wie lassen sich die beiden Triebwerksgruppen ineinander umrechnen – und darf man sie überhaupt gleichsetzen? Das ist die häufigste Frage in Einkauf und Technik. Dieser Artikel zerlegt die Klassifizierungslogik von FEM 1Am bis 4m und GB A1 bis A8, erläutert die Korrelation, die Umrechnungsmethode und die tatsächliche Differenz zwischen europäischer und chinesischer Norm – damit die Einstufung nicht mehr auf Erfahrungswerten, sondern auf belastbaren Fakten beruht.

📌 Kernlogik

Die Triebwerksgruppe beschreibt nicht, wie schwer das Gerät „nominal“ ist, sondern wie stark es über seine gesamte Lebensdauer beansprucht wird.

FEM betrachtet den Mechanismus, GB die Gesamtmaschine – die Bezugsgrößen unterscheiden sich, die Entsprechung ist ein Bereich, kein Gleichheitszeichen.

Die Umrechnung erfolgt in zwei Schritten: Zuerst das Lastkollektiv angleichen, dann die Nutzungsklasse – die „durchschnittlichen Arbeitszyklen pro Stunde“ bilden dabei die zentrale Schnittstelle.

Auch bei einem 50-t-Zweiträgerkran: In den technischen Unterlagen des Krans nach europäischer Norm steht die Triebwerksgruppe FEM 2m, im Parameterheft des Krans nach chinesischer Norm A5. Viele Einkäufer fragen sich beim Vergleich beider Dokumente: Welche Einstufung ist höher – und kann man sie gegenseitig anerkennen?

Manche sagen, FEM 2m entspreche direkt A5; andere behaupten, die beiden Systeme seien nicht vergleichbar und müssten jeweils getrennt betrachtet werden. Beide Aussagen sind nur teilweise richtig: FEM und GB lassen sich durchaus zuordnen, aber die Entsprechung ist ein Bereich – kein Gleichheitszeichen.

Dieser Artikel liefert nicht nur eine Vergleichstabelle, sondern zerlegt die Klassifizierungslogik, die Umrechnungsschritte und die tatsächliche Differenz beider Normen Schritt für Schritt. Nach der Lektüre können Sie selbst beurteilen: Nach welchem System sollte Ihr Projekt eingestuft werden, und welche Stufe ist sowohl sicher als auch wirtschaftlich?

So wird die FEM-Triebwerksgruppe ermittelt

FEM steht für die Fédération Européenne de la Manutention. Deren Klassifizierungssystem wurde ursprünglich für Hebezeuge und Hubwerke entwickelt und erst später auf die Gesamtmaschine übertragen. Die FEM-Triebwerksgruppe trägt daher von Natur aus eine mechanismusorientierte Perspektive.

Die Einstufung erfolgt anhand von zwei Dimensionen. Die erste Dimension ist das Lastkollektiv, das den Anteil von Volllast, außermittiger Last und leichter Last beim Heben und Transportieren in vier Stufen unterteilt: leicht, mittel, schwer und sehr schwer (L1–L4). Die zweite Dimension ist die Nutzungsklasse, die nach den kumulierten Betriebsstunden des Mechanismus in zehn Stufen von T0 bis T9 eingeteilt wird.

Aus der Kombination beider Dimensionen ergeben sich die acht Mechanismusgruppen 1Dm, 1Cm, 1Bm, 1Am, 2m, 3m, 4m und 5m. Je höher die Zahl, desto schwerer die Beanspruchung; das angehängte „m“ steht für Mechanismus. Genau das ist der Ursprung dieser Buchstaben-Zahlen-Kombination in europäischen technischen Unterlagen.

Die Systematik von A1 bis A8 nach DIN 15018

Die chinesische Norm übernimmt das Klassifizierungsgerüst der ISO 4301 und setzt es in DIN 15018 in zwei Systeme um: die Nutzungsklasse der Gesamtmaschine A1 bis A8 sowie die Triebwerksgruppe M1 bis M8. Die Gesamtmaschine wird mit A bewertet, der Mechanismus mit M – beide Dimensionen existieren parallel.

Die zwei Dimensionen der Gesamtmaschinen-Einstufung sind Nutzungsklasse und Lastkollektiv. Die Nutzungsklasse U0–U9 wird nach der Gesamtzahl der Arbeitszyklen unterteilt, das Lastkollektiv Q1–Q4 nach dem Lastkollektivfaktor Kp. Kp reicht von 0,125 bis 1,0 – je näher an 1, desto häufiger tritt Volllast auf.

Die Kombination beider Dimensionen ergibt ein Raster von A1 bis A8. Dass A die Gesamtmaschine und M den Mechanismus betrachtet, während FEM ausschließlich den Mechanismus fokussiert, ist ein wesentlicher Unterschied in der Bezugsgröße – und genau hier liegt die häufigste Fehlerquelle bei der Umrechnung.

Lassen sich FEM und GB wirklich eins zu eins zuordnen

Eine Zuordnung ist möglich, aber die Bezugsgrößen müssen zuerst angeglichen werden. Das Lastkollektiv L1–L4 nach FEM entspricht in etwa dem Lastkollektiv Q1–Q4 nach GB, und die Nutzungsklasse nach FEM entspricht in etwa der Nutzungsklasse nach GB – das ist die Grundlage für die Korrelation.

Nach der Angleichung ergibt sich jedoch ein Bereich, kein Gleichheitszeichen. Die in der Branche allgemein übliche Zuordnung finden Sie in der folgenden Schnellnachschlagetabelle: FEM 1Bm liegt im Bereich von A3, 1Am im Bereich von A4, 2m im Bereich von A5, 3m im Bereich von A6 und 4m im Bereich von A7.

Warum ergibt sich ein Bereich und kein Gleichheitszeichen? Weil FEM über kumulierte Betriebsstunden summiert, während GB über die Anzahl der Arbeitszyklen summiert. Zwischen beiden liegt bei der Umrechnung die Variable „durchschnittliche Arbeitszyklen pro Stunde“. Da diese Variable je nach Betriebszustand unterschiedlich ist, kann die Entsprechung um eine Stufe nach oben oder unten abweichen.

FEM- und GB-Triebwerksgruppe: Sechsdimensionale Vergleichsdarstellung

Umrechnungslogik: Erst Lastkollektiv, dann Nutzungsklasse angleichen

Der Kern der Umrechnung besteht aus zwei Schritten. Zuerst wird das Lastkollektiv nach FEM auf das Lastkollektiv nach GB abgebildet: FEM L1 (leicht), L2 (mittel), L3 (schwer) und L4 (sehr schwer) entsprechen in etwa GB Q1, Q2, Q3 und Q4. Beide Systeme stützen sich auf den Lastkollektivfaktor Kp, lediglich die Schwellwerte der Stufengrenzen weichen geringfügig ab.

Im zweiten Schritt wird die Nutzungsklasse nach FEM in die Nutzungsklasse nach GB umgerechnet. Dieser Schritt ist der kritischste, denn FEM erfasst kumulierte Betriebsstunden, GB dagegen die Gesamtzahl der Arbeitszyklen. Dazwischen liegt der Umrechnungsfaktor „Arbeitszyklen pro Stunde“.

Ein Beispiel: Ein Hebezeug mit 3.200 kumulierten Betriebsstunden und durchschnittlich 40 Arbeitszyklen pro Stunde ergibt 128.000 Zyklen. Erst wenn diese Zahl mit der Nutzungsklasse nach GB abgeglichen wird, stimmt die Einstufung. Wer diesen Zwischenschritt überspringt und die FEM-Gruppe direkt auf die A-Klasse überträgt, landet am häufigsten in der falschen Stufe.

Warum steht beim gleichen 50-t-Kran einmal 2m und einmal A5

Beim selben 50-t-Zweiträgerkran steht in den europäischen technischen Unterlagen FEM 2m, im chinesischen Parameterheft A5. Das ist keine Falschangabe, sondern eine Folge der unterschiedlichen Schätzmethodik für das Lastkollektiv in beiden Normen.

Das europäische System schätzt das Lastkollektiv tendenziell aus der Perspektive der Dauerbeanspruchung des Mechanismus und fällt dabei eher konservativ aus. Das chinesische System schätzt anhand der tatsächlichen Hub- und Transportfrequenz der Gesamtmaschine und liegt damit näher an der realen Betriebspraxis. Die eine Methodik ist strenger, die andere praxisnäher – daraus resultiert eine Abweichung von einer Stufe.

Das ist auch einer der Gründe, warum Krane nach europäischer Norm tendenziell schwerer und teurer sind: Eine konservative Einstufung bedeutet, dass die Struktur für ein schwereres Lastkollektiv ausgelegt wird – mehr Stahl, höhere Kosten. Umgekehrt muss diese Differenz bei der Auswahl zwingend mitkalkuliert werden.

Keludes Einstufungspraxis beim Wechsel zwischen europäischer und chinesischer Norm

Kelude Schwerindustrie fertigt chinesische Krane nach europäischer Norm. Bei Projekten mit europäischer Einstufungsanforderung rechnet das Unternehmen beide Normen durch und wählt anschließend die nach der Angleichung sinnvolle Stufe – weder überdimensioniert noch unsicher.

Bei der Einstufung wird zunächst die A-Klasse der Gesamtmaschine anhand der Lastkombinationen und Triebwerksgruppen-Anforderungen gemäß DIN 15018 – Krandimensionierungsnorm präzise bestimmt. Anschließend wird die in GB/T 28264-2017 – Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem für Hebezeuge beschriebene Betriebsprotokollierung genutzt, um das Lastkollektiv anhand realer Betriebsdaten zu kalibrieren – statt Erfahrungswerte ungeprüft zu übernehmen.

Nach der Festlegung der Stufe erfolgt die Abnahme gemäß den Prüfverfahren der ISO 4310 – Kranprüfvorschrift. Die Zuordnung der Stufen wird in den Abnahmedokumenten festgehalten – erst damit ist der geschlossene Regelkreis vollständig.

Der technische Leiter von Kelude Schwerindustrie wies darauf hin: „Die tatsächliche Differenz zwischen europäischer und chinesischer Triebwerksgruppe liegt nicht in der Höhe der Stufe, sondern darin, ob die Einstufung konservativ erfolgt und ob sie durch Daten gestützt wird. Wer beide Systeme vollständig durchrechnet, lässt sich von einer einzelnen Zahl nicht in die Irre führen.“

Schnellnachschlagetabelle: FEM- und GB-Triebwerksgruppen im Vergleich

Kelude Industriekrane – Ihr Partner für moderne Hebelösungen

Die Kelude Heavy Industry (im Folgenden „Kelude“) ist ein Hersteller, der sich auf die Entwicklung und Fertigung von Industriekranen spezialisiert hat. Unser Sortiment umfasst eine breite Palette an Hebezeugen, darunter Brückenkrane, Portalkrane, Elektroseilzüge sowie spezielle Kransysteme für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Branche haben wir uns als zuverlässiger Partner für die Industrie etabliert.

Technische Daten und Ausführungen im Überblick

Unsere Krane werden nach den spezifischen Anforderungen Ihrer Anwendung konstruiert. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten technischen Parameter und verfügbaren Optionen für unsere Brückenkran-Baureihe.

Tragfähigkeit 1 t – 50 t (Standard), Sonderausführungen bis 100 t auf Anfrage
Spannweite 7,5 m – 31,5 m (größere Spannweiten projektbezogen möglich)
Hubhöhe 6 m – 18 m (Standard), darüber hinaus individuell planbar
Hubgeschwindigkeit 0,8 m/min – 8 m/min (stufenlos oder mehrstufig)
Katzfahrgeschwindigkeit 2 m/min – 30 m/min
Krangesamtgewicht (Richtwert) Ab ca. 2,5 t (je nach Ausführung und Spannweite)
Steuerungsart Funkfernsteuerung, Pendelstation oder Kranfahrstand
Einsatzbereich Innen- und Außenbereich, Standardausführung bis -20 °C

Die Steuerung erfolgt standardmäßig über eine moderne Funkfernsteuerung, die eine präzise und sichere Bedienung aus sicherer Entfernung ermöglicht. Alternativ bieten wir die Steuerung über eine Pendelstation oder einen geschlossenen Kranfahrstand an, je nach Einsatzbedingungen und Kundenwunsch.

Robuste Konstruktion und hochwertige Komponenten

Unsere Krane zeichnen sich durch eine besonders robuste Kastenkonstruktion aus, die für eine hohe Steifigkeit und Langlebigkeit sorgt. Die Hauptträger werden in modernen Schweißverfahren gefertigt und sind für den anspruchsvollen Industrieeinsatz ausgelegt. Die verwendeten Komponenten wie Laufräder, Getriebe und Motoren stammen von namhaften Herstellern und gewährleisten einen wartungsarmen und zuverlässigen Betrieb.

Die Fahrwerke sind mit präzisionsgefertigten Laufrädern ausgestattet, die für einen ruhigen Lauf und eine lange Lebensdauer der Schienen sorgen. Alle relevanten Bauteile sind nach den geltenden DIN-Normen ausgelegt und gefertigt.

Qualitätssicherung und Prüfverfahren nach DIN-Normen

Die Qualität unserer Produkte wird durch ein umfassendes Qualitätsmanagement entlang der gesamten Fertigungskette sichergestellt. Jeder Kran durchläuft vor der Auslieferung eine strenge Funktions- und Lastprüfung. Die Konstruktion und Fertigung erfolgt nach den einschlägigen DIN-Normen und europäischen Richtlinien, um höchste Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Die Einhaltung der Normen DIN 15018, EN 13000 sowie weiterer relevanter Vorschriften ist für uns selbstverständlich. Zudem sind unsere Werke nach ISO 9001 zertifiziert, was unser Engagement für Qualität und kontinuierliche Verbesserung unterstreicht.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten in der Industrie

Dank ihrer robusten Bauweise und der vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten eignen sich unsere Krane für ein breites Spektrum an Anwendungen. Typische Einsatzgebiete sind Fertigungshallen, Lagerhallen, Maschinenbau, Automobilindustrie, Papierindustrie sowie Verladebereiche. Ob für leichte Lasten bis 1 t oder schwere Lasten bis 50 t – wir bieten die passende Lösung.

Für spezielle Anforderungen, wie den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX), bieten wir Sonderausführungen an, die den jeweiligen Schutzklassen entsprechen. Sprechen Sie uns an – wir finden die optimale Lösung für Ihre Anwendung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wie lange ist die Lieferzeit für einen Standard-Brückenkran?

A: Die Lieferzeit für unsere Standard-Brückenkrane beträgt in der Regel zwischen 8 und 12 Wochen ab Auftragsbestätigung, abhängig von der jeweiligen Konfiguration und Auslastung. Für projektspezifische Sonderanfertigungen kann die Lieferzeit abweichen.

F: Bieten Sie auch Wartungsverträge für Ihre Krane an?

A: Ja, wir bieten umfassende Wartungsverträge an, die regelmäßige Inspektionen, Wartungsarbeiten und die Behebung von Störungen durch unsere qualifizierten Servicetechniker umfassen. Dies gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit und eine lange Lebensdauer Ihrer Anlage.

F: Können Ihre Krane nachträglich mit einer Funkfernsteuerung ausgestattet werden?

A: Ja, eine Nachrüstung mit einer Funkfernsteuerung ist bei den meisten unserer Krane möglich. Unsere Techniker prüfen die Kompatibilität vor Ort und führen die Umrüstung fachgerecht durch. Bitte kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot.

← Tabelle seitlich wischen →
FEM Gruppe MechanismusStufe ISO M GesamtmaschineStufe GB A typischBetriebszustand Einstufungsgrundlage
1BmM3A3gelegentlichHeben und Transportieren、Leichte LastüberwiegendniedrigLastkollektiv+niedrigNutzungsklasse
1AmM4A4Aussetzbetrieb、leichtMittlere LastmittelLastkollektiv+mittelNutzungsklasse
2mM5A5Einschichtbetrieb、mittelSchwere LastmittelschwerLastkollektiv+mittelhochNutzungsklasse
3mM6A6Zweischichtbetrieb、Schwere LastmittelschwerLastkollektiv+mittelhochNutzungsklasse
4mM7A7Dreischichtbetrieb、Volllasthäufigextrem schwerLastkollektiv+mittelhochNutzungsklasse

Schnellreferenz der Normenklauseln zur Umrechnung von Triebwerksgruppen

← Tabelle seitlich wischen →
Norm Klauselkernpunkte Beziehung zur Umrechnung
Norm DIN 15018LastkombinationundTriebwerksgruppeA1~A8 Einstufungsbasis
GB/T 28264 — Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem-2017BetriebszustandÜberwachung und NachverfolgbarkeitLastkollektivDatengrundlage
ISO 4310Prüfung und AbnahmeVerfahrenStufeZuordnungAbnahme

Häufige Fragen zur Umrechnung der Triebwerksgruppen nach FEM und GB

F: Sind FEM 2m und GB A5 dasselbe?

A: Sie entsprechen sich grundsätzlich, sind aber nicht streng identisch. FEM 2m entspricht dem Bereich Triebwerksgruppe M5 und Kran der Stufe A5. Bei der Umrechnung müssen auch die Einschätzung des Lastkollektivs und die Nutzungsklasse berücksichtigt werden. In der Praxis sind sie meist gegenseitig anerkennbar, dennoch empfiehlt es sich, in den Klassifizierungsdokumenten beide Systeme anzugeben, um Unstimmigkeiten bei der Abnahme zu vermeiden.

F: Warum wirken die Triebwerksgruppen nach europäischer Norm höher?

A: Die Bewertungsmethodik ist konservativer. Die europäische Norm bewertet die Dauerbelastung des Mechanismus strenger und schätzt das Lastkollektiv pessimistischer ein. Ein Kran für 50 t Schwere Last kann nach europäischer Norm mit 2m klassifiziert werden, während die chinesische Norm nur A5 vorsieht. Das ist keine Übertreibung, sondern eine andere Klassifizierungslogik – die tatsächliche Tragfähigkeit ist im Wesentlichen vergleichbar.

F: Kann ein nach europäischer Norm gefertigter Kran direkt nach FEM-Stufe abgenommen werden?

A: Ja, sofern zuerst die Stufen zugeordnet werden. Nachdem das FEM-Lastkollektiv auf den GB-Lastzustand und die Nutzungsklasse abgeglichen wurde, erfolgt die Abnahme nach dem Prüfverfahren gemäß ISO 4310. Die Zuordnung wird in den Abnahmedokumenten festgehalten – damit ist die Stufe für beide Seiten nachvollziehbar belegt.

F: Welche Folgen hat eine zu hoch angesetzte Triebwerksgruppe?

A: Eine höhere Einstufung erfordert eine Struktur, die für ein schwereres Lastkollektiv ausgelegt ist. Der Stahlverbrauch und die Kosten steigen um 10 bis 20 %, bei einem Kran der 30-t-Klasse können das mehrere Tonnen zusätzliches Eigengewicht bedeuten. Eine zu niedrige Einstufung führt dagegen zu unzureichender Ermüdungslebensdauer und vorzeitiger Rissbildung. Die optimale Stufe ist nicht die höchste, sondern die passende – das spart am Ende am meisten.

Die Umrechnung der Triebwerksgruppen bedeutet im Kern, die Bewertungslogik beider Normen in Einklang zu bringen. Der Vergleich mit den Überlegungen zu extremen Betriebszuständen im Beitrag „Technische Sonderanfertigung von Kranen: Extrembedingungen wie hohe/tiefe Temperaturen, explosionsgeschützte Ausführung und große Spannweite“ verdeutlicht die konstruktiven Abwägungen bei hohen Triebwerksgruppen (A6~A8) im Dauerbetrieb unter Schwerlast.

Die tatsächliche Differenz zwischen europäischer und chinesischer Triebwerksgruppe liegt nicht in der Zahl selbst, sondern darin, ob die Einstufung konservativ erfolgt und durch Daten gestützt ist. Kelude macht die Klassifizierung zu einem nachvollziehbaren, reproduzierbaren Prozess – damit zwischen beiden Normen keine „Grauzone“ mehr bleibt.

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