EN 13135-2:2018 Kran-Sicherheitseinrichtungen – Norm erklärt

EN 13135-2:2018 – Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen für Krane ist eine zentrale technische Spezifikation im Kranbereich. Die Norm gilt als maßgebliches Regelwerk für Sicherheitseinrichtungen an Kranen in Europa und definiert systematisch die Konstruktionsanforderungen, Leistungskennwerte, Prüfverfahren sowie Zuverlässigkeitskriterien für verschiedene Typen von Sicherheitsschutzeinrichtungen an Hebezeugen. Sie umfasst die wesentlichen Sicherheitseinrichtungstypen wie Überlastsicherung, Lastmomentbegrenzer, Endschalter, Puffer und Kollisionsschutz.

Die Norm bietet Konstrukteuren, Prüfstellen und Anwendern eine einheitliche technische Grundlage. Kelude Schwerindustrie hält die technischen Anforderungen dieser Norm in Produktentwicklung und Fertigung streng ein, um Konformität und Zuverlässigkeit der Anlagen sicherzustellen.


Anwendungsbereich und Einordnung der Norm

EN 13135-2:2018 definiert die technischen Anforderungen und Sicherheitskennwerte für Sicherheitseinrichtungen an Kranen und gilt für alle Hebezeuge mit einer Nenntragfähigkeit über 0,5 t. Die Norm umfasst nicht nur Konstruktion und Fertigung neuer Anlagen, sondern gibt auch eine klare technische Anleitung für Inspektion, Wartung und Umbau bestehender Einrichtungen. Als wesentlicher Bestandteil des Normensystems für Krane steht EN 13135-2 in Abstimmung mit der Normenreihe EN 13001 sowie ISO 4309 und bildet gemeinsam mit diesen ein vollständiges technisches Regelwerk. Die darin festgelegten technischen Parameter und Sicherheitsfaktoren liefern Konstrukteuren eine eindeutige Bemessungsgrundlage und bieten Fremdprüfstellen quantifizierbare Beurteilungskriterien für Typprüfung und Werksabnahme.


Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen für Krane


Kernparameter der Technik im Überblick

Gemäß den technischen Vorgaben der EN 13135-2:2018 müssen Konstruktion und Fertigung von Sicherheitseinrichtungen an Kranen eine Reihe strenger technischer Parameter erfüllen. Diese Kennwerte basieren auf umfangreichen Prüfdaten und der Sicherheitstechnik und decken den gesamten Prozess von der Materialauswahl bis zur Konstruktion ab. Die in der Norm festgelegten Sicherheitsfaktoren berücksichtigen ausdrücklich die Ermüdungslebensdauer und Grenzlastbedingungen von Hebezeugen unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen. In der Ingenieurpraxis müssen Konstrukteure geeignete Parameterkombinationen in Abhängigkeit von Triebwerksgruppe, Lastkollektiv und Einsatzumgebung wählen. Die folgenden Parameterkarten zeigen die zentralen technischen Kennwerte der Norm:

Überlastbegrenzung
≤110 % Abschaltung
Drehmomentbegrenzung
≤100 % Nennlastmoment
Positioniergenauigkeit
Wiederholbarkeit ±5 mm
Pufferhub
≥ Energieaufnahme
Kollisionsschutz
Infrarot/Laser/mechanisch
Zuverlässigkeit
MTBF ≥ 10.000 h

Vergleichsanalyse der zentralen technischen Kennwerte

Die folgende Vergleichstabelle stellt die in EN 13135-2:2018 festgelegten Kernparameter systematisch den allgemeinen Erkenntnissen der Ingenieurpraxis gegenüber. Die angegebenen Werte entsprechen den verbindlichen bzw. empfohlenen Festlegungen der Norm und sollten bei Konstruktion und Auswahl sowie bei der Werksabnahme streng eingehalten werden.

Positiontechnische AnforderungenBeschreibung
Überlastsicherung≤110%Nennlast Abschaltung bei Heben / AnhebenGenauigkeit±5%, Ansprechen≤0.5s
Lastmomentbegrenzer≤100%Nennlastmoment Alarmierung und Abschaltung beiPflichtausstattung Turmdrehkran, inklusive Ausladung Erkennung
FahrbegrenzerWiederholgenauigkeit der Positionierung±5mmFallgewicht+Drehbegrenzungsschalterdoppelte Redundanz
PufferHub Berechnung nach kinetischer EnergieaufnahmePolyurethan/Hydrauliktyp, Rückstellzeit≤30s
KollisionsschutzAbstand zwischen zwei Kranen Frühwarnung+Abstand haltenInfrarot≥0.5mFrühwarnung,≥0.3mStillstand
Zuverlässigkeit AnforderungMTBF≥10000StundenSicherheitseinrichtung Einzelfehlermodus-Analyse(FMEA)

Prüfanforderungen und Prüfintervalle

Die Norm EN 13135-2:2018 definiert verbindliche Anforderungen an die Werksabnahme, Typprüfung und regelmäßige Inspektion von Kranen und deren Sicherheitseinrichtungen. Die Werksabnahme erfolgt im Herstellerwerk durch die Qualitätssicherungsabteilung für jedes einzelne Gerät. Nach erfolgreicher Prüfung werden ein ausführlicher Prüfbericht sowie eine Konformitätsbescheinigung ausgestellt. Das regelmäßige Prüfintervall für im Einsatz befindliche Krane richtet sich nach der Triebwerksgruppe und den Einsatzbedingungen; es beträgt in der Regel höchstens 12 Monate.

Positiontechnische AnforderungenBeschreibung
ÜberlastsicherungGenauigkeit Inspektion(Standardgewicht)Quartalsweise+Abweichung≤±5%
LastmomentbegrenzerAusladung-Lastkurve VerifizierungQuartalsweise+Monatlich am Turmdrehkran
FahrbegrenzerAuslöseposition Genauigkeit BestätigungMonatlich+Wiederholgenauigkeit±5mm
PufferÄußere Erscheinung+Rückfederungsvermögen+ÖlstandQuartalsweise+Alterungund Austausch bei Leckage
KollisionsschutzEmpfindlichkeit+Alarm+Bremsung VerkettungMonatlich+Sensor Reinigung Kalibrierung

Anforderungen an sicheren Betrieb und Management

Bei der Umsetzung der Norm EN 13135-2:2018 nehmen der sichere Betrieb und die tägliche Verwaltung eine zentrale Rolle ein. Die Norm legt besonderen Wert auf die Qualifikation und Schulung des Bedienpersonals: Sämtliche Bediener müssen eine Fachschulung absolvieren und die entsprechende Qualifikation nachweisen, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Der Betreiber ist verpflichtet, ein umfassendes Aktenverwaltungssystem für Anlagen einzurichten, das den gesamten Prozess von Montage, Nutzung, Wartung und Prüfung lückenlos dokumentiert. Festgestellte Sicherheitsrisiken sind gemäß dem im Regelwerk vorgegebenen Korrekturverfahren zu behandeln, damit die Anlage jederzeit sicher und kontrollierbar bleibt. Darüber hinaus enthält die Norm einschränkende Anforderungen an den Geräteeinsatz unter extremen Betriebsbedingungen.

Häufige Fragen zu EN 13135-2

F: Welche technischen Anforderungen stellt EN 13135-2 an die Überlastsicherung?

A: Die Norm verlangt, dass die Überlastsicherung bei Erreichen von 110 % der Nennlast die Hubkraft des Hubwerks zuverlässig abschaltet. Die Erkennungsgenauigkeit muss ≤ ±5 % betragen, die Reaktionszeit ≤ 0,5 s. Bei 100 % der Nennlast ist ein akustischer und optischer Alarm auszulösen. Die Sensoren müssen die Schutzart IP67 aufweisen und für einen Arbeitstemperaturbereich von −20 °C bis +60 °C ausgelegt sein. Das System muss über eine Selbstprüffunktion verfügen, die bei jedem Einschalten den Zustand von Sensor und Steuerung automatisch überprüft. Der Begrenzer ist mit einem Bypass-Schalter für den Leerlaufbetrieb bei der Inbetriebnahme auszustatten; der Bypass-Status muss im Führerhaus deutlich angezeigt werden. Die von Kelude Schwerindustrie gelieferten Überlastsicherungen erfüllen sämtliche Anforderungen der EN 13135-2 und werden vor Auslieferung einzeln kalibriert.

F: Welche besonderen Anforderungen gelten für den Lastmomentbegrenzer am Turmkran?

A: Turmkrane müssen zwingend mit einem Lastmomentbegrenzer (LMI) ausgestattet sein, der gleichzeitig Tragfähigkeit und Ausladung überwacht. Die Norm verlangt, dass der Lastmomentbegrenzer bei Erreichen von 100 % des Nenndrehmoments ein akustisches Alarmsignal auslöst und die Antriebe für das Heben sowie das Wippen in Richtung größerer Ausladung automatisch abschaltet. Die Erkennungsgenauigkeit der Ausladung muss ≤ ±2 % betragen, die Auflösung des Winkelsensors ≤ 0,1°. Das System muss die aktuelle Ausladung in Prozent, das tatsächliche Lastgewicht und die Nennlast anzeigen. Nach einer Generalüberholung oder einer Änderung des Arbeitsbereichs ist der Lastmomentbegrenzer neu zu kalibrieren.

F: Welche Anforderungen gelten für Auswahl und Prüfung von Puffern?

A: Die Norm verlangt, dass der Pufferhub ausreicht, um die kinetische Energie des Krans bei einem Aufprall mit Nenngeschwindigkeit vollständig aufzunehmen. Die Berechnung erfolgt nach der Formel E = 0,5 mv². Als Puffertypen werden Polyurethan-Puffer für kleinere Krane bzw. hydraulische Puffer für größere Krane empfohlen. Die Rückstellzeit von Polyurethan-Puffern darf 30 s nicht überschreiten; bei hydraulischen Puffern sind Ölstand und Abdichtung zu prüfen. Die Montage der Puffer muss so erfolgen, dass sie exakt zu den Anschlagpuffern ausgerichtet sind; der Winkelfehler darf 2° nicht überschreiten. Das Inspektionsintervall beträgt vierteljährlich. Bei bleibender Verformung, Rissen oder Leckagen ist der Puffer sofort auszutauschen.

F: Welche technischen Anforderungen gelten für Kollisionsschutzsysteme?

A: Wenn mehrere Krane auf derselben Schiene betrieben werden, ist ein Kollisionsschutzsystem zwingend erforderlich. Die Norm verlangt, dass das System bei einem Abstand von 0,5 m zwischen benachbarten Kranen ein Frühwarnsignal ausgibt und bei 0,3 m die Antriebe des Fahrwerks automatisch abschaltet und die Bremsung einleitet. Als Sensortypen kommen Infrarot, LiDAR, Ultraschall oder mechanische Endschalter infrage. Der Erfassungsabstand der Sensoren muss mindestens 2 m betragen, die Reaktionszeit darf 0,2 s nicht überschreiten. Bei gemeinsamem Betrieb mehrerer Krane sind die Kollisionsschutzsignale über eine drahtlose oder kabelgebundene Vernetzung zu koppeln. Die Kollisionsschutzsysteme sind monatlich einem Funktionstest zu unterziehen; dabei sind die Sensoroberflächen zu reinigen und die Alarmfunktion zu verifizieren.


— Wir sind spezialisiert auf Konstruktion und Fertigung von Kranen. Unsere Produkte entsprechen vollständig dem Normensystem der EN 13135-2:2018 und bieten einen umfassenden Lebenszyklus-Service – von der Konzeptplanung über Fertigung und Montage bis hin zu Kundendienst und Wartung. Bei Fragen zur konkreten Anwendung der Norm in unseren Produkten wenden Sie sich gerne an unser technisches Team für ausführliche technische Dokumentation.

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