Kranbahn-Präzision im Schiffbau: Fundament & Schienenmontage

Portalwippdrehkrane in Werften verkehren auf mehreren hundert Metern langen Stahlbetonbahnen. Die Tragfähigkeit des Schienenfundaments, die Setzungskontrolle und die Montagegenauigkeit bestimmen direkt die Betriebssicherheit und Lebensdauer des Krans. Die Spannweitenabweichung der Schiene muss innerhalb von ±5 mm liegen, das Stoßspiel zwischen 2 und 3 mm, und die Höhenabweichung über die gesamte Länge darf 10 mm nicht überschreiten – eine um eine Größenordnung höhere Schienengenauigkeit als bei Kränen in normalen Industriehallen.

Schienenfundament für Werftkrane

Der Portalwippdrehkran ist das zentrale Hebezeug im Schiffbau und in der Schiffsreparatur. Typische Tragfähigkeiten liegen zwischen 50 und 900 t, Spannweiten zwischen 50 und 200 m, das Eigengewicht der Gesamtkonstruktion erreicht 1.500 bis 5.000 t. Wenn dieser „Koloss" auf der Schiene verfährt, werden das gesamte Eigengewicht und die Last über maximal 8 bis 16 Laufräder auf die Kranschiene, die Schienenklemme, die Stahlplatte, die Vergussfuge, den Fundamentbalken und schließlich die Pfahlgründung übertragen. Überschreitet die Abweichung in einem Glied dieser Lastkette den zulässigen Grenzwert, kann dies im Langzeitbetrieb zu Schienenpressungen, Fundamentrissen oder sogar zum Kippen des Krans führen.

Die Tragfähigkeitsberechnung und die Montagegenauigkeitsanforderungen des Schienenfundaments basieren auf der Norm GB 50278-2010 „Montage- und Abnahmevorschrift für Hebezeug-Installationen". Die Lastannahmen für den Kran folgen den Bestimmungen der Norm DIN 15018.

Das Schienenfundament in einer Werft unterscheidet sich grundlegend vom Kranbahnträger einer normalen Industriehalle: Der Portalwippdrehkran arbeitet typischerweise im Freien (ausgesetzt gegenüber Sonne, Regen und Salznebel), die Schienenlänge kann 200 bis 500 m erreichen (eine einzelne Schiene kann das Rückgrat einer 10.000-t-Helling bilden), das Fundament liegt direkt auf weichem Küstenboden (erhebliches Setzungsrisiko), und die Last hat eine große Exzentrizität (beim Anschlagen großer Schiffssektionen entstehen signifikante Kippmomente). Diese Faktoren führen dazu, dass die Anforderungen an das Schienenfundament eines Werftkrans deutlich höher sind als in konventionellen Industrieanwendungen.

Fundamentbauweisen: Portalrahmen vs. Pfahlgründung mit Fundamentplatte

Für das Fundament von Portalwippdrehkranen in Werften kommen zwei Bauweisen in Betracht. Die erste ist das Portalrahmenfundament (geeignet für geologisch günstige Fels- oder steiftonige Böden): Es besteht aus zwei Reihen von Stahlbeton-Stützen mit einem durchgehenden Kranbahnträger obenauf. Der Stützenabstand beträgt 6 bis 8 m, die Bauhöhe des Kranbahnträgers 800 bis 1.500 mm (abhängig von Radlast und Spannweite). Die Stützen leiten die Lasten über Einzel- oder Streifenfundamente in den Boden ab. Diese Lösung ist schnell zu errichten und kostengünstig (etwa 50 % bis 60 % der Pfahlgründung), erfordert jedoch einen charakteristischen Sohldruck von f_ak ≥ 200 kPa und eine Setzungsdifferenz von höchstens L/1000 (L = Stützenabstand).

Die zweite Bauweise ist die Pfahlgründung mit Fundamentplatte (geeignet für weiche Küstenböden – die Realität in den meisten Werften): Verwendet werden PHC-Rammpfähle (Durchmesser 500 bis 800 mm, Pfahllänge 30 bis 60 m, die die weiche Schicht bis in die tragende Schicht durchstoßen) oder Bohrpfähle (Durchmesser 800 bis 1.200 mm). Die Pfahlköpfe werden über eine Fundamentplatte zu einem durchgehenden Kranbahnträger verbunden. Die Pfahlgründung verursacht höhere Anfangsinvestitionen (ein einzelner Rammpfahl kostet ¥30.000 bis ¥80.000, für die gesamte Schiene können 200 bis 400 Pfähle erforderlich sein), kontrolliert aber die langfristige Setzung im weichen Boden wirksam: Die Setzung bei Pfahlgründung liegt in der Regel bei ≤ 30 mm, während sie bei einem Streifenfundament ohne Pfähle 150 bis 300 mm erreichen kann – für die Schienengenauigkeit inakzeptabel.

Schienenauswahl: QU-Serie, A-Serie oder geschweißte Schienen

Die Schienenprofile für Portalwippdrehkrane in Werften sind deutlich größer als in normalen Industriehallen. Drei Schienentypen werden üblicherweise verwendet:

Die QU-Serie der Kranschienen (QU70/QU80/QU100/QU120) ist die am häufigsten gewählte Option – QU120 hat eine Kopfbreite von 120 mm, eine Schienenhöhe von 170 mm und ein theoretisches Gewicht von 118,10 kg/m. Der Werkstoff U71Mn (Zugfestigkeit ≥ 880 MPa) ermöglicht maximale Radlasten von etwa 600 bis 800 kN (abhängig von Raddurchmesser und Laufflächenhärte). Der Vorteil der QU-Serie liegt im optimierten Profil (gleichmäßige Kontaktspannungsverteilung zwischen Kopfradius und Radlauffläche) und in der Verfügbarkeit als bewährtes Standardprodukt.

Die A-Serie der Vierkantstahlschienen (A100/A120/A150) wird fürÜbergroß Portalwippdrehkrane mit Radlasten ≥ 800 kN eingesetzt. Die A150-Vierkantstahlschiene hat einen Querschnitt von 150 × 150 mm, Werkstoff 45#-Stahl oder vergüteter 42CrMo (HB280–320), die Schienenoberfläche wird durch Fräsen bearbeitet, um die Ebenheit zu gewährleisten. Die Kontaktspannungsverteilung der Vierkantstahlschiene ist weniger günstig als bei der gewölbten QU-Schiene, dafür ist die Tragfähigkeit für extreme Radlasten höher und die Höhenkote lässt sich über mehrere Unterlegplatten leichter einstellen.

Geschweißte Schienen (z. B. aus UIC60-Eisenbahnschienen) sind nur für temporäre Hellinge oder mittelgroße Portalwippdrehkrane mit Radlasten < 300 kN geeignet. Die Kontaktgeometrie zwischen Eisenbahnschiene und Kranrad ist nicht kompatibel (die Spurkranzgeometrie der Eisenbahn passt nicht zum Kranrad), was im Dauerbetrieb den Verschleiß der Radflansche beschleunigt.

Schienenmontagegenauigkeit: fünf Kontrollkennwerte im Millimeterbereich

Spannweitenabweichung der Schiene – Die zulässige Abweichung des Abstands der beiden Schienenmitten beträgt nach Norm GB 50278-2010 ±5 mm (bei Spannweite S ≤ 19,5 m) bzw. ±[5+0,2×(S−19,5)] mm (bei S > 19,5 m). Die Spannweite eines Werftkrans liegt typischerweise zwischen 50 und 200 m, die Formel ergibt eine zulässige Abweichung von etwa ±11 bis ±41 mm. In der Praxis wird jedoch ein strengerer interner Kontrollwert (±5 bis 8 mm) angesetzt, da beim Anschlagen großer Sektionen die Synchronisationsfehler der beiden Stützbeine die Auswirkung der Spannweitenabweichung verstärken.

Geradheit der Schiene – Die seitliche Abweichung in der Horizontalebene darf je 2-m-Prüfabschnitt höchstens 1 mm betragen, über die gesamte Schienenlänge höchstens 10 mm. Mit einem Tachymeter (z. B. Leica TS60, Winkelmessgenauigkeit 0,5″) werden alle 2 m die Koordinaten der Schienenmitte erfasst; die Daten werden in CAD-Software importiert und als Abweichungsdiagramm dargestellt.

Schienenhöhe – Die Höhendifferenz je 2-m-Messpunkt darf höchstens 2 mm betragen, der Unterschied zwischen höchstem und tiefstem Punkt über die gesamte Länge höchstens 10 mm. Gemessen wird mit einem elektronischen Nivelliergerät (z. B. Trimble DiNi 03, Höhengenauigkeit ±0,3 mm/km) punktweise; vor der Messung sind an beiden Schienenenden stabile Referenzpunkte (Setzungsbeobachtungspfähle) einzurichten. Am Schienenstoß darf der Höhenunterschied höchstens 0,5 mm betragen; bei einem Versatz ≥ 0,3 mm muss mit einer Flachschleifmaschine ein Übergang geschliffen werden.

Spiel am Schienenstoß – Bei einer Temperatur von 20 °C ist das Stoßspiel auf 2 bis 3 mm einzustellen (Reserve für die Wärmeausdehnung). Berechnungsformel: Gap = α × L × ΔT + 2 mm (Montagezugabe), wobei α = 12 × 10⁻⁶/°C (Wärmeausdehnungskoeffizient von Stahl), L die Einzelschienenlänge (üblicherweise 6 bis 12 m) und ΔT die Differenz zwischen der extremen lokalen Höchsttemperatur und der Temperatur bei der Montage ist. Beispiel: L = 12 m, ΔT = 40 °C → Gap = 12 × 10⁻⁶ × 12.000 × 40 + 2 ≈ 7,8 mm – dieser Rechenwert muss in den Planungsunterlagen eindeutig ausgewiesen werden; vor Ort wird nach Montagesaison und Tages temperatur anhand einer Tabelle ausgeführt.

Versatz am Schienenstoß – Der seitliche Versatz der Schienenköpfe zweier benachbarter Schienen am Stoß darf höchstens 1 mm betragen, der Höhenunterschied der Schienenoberkanten höchstens 0,5 mm. Gemessen wird mit einer Messkante und Fühlerlehre; bei Überschreitung wird mit einem Winkelschleifer ein Übergang geschliffen (Übergangslänge ≥ 50 mm, Neigung ≤ 1:100). Bei geschweißten Stößen (z. B. aluminothermisch oder mit Abbrennstumpfschweißen) entfällt dieses Problem; die geschweißte Schiene verliert jedoch ihren Wärmeausdehnungsspalt, weshalb in der Konstruktion Temperaturkraft-Entlastungsabschnitte vorgesehen werden müssen (üblicherweise alle 100 bis 150 m ein Dehnungsstoß).

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MontagegenauigkeitProjektNormWertErkennungswerkzeugErkennungFrequenz
SchieneSpannweite±5mm (S≤19.5m)Tachymeter+StahlcoilLinealpro6mPunkt
SchieneGeradheit≤1mm/2m, ≤10mm/VollschieneTachymeter+Drahtzugpro2mPunkt
Schienenhöhe≤2mm/2m, ≤10mm/VollschieneelektronischNivelliergerätpro2mPunkt
VerbindungSpalt2~3mm (20°C)FühlerlehrejeweilsVerbindung
VerbindungVersatz≤0.5mm(hoch)/≤1mm(Seite)Schneidlineal+FühlerlehrejeweilsVerbindung
Schienenfuß undUnterlegplatteSpalt≤0.2mm (Fühlerlehre passt nicht)0.2mmFühlerlehrepro StückUnterlegplatte
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Schienenklemme TypBefestigungMethodeAnwendungRadlastVor- und Nachteile
SchweißenAndruckplatteAndruckplatteSchweißenfürUnterlegplatte≤400kNschnelle Montage, aber unpraktischEinstellung
SchraubeAndruckplatteAndruckplatte+Ankerbolzen≤600kNdemontierbarEinstellungaber lockerungsanfällig
HakenformSchraube+KittHakenbolzen+VergussBefestigung≤800kNhohe Tragfähigkeit, aber MontageGenauigkeithohe Anforderungen
ElastizitätAndruckplatte+Selbstsichernde MutterTellerfeder+SicherungsmutterBeliebigkompensiert Lockerung, aber hohe Kosten
Spannweite der Kranschiene
±5mm(S≤19,5m) Punktmessung mit Tachymeter
Höhenunterschied Gesamtstrecke
≤10mm Elektronisches Nivelliergerät
Spaltmaß Schienenstoß
2~3mm (20°C) Wärmeausdehnungsreserve
Schienenprofil QU120
118,10kg/m U71Mn 880MPa
PHC-Rammpfähle
D500~800mm Pfahllänge 30~60m
Abstand Schienenklemmen
600~800mm Anziehdrehmoment Schraube

Langfristige Setzungskontrolle bei weichem Untergrund

Die größte Herausforderung für das Fundament in Küstenwerften ist die langfristige, ungleichmäßige Setzung des weichen Bodens. Die geologischen Bedingungen der wichtigsten Schiffbaustandorte wie Shanghai, Ningbo, Guangzhou und Tianjin sind überwiegend durch schluffige Tone und tonige Schluffe geprägt, mit einem Steifemodul E_s von nur 2~5MPa (normal konsolidierte Tone liegen üblicherweise bei >8MPa). Unter der langfristigen Einwirkung des Eigengewichts und der Last eines Portalwippdrehkrans kann sich dieser Setzungsprozess über 5 bis 10 Jahre erstrecken. Wenn die Höhendifferenz zwischen den beiden Schienensträngen aufgrund ungleichmäßiger Setzung L/800 überschreitet (L = Spannweite, z. B. 187mm bei L=150m), führt dies beim Kranfahrwerk des Portalwippdrehkrans zu starkem Spurkranzreiben – einem kontinuierlichen Kontakt zwischen Laufradflansch und Schienenflanke. Die Lebensdauer von Rädern und Schiene reduziert sich dadurch auf 1/5 bis 1/3 des Normalwerts.

Drei Kernmaßnahmen zur Setzungskontrolle sind entscheidend: Erstens müssen die Pfähle die weiche Schicht durchdringen und in der tragfähigen Schicht (Festgestein oder steifer Ton) verankert werden, wobei die Pfahlspitze mindestens das 2-fache des Pfahldurchmessers in diese Schicht eindringen muss. Dadurch lässt sich die Setzung auf ≤30mm begrenzen. Zweitens wird ein Verformungsausgleichendes Bemessungskonzept angewendet: Im zentralen Bereich mit der höchsten Radlast werden die Pfahlabstände verringert (2~3-facher Pfahldurchmesser), während sie zu den Seiten hin vergrößert werden (4~5-facher Pfahldurchmesser). Dies gewährleistet eine gleichmäßige Spannungsverteilung zwischen Pfählen und Boden unter der Fundamentplatte. Drittens werden entlang des Kranbahnträgers alle 20~30m Setzungsmesspunkte (Referenzpunkte mit Edelstahlkugelkopf) eingerichtet. Mit einem elektronischen Nivelliergerät wird vierteljährlich ein geschlossener Nivellementszug durchgeführt und eine Zeit-Setzungs-Kurve erstellt. Überschreitet die Setzungsrate >2mm/Monat, werden Bodenverbesserungsmaßnahmen eingeleitet (z. B. Nachrammen von Stahlrohrpfählen oder Hochdruckinjektionssäulen).

Abschließend ist die Bedeutung der Erdung und Entwässerung des Schienenfundaments zu betonen. Entlang der gesamten Kranschiene des Werft-Portalwippdrehkrans muss ein durchgehendes Erdungsband (40×4mm, feuerverzinkt) verlegt werden. Dieses wird alle 30m mit der Bewehrung des Fundaments verschweißt. Der Erdungswiderstand muss ≤4Ω betragen. Dieses Band dient sowohl der Erdungsbürste des Stromabnehmers am Brückenfahrwerk als auch dem Blitzschutz. Für die Entwässerung sind beidseitig der Schienenfundamente Betonentwässerungsrinnen mit einer Breite von 300mm und einer Tiefe von 200mm vorzusehen. Das Gefälle von ≥0,5% führt das Wasser den Sammelschächten zu. Dies verhindert, dass Regen- und Meerwasser sich am Fundament ansammeln und so die Karbonatisierung des Betons sowie die Korrosion der Bewehrung beschleunigen.

Häufige Fragen zur Kranbahn

F: Wie oft muss die Kranbahn eines Werft-Portalwippdrehkrans geprüft werden und welche Punkte werden kontrolliert?

A: Gemäß den Anforderungen der Normen ISO 4306 (für Brücken- und Portalkrane – Herstellung und Toleranzen für die Schienenmontage) und EN 13000 (für die Montage und Abnahme von Hebezeugen) ist nach Abschluss der Schienenmontage eine erste umfassende Abnahme erforderlich. Diese umfasst die fünf Hauptkennwerte: Spannweite, Geradheit, Schienenhöhe, Spaltmaß und Versatz am Schienenstoß. Im ersten Betriebsjahr sind die Prüfungen vierteljährlich durchzuführen (Phase aktiver Setzung), im zweiten Jahr halbjährlich und ab dem dritten Jahr jährlich. Jede Messung sollte bei ähnlichen Temperaturbedingungen erfolgen (früher Morgen oder bewölkter Himmel, um thermische Verformung durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden). Der Kran sollte während der Messung außerhalb des Prüfabschnitts positioniert werden, um den Einfluss der Radlast auf die Höhenmessung der Schiene auszuschließen. Die Prüfberichte sind bis zur Außerbetriebnahme des Krans zu archivieren und dienen als Konformitätsnachweis für das Anlagenmanagement der Werft.

F: Was tun, wenn das Spaltmaß am Schienenstoß im Winter zu klein wird (Stoß geschlossen) und im Sommer zu groß wird (Grenzwert überschritten)?

A: Dies ist das klassische Problem der Wärmeausdehnung der Schiene. Sinkt die Schienentemperatur im Winter unter die Montagetemperatur, kann sich der Spalt vollständig schließen. Dies führt zu Druckverformung oder sogar zum Ausquetschen an den Schienenenden. Die Lösung: Bei der Montage ist strikt die berechnete „Temperatur-Spalt-Tabelle" anzuwenden (nicht pauschal 20°C = 3mm). Erfolgt die Montage im Sommer bei 35°C, ist der Spalt auf 1,5~2mm einzustellen; bei Montage im Winter bei 5°C auf 5~6mm. Ist der Stoß bereits geschlossen, muss in der kältesten Nacht die Schneidemaschine verwendet werden, um 2~3mm von den Schienenenden zu entfernen und den Stoß neu zu bearbeiten. Langfristige Lösung: Bei langen Schienensträngen (>150m) sind Dehnungsstoß-Verbindungen (z. B. General Track Expansion Joint) in der Mitte vorzusehen, die die Temperaturverformung über Federn oder hydraulische Dämpfer aufnehmen.

F: Welches Material wird für den Nachverguss unter den Unterlegplatten verwendet? Ist normaler C30-Beton geeignet?

A: Nein, das ist nicht geeignet. Die Vergussfuge unter den Unterlegplatten ist wiederholten Schlag- und Vibrationsbelastungen durch die Radlast ausgesetzt. Normalbeton versprödet und löst sich unter zyklischer Belastung. Es muss ein schwindfreier Vergussmörtel (Non-Shrink Grout) verwendet werden. Dieser muss folgende Kennwerte aufweisen: 28-Tage-Druckfestigkeit ≥60MPa (C30 erreicht nur 30MPa), 1-Tage-Festigkeit ≥25MPa (für eine schnelle Wiederinbetriebnahme), Fließmaß ≥290mm (selbstverlaufend, um die feinen Spalte zwischen Unterlegplatte und Kranbahnträger zu füllen) und eine leichte Volumenausdehnung nach dem Erhärten (+0,1%~+0,3%), um ein Schrumpfen und Hohlräume zu vermeiden. Empfohlene Produkte sind z. B. SikaGrout-318, BASF MasterFlow 9500 oder vergleichbare hochfeste Vergussmörtel. Vor dem Verguss muss die Fundamentoberfläche aufgeraut, gereinigt und vorgefeuchtet werden (sättigungsfeucht, aber ohne freies Wasser). Der Verguss ist mindestens 7 Tage feucht zu halten.

F: Kann die Kranbahn eines Werft-Portalwippdrehkrans auch von anderen Kranen mitgenutzt werden?

A: Davon wird abgeraten. Die zulässige Radlast einer Kranschiene wird anhand der maximalen Radlast des jeweiligen Krantyps multipliziert mit dem dynamischen Lastfaktor berechnet. Werden zwei Krane mit stark unterschiedlichen Radlasten auf derselben Schiene betrieben, kann die Radlast des schwereren Krans die Auslegung der leichteren Kranschiene überschreiten – insbesondere Unterlegplatten und Vergussfuge können dadurch zerdrückt werden. Falls eine gemeinsame Nutzung unumgänglich ist, muss die Tragfähigkeit des Schienenfundaments neu nachgewiesen und nach den Parametern des schwereren Krans verstärkt werden. Das bedeutet in der Regel eine Aufrüstung der Schienenspezifikation um eine Stufe (z. B. von QU80 auf QU100), eine engere Anordnung der Unterlegplatten (Reduzierung des Abstands von 800 mm auf 500 mm) sowie das zusätzliche Einbringen von Pfahlgründungen. Nach Abschluss der Verstärkungsarbeiten muss die Genauigkeit der gesamten Schiene neu vermessen und eingestellt werden.

Kelude Schwerindustrie bietet für das Schienenfundament von Portalwippdrehkranen im Werftbereich umfassende technische Dienstleistungen – von der Baugrunduntersuchung über die Fundamentplanung bis hin zur Schienenverlegung und Genauigkeitseinstellung. Für ein individuelles Konzept setzen Sie sich bitte mit unserem Engineering-Team in Verbindung.

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