5G-Edge-Fernwartung für Brückenkrane LXD/DXT

Die Fernwartungs- und Betriebsplattform für Brückenkrane verbindet über ein 5G-Industrie-Gateway die SPS, Sensoren und KI-Diagnosemodelle des Krans mit der Cloud. Edge-Computing für Echtzeit-Inferenz und Cloud-Analyse großer Datenmengen arbeiten dabei zusammen. Die Bedienung erfolgt über eine mobile App, inklusive historischer Trendanalyse.

Die traditionelle Wartung von Brückenkranen stützt sich auf manuelle Inspektionen vor Ort und regelmäßige Überholungen. Dies führt zu langen Reaktionszeiten bei Störungen, und die Diagnose hängt oft vom Erfahrungswissen einzelner Spezialisten ab. Die Fernwartungs- und Betriebsplattform KL-REMOTE-OPS nutzt ein 5G-Industrie-Gateway als Edge-Computing-Knoten. Die Systemarchitektur orientiert sich an den technischen Anforderungen für Fernüberwachung und Datenerfassung gemäß DIN 15018 und GB/T 28264 — Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem. Sie verbindet die Kran-SPS (Echtzeitdaten), verschiedene Sensoren (Vibration, Temperatur, Strom usw.) und KI-Diagnosemodelle. Am Edge läuft ein leichtgewichtiges Inferenzmodell (quantisiertes TensorFlow-Lite-Modell, <10MB), das eine Echtzeit-Fehlererkennung und lokale Alarmierung im Millisekundenbereich ermöglicht. Die Edge-Ergebnisse und rohen Feature-Daten werden per 5G an die Cloud-Plattform übertragen, wo ein hochpräzises Großmodell für vertiefte Analysen und den Quervergleich mehrerer Maschinen sorgt.

Das System verwendet eine Vier-Schichten-Architektur:

Sensorik-Ebene – Verschiedene Sensoren und SPS werden über Modbus TCP/OPC UA an das Edge-Gateway angebunden.

Edge-Ebene – Ein industrielles Edge-Computing-Gateway (NXP i.MX 8M Plus, 4 Kerne Cortex-A53@1.6GHz + 2 Kerne Cortex-M7@800MHz, 2.3 TOPS NPU) führt die containerisierten Inferenzmodelle aus.

Netzwerk-Ebene – 5G-SA (Standalone) mit einer Uplink-Spitze von 100Mbps und einer Ende-zu-Ende-Latenz von <10ms.

Cloud-Plattform-Ebene – Ein auf Kubernetes basierender Mikroservice-Cluster, der die vollständigen KI-Modelle und ein Visualisierungs-Dashboard bereitstellt.

Die gesamte Datenübertragung ist verschlüsselt (TLS 1.3 + AES-256) und die Plattform ist nach dem Schutzklasse-2-Standard zertifiziert.

Edge-Rechenleistung
2.3 TOPS
5G-Uplink
100Mbps
Ende-zu-Ende-Latenz
<10ms
Edge-Modell
<10MB
Inferenzgeschwindigkeit
<50ms
Durchgängige Verschlüsselung
TLS+AES

Architektur der Fernwartungsplattform für Brückenkrane


Systemarchitektur und Integrationskonzept

Die Sensorik-Ebene der KL-REMOTE-OPS-Plattform ist kompatibel mit gängigen Kran-SPS-Herstellern (Siemens S7-1200/1500, Mitsubishi FX5U/Q-Serie, AB CompactLogix) sowie verschiedenen Sensortypen (Vibration, Temperatur, Strom, Last-Drehgeber usw.). Die Anbindung erfolgt einheitlich über Modbus TCP oder OPC UA. Für ältere SPS ohne digitale Kommunikationsschnittstelle (z. B. bei Relais-gesteuerten Kranen) bietet die Plattform ein eigenständiges IO-Datenerfassungsmodul (16 AI + 8 DI, kompatibel mit 4~20mA / 0~10V), das eine Datenanbindung mit minimalem Umbauaufwand ermöglicht. Die Abtastrate der Datenerfassung ist konfigurierbar: Vibrationssignale standardmäßig mit 6,4 kHz (Zweikanal für Beschleunigung und Geschwindigkeit), langsam veränderliche Signale wie Temperatur/Strom standardmäßig mit 1 Hz, und SPS-Statuswörter sowie Fehlercodes standardmäßig mit 10 Hz.

Das Edge-Gateway basiert auf dem NXP i.MX 8M Plus Prozessor (2.3 TOPS INT8) und ist mit drei containerisierten Anwendungen vorinstalliert:

Datenerfassungsagent – Protokollumsetzung und Daten-Caching.

Edge-Inferenz-Engine – Durchführung von Anomalieerkennung und Echtzeit-Alarmierung.

Kommunikationsagent – Verwaltung mehrerer Verbindungen (5G/WLAN/Ethernet) und Offline-Pufferung und Nachübertragung.

Bei Verbindungsabbruch kann das Edge-Gateway Daten für 30 Tage lokal puffern und nach Wiederherstellung der Netzwerkverbindung automatisch nachübertragen. Das Gateway unterstützt Dual-SIM-Redundanz (China Mobile + China Unicom/Telecom) und wechselt bei Ausfall des primären Netzbetreibers automatisch in weniger als 500ms. Die Plattform ermöglicht OTA-Firmware-Updates und Hot-Reload der Modelle für das Edge-Gateway, ohne dass ein Eingriff vor Ort erforderlich ist.


Technische Kennwerte der Vier-Schichten-Architektur

Industriekrane für höchste Ansprüche: Maßgeschneiderte Hebelösungen von Kelude

Kelude Heavy Industry ist ein führender Hersteller von Industriekranen und Hebezeugen mit über 30 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung. Unser Sortiment umfasst Brückenkrane, Portalkrane, Auslegerkrane sowie Elektroseilzüge und wird speziell für die Anforderungen der deutschen und europäischen Industrie konzipiert. Alle Systeme entsprechen den gängigen DIN- und EN-Normen und bieten höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb.

Brückenkrane: Effiziente Materialflüsse in der Produktion

Unsere Brückenkrane sind das Herzstück effizienter Fertigungs- und Logistikprozesse. Sie werden als Einzel- oder Zweiträgerkrane geliefert und sind für Nutzlasten von 1 t bis 50 t ausgelegt. Die Spannweiten variieren je nach Hallengeometrie und Einsatzbereich. Standardmäßig sind alle Krane mit einer frequenzgesteuerten Hub- und Fahrwerktechnik ausgestattet, die ein präzises Positionieren der Last ermöglicht. Auf Wunsch integrieren wir zusätzliche Funktionen wie Lasthaken-Wegmessung oder Kollisionsschutzsysteme.

TypNutzlastSpannweiteEinsatzbereich
Einzelträger-Brückenkran1 t – 10 tbis 30 mLeichte Fertigung, Wartung, Montage
Zweiträger-Brückenkran10 t – 50 tbis 40 mSchwerindustrie, Stahlbau, Maschinenbau

Die Steuerung erfolgt wahlweise über eine kabelgebundene Pendelsteuerung, eine Funkfernsteuerung oder eine halbautomatische Steuerung mit Zielpositionierung. Für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen bieten wir zertifizierte Ausführungen gemäß ATEX-Richtlinie. Die Konstruktion entspricht der DIN 15018 und wird nach FEM 1.001 geprüft.

Portalkrane: Flexible Lösungen für Lager und Umschlag

Portalkrane von Kelude sind ideal für den Außenbereich und den Umschlag von schweren Gütern. Sie sind als Vollportal- oder Halbportalvariante erhältlich und werden je nach Anforderung mit Einzel- oder Zweiträgerbrücke ausgeführt. Die Tragfähigkeiten reichen von 3 t bis 80 t, die Stützweiten bis zu 45 m. Die Krane sind wahlweise mit Bereifung oder auf Schienen verfahrbar und können mit verschiedenen Anschlagmitteln wie Greifern oder C-Haken ausgestattet werden.

AusführungNutzlastStützweiteBesonderheit
Vollportal3 t – 80 tbis 45 mFreie Aufstellung im Freien
Halbportal3 t – 20 tbis 25 mAnbindung an bestehende Hallenstruktur

Die Fahrwerke sind mit robusten Getriebemotoren und zentraler Schmierung ausgestattet, was eine hohe Verfügbarkeit und geringe Wartungskosten gewährleistet. Optional liefern wir die Portalkrane mit einem automatischen Lastaufnahmemittel oder einer Wiegeeinrichtung. Die Steuerung erfolgt über Funk oder ein kabelgebundenes Bedienpanel. Die Konstruktion erfolgt nach FEM 1.001 und EN 60204-32.

Auslegerkrane: Präzision am Arbeitsplatz

Für die ergonomische Lastenhandhabung an einzelnen Arbeitsplätzen bieten wir Auslegerkrane in verschiedenen Ausführungen: als Säulenschwenkkran, Wandschwenkkran oder als Wandlaufkran. Sie sind für Nutzlasten von 0,5 t bis 10 t ausgelegt und ermöglichen eine präzise Positionierung von Werkstücken und Werkzeugen. Die Auslegerlängen variieren zwischen 3 m und 12 m, der Schwenkbereich beträgt bis zu 270°.

TypNutzlastAuslegerlängeSchwenkbereich
Säulenschwenkkran0,5 t – 5 t3 m – 8 m270°
Wandschwenkkran0,5 t – 3 t3 m – 6 m180°
Wandlaufkran1 t – 10 tbis 12 m360° (auf Schiene)

Die Auslegerkrane sind mit einem manuell oder elektrisch betriebenen Ketten- oder Seilzug ausgestattet. Die Steuerung erfolgt über ein hängendes Bedienpanel oder eine Funkfernsteuerung. Für den Einsatz in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Staubbelastung bieten wir Sonderausführungen mit erhöhtem Korrosionsschutz. Die Konstruktion entspricht der DIN 15018.

Elektroseilzüge: Kompakte Kraftpakete für jeden Einsatz

Unsere Elektroseilzüge sind das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung im Hebezeugbau. Sie sind für Nutzlasten von 1 t bis 20 t erhältlich und zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise und hohe Hubgeschwindigkeiten aus. Die Hubhöhen betragen bis zu 30 m, die Einschaltdauer ist für den Dauerbetrieb (S3-60%) ausgelegt. Die Seilzüge sind mit einem zweistufigen Planetengetriebe und einem patentierten Seilführungsystem ausgestattet, das eine lange Lebensdauer der Seile gewährleistet.

BaureiheNutzlastHubhöheHubgeschwindigkeit
KE-Serie1 t – 5 tbis 20 m4 – 8 m/min
KE-Serie (schwer)5 t – 20 tbis 30 m2 – 5 m/min

Die Elektroseilzüge sind optional mit einer Feinstpositionierung, einer Übereilabschaltung oder einer Lastmomentbegrenzung ausgestattet. Sie können sowohl als Einzelgerät als auch in Kombination mit Brücken- oder Portalkranen geliefert werden. Die elektrische Ausrüstung entspricht der EN 60204-32, die mechanische Konstruktion der ISO 4301.

Wartung und Service: Sicherheit und Verfügbarkeit

Ein Industriekran ist nur so gut wie seine Wartung. Kelude bietet ein umfassendes Servicepaket für Deutschland und die DACH-Region an: von der regelmäßigen Inspektion gemäß FEM 1.001 über die Ersatzteilversorgung bis hin zur Notfall-Hotline mit 24-Stunden-Service. Unsere zertifizierten Servicetechniker führen auch Nachrüstungen und Modernisierungen bestehender Anlagen durch, um die Sicherheit und Effizienz zu erhöhen.

Zusätzlich bieten wir Schulungen für Kranführer und Instandhaltungspersonal an, die nach den Richtlinien der Berufsgenossenschaft durchgeführt werden. So stellen wir sicher, dass Ihre Mitarbeiter sicher und effizient mit unseren Anlagen arbeiten können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Welche Normen werden bei der Konstruktion Ihrer Krane angewendet?
A: Unsere Krane werden nach DIN 15018 (Tragwerksberechnung) und FEM 1.001 (Sicherheit) konstruiert. Die elektrische Ausrüstung entspricht der EN 60204-32. Für die Klassifizierung der Hubwerke verwenden wir die ISO 4301.

F: Bieten Sie auch kundenspezifische Sonderlösungen an?
A: Ja, wir planen und fertigen Sonderkrane nach Ihren spezifischen Anforderungen. Dies umfasst besondere Abmessungen, Tragfähigkeiten, Steuerungsoptionen oder den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX).

F: Wie lange ist die Lieferzeit für einen Standard-Brückenkran?
A: Die Lieferzeit für einen Standard-Brückenkran beträgt in der Regel 8 bis 12 Wochen nach Auftragsbestätigung. Für kundenspezifische Lösungen kann die Lieferzeit je nach Komplexität variieren.

F: Übernehmen Sie die Montage und Inbetriebnahme vor Ort?
A: Ja, unser Montageteam übernimmt die fachgerechte Montage, Inbetriebnahme und Einweisung Ihrer Mitarbeiter. Wir bieten auch einen optionalen Wartungsvertrag für die regelmäßige Prüfung an.

F: Welche Garantie gewähren Sie auf Ihre Produkte?
A: Wir gewähren eine Garantie von 24 Monaten auf alle Kelude-Produkte. Die Garantie umfasst Material- und Herstellungsfehler, ausgenommen Verschleißteile.

Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot

A: Planen Sie einen neuen Kran oder die Modernisierung Ihrer bestehenden Anlage? Unser Vertriebsteam berät Sie gerne persönlich. Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an – wir erstellen Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung für Ihre Anforderungen.

BereitstellungsebeneHardwareBauteilKernfunktionenLeistungKennwert
Sensorik-EbeneSPS+Sensor+IOModulDatenerfassungund SignalumwandlungVibration6.4kHz/langsame Änderung1Hz
Edge-Ebenei.MX 8M PlusGatewayInferenz+Cache+Protokollumsetzung2.3 TOPS/Cache30Tag
Netzwerkebene5G CPE+dualSIMRedundanzDaten-Uplink+Link-RedundanzDaten-Uplink100Mbps/Umschaltung<500ms
Cloud-PlattformSensorik-EbeneK8sMikroserviceClusterLarge-Model-Analyse+VisualisierungUnterstützung200+EinheitBrückenkranAnbindung

KI-Modelle und Big-Data-Analyse in der Cloud

Auf der Cloud-Plattform von Kelude sind drei KI-Modelle für die Diagnose auf unterschiedlichen Stufen implementiert:

Stufe 1: Anomalie-Erkennungsmodell (basierend auf Isolation Forest, 32 Feature-Dimensionen) – führt eine unüberwachte Anomalie-Erkennung anhand der Multi-Sensor-Daten jedes Brückenkrans durch, identifiziert Datenpunkte, die vom Normalbetrieb abweichen, und markiert diese als verdächtige Ereignisse.

Stufe 2: Fehlerklassifikationsmodell (XGBoost + LightGBM-Ensemble, 128 Feature-Dimensionen) – klassifiziert die markierten Ereignisse überwacht und liefert eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der Fehlertypen.

Stufe 3: Lebensdauerprognosemodell (LSTM-Zeitreihennetzwerk, Zeitfenster 60 Tage, Prognosezeitraum 30 Tage) – prognostiziert den Gesundheitstrend der kritischen Bauteile für die nächsten 30 Tage.

Die Trainingsdaten für die Modelle stammen von allen auf der Cloud-Plattform angebundenen Brückenkranen (Stand Q2 2026: ca. 200 Krane, kumulierte Datenmenge 3,2 PB).

Die Quervergleichsanalyse ist die zentrale Differenzierungsfunktion der Cloud-Plattform. Wartungspersonal kann auf dem Dashboard mehrere Krane desselben Typs und derselben Betriebsbedingungen auswählen und deren Schwingungsstärke, Lastkollektiv-Verteilung und Gesundheitsindex-Trends vergleichen. Weicht der Kennwert eines Krans um mehr als 2σ vom Mittelwert der Vergleichsgruppe ab, wird dieser automatisch als anomal markiert und eine Inspektionsempfehlung ausgegeben. Beispiel: Bei sechs baugleichen 32-t-Kranen in einem Aluminiumwerk zeigte Kran #3 eine anhaltend 2,3-fach höhere Getriebe-Schwingungsstärke als der Gruppendurchschnitt. Die Vor-Ort-Inspektion ergab lose Ankerbolzen. Durch die Quervergleichsfunktion konnte die Erkennungszeit für derartige systematische Fehler von monatlicher (bei manueller Inspektion) auf tägliche Genauigkeit reduziert werden.


Wartungsmodelle im Vergleich

Vergleichskriteriumtraditionelle lokale WartungFernwartungs- und Betriebsplattform
Datenerfassungmanuelle Erfassung+regelmäßiger Exportautomatische Erfassung+Edge-Vorverarbeitung+5GUpload
AIDiagnosekeineDrei-Ebenen-Modell(AnomalieErkennung+Klassifizierung+Prognose)
Quervergleichnicht möglich(Einzelgerät isoliert)gesamtes Werk/geräteübergreifende Vergleichsanalyse im Konzern
StörungsreaktionVor-Ort-Diagnose(Stundenbereich)Ferndiagnose+Positionierung(Minutenbereich)
ExpertenressourcenAbhängigkeit1~2interne ExpertenCloud-Expertenpool+Fernkonsultation
Monatsberichtmanuelle Erstellung(2~3Tag)automatische GenerierungPDF+Trenddiagramme

Installation und Netzwerkkonfiguration des Edge-Gateways

Das Edge-Gateway wird auf einer freien DIN-Schiene im Elektroschrank des Brückenkrans montiert. In der Nähe muss eine DC-24-V-Stromversorgung verfügbar sein (empfohlen wird die Einspeisung über die Reserveklemmen des Schaltnetzteils im Elektroschrank oder die Verwendung eines separaten DC-24-V-/2-A-Hutschienen-Netzteils). Bei der Montage ist ein Mindestabstand von ≥100 mm zu starken Störquellen wie Frequenzumrichtern einzuhalten. Die Antenne wird über einen Magnetfuß an der Oberseite oder Seite des Elektroschranks befestigt; empfohlen wird eine 7-dBi-Rundstrahlantenne. Für die Erstinbetriebnahme sind folgende Konfigurationen erforderlich: SPS-Kommunikationsparameter (IP-Adresse, Port, Register-Adressabbildung), Kalibrierung der Sensorkanäle (Nullpunkt- und Messbereichskalibrierung der AI-Kanäle), 5G-APN-Parameter (vom Betreiber bereitgestellter dedizierter APN mit Unterstützung für private IP-Adressen) sowie die Zugriffsauthentifizierung für die Cloud-Plattform (beidseitige TLS-Zertifikatsauthentifizierung). Die Konfiguration erfolgt über die Weboberfläche des Gateways (HTTPS-Zugriff, Standard-IP 192.168.1.100) oder per App mit QR-Code-Scan zur Ein-Klick-Aktivierung.

Für die Netzwerkzuverlässigkeit unterstützt die Plattform drei Kommunikationsmodi:

5G-SA-Modus (empfohlen) – Uplink-Spitzenwert 100 Mbit/s, typische Latenz <10 ms.

WiFi-6-Modus – geeignet bei vorhandener Werks-WLAN-Abdeckung, Uplink-Spitzenwert 200 Mbit/s, Latenz <5 ms.

4G-LTE-Cat4-Modus – geeignet für Bereiche ohne 5G-Abdeckung, Uplink-Spitzenwert 50 Mbit/s, Latenz <30 ms.

Alle drei Modi können gleichzeitig aktiviert werden und wechseln automatisch nach Priorität (5G>WiFi>4G). Bei Unterbrechung der Primärverbindung erfolgt der Wechsel zur Reservelink innerhalb von 500 ms. Während der Netzunterbrechung werden die Daten im lokalen SD-Speicher des Gateways zwischengespeichert (256 GB, Speicherkapazität für ca. 30 Tage vollständiger Vibrations- und Langsamänderungsdaten) und nach Wiederherstellung der Verbindung automatisch nachgesendet. Kelude Schwerindustrie stellt ein Netzwerkdiagnose-Tool bereit, das Upload-/Download-Raten, Paketverlustrate (Ziel <0,1 %) und Anzahl der Verbindungswechsel für jeden Brückenkran in Echtzeit anzeigt und so dem Wartungspersonal bei der Identifizierung von Netzwerkengpässen hilft.


Anwendungsbeispiele und Implementierungsergebnisse

Nach der Einführung der KL-REMOTE-OPS-Plattform bei 28 Brückenkranen eines Aluminiumunternehmens sank die Anzahl ungeplanter Stillstandszeiten von durchschnittlich 17 pro Jahr auf 3 (Rückgang um 82,4 %). Die mittlere Reparaturzeit (MTTR) verkürzte sich von 4,5 Stunden auf 1,2 Stunden (Reduzierung um 73,3 %), und die Gesamtanlageneffektivität (OEE) stieg von 76 % auf 91 %. Zwölf Monate nach Inbetriebnahme der Plattform entfielen 67 % der gesamten Fehlerbehandlungen auf Ferndiagnosen, und die Anzahl der Vor-Ort-Einsätze des Servicepersonals reduzierte sich um 55 %.

Der Leiter der Anlagenverantwortung des Unternehmens bewertete: „Früher erhielt ich täglich mindestens drei Anrufe zu Kranstörungen, jetzt weniger als zwei pro Woche.“ Die Amortisationszeit der Systeminvestition beträgt ca. 14 Monate; im ersten Jahr wurden Wartungskosten von ca. 48.600 € eingespart. Die Plattform wurde in gleicher Ausführung auf 72 Brückenkrane in vier weiteren Werken ausgeweitet. Insgesamt wurden 68 Edge-Gateways installiert und 1.240 Sensoren angebunden, wodurch ein unternehmensweites Netzwerk zur Anlagenzustandsüberwachung entstanden ist. Mithilfe der Quervergleichsfunktion stellte die Konzernabteilung fest, dass die Vibrationswerte der Getriebe von sechs Brückenkranen derselben Charge im fünften Betriebsmonat synchron auffällig wurden (Abweichung um 2,1 σ vom Mittelwert). Die Ursache war ein chargenbezogener Qualitätsmangel des Schmierfetts; nach einheitlichem Austausch normalisierten sich die Werte wieder – ein solcher systematischer Fehler wäre anhand isolierter Einzeldaten kaum zu erkennen gewesen.

Häufige Fragen

F: Welche Umgebungs- und Stromversorgungsanforderungen gelten für die Installation des Edge-Gateways im Elektroschrank des Brückenkrans?

A: Das Gateway hat die Abmessungen 180×120×45 mm, wird auf einer DIN-Schiene montiert und mit DC 24 V versorgt (typische Leistungsaufnahme 15 W, Spitzenwert 25 W). Der Betrieb ist bei Umgebungstemperaturen von −20 bis +60 °C möglich. Die Stromversorgung kann direkt über den DC-24-V-Ausgang des Schaltnetzteils im Elektroschrank des Brückenkrans erfolgen.

F: Wie berechnet sich die monatliche Servicegebühr der Fernwartungs- und Betriebsplattform für Brückenkrane nach Anzahl der angebundenen Krane?

A: Die Abrechnung erfolgt pro angebundenem Brückenkran: Basismonitoring 26 €/Kran/Monat (Echtzeitdaten + Alarmmeldungen + Monatsbericht), erweiterte Diagnose 64 €/Kran/Monat (inkl. KI-Diagnose + Trendprognose + Experten-Fernkonsultation). Für das erste System entfallen die Servicegebühren für 3 Monate.

F: Unterstützt die Fernwartungs- und Betriebsplattform von Kelude Schwerindustrie die Anbindung an bestehende MES- oder ERP-Systeme des Kunden?

A: Ja. Die Cloud-Plattform bietet standardisierte REST-API- und OPC-UA-Schnittstellen und unterstützt den Datenexport in den Formaten JSON, CSV und XML. Es wurden bereits Anbindungen an die drei gängigen ERP-Systeme SAP, Yonyou U8+ und Kingdee K/3 WISE realisiert. Zusätzlich wird die Anbindung an die Private Cloud des Kunden über MQTT-Bridging unterstützt.

F: Wie wird die Datensicherheit der Fernwartungs- und Betriebsplattform gewährleistet?

A: Die Übertragung ist durchgängig mit TLS 1.3 + AES-256-GCM verschlüsselt, die Speicherung in der Cloud erfolgt mit AES-256-Verschlüsselung. Die Plattform ist nach dem Schutzklasse-2-Standard zertifiziert und kann optional als Private-Cloud-Instanz bereitgestellt werden.

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