Elektrische Ausrüstung für Hebezeuge nach GB/T 25122.1-2010

DIN EN 60204-32:2008 ist die zentrale Sicherheitsnorm für die Konstruktion elektrischer Systeme von Kranen. Die Norm legt Anforderungen an Auswahl, Montage, Verdrahtung und Schutz elektrischer Ausrüstung von Kranen fest – einschließlich Stromversorgungssystem, Motorsteuerung, Schutzeinrichtungen, Erdung und Beleuchtung. Sie entspricht IEC 60204-32:2008 (IDT). Die korrekte Umsetzung dieser Norm ist die Grundvoraussetzung für die elektrische Sicherheit von Kranen.

DIN EN 60204-32 ist die Grundnorm für die allgemeinen Anforderungen an die elektrische Ausrüstung von Hebezeugen und gilt für Konstruktion, Fertigung und Inspektion elektrischer Systeme aller Kranarten. Das elektrische System bildet das Herzstück für Antrieb und Steuerung eines Krans – seine Zuverlässigkeit ist entscheidend für den sicheren Betrieb. Dieser Beitrag erläutert die Kernanforderungen der Norm an Stromversorgungssystem, Schutzeinrichtungen und Erdung im Detail.

DIN EN 60204-32 – Elektrische Ausrüstung von Kranen – Allgemeine Anforderungen


Standardpositionierung und Anwendungsbereich

DIN EN 60204-32 ist der übergeordnete Teil der Normenreihe für die elektrische Ausrüstung von Kranen. Sie gilt für elektrische Ausrüstung und elektrische Systeme von Hebezeugen mit einer Nennspannung bis 1.000 V Wechselspannung bzw. 1.500 V Gleichspannung. Die Norm erfasst sämtliche elektrischen Einrichtungen vom Netzanschlusspunkt bis zu den Verbrauchern – einschließlich Konstruktion, Fertigung, Montage und Prüfung von Hauptstromkreisen, Steuerstromkreisen, Schutzstromkreisen und Hilfsstromkreisen. Als übernommene Fassung der IEC 60204-32 (Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 32: Krananforderungen) bildet sie zusammen mit DIN EN 60204-1 (Allgemeine Anforderungen an die elektrische Ausrüstung von Maschinen) die technische Grundlage für die Konstruktion elektrischer Krananlagen. Die Norm ist seit 2011 in Kraft und zählt zu den wichtigsten Referenzen für Konstruktion, Fertigungsüberwachung und Sicherheitsprüfung elektrischer Krananlagen in Deutschland.

Stromversorgungssystem und Hauptstromkreis

Die Norm stellt hohe Anforderungen an das Stromversorgungssystem von Kranen:

Netzeinspeisung – Der Kran sollte über eine eigene Stromversorgung oder über eine separate Einspeisung aus der Werksverteilung versorgt werden. Am Einspeisepunkt ist ein Trennschalter mit sichtbarer Trennstelle vorzusehen, der alle aktiven Leiter des Krans (einschließlich Neutralleiter N) allpolig abschaltet. Der Nennstrom des Trennschalters muss mindestens dem 1,25-fachen des Nennstroms des Krans entsprechen; das Nennkurzschlussausschaltvermögen ist auf den zu erwartenden Kurzschlussstrom am Einbauort auszulegen. Der Einspeiseschalter muss in der Ausschaltstellung abschließbar sein (Vorhängeschloss).

Stromschienenversorgung – Bei Versorgung über Schleifleitungen (geschlossene Schleifleitung oder blanke Stromschiene) ist die Schleifleitung über die gesamte Länge der Fahrschiene zu verlegen. Der Leiterquerschnitt ist auf das 1,5-fache des Nennstroms des Krans auszulegen und auf Spannungsabfall zu verifizieren (bei Volllastbetrieb nicht mehr als 5 % der Nennspannung). Blanke Schleifleitungen sind über die gesamte Länge mit einer Schutzhaube zu versehen oder mit Warnschildern zu kennzeichnen; die Montagehöhe muss mindestens 3,5 m über dem Boden betragen. Stromabnehmer müssen mit einer Federvorrichtung ausgestattet sein, die eine Anpresskraft von mindestens 20 N zwischen Schleifleitung und Stromabnehmer sicherstellt.

Kabeltrommelversorgung – Bei Versorgung über eine Kabeltrommel muss das Kabel eine ausreichende Biegelebensdauer aufweisen (mindestens 2 Mio. Biegewechsel im Prüfversuch). Nach vollständigem Abspulen müssen mindestens 3 Kabelwindungen auf der Trommel verbleiben. Die Kabeltrommel ist mit einer Konstantzug-Einrichtung (Feder- oder Torquemotor-Ausführung) auszurüsten, die eine gleichmäßige Zugspannung beim Auf- und Abwickeln gewährleistet.

Spannungsbereich
AC ≤ 1.000 V
DC ≤ 1.500 V
Spannungsabfall
Volllast ≤ 5 %
Anlauf ≤ 10 %
Isolationswiderstand
≥ 1 MΩ
(500-V-Isolationsmessgerät)
Schutzart
Im Schrank IP54
Im Freien IP65
Erdungswiderstand
≤ 4 Ω
Wiederholte Erdung ≤ 10 Ω
Schalterleistung
≥ 1,25-facher
Nennstrom

Auswahl von Elektromotoren und Steuerungen

Der Kranmotor ist entsprechend der Triebwerksgruppe, den Lastmerkmalen und den Umgebungsbedingungen des Krans auszuwählen:

Hubwerksmotor – Für das Hubwerk sind kranspezifische Schleifringläufer-Asynchronmotoren oder Motoren mit Frequenzumrichter-Drehzahlregelung einzusetzen. Schleifringläufermotoren benötigen Widerstände oder frequenzabhängige Widerstände zur Drehzahlregelung; Frequenzumrichtermotoren erfordern einen zugeordneten Frequenzumrichter für stufenloses Regeln. Die Nennleistung des Hubwerksmotors ist aus Nenntragfähigkeit, Nenn-Hubgeschwindigkeit und Wirkungsgrad des Mechanismus zu berechnen; der Leistungs-Sicherheitsreserve-Faktor beträgt 1,1 bis 1,3. Die Isolationsklasse des Motors muss mindestens F (155 °C) betragen, die Schutzart mindestens IP54 (Innenaufstellung) bzw. IP55 (Außenaufstellung).

Fahrwerksmotor – Für das Katzfahren und die Kranbrücke sind kranspezifische Kurzschlussläufer-Asynchronmotoren oder Frequenzumrichtermotoren einzusetzen. Die Bremsung erfolgt über Gleichstrom-Scheibenbremsen oder Wechselstrom-Elektromagnetbremsen. Das Anlaufdrehmoment des Fahrmotors muss mindestens das 1,8-fache des Nenndrehmoments betragen, das Kippmoment mindestens das 2,5-fache des Nenndrehmoments.

Auswahl der Steuerung – Nennspannung und Nennstrom von Schützen, Relais, Frequenzumrichtern und Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) sind auf mindestens 120 % der Motor-Nennwerte auszulegen. Die Gebrauchskategorie der Schütze ist AC-4 (häufiges Anfahren, Bremsen, Reversieren) bzw. AC-3 (nicht häufiges Anfahren, Bremsen). Frequenzumrichter sind für die Arbeitsweise S1 ausgelegt; ihre Leistung ist auf das 1,2- bis 1,5-fache des Motor-Nennstroms zu dimensionieren.

Schutzeinrichtungen und Sicherheitsstromkreise

Die Norm definiert ein umfassendes System des elektrischen Schutzes:

Überstromschutz – Transformator, Motoren und Steuerungszweige sind jeweils mit Überstromschutzeinrichtungen auszustatten. Der Überstromschutz des Hauptstromkreises erfolgt über Leistungsschalter oder Sicherungen; der Einstellwert darf nicht kleiner als das 1,5-fache des maximalen Laststroms des betreffenden Zweigs sein, jedoch nicht kleiner als der Spitzenwert des Motoranlaufstroms. Der Einstellwert des Überstromschutzes im Steuerstromkreis darf das 2-fache des Nennstroms des Steuertransformators nicht überschreiten.

Unterspannungsschutz – Der Kran muss mit einem Unterspannungsschutz ausgestattet sein, der bei Spannungsausfall oder einem Abfall der Spannung auf weniger als 70 % der Nennspannung die Stromversorgung automatisch abschaltet. Nach dem Ansprechen des Unterspannungsschutzes darf sich der Kran auch nach Wiederkehr der Stromversorgung nicht selbstständig in Betrieb setzen; ein erneuter manueller Start durch das Bedienpersonal ist erforderlich. Diese Maßnahme ist eine entscheidende Sicherheitsfunktion, um Fehlfunktionen durch unerwartete Wiederkehr der Stromversorgung nach kurzzeitiger Unterbrechung zu verhindern.

Überlastschutz – Die Elektromotoren für Heben und Fahren müssen mit einem Überlastschutz ausgestattet sein (Thermorelais oder elektronischer Überlastschutz). Der Ansprechstrom des Überlastschutzes ist auf das 1,05- bis 1,2-fache des Nennstroms des Elektromotors einzustellen. Bei Kränen mit mehreren Elektromotoren ist für jeden Elektromotor eine separate Überlastschutzeinrichtung vorzusehen.

Nullstellungsschutz – Alle Steuerpulte müssen nach einem Spannungsausfall in die Nullstellung zurückkehren, sodass sich die Mechanismen beim Wiedereinschalten der Stromversorgung nicht selbstständig in Bewegung setzen können. Dies wird durch die Reihenschaltung der Nullstellungskontakte aller Steuerungen im Spulenkreis des Hauptschützes realisiert.

Schutzart Schutzeinrichtung Einstellbereich Bezugsbestimmung
über Strom Schutz Leistungsschalter/Sicherung ≥1.5×Maximallast Strom §7.2
Unterspannungsschutz Hauptschütz Spule <70%Nennspannung Auslösung §7.5
Überlastschutz Thermorelais 1.05~1.2fach Motor Nennstrom §7.3
Erdung Störung Fehlerstromschutzschalter Auslösung Strom≤300mA §7.8
Nullstellungsschutz Steuerung Nullstellung Kontakt Reihenschaltung Stromversorgung Wiedereinschaltverriegelung §7.6
Endschalter Schutz Endschalter Stromkreisunterbrechung Auslösung Genauigkeit±5mm §9.3

Erdung und Potenzialausgleich

Die Norm betont, dass Erdung und Potenzialausgleich entscheidende Maßnahmen für die elektrische Sicherheit darstellen:

Alle berührbaren leitfähigen Teile des Krans (Motorgehäuse, Schaltschrankgehäuse, Metallkonstruktion des Führerhauses, Schienen usw.) müssen über den Schutzleiter (PE-Leiter) zuverlässig mit der Erdungsanlage verbunden werden. Der Erdungswiderstand des Krans sollte in TT-Systemen nicht größer als 4 Ω sein bzw. in TN-Systemen unter 10 Ω liegen (bei wiederholter Erdung). Der Querschnitt des Schutzleiters darf nicht kleiner als 50 % des Außenleiterquerschnitts sein (bei Außenleiterquerschnitten ≤ 16 mm² ist der PE-Leiter mit dem Außenleiter gleichzusetzen).

Über die gesamte Länge der Schleifleitung ist eine Potenzialausgleichsleitung zu verlegen; an jeder Verbindungsstelle der Schleifleitung sind die Abschnitte mit Überbrückungsleitungen zuverlässig zu verbinden. Auch an Schienenstößen sind Überbrückungsleitungen vorzusehen, um die elektrische Durchgängigkeit der gesamten Schiene sicherzustellen. Der zentrale Potenzialausgleichskasten des Krans ist in der Nähe des Stromversorgungseinspeisepunkts zu installieren; alle Schutzleiter müssen an der Potenzialausgleichsschiene zusammengeführt werden. Der Erdungsleiter ist als grün-gelber isolierter Leiter auszuführen, mit einem Querschnitt von mindestens 2,5 mm².

Fehlerstromschutz – In TN-Systemen ist im Hauptstromkreis des Krans ein Fehlerstromschutzschalter (RCD) vorzusehen, mit einem Nennfehlerstrom von nicht mehr als 300 mA und einer Auslösezeit von nicht mehr als 0,3 s. In TT-Systemen ist jeder Abgangskreis mit einem 30-mA-Fehlerstromschutz auszustatten. Die von Kelude konstruierten elektrischen Systeme für Krane werden vor Auslieferung jeweils einer Isolationsprüfung mit einem 500-V-Isolationsmessgerät sowie einer Erdungswiderstandsprüfung unterzogen und erst nach bestandenem Ergebnis ausgeliefert.


Vergleichstabelle: Allgemeine Anforderungen an die elektrische Ausrüstung von Hebezeugen

Die folgende Vergleichstabelle fasst die zentralen Parameter und Konfigurationen der allgemeinen Anforderungen an die elektrische Ausrüstung von Hebezeugen zusammen und dient als Referenz für Auswahl und Betrieb.

← Tabelle seitlich wischen →
elektrisch Parameter technische Anforderungen Prüfverfahren Abnahmestandard
Isolationswiderstand Hauptstromkreis≥1MΩ 500VIsolationsmessgerät GB/T 25122.1
Durchschlagfestigkeit 2Un+1000V/1min Spannungsprüfung überschlagsfrei
Schutzart (IP) Innenaufstellung IP43/Außenaufstellung IP54 GB/T 4208 IPCode-Prüfung
Erdungsschutz Erdungswiderstand≤4Ω Erdungswiderstandsmessgerät GB/T 25122.1

Häufige Fragen

F: Worin unterscheiden sich GB/T 25122.1 und GB/T 5226.1?
A: GB/T 5226.1 ist die allgemeine Norm für die elektrische Sicherheit von Maschinen und gilt für die elektrische Ausrüstung aller Maschinenarten. GB/T 25122.1 ist eine darauf aufbauende Fachnorm, die speziell auf die besonderen Nutzungsanforderungen von Kranen zugeschnitten ist. Sie ergänzt die allgemeine Norm um kranspezifische Anforderungen an die elektrische Steuerung, darunter Stromschienenversorgung, Endschalter, Überlastschutz sowie windfeste Bremsen. Bei der Konstruktion des elektrischen Systems eines Krans ist GB/T 25122.1 maßgeblich; für nicht darin geregelte Aspekte gilt GB/T 5226.1 entsprechend.
F: Wie wird der Isolationswiderstand im elektrischen System eines Krans gemessen?
A: Die Messung erfolgt mit einem Isolationsmessgerät mit 500 V (für Stromkreise mit einer Nennspannung unter 500 V) bzw. mit 1000 V (für Stromkreise mit einer Nennspannung über 500 V). Vor der Messung ist die Stromversorgung zu unterbrechen. Alle elektronischen Komponenten wie Frequenzumrichter und SPS sind vorübergehend abzuklemmen oder deren Ein- und Ausgangsklemmen kurzzuschließen, um Schäden zu vermeiden. Der Isolationswiderstand des Hauptstromkreises muss ≥ 1 MΩ betragen, der der Steuerstromkreise ≥ 0,5 MΩ und der Wicklungswiderstand des Motors gegen Erde ≥ 1 MΩ. Liegen die Werte darunter, sind die betroffenen Bereiche auf Feuchtigkeit, Alterung oder Beschädigungen zu untersuchen.
F: Welche besonderen Anforderungen gelten für die elektrische Konstruktion von Frequenzumrichter-Kranen?
A: Bei Frequenzumrichter-Kranen sind folgende Punkte zu beachten: 1) Das Kabel zwischen Frequenzumrichter-Ausgang und Elektromotor muss als geschirmtes Kabel ausgeführt sein, wobei die Schirmung beidseitig zu erden ist, um elektromagnetische Störungen zu unterdrücken; 2) Auf der Stromversorgungsseite des Frequenzumrichters ist eine Netzdrossel (≥3 % Impedanz) zur Unterdrückung von Oberschwingungen zu installieren; 3) Das Hubwerk mit frequenzgesteuerter Drehzahlregelung muss zwingend mit Bremsmodul und Bremswiderstand ausgestattet sein, um die Energierückspeisung beim Senken der Last sicherzustellen; 4) Der Umrichterschrank muss über eine ausreichende Belüftung und Wärmeabfuhr verfügen, wobei am Lufteintritt ein Filtersieb vorzusehen ist.
F: Wie ist ein Spannungsabfall von mehr als 5 % an der Schleifleitung zu behandeln?
A: Überschreitet der Spannungsabfall an der Schleifleitung die zulässigen Grenzwerte der Norm, stehen folgende Maßnahmen zur Verfügung: 1) Vergrößerung des Schleifleitungsquerschnitts (der Spannungsabfall ist umgekehrt proportional zum Querschnitt); 2) zusätzliche Einspeisepunkte in der Mitte der Schleifleitung oder in regelmäßigen Abständen – durch Mehrfacheinspeisung lässt sich der Spannungsabfall um ein Vielfaches reduzieren; 3) Verwendung von Aluminium-Kupfer-Verbundschienen, die bei gleicher Leitfähigkeit ein geringeres Gewicht aufweisen; 4) bei Krananlagen mit extrem langen Kranschienen – etwa Werftportalkräne mit einer Schienenlänge von über 500 m – ist eine gesonderte Spannungsabfallberechnung erforderlich; hier empfiehlt sich eine abschnittsweise Stromversorgung.

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