Geschmiedete Lasthaken nach GB/T 10051.3-2010

DIN 15018 – Teil 3: Geschmiedete Lasthaken für Krane – die maßgebende Norm für geschmiedete Lasthaken. Die Norm legt Begriffe, Bauarten, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für geschmiedete Lasthaken fest und gilt für gesenkgeschmiedete sowie freiformgeschmiedete Haken in Hebezeugen. Der Lasthaken ist das „Finger“ des Krans – seine Qualität und Sicherheit bestimmen maßgeblich die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Hubevorgangs.

DIN 15018 – Teil 3 ist der dritte Teil der Normenreihe für Lasthaken und legt spezifische Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften sowie die statische Belastungsprüfung geschmiedeter Haken fest. Als zentrales Lastaufnahmemittel des Krans sind die Werkstoffeigenschaften und die Tragfähigkeit des Hakens unmittelbar für die Sicherheit von Hebe- und Transportvorgängen verantwortlich. Dieser Beitrag erläutert die Kerninhalte der Norm im Detail.

DIN 15018 – geschmiedeter Lasthaken für Krane


Normative Einordnung und Hakenklassifizierung

DIN 15018 – Teil 3 ist der dritte Teil der Normenreihe DIN 15018 „Lasthaken“ und wird in Verbindung mit Teil 1 (allgemeine technische Bedingungen) und Teil 2 (technische Bedingungen für geschmiedete Haken) verwendet. Die Norm definiert zwei Bauarten geschmiedeter Haken: den Schafthaken (Befestigung über eine Hakenmutter am Hakenquerträger) und den Ringhaken (Verbindung über eine Ringöse). Nach der Querschnittsform des Hakenschafts wird zwischen Einfacher Haken und Doppelhaken (C-Haken) unterschieden. Der kritische Querschnitt des Hakenschafts kann als Trapezquerschnitt oder T-förmiger Querschnitt ausgeführt sein. Der Tragfähigkeitsbereich der Haken umfasst 0,25 t bis 320 t, eingeteilt in 15 Größeklassen. Der Vorteil geschmiedeter Haken liegt in der kontinuierlichen Metallflusslinie entlang der Hakenkontur, die eine hervorragende Dauerfestigkeit und Zähigkeit gewährleistet – ohne das Risiko von Schichtablösungen, wie es bei Lamellenhaken auftreten kann.

Technische Anforderungen

Die Norm stellt hohe Anforderungen an Werkstoff, mechanische Eigenschaften und Fertigungsverfahren geschmiedeter Haken:

Werkstoff – Geschmiedete Haken sind aus hochwertigem Baustahl oder legiertem Stahl herzustellen. Gebräuchliche Werkstoffgüten sind DG20 (Sonderstahl für Haken, vergleichbar mit C22) und DG34CrMo (legierter Hakenstahl). Der Werkstoff muss eine gute Plastizität und Tieftemperaturzähigkeit aufweisen; der Kohlenstoffgehalt darf ≤ 0,25 % betragen (Gewährleistung von Schweißbarkeit und Zähigkeit), P- und S-Gehalt jeweils ≤ 0,025 %. Für jedes Werkstück sind die chemische Zusammensetzung und die mechanischen Eigenschaften nachzuweisen.

Schmiedeverfahren – Die Haken sind im Gesenkformen herzustellen. Das Schmiedeverhältnis muss mindestens 3:1 betragen (Verhältnis von Ausgangs- zu Endquerschnitt), um eine durchgehende Metallflusslinie entlang der Hakenkontur sicherzustellen (ein Abschneiden der Flusslinien im kritischen Querschnitt ist nicht zulässig). Schmiedetemperaturbereich: Anfangsschmiedetemperatur 1.150–1.200 °C, Endschmiedetemperatur ≥ 850 °C. Nach dem Schmieden ist eine Wärmebehandlung durch Normalglühen (850–900 °C, Luftabkühlung) und Anlassen (550–650 °C, Luft- oder Ofenabkühlung) durchzuführen, um Schmiedespannungen zu beseitigen und das Korn zu verfeinern.

Mechanische Eigenschaften – Jeder fertige Haken ist einer mechanischen Prüfung zu unterziehen: Streckgrenze ≥ 335 MPa (DG20) bzw. ≥ 685 MPa (DG34CrMo); Zugfestigkeit ≥ 470 MPa bzw. ≥ 785 MPa; Bruchdehnung δ ≥ 22 % bzw. ≥ 14 %; Brucheinschnürung ψ ≥ 45 % bzw. ≥ 40 %; Kerbschlagarbeit KV₂ (−20 °C) ≥ 34 J. Härte: Oberflächenhärte des Hakenschafts HB 140–187 (DG20) bzw. HB 210–270 (DG34CrMo).

Tragfähigkeitsbereich

0,25 t – 320 t 15 Größeklassen
Gebräuchliche Werkstoffe

DG20/DG34CrMo P+S ≤ 0,025 %
Schmiedeverhältnis

≥ 3:1 durchgehende Flusslinie
Streckgrenze

≥ 335 MPa (DG20) ≥ 685 MPa (DG34CrMo)
Kerbschlagarbeit

≥ 34 J (−20 °C) Tieftemperaturzähigkeit
Sicherheitsfaktor

n ≥ 4 (allgemein) n ≥ 5 (Gefahrgut)

Konstruktionsmaße und Auslegungsparameter

Die Norm standardisiert die wesentlichen Konstruktionsmaße geschmiedeter Haken: Hakenöffnung (Öffnungsgröße) – am Beispiel eines 5-t-Hakens beträgt die Öffnungsbreite ca. 60 mm; Biegeradius – der innere Biegeradius des Hakens muss mindestens das 2,5-fache des Drahtseildurchmessers betragen; Querschnittsfläche des kritischen Hakenschaftquerschnitts – Auslegung auf die 4- bis 5-fache sichere Arbeitslast der Nenntragfähigkeit. Der Durchmesser des Hakenschafts (gerader Teil) ist auf die 3- bis 4-fache sichere Arbeitslast der Nenntragfähigkeit auszulegen. Hakenmutter und Sicherung – der Haken muss über eine gegen Lösen gesicherte Mutternverriegelung verfügen (Splint oder Unterlegscheibe mit Laschenprägung); die Mutternhöhe muss mindestens das 0,8-fache des Gewindedurchmessers betragen. Die Hakenspitze ist mit einer Hakensicherung (Zunge oder Federklappe) auszustatten, um ein ungewolltes Austreten des Anschlagmittels zu verhindern.

Prüfung und Inspektion

Die Norm schreibt vor, dass jeder geschmiedete Haken folgenden Prüfungen und Inspektionen zu unterziehen ist:

Analyse der chemischen Zusammensetzung – Für jedes Werkstück sind die Gehalte an C, Si, Mn, P, S, Cr, Ni, Mo usw. zu bestimmen.

Prüfung der mechanischen Eigenschaften – Aus derselben Charge (gleiche Schmelze) und gleichen Spezifikation ist ein Haken für Zug- und Schlagversuch zu entnehmen.

Statische Belastungsprüfung – Jeder fertige Haken ist einer statischen Belastungsprüfung zu unterziehen. Die Prüflast beträgt das 2-fache der Nenntragfähigkeit (allgemeine Haken) bzw. das 2,5-fache (Haken für Gefahrgutumschlag), die Haltezeit ≥ 5 min. Nach der Prüfung ist die Restverformung der Hakenöffnung zu messen (die Öffnungszunahme darf 0,25 % der ursprünglichen Öffnungsgröße nicht überschreiten). Die statische Belastungsprüfung ist das direkteste Verfahren zur Bewertung der Tragfähigkeit des Hakens.

Zerstörungsfreie Prüfung – Die Hakenoberfläche ist einer Magnetpulverprüfung (MT) zu unterziehen, um Oberflächenfehler wie Schmiederisse, Überlappungen und Haarlinien zu erkennen. Die Übergangszonen an beiden Enden des Hakenschafts sind einer Ultraschallprüfung (UT) zu unterziehen, um innere Einschlüsse und Risse zu erfassen. Zulässigkeitskriterien MT: Keine Risse und keine linearen Anzeigen zulässig. Zulässigkeitskriterien UT: Keine Fehlersignale größer als das Äquivalent einer Flachbodenbohrung von Φ2 mm.

Härteprüfung – Bei jedem Haken wird die Brinellhärte (HB) an der Oberfläche des Hakenschafts geprüft. An drei Querschnitten des Hakenschafts wird jeweils ein Messpunkt gesetzt. Die Härtewerte müssen innerhalb des vorgegebenen Bereichs liegen, wobei die Differenz zwischen den drei Messpunkten 30 HB nicht überschreiten darf.

PrüfpositionenVerfahrenNormanforderungenHäufigkeit
chemische ZusammensetzungSpektralanalyse/OESAnalyseP≤0.025% S≤0.025%Einzelteilprüfung
ZugversuchUniversalPrüfungMaschineσs≥335/685MPa δ≥22%/14%pro Charge1Einzelteilprüfung
SchlagversuchPendelPrüfungMaschineKV₂≥34J(-20°C)pro Charge1Einzelteilprüfung
Statische Belastungsprüfung2.0~2.5Vielfaches der NennlastRestverformung≤0.25%ÖffnungEinzelteilprüfung
MagnetpulverprüfungMT (Nasschemische Fluoreszenz)ohneRiss/FaltungEinzelteilprüfung
UltraschallprüfungUT (Transversalwelle)≤Φ2mmÄquivalentFehlerEinzelteilprüfung

Aussonderkriterien für Lasthaken

Die Norm definiert eindeutige Aussonderungskriterien für Lasthaken im Einsatz. Ein Haken ist unverzüglich zu verschrotten und zu ersetzen, wenn einer der folgenden Zustände eintritt: 1) Risse – jegliche Risse an der Oberfläche oder im Inneren (durch Sichtprüfung oder ZfP festgestellt); 2) Verformung der Hakenöffnung – die Öffnungsgröße weist eine bleibende Verformung auf, die mehr als 5 % des ursprünglichen Maßes beträgt (messbar mit einem Messschieber); 3) Torsionsverformung – der Verdrehwinkel des Hakenschafts übersteigt 10° (messbar mit einem Winkelmesser); 4) Verschleiß – der Verschleißbetrag am kritischen Querschnitt (der dünnsten Stelle des Hakenschafts) übersteigt 5 % des ursprünglichen Maßes; 5) Korrosion – starke Oberflächenkorrosion mit Grübchenbildung oder ein Querschnittsverlust von mehr als 5 %; 6) Hitzeschäden – Oberflächenverfärbung durch Lichtbogeneinwirkung oder Flammenerhitzung; 7) Plastische Verformung – deutlich sichtbare Biegung oder Verdrehung des Hakens. Die Verschrottung eines Lasthakens ist endgültig – der Haken ist nicht reparierbar und muss bei Feststellung eines Kriteriums sofort ersetzt werden. Reparaturmaßnahmen wie Nachschweißen sind strikt untersagt.


Mechanische Eigenschaften von geschmiedeten Lasthaken im Vergleich

Die folgende Vergleichstabelle zeigt die zentralen Parameter und Konfigurationen der mechanischen Eigenschaften von geschmiedeten Lasthaken und dient als Referenz für Auswahl und Einsatz.

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HakenKlasseWerkstoffgüteStreckgrenze(MPa)Zugfestigkeit(MPa)Bruchdehnung(%)
MStufe20Stahl/25Stahl≥245≥410≥22
PStufe35Stahl/45Stahl≥315≥510≥18
QStufeLegierungBaustahl≥390≥590≥15
SStufehochFestigkeitLegierter Stahl≥490≥690≥12

Häufige Fragen

F: Worin unterscheiden sich geschmiedete Haken und Lamellenhaken (DIN 15400)? Wie wählt man richtig aus?
A: Der geschmiedete Haken wird im Gesenkformen aus einem massiven Stahlstück hergestellt. Der Hakenkörper weist keinerlei Verbindungen auf, die Metallflusslinie verläuft durchgehend entlang der Kontur. Dadurch zeichnet er sich durch eine hohe Dauerfestigkeit und Schlagzähigkeit aus und gilt für allgemeine Brücken-, Portalkrane sowie Turmdrehkrane und Mobilkrane. Der Lamellenhaken besteht aus mehreren Stahlblechen, die durch Nieten oder Schraubverbindungen gefügt sind. Ein einzelnes Blech kann ausfallen, ohne die Gesamtsicherheit zu beeinträchtigen (Redundanz). Zudem besitzt er eine höhere Beständigkeit gegen die Ausbreitung von Ermüdungsrissen. Er eignet sich für spezielle Betriebsbedingungen – etwa bei Metallurgiekranen, die flüssiges Metall heben und transportieren, oder in Umgebungen mit Strahlungswärme, wo eine häufige Sichtprüfung einzelner Komponenten erforderlich ist. Grundsätzlich gilt: Für allgemeine Anwendungen ist der geschmiedete Haken die erste Wahl; bei hohen Temperaturen, Strahlungswärme oder häufigen Sichtprüfungen empfiehlt sich der Lamellenhaken.
F: Ist die Hakensicherung am Haken eine zwingende Anforderung?
A: Die Norm schreibt vor, dass Haken mit einer Hakensicherung (Zunge oder Federriegel) ausgestattet sein müssen, um ein ungewolltes Aushängen des Anschlagmittels aus der Hakenschnabel während des Hebens und Transportierens zu verhindern. In folgenden Fällen kann jedoch auf den Einbau verzichtet werden: 1) Wenn der Haken zum Heben und Transportieren von gebündelten Drahtseilen oder Ketten als flexible Anschlagmittel verwendet wird (die Absturzsicherung würde die Handhabung behindern); 2) Bei Verwendung von C-Haken (Doppelhaken) für spezielle Lastaufnahmemittel wie Stahlblechcoils (das Lastaufnahmemittel selbst verfügt über eine Absturzsicherung); 3) Wenn die Höhenbegrenzung des Hakens oder räumliche Einschränkungen den Einbau der Hakensicherung unmöglich machen. Haken ohne Hakensicherung müssen deutlich mit einem Warnschild gekennzeichnet und in der Betriebsanleitung entsprechend erläutert werden.
F: Warum beträgt die statische Prüflast für geschmiedete Haken vor Auslieferung das 2-fache der Nenntragfähigkeit?
A: Die statische Belastungsprüfung mit dem 2-fachen der Nennlast basiert auf dem Konstruktionsprinzip eines Sicherheitsfaktors von n≥4 für Haken – die bei der Prüfung aufgebrachte Spannung entspricht etwa 50 % der konstruktiven Spannungsgrenze des Hakens. Unter dieser Last verbleibt der Haken im Bereich der elastischen Verformung; nach der Entlastung ist die Restverformung vernachlässigbar gering. Zeigt der Haken unter 2-facher Nennlast bereits eine deutliche Restverformung (Vergrößerung der Maulweite um mehr als 0,25 %), deutet dies auf Probleme bei Werkstoff oder Wärmebehandlung hin. Die statische Belastungsprüfung dient somit sowohl der Verifizierung der Tragfähigkeit als auch als Prüfstein für Material- und Fertigungsqualität. Für spezielle Betriebsbedingungen (z. B. Heben und Transportieren von flüssigem Metall) wird die Prüflast für Haken auf das 2,5-fache erhöht.
F: Wie häufig müssen Haken während des Betriebs regelmäßig inspiziert werden?
A: Die Normforderungen schreiben eine regelmäßige Inspektion von Haken im Einsatz vor. Die Inspektionsfrequenz richtet sich nach der Nutzungsintensität und der Umgebung: Bei normalem Einsatz in Innenräumen – vierteljährliche Sichtprüfung (visuell + Messung der Öffnungsgröße mit dem Messschieber), jährliche umfassende Inspektion (inkl. MT-Fehlerprüfung); bei hoher Beanspruchung und häufiger Nutzung – monatliche Sichtprüfung, halbjährliche umfassende Inspektion; in Umgebungen mit hohen Temperaturen, Korrosion oder abrasiven Bedingungen – monatliche Sichtprüfung, vierteljährliche umfassende Inspektion. Die umfassende Inspektion umfasst: Sichtprüfung, Messung der Öffnungsgröße, Messung des Verdrehwinkels, Messung der Abmessungen des kritischen Querschnitts, MT-Fehlerprüfung (bei Bedarf UT-Fehlerprüfung). Die Inspektionsergebnisse sind im Inspektionsprotokoll für Haken zu dokumentieren.

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