Sicherheitsüberwachung für Krane: Normen für LXD/DXT

Warum ein Sicherheitsüberwachungssystem für Krane unverzichtbar ist

Krane zählen zu den Spezialausrüstungen, deren sicherer Betrieb unmittelbar über Leben und Gesundheit von Personen sowie den Erhalt von Sachwerten entscheidet. Die vom Staatlichen Marktaufsichtsamt veröffentlichte Sicherheitstechnische Sondervorschrift für Sonderausrüstung (TSG 51 — Sicherheitstechnische Sondervorschrift für Sonderausrüstung) schreibt verbindlich vor, dass neu ausgelieferte Brückenkrane und Portalkrane mit einem Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem (LOMS) ausgestattet sein müssen. Für Bestandsanlagen gilt eine Nachrüstpflicht bis Ende 2026.

Gesetzliche Anforderung: Gemäß TSG 51 — Sicherheitstechnische Sondervorschrift für Sonderausrüstung müssen Brückenkrane und Portalkrane mit einer Nenntragfähigkeit ≥ 10 t mit einem Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem ausgestattet werden. Dieses muss zentrale Parameter wie Tragfähigkeit, Hubhöhe, Verfahrwege und Bedienbefehle in Echtzeit erfassen und die Daten mindestens 6 Monate lang speichern.
Sicherheitsüberwachungssystem für Krane

▲ Gesamtarchitektur des Sicherheitsüberwachungssystems für Krane

Kernmodule des Sicherheitsüberwachungssystems im Überblick

1. Traglastbegrenzung und Überlastschutz

Der Traglastbegrenzer ist die grundlegendste und zugleich wichtigste Sicherheitseinrichtung eines Krans. Über Kraftsensoren oder Drucksensoren, die am Hubdrahtseil montiert sind, wird das Lastgewicht in Echtzeit erfasst. Erreicht die Tragfähigkeit 90 % der Nennlast, wird eine Vorwarnung ausgegeben; bei 105 % wird der Hubkreis automatisch abgeschaltet und ein akustischer und optischer Alarm ausgelöst.

Technische Parameter: Aktuelle Standardprodukte erreichen eine Genauigkeitsklasse von ±1 % (besser als die national geforderten ±5 %), eine Reaktionszeit von ≤ 0,5 Sekunden und verfügen über Überspannungsschutz sowie Temperaturkompensation für den industriellen Einsatz von −20 °C bis +70 °C.

2. Fahrwegbegrenzung und Kollisionsschutz

Die Fahrwegbegrenzung umfasst den Hubhöhenbegrenzer, die Begrenzung für das Kranfahren sowie die Begrenzung für das Katzfahren. Zum Einsatz kommen drei technische Lösungen: Pendelgewichts-, Nocken- oder berührungslose Systeme (optisch bzw. Näherungsschalter). In Mehrkransystemen auf gemeinsamer Kranbahn überwacht das Antikollisionssystem die Abstände zwischen benachbarten Kranen in Echtzeit – mittels Laser-Entfernungsmessung oder UWB-Positionierung. Eine dreistufige Verzögerung und Bremsung gewährleistet dabei maximale Sicherheit.

3. Betriebszustandsüberwachung und Fehlerdiagnose

Kritische Parameter wie Motorstrom, Bremsenzustand, Getriebetemperatur und Drahtseilverschleiß werden online erfasst. Integrierte Diagnosemodelle erkennen typische Fehlerbilder – etwa Bremsenrutschen, Motorüberlast oder ungewöhnliche Lagererwärmung – und geben konkrete Wartungsempfehlungen.

Benutzeroberfläche des Kran-Sicherheitsüberwachungssystems

▲ Echtzeit-Datenanzeige des Sicherheitsüberwachungssystems

4. Blackbox-Datenaufzeichnung

Analog zum Flugschreiber in der Luftfahrt verfügt das Sicherheitsüberwachungssystem über ein Hochkapazitäts-Speichermodul, das sämtliche Betriebsdaten der letzten 6 Monate zyklisch aufzeichnet – darunter Tragfähigkeitskurven, Bedienabläufe, Alarmereignisse und Fehlercodes. Nach einem Vorfall lassen sich die vollständigen Betriebsdaten der 5 Minuten vor und nach dem Ereignis über eine spezielle Software rekonstruieren.

Compliance-Hinweis: Das Speichermodul muss die Schutzart IP65 (Staubschutz und Wasserdicht) erfüllen und die Daten bei Stromausfall mindestens 12 Monate lang erhalten. Empfohlen wird eine Solid-State-Speicherlösung, da mechanische Festplatten in vibrationsbelasteter Umgebung ausfallgefährdet sind.

Auswahlkriterien für das passende Sicherheitsüberwachungssystem

  • Sensorqualität: Bevorzugt sind importierte oder erstklassige inländische Sensoren (z. B. HBM, ZEMIC), die langfristige Stabilität gewährleisten
  • Anzeigeterminal: Industrielles Touchpanel ab 10 Zoll, bei Sonnenlicht ablesbar und mit Handschuhen bedienbar
  • Kommunikation: Unterstützung von 4G/5G-Fernübertragung für eine zentrale Überwachung über mehrere Standorte
  • Offene Schnittstellen: Standardprotokolle wie OPC UA und Modbus TCP zur nahtlosen Anbindung an bestehende MES-Systeme
Referenzprojekt: Nach der Nachrüstung von 78 Brückenkranen mit Sicherheitsüberwachungssystemen konnte ein Stahlwerk die Zahl der Hebeunfälle im Jahresvergleich um 92 % senken. Die durchschnittliche Reaktionszeit bei Gerätestörungen verkürzte sich von 4 Stunden auf 30 Minuten, wodurch jährlich Verluste durch ungeplante Stillstandszeiten von über 2 Mio. EUR vermieden wurden.
Installation des Sicherheitsüberwachungssystems am Kran

▲ Montage und Inbetriebnahme des Sicherheitsüberwachungssystems vor Ort

Kelude Sicherheitsüberwachungslösungen für jeden Einsatzfall

Die Kelude Schwerindustrie bietet ein umfassendes Sortiment an Sicherheitsüberwachungssystemen gemäß TSG 51 — Sicherheitstechnische Sondervorschrift für Sonderausrüstung. Das Programm deckt zwei Produktlinien ab: Systeme für Tragfähigkeiten bis 100 t sowie kundenspezifische Lösungen für Großtonagen. Sämtliche Produkte sind nach den Vorschriften für Spezialausrüstung zertifiziert und werden mit einem Komplettservice aus Montage, Inbetriebnahme und Schulung geliefert.

Kontakt: Für eine technische Lösung und ein individuelles Angebot für Ihr Sicherheitsüberwachungssystem steht Ihnen das Technikteam von Kelude Schwerindustrie gerne zur Verfügung. Eine kostenlose Besichtigung vor Ort ist selbstverständlich möglich.

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