JB/T 8905.1-2014 Hydraulische Scheibenbremsen für Krane

JB/T 8905.1-2014 „Hydraulische Bremsen für Krane – Teil 1: Scheibenbremsen“ ist die Produktnorm für Scheibenbremsen. Die Norm legt Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Scheibenbremsen fest.


Funktionsprinzip und konstruktiver Aufbau

Kelude bietet begleitende Dienstleistungen für Scheibenbremsen aller Spezifikationen an. Die Scheibenbremse erzeugt das Bremsmoment, indem sie Bremsbeläge hydraulisch oder über Federkraft gegen die Bremsscheibe presst. Die Ruhestrombremse schließt über Federkraft (automatische Bremsung bei Strom-/Druckausfall) und wird hydraulisch gelüftet (Lüften bei Strom-/Druckbeaufschlagung) – dies ist die standardmäßige Sicherheitsbetriebsart für Kranbremsen: Bei jeder Unterbrechung der Energiequelle erfolgt automatisch die Bremsung. Das Bremsmoment wird über die Einstellung des Federwegs der Druckfeder festgelegt; der Einstellbereich beträgt in der Regel 70 % bis 120 % des Nennwerts. Die Norm fordert, dass das Bremsmoment der Bremse mindestens das 1,5-fache des berechneten Bremsdrehmoments beträgt, um eine ausreichende Sicherheitsmarge zu gewährleisten.

Der Arbeitsprozess der Scheibenbremse gliedert sich in drei Phasen – Lüftphase (der Hydraulikkolben drückt die Feder zusammen, die Bremsbeläge heben von der Bremsscheibe ab, Bremsspiel 0,5–1,2 mm), Bremsphase (die Federkraft drückt die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe und erzeugt das Bremsmoment, Reaktionszeit ≤ 0,2 s) und Haltephase (die Federkraft hält das Bremsmoment dauerhaft aufrecht, das hydraulische System steht unter Null-Druck). Der Reibungskoeffizient zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe beeinflusst das Bremsmoment direkt.


Funktionsprinzip der Scheibenbremse


Die Materialanforderungen der Norm an Scheibenbremsen – die Bremsbeläge bestehen aus asbestfreiem Reibmaterial mit einem Reibungskoeffizienten von 0,35–0,45 (gegen Stahl). Die Bremsscheibe wird aus ZG310-570 oder QT500-7 gefertigt, die Härte der Reibfläche beträgt HB200–250. Das Reibpaar aus Bremsbelag und Bremsscheibe muss aufeinander abgestimmt sein – eine zu hohe Härte beschleunigt den Verschleiß der Bremsscheibe, eine zu niedrige Härte führt zu übermäßigem Verschleiß der Bremsbeläge. Die Norm fordert einen Einsatztemperaturbereich der Bremsbeläge von −20 °C bis +300 °C, kurzzeitig bis maximal 350 °C.

Wichtige Hinweise zur Montage & Inbetriebnahme der Scheibenbremse – bei der Montage muss die Parallelität zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag ≤ 0,2 mm betragen, der Planlauf der Bremsscheibe ≤ 0,1 mm. Nach der Montage von Bremsbelag und Bremsscheibe ist ein Einlaufen erforderlich – durch 20 bis 30 aufeinanderfolgende Bremsungen im Leerlauf wird eine Kontaktfläche von über 80 % erreicht. Für die hydraulische Bremse ist Verschleißschutz-Hydrauliköl (L-HM32 oder L-HM46) zu verwenden; der Arbeitsdruck des hydraulischen Systems wird gemäß den Konstruktionsanforderungen eingestellt. Die Hydraulikleitungen müssen dicht sein und vollständig entlüftet werden.

Technische Anforderungen

Die technischen Anforderungen der Norm – das Bremsspiel beträgt in der Regel 0,5–1,2 mm und wird über Einstellschrauben oder automatische Verschleißkompensationsvorrichtungen kontrolliert. Ein zu geringes Spiel führt zu Reibungswärme zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe und beschleunigt den Verschleiß; ein zu großes Spiel vergrößert den Bremshub und führt zu einem überhöhten Bremsweg. Bremsbeläge sind zu ersetzen, wenn die verbleibende Verschleißdicke weniger als 50 % der ursprünglichen Dicke beträgt. Die Bremsbeläge auf beiden Seiten derselben Bremse müssen gleichzeitig gewechselt werden, um ein ausgewogenes Bremsmoment zu gewährleisten. Nach dem Einbau neuer Beläge ist ein Einlaufen erforderlich – 20 bis 30 aufeinanderfolgende Bremsungen, bis die Kontaktfläche über 80 % beträgt.

Bremsmoment

≥ 1,5-fach berechneter Wert
Bremsspiel

0,5–1,2 mm einstellbar/kompensierbar
Reaktionszeit

≤ 0,2 s Notbremsung
Betriebsart

Ruhestrom hydraulisch gelüftet
Belagwechsel

Verschleiß > 50 % beide Seiten tauschen
Bremsscheibe

Planlauf ≤ 0,1 mm Verschleißprüfung
BremseTypDrehmoment(N·m)Scheibendurchmesser(mm)Spiel(mm)Gewicht(kg)
YP1-2002002000.5~1.015
YP1-3006303000.6~1.228
YP1-40016004000.8~1.555
YP1-50032005001.0~2.085

Prüfverfahren und Inspektion

Die Bremsmomentprüfung erfolgt über einen Drehmomentsensor an der Abtriebswelle der Bremse oder mittels Gewichtshängeversuch. Im Rahmen der Stückprüfung wird jede Bremse einzeln auf ihr Bremsmoment (≥ 1,5-facher Rechenwert), das Bremsspiel sowie die Dichtheitsprüfung (1,25-facher Nenndruck, 5 Minuten druckhaltend ohne Leckage) geprüft. Der Planlauf der Bremsscheibe darf 0,1 mm nicht überschreiten. Die Reaktionszeit der Bremse beträgt maximal 0,2 s. Im Betrieb ist der Verschleißbetrag der Bremsbeläge monatlich zu prüfen, der Verschleiß der Bremsscheibe halbjährlich zu kontrollieren.

Prüfpositionentechnische AnforderungenVerfahrenZyklus
Bremsmoment≥1.5fachDrehmomentSensorWerksabnahme
Bremsspiel0.5~1.2mmFühlerlehreWerksabnahme/monatlich
AbdichtungEigenschaft1.25fach×5minHydraulischTestenWerksabnahme
BelagVerschleiß>50%WechselSichtprüfung+Messmittelmonatlich
BremsscheibePlanlauf≤0.1mmMessuhrhalbjährlich

Wartungsanforderungen der Norm für Bremsscheiben – Die Arbeitsfläche der Bremsscheibe muss frei von Öl und Korrosion sein, da diese den Reibungskoeffizienten verringern und das Bremsmoment beeinträchtigen. Ist die Dicke der Bremsscheibe durch Verschleiß um mehr als 20 % der ursprünglichen Dicke reduziert oder überschreitet der Planlauf 0,15 mm, muss die Bremsscheibe ausgetauscht werden. Nach dem Austausch der Bremsscheibe ist das Bremsspiel neu einzustellen. Das Hydrauliköl der hydraulischen Bremse ist alle 1.000 Betriebsstunden oder einmal jährlich zu wechseln.


Häufige Fragen zur Scheibenbremse

F: Wie funktioniert eine Scheibenbremse?

A: Die Scheibenbremse erzeugt das Bremsmoment, indem Bremsbeläge über hydraulischen Druck oder Federkraft gegen die Bremsscheibe gepresst werden. Die Ruhestrombremse schließt über Federkraft (automatische Bremsung bei Strom-/Druckausfall) und wird hydraulisch gelöst (Lüften bei Strom-/Druckbeaufschlagung) – dies ist die standardmäßige Sicherheitsbetriebsart bei Kränen.

F: Welches Bremsspiel ist bei Scheibenbremsen einzustellen?

A: Das Bremsspiel beträgt in der Regel 0,5–1,2 mm und wird über Einstellschrauben oder eine automatische Verschleißnachstellung kontrolliert. Ein zu geringes Spiel führt zu unvollständigem Lüften und erhöhter Wärmeentwicklung; ein zu großes Spiel vergrößert den Bremshub und führt zu einem Überschreiten des Bremswegs.

F: Wie wird das Bremsmoment der Bremse eingestellt?

A: Das Bremsmoment wird über die Einstellung des Federwegs verändert; der Einstellbereich liegt in der Regel bei 70 %–120 % der Nennlast. Nach der Einstellung wird die Mutter mit einem Innensechskantschlüssel gesichert. Prüfverfahren für das Bremsmoment: Montage eines Drehmomentsensors an der Abtriebswelle oder Durchführung eines Lastaufhängeversuchs.

F: Wann müssen Bremsbeläge ausgetauscht werden?

A: Bremsbeläge sind auszutauschen, wenn die verbleibende Belagdicke weniger als 50 % der ursprünglichen Dicke beträgt. Auf beiden Seiten derselben Bremse sind die Beläge gleichzeitig zu wechseln, um das Drehmomentgleichgewicht zu gewährleisten. Neue Beläge müssen nach der Montage eingelaufen werden – durch 20–30 aufeinanderfolgende Bremsungen ist eine Kontaktfläche von mindestens 80 % zu erreichen.

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