Sonderkran nach Maß: Planung, Fertigung & Abnahme
Die Sonderanfertigung von Kranen umfasst sechs Kernphasen: Bedarfsanalyse, Konzeptplanung, Strukturberechnung, Fertigungsverfahren, Inspektion und Abnahme sowie typische Einsatzszenarien. Dieser Beitrag bündelt 13 Fachartikel zur Sonderkran-Konstruktion – von Kühlhausanwendungen bei −40 °C über C5-Korrosionsschutz für den Marineeinsatz, von ExdⅡBT4-explosionsgeschützten Ausführungen bis hin zu erdbebensicheren und strahlungsresistenten Varianten für kerntechnische Anlagen, von L-förmigen halbportalen Kränen bis zu Kranen auf Ringschiene. Daraus entsteht ein vollständiges technisches Kompendium für die Sonderanfertigung von Kranen, das die zentralen Normen DIN 15018, FEM 1.001 und EN 60204-32 abdeckt.
Sonderkran-Konstruktion: Ablauf und Planung
| Einsatzszenarien | Zentrale technische Herausforderungen | Wesentliche Konstruktionsmaßnahmen | AnwendungNorm | Kostenaufschlag |
|---|---|---|---|---|
| Tieftemperaturumgebung (-40°CKühlhaus/Kältezone) | StahlRisiko des Tieftemperatur-Sprödbruchs,Tieftemperatur für elektrische KomponentenVersagen,SchmierungSystemeinfrieren | D/ETieftemperaturklasseStahlblech(27J@-40°C),Kältebeständige elektrische Komponenten(-40°CAnwendung),Tieftemperatur für elektrische KomponentenFett,Tieftemperatur-SchweißelektrodeZähigkeitAbstimmung | Norm DIN 15018GB/T 1591-2018 | +15~25% |
| Meer Korrosionsschutz (C5Klasse/Hafen/Offshore) | SalznebelKorrosionHohe Korrosionsrate,BeschichtungssystemVersagenSchnell,BefestigungKältebeständige elektrische KomponentenKorrosion | Feuerverzinkung+Epoxid-Zinkstaub+Polyurethan-Decklack,Edelstahl316LBefestigungKältebeständige elektrische Komponenten,MotorIP56Korrosionsbeständig Typ | ISO 12944-C5GB/T 30790-2014 | +20~35% |
| explosionsgeschützt Tieftemperaturumgebung (ExdⅡBT4/CT4) | Zündrisiko durch elektrische Funken,Kontrolle von Reibungsfunken,Statische Aufladung | Ex-MotorExdⅡBT4,explosionsgeschützter Elektrokasten,FunkenfreiBremse,GesamtmaschineErdung≤4Ω,KupferlegierungexplosionsgeschütztWerkzeug | GB/T 3836SerieGB 50058 | +25~40% |
| Ringschiene (KernkraftStation/Wasserturbine) | KurveSchieneFahrspurabweichung,Stoß beim Überfahren von Schienenlücken,LaufkatzeLagekontrolle | KonischLaufflächeRadpaar,gebogene SchienePräzise Kurvensteuerung,Dämpfung beim Überfahren von Schienenlücken,DrehungLaufkatzeStruktur | JB/T 1306-2008Norm DIN 15018 | +30~50% |
| Alt Umbau (WerkshalleAufrüstung/Austausch) | lichte HöheEingeschränkt,Nachrechnung der Tragfähigkeit von Konsolen (Kragträger),BestehendSchieneZustandsbewertung | Vor-Ort-Messung,Strukturelle Nachrechnung,Niedrige BauhöheLaufkatzeKonzept,Optimierung der Schienenanordnung,LeichtbauweiseKonstruktion | Norm DIN 15018GB 50017 | +10~25% |
| Nuklearklasse Kran (Erdbebensicherheit/Strahlenschutz) | ErdbebensicherheitISchutzklasse,Strahlenschutzbeschichtung,RedundanzSicherheitssystem | ZweikanalBremsung,ErdbebensicherheitBerechnung(Antwortspektrenmethode),Strahlenschutz-Epoxidbeschichtung,RedundanzEndschalter/Überlastschutz,NuklearklasseZertifizierung | NB/T 20420Norm DIN 15018 | +50~100% |
Sonderkran-Konstruktion nach Maß – das ist der gesamte Prozess der individuellen Entwicklung eines Krans auf Basis von Standardmodellen, abgestimmt auf die spezifischen Einsatzbedingungen, besonderen räumlichen Gegebenheiten oder außergewöhnlichen Anforderungen des Anwenders. Das Spektrum der Sonderanfertigungen umfasst Szenarien wie extreme Lasten, Grenztemperaturen, Explosionsschutz und Korrosionsbeständigkeit, Profilschienen sowie die Modernisierung bestehender Anlagen. Dieser Artikel erläutert systematisch den vollständigen Arbeitsablauf einer Sonderkran-Konstruktion in fünf Phasen: Anforderungsanalyse, Entwurfsplanung, Strukturberechnung, Fertigungsverfahren und Abnahme/Inspektion. Ziel ist es, dem Anwender ein fundiertes Verständnis der technischen Besonderheiten, des Prozessmanagements und der Qualitätskontrollmethoden bei Sonderkränen zu vermitteln und eine systematische Entscheidungsgrundlage für reale Projekte zu bieten.
Anforderungsanalyse und technische Klärung
Die Anforderungsanalyse ist der Ausgangs- und Basispunkt jeder Sonderkran-Konstruktion. Ihr Kernziel ist es, die tatsächlichen Nutzungsanforderungen des Kunden präzise zu erfassen und in quantifizierbare technische Parameter zu überführen. In dieser Phase müssen folgende Schlüsselelemente im Detail geklärt werden: Tragfähigkeit (inkl. Gewicht des Anschlagmittels; Nenntragfähigkeit und maximale Tragfähigkeit sind festzulegen), Spannweite (Verhältnis von Hallenspannweite zu Schienenmittenabstand), Hubhöhe (inkl. oberer und unterer Endlage des Hakens), Arbeitsgruppe (Triebwerksgruppe) (A1~A8 bestimmt nach Nutzungshäufigkeit und Lastkollektiv), Arbeitsumgebung (Temperaturbereich, Luftfeuchtigkeit, Korrosivität, Explosionsschutzzonen etc.). Die Umgebungsbedingungen geben oft die Kernrichtung der Sonderkonstruktion vor: Für Tieftemperaturbereiche sind Stähle mit hoher Kerbschlagzähigkeit und kältebeständige elektrische Komponenten erforderlich; für explosionsgefährdete Bereiche ist eine Ausführung gemäß Exd oder Exe nach Norm GB/T 3836 notwendig; korrosive Umgebungen erfordern ein Korrosionsschutzsystem nach ISO 12944.
Die technische Klärung vertieft die Anforderungsanalyse und beinhaltet in der Regel mehrere technische Gesprächsrunden zwischen Anwender und Hersteller. Zu klärende Punkte sind: physikalische Eigenschaften des Lastguts (Gewicht, Abmessungen, Temperatur, flüssig oder heiß), Bedienungsart (Hängetastersteuerung / Krankanzel / Funkfernsteuerung / Automatisierung), Stromversorgung (Schleppleitung / Kabeltrommel / Kabelschleppsystem), Schieneninformationen (Spurweite, Schienenprofil, Zustand der vorhandenen Schiene), Hallenstruktur (Höhenkote der Konsolen (Kragträger), Stützenabstand, Dachkonstruktion), spezielle Funktionsanforderungen (Synchronisation, Frequenzgesteuerte Drehzahlregelung, Fernüberwachung, automatische Positionierung etc.). Es wird empfohlen, in dieser Phase eine formelle Technische Spezifikation / Leistungsbeschreibung für den Sonderkran zu erstellen und von beiden Parteien zu unterzeichnen. Dieses Dokument dient als verbindliche Grundlage für die weitere Konstruktion.
Entwurfsplanung und Gesamtanordnung
In der Entwurfsphase wird auf Basis der Technischen Spezifikation das Gesamtstrukturkonzept des Krans festgelegt. Die Hauptentwurfsinhalte umfassen: Wahl der Bauart (Brückenkran / Portalkran / Halbportalkran / Hängekran / Säulenschwenkkran), Querschnittsform des Hauptträgers (Kastenträger / I-Träger / Fachwerkträger / Kombination), Anordnung der Laufkatze (obenlaufend / seitlich angebaut / Doppellaufkatze / drehbar), Kopfträger und Fahrwerk (Kompakt-Getriebemotor / Einzelantrieb / Frequenzgesteuerte Drehzahlregelung), Elektrisches Steuerungssystem (konventionelle Relaissteuerung / SPS-Steuerung / Frequenzumrichtersteuerung / intelligentes Steuerungssystem). Bei der Gesamtanordnung ist besonders auf das Zusammenspiel von Bauhöhe und Hubhöhe zu achten, um sicherzustellen, dass das Anschlagmittel bei maximaler Hakenstellung einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Hallendachkonstruktion aufweist.
Der Variantenvergleich ist ein entscheidendes Mittel zur Risiko- und Kostenminimierung bei Sonderkonstruktionen. Für eine gegebene Anwendung werden in der Regel 2 bis 3 realisierbare Konzepte einem technisch-wirtschaftlichen Vergleich unterzogen: Variante A verwendet eine bewährte Struktur, ist jedoch kostenintensiver; Variante B optimiert das Gewicht der Struktur, verlängert aber die Projektdauer; Variante C leitet sich von einem ähnlichen Standardmodell ab. Die Vergleichskriterien umfassen strukturelle Zuverlässigkeit, Fertigbarkeit, Montagefreundlichkeit, Wartungszugänglichkeit und Lebenszykluskosten. Beispielsweise kann bei einem Portalkran mit großer Spannweite (≥ 35 m) die Doppelhauptträger-Kastenbauweise mit einer Fachwerkträger-Variante verglichen werden: Der Kastenträger bietet eine hohe Steifigkeit, hat aber ein hohes Eigengewicht und einen hohen Stahlverbrauch; der Fachwerkträger ist leichter und hat eine geringere Windangriffsfläche, ist jedoch in der Fertigung komplexer und hat eine größere zu schützende Korrosionsschutzfläche. Das Ergebnis des Variantenvergleichs sollte in einem Variantenvergleichsbericht für den Sonderkran dokumentiert und vom Kunden bestätigt werden.
Strukturberechnung und Finite-Elemente-Analyse
Die Strukturberechnung ist der technische Kern der Sonderkran-Konstruktion und muss strikt den Sicherheitsanforderungen der Norm DIN 15018 „Krane – Konstruktionsvorschriften“ entsprechen. Die Berechnungen umfassen: Festigkeitsnachweis des Hauptträgers (Nachweis der Normal-, Schub-, lokalen Press- und Vergleichsspannung), Steifigkeitsnachweis (statische Steifigkeit – Durchbiegung in der Mitte auf L/700 bis L/1000 begrenzt; dynamische Steifigkeit – Eigenfrequenz bei Volllast nicht unter 2 Hz), Gesamtstabilität (für Portalkrane ist der Kippsicherheitsbeiwert ≥ 1,5 nachzuweisen), lokale Stabilität (Nachweis der Breiten-/Dickenverhältnisse von Stegblech und Gurtplatte des Kastenträgers, Berechnung der Anordnung von Steifen), Ermüdungsfestigkeitsnachweis (für Arbeitsgruppe A6 und darüber ist ein Ermüdungsnachweis erforderlich), Verbindungsnachweis (Festigkeit von Schweißnähten, HV-Schrauben, Bolzenverbindungen etc.). Das Sicherheitsfaktorenkonzept umfasst: Strukturfestigkeit ≥ 1,48, Drahtseil ≥ 5, Bremse ≥ 1,25.
Die Finite-Elemente-Analyse (FEA) ist das moderne Werkzeug zur Verifizierung der Sonderkran-Konstruktion. Mittels ANSYS, Abaqus oder vergleichbarer Software wird ein dreidimensionales Finite-Elemente-Modell des gesamten Krans für eine detaillierte Analyse erstellt. Die FEA-Berechnungslastfälle müssen abdecken: statische Belastungsprüfung mit Nennlast (inkl. dynamischer Lastfaktor 1,25), statische Belastungsprüfung mit 1,25-facher Nennlast, dynamische Belastungsprüfung mit 1,1-facher Nennlast, extreme Windlastfälle (für im Freien aufgestellte Portalkrane sind Winddrücke im Betriebs- und im Nichtbetriebszustand zu berücksichtigen), Erdbebenlastfälle (in Erdbebenzonen). Der FEA-Bericht sollte Spannungs- und Verformungsdiagramme, Ergebnisse der Modalanalyse sowie eine Vorhersage der Ermüdungslebensdauer enthalten. Weitere Methoden und Fallbeispiele zur Finite-Elemente-Analyse finden Sie im Fachartikel zur FEA-Analyse von Sonderkränen, der Optimierungsmethoden für verschiedene Strukturformen erläutert.
Fertigungsverfahren und Qualitätskontrolle
Die Kernaufgabe der Fertigungsphase ist die Umsetzung des Konstruktionsentwurfs in ein physisch herstellbares Produkt. Die wichtigsten Fertigungsschritte für Sonderkrane umfassen: Stahlvorbehandlung (Sandstrahlen auf Reinheitsgrad Sa 2,5, Auftragen einer Werkstattgrundierung), numerisch gesteuerter Zuschnitt (Plasmaschneiden / Laserschneiden / Autogenes Brennschneiden, Fasenbearbeitung), Blechstoßen und Zusammenbau (Stumpfnähte werden gemäß Norm GB/T 3323 zu 100 % mittels Durchstrahlungsprüfung (RT) oder Ultraschallprüfung geprüft), Schweißen des Hauptträgers (CO₂-Schutzgasschweißen oder Unterpulverschweißen, Schweißzusatzwerkstoffe auf den Grundwerkstoff abgestimmt, Vorwärmung und kontrollierte Abkühlung nach dem Schweißen), Wärmenachbehandlung (Spannungsarmglühen, besonders wichtig bei dicken Blechen), mechanische Bearbeitung (Fräsen der Kopfträgerstirnflächen, Bearbeitung der Radbohrungen und Passbohrungen zur Sicherstellung der Koaxialität des Fahrwerks), Endbeschichtung (Auswahl des Beschichtungssystems nach Korrosivitätskategorie gemäß ISO 12944-2018, Gesamttrockenschichtdicke nicht unter 240 μm).
Die Qualitätskontrolle begleitet den gesamten Fertigungsprozess. Die wichtigsten Prüfpunkte sind: Eingangskontrolle des Rohmaterials (mechanische Eigenschaften, chemische Zusammensetzung, Ultraschallprüfung auf Dopplungen), Schweißverfahrensprüfung (WPQR) (jede Verbindungsart muss vorab qualifiziert sein; die Schweißanweisung (WPS) muss alle wichtigen Schweißverbindungen abdecken), zerstörungsfreie Schweißnahtprüfung (Stumpfnähte: 100 % UT + stichprobenartige RT; Kehlnahtprüfung: prozentuale Prüfung mittels MT oder PT), Maßgenauigkeitsprüfung (Vorbiegung des Hauptträgers L/1000 ± 10 %, Spannweitenabweichung ± 5 mm, Diagonalendifferenz ≤ 5 mm), Prüfung der Montagespalte (Einstellung des Spalts zwischen Rad und Schiene, Prüfung des Zahneingriffsspiels), Prüfung der Beschichtungsqualität (Schichtdicke, Haftfestigkeit im Abreißversuch, elektrische Funkenprüfung auf Poren). Die Ergebnisse aller Prüfungen in diesen Phasen sind im Qualitätsprotokoll des Fertigungsprozesses zu dokumentieren und dienen als technische Grundlage für die Werksabnahme.
Prüfung, Abnahme und Übergabe
Vor der Auslieferung muss ein Sonderkran alle Typprüfungen und die Werksabnahme vollständig durchlaufen. Die Prüfungen erfolgen gemäß Norm FEM 1.001 „Krane – Prüf- und Abnahmebestimmungen“ und umfassen: Leerlaufprüfung (alle Antriebe funktionieren einwandfrei, Bremsen öffnen und schließen zuverlässig, Begrenzungseinrichtungen lösen präzise aus), Nennlastprüfung (Messung der Durchbiegung in Hauptträgermitte, Prüfung der Hebe- und Fahrgeschwindigkeiten, Verifikation des Bremswegs), statische Belastungsprüfung (Heben der 1,25-fachen Nennlast auf 100 mm über Boden, Halten für 10 Minuten; nach dem Entlasten darf die Restverformung des Hauptträgers ≤ 0,1 % der Spannweite betragen und es dürfen keine bleibenden Verformungen auftreten), dynamische Belastungsprüfung (kombinierte Bewegungen wie Heben, Bremsen, Katz- und Kranfahren mit der 1,1-fachen Nennlast; mindestens 15 Lastspiele), Prüfung der Sicherheitseinrichtungen (Genauigkeit der Überlastsicherung ± 5 %, Funktionssicherheit des Hubbegrenzers, Leistungstest der Puffer, Funktionsnachweis der Windsicherung). Das elektrische System muss eine Isolationsprüfung (Isolationswiderstand ≥ 1 MΩ) und eine Spannungsprüfung (1500 V / 1 min ohne Durchschlag) bestehen.
Zur Lieferung gehören folgende Dokumente: Produktzertifikat, Abnahmeprüfbescheinigung für Spezialausrüstung (ausgestellt durch die örtliche Prüfstelle für Spezialausrüstung), Bedienungs- und Wartungshandbuch, Montage- und Inbetriebnahmeanleitung, Übersichtszeichnung und Baugruppenzeichnungen, Stromlaufplan und Anschlussplan, Konformitätsbescheinigungen und Anleitungen für Hauptzulieferteile (Motor, Getriebe, Bremse, elektrische Komponenten usw.) sowie Ersatzteilliste. Die Abnahme vor Ort nach der Montage ist ebenso entscheidend: Es sind Prüfungen im Leerlauf, mit Nennlast und mit 1,1-facher dynamischer Last durchzuführen. Zudem ist die örtliche Überwachungs- und Prüfstelle für Spezialausrüstung hinzuzuziehen. Erst nach bestandener Prüfung und Ausstellung des Prüfberichts für Hebezeuge darf die Anlage in Betrieb genommen werden. Detaillierte Informationen zu Prüf- und Abnahmeverfahren finden Sie im Leitfaden zur Kranprüfung und Abnahme.
Anforderungsanalyse
Bestätigung der fünf Kernelemente: Tragfähigkeit / Spannweite / Hubhöhe / Triebwerksgruppe / Umgebungsbedingungen. Ergebnis ist die Technische Spezifikation. Bewertung von Sonderanforderungen wie Tieftemperatureinsatz, explosionsgeschützte Bereiche, Korrosionsschutzklassen.
Konzeptvergleich
Vergleich mehrerer Lösungen hinsichtlich Bauform, Hauptträgerquerschnitt, Laufkatzenanordnung und elektrischer Steuerung. Technisch-wirtschaftliche Bewertung, Erstellung eines Vergleichsberichts, Minimierung des Sonderanteils.
Statische Berechnung
Sicherheitsberechnung nach DIN 15018, Verifizierung mittels FEA (Finite-Elemente-Methode). Vollständiger Nachweis von Festigkeit, Steifigkeit, Stabilität und Ermüdung. Sicherheitsfaktor ≥ 1,48, Durchbiegung L/700 bis L/1000.
Fertigung & Qualitätskontrolle
Stahlvorbehandlung / CNC-Zuschnitt / Schweißverfahrensprüfung (WPQR) / zerstörungsfreie Prüfung / Maßgenauigkeit / Beschichtungsprüfung. Schweißnähte werden per UT + RT geprüft, Vorbiegung des Hauptträgers L/1000 ± 10 %.
Prüfung & Abnahme
Typprüfung nach FEM 1.001: Leerlauf / Nennlast / 1,25-fache statische Last / 1,1-fache dynamische Last. Isolationswiderstand ≥ 1 MΩ, Spannungsfestigkeit 1500 V. Überwachung durch die Prüfstelle für Spezialausrüstung.
Bediener-Schulung
Schulung für Bedienung, Wartung, Sicherheitsbetriebsanweisung, Behebung typischer Störungen und Bestätigung der Ersatzteilliste. Sicherstellung, dass der Bediener die spezifischen Anforderungen der Sonderkonstruktion versteht.
Typische Szenarien für Sonderkrane
Typische Einsatzfälle für Sonderkrane umfassen extreme Bedingungen und spezielle Anforderungen. Für den Tieftemperatureinsatz (z. B. Kühlhaus bei -40 °C oder Freiluftanwendungen in Kälteregionen) sind Stahlbleche der Güte D/E mit einer Kerbschlagzähigkeit von mindestens 27 J bei -40 °C erforderlich. Es sind Tieftemperatur-Schweißzusätze, elektrische Komponenten für den Tieftemperatureinsatz (-40 °C) und spezielles Lithiumfett für tiefe Temperaturen zu verwenden. Für den Korrosionsschutz in Meeresumgebung (Hafen, Offshore-Plattformen, Meerestechnik) ist die Konstruktion für die Korrosivitätskategorie C5 oder CX auszulegen. Ein mehrschichtiges Schutzsystem aus Feuerverzinkung, Epoxid-Zinkstaub-Grundierung und Polyurethan-Decklack wird aufgebracht. Es sind Edelstahlbefestigungen sowie elektrische Komponenten mit Schutzart (IP) mindestens IP56 zu verwenden; der Motor muss als IP56-Korrosionsschutzausführung ausgeführt sein.
Explosionsgeschützter Einsatz (Chemie-/Erdölindustrie, Gasstationen, staubbelastete Werkstätten) – Auslegung nach GB/T 3836, Explosionsschutzklasse ExdⅡBT4 oder ExdⅡCT4, Ex-Motor, explosionsgeschützter Elektroschrank, Bremse in funkenfreier Ausführung, explosionsgeschützte Schleppleitung, Erdungswiderstand der gesamten Anlage ≤ 4 Ω. Krane auf Ringschiene (Kernkraftwerks-Kreisbau, Montage großer Wasserturbinen, Sektionsmontage im Schiffbau) – Einsatz von gebogenen Schienen und spezieller Dreh-Laufkatze; der Krümmungsradius der Schiene richtet sich nach den Abmessungen der Werkshalle; die Laufräder sind als konische Laufflächenpaare für die Kurvenfahrt ausgeführt; die Anforderungen an die Schienenstöße sind höher als bei geraden Schienen. Umbau und Modernisierung (Werkshallenumbau, Nachrüstung, Aufrüstung, Austausch) – Die neue Krananlage muss unter den Randbedingungen der bestehenden Hallenstruktur ausgelegt werden; häufig sind lichte Höhe, Tragfähigkeit der Kragträger und Schienenzustand limitierende Faktoren; erst nach einer Vor-Ort-Vermessung und statischen Überprüfung kann die Konstruktionszeichnung erstellt werden. Kernkraft-Krane müssen zusätzlich Anforderungen an Erdbebensicherheit (Kategorie I), strahlungsbeständige Beschichtung, redundante Sicherheitssysteme und Zweikanal-Bremsung erfüllen.
Referenznormen: DIN 15018 „Konstruktionsvorschriften für Krane“, FEM 1.001 „Prüfvorschriften und -verfahren für Krane“, GB/T 3836-Reihe „Explosionsfähige Atmosphäre“, FEM 1.001 „Allgemeiner Brückenkran“, GB/T 14406-2011 „Allzweck-Portalkran“
Häufige Fragen zu Sonderkran-Lösungen
F: Wann ist ein Sonderkran erforderlich?
A: Wenn Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe, Triebwerksgruppe oder Umgebungstauglichkeit der Standardtypen (z. B. QD-Typ, MH-Typ) die tatsächlichen Anforderungen nicht abdecken, ist ein Sonderkran angezeigt. Typische Kriterien: Tragfähigkeit über der Standardreihe, zu geringe lichte Höhe für Standard-Spannweite, Betriebstemperatur unter –20 °C oder über +60 °C, explosionsgefährdete Gas- oder Staubatmosphäre, Profilschiene oder Ringschiene erforderlich. Empfohlen wird, auch bei unkonventionellem Bedarf zunächst eine abgeleitete Konstruktion auf Basis eines ähnlichen Standardtyps zu prüfen, um Sonderanteil und Kosten zu reduzieren.
F: Wie lassen sich Entwicklungszeit und Kosten eines Sonderkrans abschätzen?
A: Die Entwicklungszeit beträgt in der Regel 4–8 Wochen (abhängig vom Sonderanteil): Anforderungsanalyse und Konzept 30 %, statische Berechnung und Zeichnungen 50 %, Fertigungsvorbereitung 20 %. Die Herstellkosten liegen üblicherweise 15–40 % über einem vergleichbaren Standardtyp; je höher der Sonderanteil, die Materialbesonderheit und die Fertigungskomplexität, desto größer der Aufschlag. Es wird empfohlen, in der Technischen Spezifikation eine Kostengrenze festzulegen, um spätere Leistungsreduzierungen nach Überschreitung des Budgets zu vermeiden.
F: Wie wird die Sicherheit eines Sonderkrans gewährleistet?
A: Die Sicherheit eines Sonderkrans wird auf drei Ebenen sichergestellt: In der Konstruktionsphase erfolgt die Berechnung nach dem in DIN 15018 festgelegten Sicherheitsfaktor-System (Sicherheitsfaktor für Strukturfestigkeit ≥ 1,48, für Drahtseil ≥ 5, für Bremsung ≥ 1,25); in der Fertigungsphase werden Schweißverfahrensprüfung (WPQR) und zerstörungsfreie Prüfung durchgeführt; in der Abnahmephase erfolgen statische und dynamische Belastungsprüfung nach FEM 1.001. Darüber hinaus muss ein Sonderkran – wie ein Standardtyp – über die vollständige Sicherheitsausstattung verfügen (Überlastsicherung, Hubbegrenzer, Fahrbegrenzer, Bremse usw.).
F: Ist für Sonderkrane eine Fertigungslizenz für Spezialausrüstung erhältlich?
A: Ja. Sonderkrane fallen unter die Kategorie Spezialausrüstung; der Hersteller muss eine entsprechende Fertigungslizenz der zutreffenden Art und Stufe besitzen (Stufe A deckt die gesamte Baureihe der Brücken- und Portalkrane bis 50 t ab). Jedes Sonderprodukt wird nach erfolgreicher Typprüfung und Werksabnahme durch die zuständige Prüfstelle einer Überwachungsinspektion unterzogen und erhält ein Überwachungsinspektionszertifikat, bevor es in Betrieb genommen werden darf. Das Unternehmen verfügt über die A-Stufe-Fertigungslizenz für Sonder-Brücken- und Portalkrane und ist damit zur legalen Produktion von Sonderkranen berechtigt.