ISO 10245-5:2008 Normeninterpretation: Begrenzer und Anzeigen

ISO 10245-5:2008 „Krane – Begrenzer und Anzeigen – Teil 5: Brücken- und Portalkrane“ ist die spezifische Norm für Sicherheitseinrichtungen an Brücken- und Portalkranen. Die Norm legt die technischen Anforderungen, Prüfverfahren und Kalibrierintervalle für Sicherheitseinrichtungen wie Traglastbegrenzer, Lastmomentbegrenzer, Hubbegrenzer und Fahrwegbegrenzer fest.


Technische Anforderungen an Traglastbegrenzer

Der Traglastbegrenzer von Brücken- und Portalkranen wird am festen Ende des Drahtseils oder an der Trommelabstützung montiert und ermittelt die Masse der hängenden Last durch Messung der Seilzugkraft oder des Trommeldrehmoments. Zu den Sensortypen gehören Bolzen-Kraftsensoren mit einer Genauigkeit von ±1 % und einem Messbereich von 120 % der Nennlast, Zug-/Druck-Kraftsensoren mit ±1 % Genauigkeit, die auf der Endplatte des Drahtseils aufgeschweißt werden, sowie elektronische Lastmessgeräte, die das Tragmoment indirekt über die Messung des Motorstroms oder des Trommeldrehmoments berechnen (Genauigkeit ±3 %). Der Traglastbegrenzer ist auf 105 % der Nennlast eingestellt. Überschreitet die hängende Last diesen Wert, wird der Hubvorgang automatisch gestoppt, während der Senkvorgang weiterhin zulässig bleibt. Der Begrenzer ist unabhängig vom Lastmomentbegrenzer als redundante Schutzeinrichtung auszuführen. Die aktuelle Last wird mit einer Genauigkeit von ±5 % und einer Aktualisierungsrate von ≤0,5 s angezeigt.


Begrenzer und Anzeigen


Endschalter und Sicherheitsanforderungen

Der Hubbegrenzer verhindert das Auffahren des Hakens auf die obere Endlage. Bei 0,5 m vor der höchsten Position wird eine Frühwarnung ausgelöst (erste Endschalterstufe mit akustischem und optischem Alarm). Bei 0,3 m vor der höchsten Position stoppt der zweite Endschalter den Hubvorgang automatisch, indem die Stromversorgung des Hubmotors unterbrochen wird; der Senkvorgang bleibt möglich. Verwendet werden Pendel- oder Spindel-Endschalter mit zwangsgetrennten Kontakten (Doppelunterbrechung, ein Öffner/ein Schließer) zur Kontaktverschweißungsvermeidung. Die Fahrweg-Endschalter für Kranbrücke und Laufkatze lösen ≤2 m vor dem Bahnende einen Verzögerungs-Endschalter aus, der die Geschwindigkeit auf Langsamfahrt reduziert. ≤1 m vor dem Bahnende aktiviert der Stopp-Endschalter und unterbricht die Stromversorgung des Motors in Fahrtrichtung. An beiden Bahnenden sind mechanische Puffer und Prellböcke installiert. Die Endschalterfunktion ist täglich manuell zu prüfen; Kontaktverschleiß und Klemmenleisten-Oxidation sind vierteljährlich zu kontrollieren. Die Schutzart muss mindestens IP65 betragen.

Sensorgenauigkeit
±1 % bis ±3 %
Alarm
90 %/100 %/105 %
Sensor
IP67
Hubbegrenzung
0,5 m / 0,3 m
Schutzart
IP54 bis IP65
Endschalter
IP65, Doppelunterbrechung
SicherheitseinrichtungFunktionSollwertGenauigkeit
TraglastbegrenzerÜberlastschutz105%StoppHeben / Anheben±1%~±3%
LastmomentbegrenzerDrehmomentSchutz90%Frühwarnung/100%Stopp±5%
HubbegrenzerHubbegrenzung0.5m/0.3m——
FahrbegrenzerEndabschaltungVor Endlage1m——
PufferStoßdämpfungEndlage——

Wartung und Kalibrierintervalle

Die tägliche Wartung und Kalibrierung der Sicherheitseinrichtungen ist entscheidend für die Zuverlässigkeit – bei jeder Schicht wird der Selbsttest des Lastmomentbegrenzers geprüft: Einschalten, Summer, Monitor und Selbsttestfunktion müssen normal funktionieren, die Anschlusskabel der Sensoren dürfen keine Beschädigungen aufweisen und die Stecker müssen fest sitzen. Monatlich wird der Traglastbegrenzer mit Standardgewichten geprüft: Bei 50 % und 100 % der Tragfähigkeit darf die Abweichung zwischen Anzeige und tatsächlichem Wert ±3 % nicht überschreiten. Alle 6 Monate erfolgt eine Kalibrierung des Lastmomentbegrenzers über den gesamten Messbereich mit Kraftsensoren oder Prüfgewichten: fünf Lastpunkte (20 %/50 %/75 %/100 %/110 %), jeweils 3 Messungen pro Punkt, der Gesamtfehler des Mittelwerts darf ±5 % nicht überschreiten. Die Endschalter werden monatlich manuell ausgelöst und geprüft. Die Kalibrieraufzeichnungen werden mindestens 3 Jahre archiviert, das Kalibrieretikett wird am Monitorgehäuse angebracht. Bei Kelude erfolgt die vollständige Kalibrierung aller Sicherheitseinrichtungen von Brücken- und Portalkranen bereits vor Auslieferung im Rahmen der Werksabnahme.

WartungspunktZyklusVerfahrenBeurteilungskriterien
LMLSelbsttestPro SchichtEinschaltungSummerNormal
SensorVerbindungPro SchichtSichtprüfungOhne Beschädigung/Lockerung
TraglastbegrenzerMonatlich50%/100%Belastung±3%
LastmomentbegrenzerHalbjährlich20%/50%/75%/100%/110%±5%
EndschalterMonatlichManuellAuslösungEmpfindlichkeit/Alarm

Häufige Fragen

F: Unterschied zwischen Traglastbegrenzer und Lastmomentbegrenzer?

A: Der Traglastbegrenzer stoppt das Heben bei 105 % der Nennlast. Der Lastmomentbegrenzer stoppt das Heben und den Wippvorgang bei 100 % des Nennlastmoments. Der Traglastbegrenzer arbeitet unabhängig vom Lastmomentbegrenzer als zusätzliche Schutzeinrichtung.

F: Einstellwerte des Hubbegrenzers?

A: Stufe 1: Frühwarnung bei 0,5 m, Stufe 2: automatischer Stopp bei 0,3 m. Die Endschalter sind als Pendel- oder Spindelausführung mit Doppelkontakt ausgeführt. Tägliche Funktionsprüfung, vierteljährliche Kontaktprüfung.

F: Schutzart der Sensoren?

A: Sensoren ≥ IP67 (1 m Wassersäule, 30 min ohne Eindringen), Monitor im Innenbereich ≥ IP54, im Außenbereich ≥ IP65. Anschlusskabel geschirmt und mit Metallschlauch geschützt.

F: Kalibrierintervall?

A: Traglastbegrenzer monatlich mit zwei Prüfpunkten (50 %/100 %). Lastmomentbegrenzer alle 6 Monate mit fünf Kalibrierpunkten (20 %/50 %/75 %/100 %/110 %). Endschalter monatliche Funktionsprüfung. Dokumentation mindestens 3 Jahre aufbewahren.

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