Hydraulische Scheibenbremse für Krane nach JB/T 8907-2008

Die Norm JB/T 8907-2008 „Scheibenbremsen für Hebezeuge“ ist die spezifische Produktnorm für Scheibenbremsen an Kranen. Scheibenbremsen erzeugen das Bremsmoment, indem sie die Bremsscheibe axial über den Reibbelag klemmen. Sie zeichnen sich durch hohes Bremsmoment, gute Wärmeableitung und ruhiges Bremsverhalten aus und werden häufig in Hubwerken großer Krane sowie in Kranen mit hoher Triebwerksgruppe eingesetzt.

Die Norm JB/T 8907-2008 ist die spezifische Produktnorm für Scheibenbremsen in Hebezeugen. Sie legt die Bauartparameter, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Scheibenbremsen fest. Scheibenbremsen bieten Vorteile wie ruhiges Bremsverhalten, gute Wärmeableitung und einfache Wartung. Dieser Beitrag erläutert die Kerninhalte der Norm im Detail.

Norm JB/T 8907-2008 für Scheibenbremsen


Normeinordnung und Merkmale der Scheibenbremse

JB/T 8907-2008 ist die spezifische Branchennorm für Scheibenbremsen. Der wesentliche Unterschied zwischen Scheibenbremse und Trommelbremse liegt in der Geometrie der Reibfläche: Bei der Trommelbremse ist die Reibfläche zylindrisch (radiale Klemmung), bei der Scheibenbremse eben (axiale Klemmung). Die Vorteile der Scheibenbremse: Hervorragende Wärmeableitung – die Bremsscheibe ist der Luft ausgesetzt, die Wärme wird schnell abgeführt, der thermische Abfall ist gering (nach 10 aufeinanderfolgenden Bremsungen sinkt das Bremsmoment um ≤10 %). Stabileres Bremsmoment – der Reibungskoeffizient ist weniger temperaturabhängig. Automatischer Verschleißausgleich der Bremsscheibe (keine Spielnachstellung erforderlich). Ruhiges Bremsverhalten (kein „Nicken“ oder „Rucken“ wie bei Trommelbremsen). Scheibenbremsen werden häufig in Kranen der Triebwerksgruppe A6 bis A8, in Kranen mit Frequenzumrichtersteuerung sowie in großen Metallurgiekranen eingesetzt.

Bauarten und technische Parameter

Die Norm unterscheidet zwei Bauarten von Scheibenbremsen: die Sattelscheibenbremse (Kardanbremse) und die Vollscheibenbremse. Die Sattelscheibenbremse – der Bremszangen klemmt einen äußeren Teilbereich der Bremsscheibe (ähnlich der PKW-Scheibenbremse). Sie zeichnet sich durch kompakte Bauweise, geringes Gewicht und einfache Wartung aus und eignet sich für Hub- und Fahrwerke von Kranen mit Bremsscheibendurchmessern von 500 bis 2000 mm. Die Vollscheibenbremse – der Reibbelag bedeckt die gesamte Bremsscheibenfläche. Sie bietet ein hohes Bremsmoment, ist jedoch konstruktiv aufwendiger und schwerer. Sie wird bei Kranen mit großer Tragfähigkeit (≥100 t) und bei besonderen Anforderungen eingesetzt.

Die wichtigsten technischen Parameter der Scheibenbremse: Bremsscheibendurchmesser 500 bis 2000 mm, Bremsmoment 1000 bis 60000 N·m (Sattelscheibenbremse) bzw. 10000 bis 200000 N·m (Vollscheibenbremse). Die Reibbelagfläche wird entsprechend dem erforderlichen Bremsmoment ausgelegt (ca. 0,5 bis 1,0 N·m Bremsmoment pro cm² Reibfläche). Die Bremsscheibe besteht aus verschleißfestem Gusseisen oder legiertem Stahl (Härte nach dem Abschrecken HB ≥ 280). Als Reibbelagwerkstoffe kommen halbmetallische Sinterwerkstoffe oder keramische Verbundwerkstoffe zum Einsatz (Reibungskoeffizient μ = 0,35 bis 0,50).

Bremsscheibendurchmesser
500–2000 mm Verschleißfestes Gusseisen/legierter Stahl
Bremsmoment
Sattel: 1000–60000 N·m Vollscheibe: 10000–200000 N·m
Reibungskoeffizient
μ = 0,35–0,50 Halbmetall/Keramik-Verbundwerkstoff
Thermischer Abfall
10 aufeinanderfolgende Bremsungen Abfall ≤ 10 %
Bremsspiel
Automatischer Ausgleich Keine manuelle Einstellung
Einsatzbereich
Triebwerksgruppe A6–A8/Frequenzumrichter Große Metallurgiekrane

Prüfung und Inspektion

Die Norm verlangt, dass jede Scheibenbremse einzeln folgenden Prüfungen unterzogen wird: Bremsmomentprüfung – die Bremse wird auf einem Prüfstand montiert und mit Nenndruck (hydraulisch) bzw. Nennspannung (elektromagnetisch) beaufschlagt; das gemessene Bremsmoment muss mindestens 95 % des Nennwertes betragen. Prüfung des Belagverschleißes – nach 2000 aufeinanderfolgenden Bremsungen unter Nennbedingungen darf die Verschleißdicke des Reibbelags ≤ 1 mm betragen. Notbremsprüfung – bei Nenndrehzahl (Umfangsgeschwindigkeit der Bremsscheibe ≤ 20 m/s) muss der Bremsweg ≤ 1/3 des Bremsscheibenumfangs betragen. Der Reibbelag ist zu ersetzen, wenn die verbleibende Dicke ≤ 50 % der ursprünglichen Dicke beträgt.


Vergleichstabelle der technischen Parameter von Scheibenbremsen

Die folgende Vergleichstabelle zeigt die Kernparameter der Scheibenbremse als Auswahlhilfe für Planung und Betrieb.

Kelude Industrieausrüstung GmbH

Kelude ist ein führender Hersteller von Industriekranen und Hebezeugen mit über 20 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung. Unser Sortiment umfasst Brückenkrane, Portalkrane, Elektroseilzüge sowie maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Einsatzbereiche. Alle Produkte werden nach höchsten Qualitätsstandards gefertigt und erfüllen die Anforderungen der einschlägigen DIN- und EN-Normen.

Robuste Brückenkrane für höchste Ansprüche

Unsere Brückenkrane sind für den Dauereinsatz in Produktionshallen und Werkstätten konzipiert. Sie überzeugen durch eine stabile Konstruktion, präzise Steuerung und eine lange Lebensdauer. Je nach Anforderung liefern wir Einzelträger- oder Doppelträgerkrane mit Tragfähigkeiten bis zu 50 t und Spannweiten bis zu 30 m. Die Krane sind optional mit Funkfernsteuerung, Drehzahlregelung oder speziellen Hubwerken für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen ausgestattet.

TypTragfähigkeitSpannweiteEinsatzbereich
Einzelträger-Brückenkran1 t – 10 tbis 25 mLeichte bis mittlere Lasten in Werkstätten
Doppelträger-Brückenkran10 t – 50 tbis 30 mSchwerlastanwendungen in der Industrie

Die Konstruktion erfolgt nach DIN 15018 und gewährleistet eine hohe Betriebsfestigkeit. Auf Wunsch realisieren wir kundenspezifische Sonderlösungen, z. B. mit niedriger Bauhöhe für beengte Hallenverhältnisse oder mit speziellen Krankombinationen für den Mehrschichtbetrieb.

Portalkrane – flexibel und wirtschaftlich

Portalkrane von Kelude eignen sich ideal für den Umschlag von Gütern im Freien, auf Lagerflächen oder in Produktionsbereichen. Sie sind als Vollportal- oder Halbportalvariante lieferbar und zeichnen sich durch eine einfache Montage sowie einen geringen Wartungsaufwand aus. Die Krane sind wahlweise mit Einzel- oder Doppelträger sowie mit Fahrbahn- oder Bodenverfahrung erhältlich.

AusführungTragfähigkeitSpannweiteBesonderheiten
Vollportal3,2 t – 20 tbis 35 mBeidseitige Stützen, geeignet für den Außeneinsatz
Halbportal3,2 t – 16 tbis 25 mEinseitig auf Schiene geführt, platzsparend

Dank der robusten Fahrwerke und der präzisen Verfahrautomatik sind unsere Portalkrane auch für den Dauerbetrieb mit hohen Taktzeiten ausgelegt. Die Steuerung erfolgt über moderne Frequenzumrichter, die ein sanftes Anfahren und Stoppen ermöglichen und so die Lastschwankungen minimieren.

Elektroseilzüge – kompakt und leistungsstark

Unsere Elektroseilzüge sind das Herzstück vieler Krananlagen und überzeugen durch eine hohe Hubgeschwindigkeit, eine kompakte Bauweise und eine einfache Wartung. Sie sind in verschiedenen Ausführungen für Tragfähigkeiten von 1 t bis 32 t erhältlich und können sowohl als Einzelgerät als auch in Kombination mit Brücken- oder Portalkranen eingesetzt werden.

BaureiheTragfähigkeitHubhöheMerkmale
KEL-ED1 t – 10 tbis 12 mKompakte Bauform, niedrige Bauhöhe
KEL-EDX10 t – 32 tbis 20 mFür Schwerlast, mit Feinhubsteuerung

Die Seilzüge sind mit einem selbsthemmenden Getriebe und einer zuverlässigen Seilführung ausgestattet, die ein sicheres und präzises Heben gewährleisten. Optional bieten wir eine explosionsgeschützte Ausführung gemäß EN 60204-32 für den Einsatz in Zone 1/21 an.

Maßgeschneiderte Lösungen und Service

Über unser Standardprogramm hinaus entwickeln wir kundenspezifische Kranlösungen, die exakt auf Ihre betrieblichen Abläufe zugeschnitten sind. Unser Ingenieurteam unterstützt Sie von der ersten Planung über die Fertigung bis hin zur Montage und Inbetriebnahme. Auch nach dem Kauf sind wir für Sie da: Mit einem umfassenden Serviceangebot, das Wartung, Inspektion und Ersatzteilversorgung abdeckt, sorgen wir für eine hohe Verfügbarkeit Ihrer Anlagen.

Vertrauen Sie auf die Qualität von Kelude – wir liefern Ihnen Hebezeuge, die Maßstäbe setzen. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot oder eine technische Beratung.

F:
Bieten Sie auch Wartungsverträge für bestehende Krananlagen an?A: Ja, wir bieten maßgeschneiderte Wartungsverträge an, die regelmäßige Inspektionen, Wartungsarbeiten und die Lieferung von Original-Ersatzteilen umfassen. So stellen wir sicher, dass Ihre Anlage stets betriebsbereit ist.

F:
Welche Normen werden bei der Konstruktion Ihrer Krane berücksichtigt?A: Unsere Krane werden nach den einschlägigen DIN- und EN-Normen konstruiert, u. a. DIN 15018 für die Tragwerksberechnung und EN 13000 für die Sicherheit. Auf Wunsch dokumentieren wir die Konformität mit den geforderten Richtlinien.

F:
Ist eine Nachrüstung mit Funkfernsteuerung möglich?A: Ja, die meisten unserer Krane können problemlos mit einer Funkfernsteuerung nachgerüstet werden. Wir bieten verschiedene Systeme an, die eine präzise und sichere Steuerung aus der Ferne ermöglichen.

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TypBremsmoment(N-m)BremsscheibeDurchmesser(mm)anwendbarer Mechanismus
YP1-200200-400200Hubwerk
YP1-315630-1250315Heben / Anheben/Kranbrücke
YP1-4001600-3150400Kranbrücke/Laufkatze
YP1-5004000-6300500Kranfahren

Häufige Fragen

F: Welche wesentlichen Vorteile bietet die Scheibenbremse gegenüber der Trommelbremse und wann sollte sie eingesetzt werden?
A: Die wesentlichen Vorteile: 1) Bessere Wärmeableitung (die Bremsscheibe ist der Umgebungsluft ausgesetzt, die Wärme wird schnell abgeführt), geringes thermisches Fading; 2) Stabileres Bremsmoment (der Reibungskoeffizient ändert sich nur geringfügig mit der Temperatur); 3) Automatischer Verschleißausgleich (keine manuelle Einstellung des Luftspalts erforderlich); 4) Ruckfreies, stoßarmes Bremsverhalten; 5) Kompakte Bauweise und wartungsfreundlich. Empfohlene Einsatzbereiche für Scheibenbremsen: 1) Krane mit hoher Triebwerksgruppe A6–A8 (häufige Anfahr- und Bremsvorgänge); 2) Krane mit frequenzgesteuerter Drehzahlregelung (präzise Regelung des Bremsmoments erforderlich); 3) Metallurgiekrane (Hochtemperaturumgebung, hohe Anforderungen an die Wärmeableitung der Bremse); 4) Großkrane (≥100 t), bei denen die Bremsscheibe der Trommelbremse konstruktionsbedingt zu groß für die Anordnung wäre. Der Nachteil: Die Anschaffungskosten einer Scheibenbremse liegen etwa beim 2- bis 3-fachen einer vergleichbaren Trommelbremse.
F: Wie wird der Belagverschleiß bei Scheibenbremsen geprüft?
A: Die Inspektionsmethoden für den Belagverschleiß bei Scheibenbremsen unterscheiden sich grundlegend von denen bei Trommelbremsen – statt eines Nachstellwegs wird hier die verbleibende Reibbelagdicke direkt gemessen. Gemäß Norm ist jeder Bremsbelag im Sattel mit einer Verschleißanzeige auszustatten (mechanischer Zeiger oder elektrischer Widerstandssensor). Unterschreitet die Belagdicke 50 % des Neuwerts, muss die Anzeige ein Warnsignal auslösen. Ist keine Verschleißanzeige vorhanden, ist die Belagdicke vierteljährlich im Rahmen einer Sichtprüfung am geöffneten Sattel zu messen und zu dokumentieren. Die Beläge einer Bremse sind stets paarweise zu tauschen, um ein symmetrisches Bremsmoment sicherzustellen.
F: Wann muss die Bremsscheibe einer Scheibenbremse verschrottet werden?
A: Die Bremsscheibe ist in folgenden Fällen sofort zu verschrotten und zu ersetzen: 1) Riefen oder Stufen mit einer Tiefe ≥ 1 mm auf der Reibfläche (durch den Reibbelag in den Stahlgrundkörper eingeschliffene Rillen); 2) Die Dicke der Bremsscheibe hat durch Verschleiß um mehr als 20 % der ursprünglichen Dicke abgenommen (bei der Bremsung entsteht durch Reibung Wärme und damit thermische Spannung; eine zu starke Dickenabnahme erhöht das Risiko von Verformung und Rissbildung); 3) Risse auf der Reibfläche (Ermüdungsrisse durch thermische Wechselbelastung) – Risse jeder Länge sind nicht zulässig; 4) Verformung der Bremsscheibe (Springen der Planfläche über 0,2 mm), was bei der Bremsung zu Vibration und Geräuschentwicklung führt; 5) Starke Verfärbung der Bremsscheibe (von metallischem Silbergrau zu Blauviolett oder Braunschwarz), was auf eine Überhitzung mit Glühen der Oberfläche hinweist.
F: Welcher Arbeitsdruck ist für die hydraulische Scheibenbremse gemäß Norm vorgesehen?
A: Der Arbeitsdruck der hydraulischen Scheibenbremse richtet sich nach dem geforderten Bremsmoment. Die Norm nennt folgende empfohlene Druckbereiche: Mitteldrucksystem – 5~10 MPa (gilt für Sattelscheibenbremsen mit einem Bremsmoment ≤ 20.000 N·m); Hochdrucksystem – 10~20 MPa (gilt für große Scheibenbremsen mit einem Bremsmoment > 20.000 N·m). Anforderungen an die Druckhaltefähigkeit des hydraulischen Systems: Bei geschlossener Bremse darf der Systemdruck innerhalb von 24 h um nicht mehr als 10 % abfallen – dies entspricht der Druckhaltefähigkeit von Hydrauliksperrventil und Dichtungen. Bei zu schnellem Druckabfall sind das Hydrauliksperrventil (Rückschlagventil) sowie die Dichtungen im Hydraulikzylinder der Bremse auf Verschleiß zu prüfen.

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