GB/T 18439-2001 Hebezeug-Greifer Technische Bedingungen

GB/T 18439-2001 „Hebezeuge – Greifer“ ist die Norm für allgemeine technische Bedingungen von Kran-Greifern. Die Norm legt technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Kran-Greifer fest und gilt für alle Greifertypen, die in Verbindung mit Kranen eingesetzt werden – sie gewährleistet die Kompatibilität zwischen Greifer und Kran sowie einen sicheren und zuverlässigen Betrieb des Greifers.


Anwendungsbereich der Norm und Einordnung

GB/T 18439-2001 dient als ergänzende Norm zu GB/T 10603-2015 „Greifer“ und legt die allgemeinen Anforderungen an Fertigung und Inspektion von Greifern fest. Zu den Hauptstrukturbauteilen des Greifers gehören Schalen, Zugstangen sowie Ober- und Untertraverse; sie müssen aus Q345B (≈S355J2) und darüber bestehen. Alle Schweißverbindungen sind entsprechend der geforderten Schweißnahtgüte zerstörungsfrei zu prüfen (UT-Stichprobenprüfung an kritischen Schweißnähten ≥20 %). Die Schneidkanten der Schalen sind aus verschleißfestem legiertem Stahl (NM400 oder NM500, Härte HB360~500) zu fertigen; die Gelenkbolzen aller Gelenkpunkte bestehen aus 40Cr oder 42CrMo mit Abschreckhärte HRC40~50.

Die Montageanforderungen verlangen, dass sich alle Gelenkpunkte leichtgängig drehen lassen (beim manuellen Drehen des Bolzens darf kein spürbarer Widerstand auftreten). Die Synchronisation beim Öffnen und Schließen der Schalen muss so ausgelegt sein, dass die Zeitdifferenz beim vollständigen Schließen beliebiger zwei Schalen ≤0,5 s beträgt. Nach dem Schließen darf der maximale Spalt zwischen den Schneidkanten ≤3 mm (Standardmaterial) bzw. ≤5 mm (stückiges Material mit Korngröße >100 mm) betragen. Die Abweichung der Mittellinien-Symmetrie der geschlossenen Schalen darf ≤5 mm nicht überschreiten. Die Abweichung des Eigengewichts des Greifers darf ±5 % des Bemessungswerts nicht überschreiten.


Technische Anforderungen und Sicherheitsanforderungen

GB/T 18439-2001 – Technische Bedingungen für Kran-Greifer

Die Norm legt umfassende Anforderungen an Festigkeit und Sicherheit des Greifers fest: Bei der statischen Festigkeitsprüfung darf der Greifer nach Belastung mit dem 1,25-fachen der Nennlast an allen tragenden Hauptstrukturbauteilen (Schalen, Zugstangen, Ober- und Untertraverse) keine bleibende Verformung und keine Risse aufweisen. Das Prüfverfahren sieht vor, den geschlossenen Greifer mit dem 1,25-fachen der Nennlast zu belasten (Aufbringen der Zugkraft über Drahtseile oder Zugstangen, die an den Schneidkanten der Schalen befestigt werden). Die dynamische Festigkeitsprüfung verlangt mindestens 20 kontinuierliche Öffnungs- und Schließzyklen unter 1,1-facher Nennlast; an Gelenkbolzen und Schweißnähten dürfen keine unzulässigen Verschleißerscheinungen oder Risse auftreten.

Hinsichtlich des Sicherheitsfaktors gelten folgende Anforderungen: Der Material-Sicherheitsfaktor aller tragenden Hauptstrukturbauteile muss ≥2,0 (bezogen auf die Streckgrenze) betragen; der Scher-Sicherheitsfaktor der Gelenkbolzen muss ≥3,0 (bezogen auf die Scherfestigkeit des Bolzenwerkstoffs) sein. Der Drahtseildurchmesser des Greifers ist an die Nennlast anzupassen; der Seilsicherheitsfaktor muss ≥5 betragen. Der Greifer ist an gut sichtbarer Stelle mit einem Typenschild (Hersteller, Typ und Spezifikation, Nennlast, Eigengewicht, Herstellungsdatum) sowie einem Schild mit Sicherheitshinweisen für den Betrieb zu versehen. Überlast ist strikt untersagt.

Strukturbauteile
Schalen/Zugstangen/Traversen
Schneidkantenwerkstoff
NM400~NM500
Sicherheitsfaktor
Festigkeit ≥2,0
Synchronisationsabweichung
≤0,5 s
Greifleistung
≥90 % der Nennlast
Gelenkspiel
≤1,5-fach

Prüfregeln sowie Betrieb und Wartung

Die Norm unterscheidet drei Prüfebenen: Werksabnahme (stückweise Sichtprüfung, Leerlaufprüfung und Maßprüfung), Typprüfung (alle 2 Jahre, einschließlich Prüfung der statischen Festigkeit, dynamischen Festigkeit und Greifleistung) sowie Stichprobenprüfung (nach GB/T 2828.1, allgemeines Prüfniveau II, AQL=4,0). Die Greifleistungsprüfung im Rahmen der Typprüfung verlangt mindestens 10 Greifzyklen im genormten Prüfmaterial; der Mittelwert der tatsächlich aufgenommenen Last muss ≥90 % der Nennlast betragen. Bei der Verschleißfestigkeitsprüfung sind mindestens 500 kontinuierliche Greifzyklen durchzuführen; anschließend ist der Verschleißbetrag an den Schneidkanten der Schalen zu messen.

Die Norm schreibt ausdrücklich vor, dass Greifer als Zubehörteile von Hebegeräten in direktem Zusammenhang mit der Personensicherheit stehen. Fehlerhafte Produkte dürfen nicht ausgeliefert werden; Greifer, die bei irgendeinem Prüfpunkt beanstandet wurden, dürfen nicht repariert und erneut zur Prüfung vorgelegt werden (direkte Entsorgung). Im Betrieb und bei der Wartung ist der Verschleiß an den Schneidkanten der Schalen alle 500 Betriebsstunden zu prüfen; bei einem Höhenverschleiß von mehr als 50 % der ursprünglichen Schneidkantenhöhe ist eine Auftragsschweißung oder ein Austausch erforderlich. Die Gelenkbolzen sind alle 100 Betriebsstunden über die Schmiernippel mit lithiumseifenhaltigem Fett zu schmieren. Bei einem Spiel zwischen Bolzen und Buchse, das das 1,5-fache des ursprünglichen Spiels überschreitet, sind die Bauteile auszutauschen.


Normenvergleich und Anwendungsempfehlungen

GB/T 18439-2001 und GB/T 10603-2015 „Greifer“ sind zwei komplementäre Normen: Letztere ist die Produktnorm (Klassifizierung, Typen und Abmessungsparameter), erstere legt die allgemeinen technischen Bedingungen fest (Fertigungsverfahren, Werkstoffeigenschaften und Prüfverfahren). Bei der Fertigung von Greifern müssen beide Normen gleichzeitig erfüllt werden.

Bei der Greiferauswahl ist zu beachten, dass die Nennlast auf Basis eines bestimmten Materials (in der Regel Standardsand mit einer Dichte von 1,6 t/m³) ausgelegt ist. Beim Wechsel auf Materialien mit anderer Dichte (z. B. Kohle 1,0 t/m³ oder Eisenerz 2,5 t/m³) muss von fachkundigem Personal die entsprechende Greiflast berechnet werden; die zulässige Greiflast darf nicht überschritten werden. Bei Zweiseilgreifern müssen das Öffnungs- und das Hubseil gleichzeitig ausgetauscht werden, da Abweichungen im Drahtseildurchmesser und Unterschiede in der Flexibilität der beiden Seile zu unkoordinierten Öffnungs- und Schließbewegungen der Schalen führen können. Kelude bietet Greifer und Zubehör in allen Spezifikationen an.

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InspektionTypPrüfpositionentechnische AnforderungenHäufigkeit
WerksabnahmeErscheinungsbild+Leerlauf+Abmessungstückweisepro Einheit
Typprüfungstatische Last/dynamische Last/Greifen/Verschleißfestpro2Jahr1Häufigkeit/2Jahr
StichprobeInspektiongemäßGB/T 2828.1ⅡStufeAQL=4.0Charge
Tägliche PrüfungSchneideVerschleiß≤50%ursprüngliche Höhepro500h

SicherheitselementSicherheitsfaktorPrüfverfahrenNorm
StrukturbauteilFestigkeit≥2.01.25fachstatische Last§5.3
Gelenkbolzen≥3.0(Scheren)1.1fachdynamische Last§5.4
Drahtseil≥5Bruchkraft§5.5
Greifkapazität≥90%Nenn-NormMaterial10Häufigkeit§5.5

Zugehörige Normen:DIN 15018 – Krane; Stahltragwerke; Nachweis und konstruktive Ausbildung· EN 14492-2 – Krane – Elektrohebezeuge

Häufige Fragen

F: Worin unterscheiden sich die Greifernormen DIN 15401 und DIN 15402?

A: DIN 15402 legt als Produktnorm die Klassifizierung, Typen und technische Parameterreihen für Greifer fest – sie definiert also das „Was“. DIN 15401 hingegen beschreibt als allgemeine technische Bedingungen die Fertigungsverfahren, Materialeigenschaften und Prüfverfahren – das „Wie“. Beide Normen ergänzen sich; für die Greiferfertigung müssen beide erfüllt sein.

F: Warum werden die Schneidkanten der Greiferschalen aus verschleißfestem Stahl gefertigt?

A: Die Schneidkanten stehen in direktem Kontakt mit dem Schüttgut und sind hoher Schneidspannung und starkem Verschleiß ausgesetzt. Standard-Baustahl (Q345B, ≈S355J2, HB150–200) erreicht beim Greifen von harten Materialien wie Eisenerz eine Lebensdauer von weniger als 500 Stunden. Verschleißfester Stahl (NM400–NM500, HB360–500) bietet eine 2- bis 3-fach höhere Härte und eine 5- bis 10-fach längere Verschleißlebensdauer.

F: Warum müssen Hubseil und Schließseil eines Zwei-Seil-Greifers gleichzeitig getauscht werden?

A: Die beiden Drahtseile unterliegen unterschiedlichen Lastarten: Das Schließseil nimmt vorwiegend Zug- und Schlaglasten beim Schließen der Schalen auf, das Hubseil hauptsächlich statische Zuglasten. Werden nur neue Seile aufgelegt, entstehen Abweichungen bei Durchmesser, Flexibilität und Dehnung – die Schalenbewegung wird unkoordiniert, was im schlimmsten Fall zu einem Schrägstand des Greifers und Materialverlust führen kann.

F: In welchen Intervallen müssen die Gelenkbolzen an einem Greifer ausgetauscht werden?

A: Ein Austausch ist erforderlich, sobald das Passungsspiel das 1,5-fache des ursprünglichen Spiels überschreitet oder Ermüdungsabblättern an der Bolzenoberfläche auftritt. Eine Inspektion wird alle 2.000 Betriebsstunden empfohlen. Bei gut geschmierten Gelenkbolzen verlängert sich die Lebensdauer um das 2- bis 3-fache. Kelude Schwerindustrie liefert Greifer und Ersatzteile in allen Spezifikationen.

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