Elektrokettenzug Hubwerk: Seildurchmesser & Motorleistung

Kernpunkte Die drei zentralen Berechnungen für das Hubwerk eines Elektroseilzugs: Seilauswahl (Sicherheitsfaktor-Verfahren nach DIN 15018, Fmax×n, D/d≥20~25), Trommelauslegung (D0≥d×e, Nutenzahl Z=H·m/πD0+2) und Motorleistung (P=Q×v/1000η, φ₂=1+0,71v). Dieser Beitrag führt von den Berechnungsformeln bis zu vollständigen Rechenbeispielen für 5t/10t/16t.

Der Elektroseilzug (Typ CD1/MD1/HC) ist das zentrale Hubaggregat eines Krans. Die Abstimmung von Drahtseildurchmesser, Trommelparametern und Motorleistung bestimmt maßgeblich die Gesamtleistung und Sicherheitsstufe des Krans. Elektroseilzüge mit einer Tragfähigkeit ≥3t unterliegen der Überwachung als Spezialausrüstung. Die Auslegung des Hubwerks muss der Norm DIN 15018 sowie der JB/T 9008.1-2014 (Typen und Grundparameter von Elektroseilzügen) entsprechen. Dieser Beitrag behandelt systematisch die drei Kernberechnungen des Hubwerks: Seilauswahl, Trommelparameter und Motorleistung – jeweils mit vollständigen Rechenbeispielen.

Preise und Auswahlparameter für Elektroseilzüge verschiedener Tragfähigkeiten finden Sie in den FAQ zu Elektroseilzug-Preisen. Zur Anwendung von Elektroseilzügen in Brückenkranen siehe auch LD-Typ Einträger-Brückenkran und LH-Typ Brückenkran mit Elektroseilzug.

Strukturdiagramm des Elektroseilzugs CD1/MD1

Strukturdiagramm des Elektroseilzugs CD1/MD1

Bewegungssimulation des 5t-Elektroseilzugs

Bewegungsablauf des 5t-Elektroseilzugs

Drahtseildurchmesser nach Sicherheitsfaktor berechnen

Der Drahtseildurchmesser wird nach dem Sicherheitsfaktor-Verfahren der Norm DIN 15018 ermittelt. Die Grundformel lautet Smin=Fmax×n. Dabei ergibt sich Fmax aus Nenntragfähigkeit, Gewicht des Lastaufnahmemittels, Flaschenzugübersetzung und Wirkungsgrad: Fmax=(Q+q)×g/(m×ηp). Der Sicherheitsfaktor n wird nach Triebwerksgruppe gewählt: M3=4,0; M4=4,5; M5=5,0; M6=6,0; M7=7,0; M8=9,0.

Rechenbeispiel 5t CD1: Q=5000kg, q=50kg, m=2, ηp=0,98, n=5,0 (M5)
Fmax=(5000+50)×9,81/(2×0,98)=25276N
Smin=25,3×5,0=126,5kN → Auswahl Drahtseil φ15mm (Bruchkraft 129,5kN)

Rechenbeispiel 10t CD1: Q=10000kg, m=4 (Doppelflaschenzug), n=5,0
Fmax=(10000+80)×9,81/(4×0,97)=25494N
Smin=127,5kN → Auswahl Drahtseil φ16mm

Trommelparameter konstruktiv auslegen

Der Trommelteilkreisdurchmesser D0≥d×e (e: M3=20, M4=22,4, M5=25, M6=28, M7~M8=31,5). Die gesamte Seillänge L=H×m+LBefestigung, die Nutenzahl Z=L/(π×D0)+2 (Sicherheitswindungen), die Trommellänge LTrommel=Z×p+LEnden (p≈d+2mm). Wanddicke δ≥0,7d, Druckspannung σc=Smax/(p×δ)≤[σc] (HT250 ≈ 100~120MPa).

Trommel 5t CD1: d=15mm, M5e=25, D₀=375 → gewählt 400mm
H=9m, m=2 → L=19m, Z=19/(π×0,4)+2≈18 Nuten
p=17mm, LTrommel=18×17+40=346mm
δ=12mm, σc=25276/(17×12)=123,9MPa – nahe der HT250-Grenze, daher Stahlguss ZG270-500

Hubmotorleistung berechnen und auswählen

Die stationäre Leistung PN=(Q+q)×g×v/(1000×η), η=ηp×ηd×ηr≈0,85~0,90. Der dynamische Lastfaktor beim Heben φ₂=1+0,71v (v in m/s). Bei der Motorauswahl sind die Einschaltdauer (JC-Wert: M3~M4 → 25 %, M5 → 40 %, M6 → 60 %) sowie das Bremsmoment der Bremse (≥1,5-faches Nennlastmoment) zu berücksichtigen.

Motor 5t CD1: v=0,133m/s, η=0,87
PN=(5000+50)×9,81×0,133/(1000×0,87)=7,56kW
φ₂=1+0,71×0,133≈1,09 → Pmax=8,24kW
JC 40 % → Auswahl Kegelläufermotor ZDⅠ 7,5kW
Bremsmoment-Nachweis: T≥51,6×1,5=77,4N·m

Vergleich der Auslegungsparameter für CD1/MD1-Elektroseilzüge

Industriekrane für anspruchsvolle Einsätze

Kelude Industriekrane sind speziell für den Dauereinsatz in industriellen Fertigungsprozessen konzipiert. Sie zeichnen sich durch hohe Tragfähigkeit, präzise Steuerung und eine robuste Bauweise aus, die den Anforderungen des Dauerbetriebs standhält. Die Konstruktion folgt den Prinzipien der DIN 15018 und gewährleistet so eine zuverlässige Lastaufnahme über viele Jahre.

Wartungsfreundliche Konstruktion für maximale Produktivität

Die durchdachte Modulbauweise ermöglicht einen schnellen Zugang zu allen relevanten Komponenten. Dadurch reduzieren sich Wartungszeiten erheblich, was die Gesamtanlagenverfügbarkeit erhöht. Verschleißteile sind standardisiert und lassen sich ohne Spezialwerkzeug tauschen – ein entscheidender Vorteil für die Instandhaltungsplanung.

Einsatzgebiete und Branchenlösungen

Unsere Krane finden in zahlreichen Branchen Anwendung, darunter Maschinenbau, Automobilindustrie, Logistik und Stahlverarbeitung. Ob als Brückenkran in der Fertigungshalle oder als Portalhubwagen im Lagerbereich – die Systeme lassen sich flexibel an die jeweilige Prozessumgebung anpassen. Optional sind Sonderausführungen für explosionsgefährdete Bereiche (ATEX) oder mit speziellen Hubgeschwindigkeiten verfügbar.

Technische Ausstattung und Sicherheitsmerkmale

Die Krane sind serienmäßig mit einer sanften Anfahr- und Bremssteuerung ausgestattet, die Lastpendelungen minimiert. Ein Lastbegrenzer schützt vor Überlast, während die Endschalter an allen Achsen für einen sicheren Betriebsablauf sorgen. Die Steuerung erfolgt wahlweise über eine kabelgebundene Pendelstation oder eine funkbasierte Fernbedienung mit Not-Aus-Funktion.

Projektierung und kundenspezifische Anpassung

Jedes Projekt beginnt mit einer detaillierten Bedarfsanalyse. Unsere Ingenieure berücksichtigen dabei Hallengeometrie, Lastkollektive und taktile Anforderungen. Auf dieser Basis entsteht ein maßgeschneidertes Konzept, das von der Einzelanfertigung bis zur kompletten Krananlage mit mehreren Laufkatzen reicht. Die Inbetriebnahme erfolgt durch zertifizierte Monteure, die auch die Einweisung des Bedienpersonals übernehmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Welche Tragfähigkeiten sind bei Kelude-Kranen möglich?

A: Das Standardprogramm deckt Tragfähigkeiten von 1 t bis 50 t ab. Für Spezialanwendungen sind auf Anfrage auch höhere Lasten bis 150 t realisierbar.

F: Wie lange beträgt die Lieferzeit für einen Industriekran?

A: Die Lieferzeit richtet sich nach dem Grad der Individualisierung. Standardkrane sind innerhalb von 8 bis 12 Wochen verfügbar, Sonderanfertigungen benötigen in der Regel 16 bis 20 Wochen.

F: Bieten Sie auch Wartungsverträge an?

A: Ja, wir bieten flexible Wartungsverträge an, die von regelmäßigen Inspektionen bis hin zur Rund-um-die-Uhr-Notfallbereitschaft reichen. Die Intervalle werden gemäß den Herstellervorgaben und den gesetzlichen Prüfpflichten (z. B. FEM 1.001) festgelegt.

F: Ist eine Nachrüstung von älteren Krananlagen möglich?

A: Eine Nachrüstung ist in vielen Fällen möglich. Wir prüfen die bestehende Anlage vor Ort und erstellen ein Angebot für die erforderlichen Komponenten wie neue Steuerungen, Antriebe oder Sicherheitseinrichtungen.

← Tabelle seitlich wischen →
Tragfähigkeit(t) Drahtseil Durchmesser(mm) Trommeldurchmesser(mm) Motorleistung(k W) Hubgeschwindigkeit(m/min) Rolle Lastvielfaches
1 7.4 200 1.5 8 2
2 11 250 3.0 8 2
3 13 300 4.5 8 2
5 13~15 400 7.5 8/0.8 2
10 15~17 500 13 7/0.7 4
16 18 550 18.5 3.5/0.35 4
20 20 600 22 3.5/0.35 4

Konstruktionshinweise für die Projektierung

Der Radius der Trommelrillen beträgt R=(0,53~0,56)d, der Seilablenkwinkel ≤4°. Bei der Motorleistung gilt: Mehr ist nicht automatisch besser – eine überdimensionierte Leistung führt zu hohem Anlaufstoß, längerem Bremsweg und höheren Kosten. Das Kastenhubwerk der Baureihe HC ist für schwere Lastspiele der Stufen M5 bis M6 ausgelegt. Der D/d-Koeffizient wird gemäß M6 mit e=28 angesetzt. Das Getriebe ist als Parallelwellen-Getriebe mit gehärteten Zahnflanken ausgeführt. Zu den Sicherheitseinrichtungen gehören zwingend ein Hubhöhenbegrenzer, eine Überlastsicherung (Gesamtabweichung ≤5 %) sowie eine Hakensicherung. Ab einer Tragfähigkeit von 3 t ist eine Überwachungsprüfung erforderlich.

Häufige Fragen zur Auswahl und Auslegung

F: Worin unterscheidet sich ein Sicherheitsfaktor von 4 gegenüber 6 beim Drahtseil?

A: Ein Sicherheitsfaktor von 4 entspricht der Stufe M3. Das Drahtseil ist dünner und kostengünstiger, weist jedoch eine kürzere Ermüdungslebensdauer auf. Ein Sicherheitsfaktor von 6 entspricht der Stufe M6. Das Drahtseil ist dicker, die Trommel größer und die Kosten höher – dafür ist die Sicherheitsredundanz deutlich größer. Die Auswahl richtet sich nach der tatsächlichen Triebwerksgruppe.

F: Welche Folgen hat eine zu geringe Trommelwandstärke?

A: Bei unzureichender Wandstärke überschreitet die radiale Druckspannung die Streckgrenze des Materials. Die Trommelwand wölbt sich nach außen – im günstigsten Fall kommt es zu Störungen beim Seileinzug, im schlimmsten Fall bricht die Trommel und verursacht einen Absturz der Last. Bei Kelude wird die Wandstärke jeder Trommel grundsätzlich durch einen Festigkeitsnachweis abgesichert.

F: Warum wird bei einer berechneten Motorleistung von 7,56 kW ein 7,5-kW-Motor gewählt und nicht 11 kW?

A: Der 7,5-kW-Motor bietet bei 40 % JC eine Überlastfähigkeit vom 1,6- bis 1,8-fachen. Damit wird die kurzzeitige Spitzenleistung für dynamische Lasten abgedeckt. Ein 11-kW-Motor hätte zwar mehr Reserve, erhöht aber Anlaufstoß und Kosten. Bei Kelude werden grundsätzlich drei Dimensionen geprüft: stationäre Leistung, Anlaufdrehmoment und thermische Belastbarkeit.

F: Wie wird das Übersetzungsverhältnis des Getriebes bestimmt?

A: i = nMotor / nTrommel, wobei nTrommel = 60 × v × m / (π × D₀). Für den CD1-Typ mit 5 t: nMotor = 1380 min⁻¹, nTrommel ≈ 12,7 min⁻¹, daraus ergibt sich i ≈ 109. Realisiert wird eine dreistufige Zahnradübersetzung mit einem Übersetzungsverhältnis von 100 bis 120.

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