ISO 10245-6:2008 Normeninterpretation: Begrenzer für Auslegerkrane

ISO 10245-6:2008 „Krane – Begrenzer und Anzeigen – Teil 6: Auslegerkrane“ ist die maßgebliche Norm für Sicherheitseinrichtungen an Auslegerkranen. Sie definiert die technischen Anforderungen an Lastmomentbegrenzer, Traglastbegrenzer, Ausladungsanzeige, Hubbegrenzer und Windmesser für Auslegerkrane mit Portalunterbau, Mastdeck sowie für Schwimmkrane.


Technische Anforderungen an den Lastmomentbegrenzer

Der Lastmomentbegrenzer (LML) für Auslegerkrane muss den vielfältigen Betriebsbedingungen gerecht werden: Er hat die Lastkurve automatisch an die aktuelle Auslegerlänge, den Auslegerwinkel und das Lastvielfaches anzupassen. Der LML überwacht das Lastmoment in Echtzeit. Bei Erreichen von 90 % des Nennmoments wird eine optische und akustische Frühwarnung ausgelöst (Summer ≥ 85 dB plus rotes Blinklicht); bei 100 % stoppt er das Heben und Ausfahren automatisch, während Senken und Einfahren weiterhin zulässig sind. Die Gesamtgenauigkeit beträgt ≤ ±5 %. Im Umgebungstemperaturbereich von −10 °C bis +55 °C darf die Nullpunktdrift des Sensors ±0,1 %/°C nicht überschreiten. Der LML speichert mindestens 500 Überlastereignisse einschließlich Zeitpunkt, Drehmomentwert und ausgelöster Aktion; die Daten bleiben bei Spannungsausfall mindestens 10 Jahre erhalten. Die Parametereinstellung ist durch Passwortschutz gegen unbefugte Änderungen gesichert. Charakteristisch für Auslegerkrane ist der Lastkurvenwechsel: Unterschiedliche Kombinationen aus Teleskopausleger, eingefahrenem Arm, Hilfsausleger und Turmbetrieb erfordern unterschiedliche Nenntragfähigkeitskurven. Der LML muss die aktuelle Betriebsbedingung automatisch erkennen und die zugehörigen Lastparameter abrufen.


Auslegerbegrenzer


Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen

Die Ausladungsanzeige muss die aktuelle Ausladung – den horizontalen Abstand zwischen Hakenmitte und Drehachse – in Echtzeit darstellen, mit einer Genauigkeit von ±2 % oder ±0,1 m, wobei der größere Wert maßgeblich ist. Bei Teleskopkranen ist die Ausladungsanzeige abschnittsweise für die verschiedenen Auslegerkombinationen zu kalibrieren. Der Hubbegrenzer gibt 1 m vor Erreichen der höchsten Hakenposition eine Warnung aus und stoppt das Heben 0,3 m vor dem Endanschlag automatisch. Der Drehwinkelbegrenzer löst bei Bedarf eine Warnung innerhalb von ±2° vor dem eingestellten Schwenkwinkel aus und stoppt die Drehbewegung beim Erreichen des Grenzwinkels. Der Windmesser wird an der Auslegerspitze oder Turmspitze montiert; er warnt bei Erreichen des zulässigen Arbeitswindes und stoppt den Betrieb automatisch bei 20 m/s (Stillstand bei 27 m/s). Alle Sicherheitseinrichtungen müssen mindestens Schutzart IP54 aufweisen; für Außensteuerstände gilt IP65. Die Sensoren sind mit IP67 geschützt, die Anschlusskabel abgeschirmt und mit Metallschlauch verlegt.

LML-Genauigkeit
±5%
Frühwarnung
90%/100%
Überlastaufzeichnung
≥500 Ereignisse
Ausladungsgenauigkeit
±2%
Windwarnung
20 m/s
Sensor
IP67
EinrichtungFunktionSollwert
LastmomentbegrenzerDrehmomentErfassungSchutz90%Frühwarnung/100%Stopp
AusladungsanzeigeEchtzeitAusladungAnzeige±2%oder±0.1m
HubbegrenzerHakenEndschalter-1mFrühwarnung/-0.3mStopp
DrehwinkelbegrenzerSchwenkbegrenzungEinstellung±2°
WindmesserWindgeschwindigkeitErfassung20m/sFrühwarnung/27m/sStopp

Prüfung und Kalibrierung der Sicherheitseinrichtungen

Die Typprüfung der Sicherheitseinrichtung für Auslegerkrane umfasst Genauigkeitsprüfungen bei 25 %/50 %/75 %/100 %/110 % der Nennlast, jeweils dreimal gemessen, mit einer Gesamtabweichung von ≤ ±5 %. Die Umweltprüfung sieht eine Lagerung bei Temperaturen von −20 °C bis +60 °C vor, gefolgt von einer Funktions- und Genauigkeitskontrolle unter Spannung. Die Schwingungsprüfung erfolgt im Bereich von 5–200 Hz bei 2 g. Die Stückprüfung umfasst die Funktionskontrolle der Selbstprüfung, der Frühwarnung, der Begrenzungsfunktionen sowie der Anzeige; die Genauigkeit wird bei 50 % und 100 % der Last geprüft. Die regelmäßige Kalibrierung sieht eine monatliche Überprüfung des Traglastbegrenzers mit Standardgewichten bei 50 %/100 % der Last vor, mit einer zulässigen Abweichung von ≤ ±3 %. Alle sechs Monate wird eine Fünf-Punkt-Kalibrierung des Lastbegrenzers über den gesamten Messbereich mit Kraftsensoren bei 20 %/50 %/75 %/100 %/110 % durchgeführt; die Abweichung darf ≤ ±5 % betragen. Der Windmesser wird jährlich kalibriert, mit einer zulässigen Abweichung von ≤ ±3 %. Die Sicherheitseinrichtungen der Auslegerkrane von Kelude Schwerindustrie werden vor Auslieferung vollständig der Typprüfung und Werksabnahme unterzogen.

PrüfungZyklusVerfahrenNorm
Typprüfungbei der Typisierung5Punktlast3Mal/Mal±5%
Stückprüfungpro Gerät2Punktprüffunktion±5%
Traglastbegrenzermonatlich50%/100%±3%
LMLhalbjährlich20%~110%±5%
WindmesserjährlichKalibrierung±3%

Häufige Fragen

F: Worin unterscheidet sich der Lastbegrenzer für Auslegerkrane vom universellen Lastbegrenzer?

A: Der Lastbegrenzer für Auslegerkrane muss sich an wechselnde Betriebsbedingungen anpassen und die Nenntragfähigkeitskurve automatisch anhand der aktuellen Teleskoplänge, des Auslegerwinkels und des montierten Hilfsauslegers umschalten. Die Gesamtabweichung beträgt ≤ ±5 %, es werden mindestens 500 Überlastereignisse gespeichert, und die Parameter sind durch ein Passwort geschützt.

F: Welche Genauigkeitsanforderungen gelten für die Ausladungsanzeige?

A: Die aktuelle Ausladung wird in Echtzeit mit einer Genauigkeit von ±2 % oder ±0,1 m angezeigt, wobei der größere Wert maßgeblich ist. Bei Teleskopkranen ist eine segmentweise Kalibrierung für die verschiedenen Teleskopkombinationen erforderlich. Der Sensor wird am Auslegerfuß oder am Wippgelenk montiert und erfüllt die Schutzart ≥ IP65.

F: Welche Kalibrierintervalle gelten für die Sicherheitseinrichtungen von Auslegerkranen?

A: Der Traglastbegrenzer wird monatlich an zwei Punkten (50 %/100 %) geprüft, die Abweichung darf ≤ ±3 % betragen. Der Lastbegrenzer wird alle 6 Monate an fünf Punkten (20 %/50 %/75 %/100 %/110 %) kalibriert, die Abweichung darf ≤ ±5 % betragen. Die Endschalter werden monatlich einer Funktionsprüfung unterzogen. Der Windmesser wird jährlich kalibriert.

F: Wie ist die Sicherheitsausstattung der Auslegerkrane von Kelude konfiguriert?

A: Das LML-System ist gemäß ISO 10245-6:2008 ausgeführt und bietet eine automatische Umschaltung der Lastkurven für verschiedene Betriebsbedingungen sowie die Aufzeichnung von Überlastereignissen. Die Sensoren sind mit Schutzart IP67 ausgeführt, das Anschlusskabel ist geschirmt und durch einen Metallschlauch geschützt. Vor der Auslieferung wird eine vollständige Kalibrierung durchgeführt.

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