GB/T 5975-2006 Kauschen für Drahtseile Normeninterpretation

GB/T 5975-2006 „Kauschen für Drahtseile“ ist die Produktnorm für Kauschen als Endverbindungs-Elemente von Drahtseilen. Die Norm legt Typen und Abmessungen, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Drahtseilkauschen (auch Seilösen oder Herzkauschen genannt) fest. Sie gilt für Kauschen, die mit Kran-Drahtseilen sowie allgemeinen Drahtseilen verwendet werden. Kauschen sind entscheidende Bauteile, die verhindern, dass das Drahtseil am Biegeende übermäßig geknickt wird und Spannungskonzentrationen entstehen.

GB/T 5975-2006 ist die Produktnorm für Kauschen für Drahtseile. Sie legt Bauart, Abmessungen, technische Anforderungen und Prüfregeln fest. Die Kausche wird an der Seilschlaufe montiert und schützt das Drahtseil vor scharfer Biegung und Verschleiß. Sie ist ein unverzichtbares Bauteil bei der Endbefestigung von Drahtseilen.

GB/T 5975-2006 Kausche für Drahtseile


Bauarten und Größenreihe der Kauschen

GB/T 5975-2006 unterscheidet zwei Bauarten von Kauschen für Drahtseile: Typ A (Standardausführung) – für allgemeine Drahtseilenden, die am weitesten verbreitete Bauform. Sie hat die Form eines Herzstücks, mit einer Nut auf der Außenseite zur Aufnahme des Drahtseils und zwei Schraubenlöchern auf der Innenseite zur Befestigung. Typ B (schwere Ausführung) – für Drahtseile mit großem Durchmesser oder schwere Lasten; sie hat eine größere Wanddicke und höhere Tragfähigkeit. Die Norm legt eine Größenreihe fest, die eineindeutig dem Drahtseildurchmesser zugeordnet ist – insgesamt über 30 Größen für Drahtseildurchmesser von 2 mm bis 60 mm (2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 32, 36, 40, 44, 50, 56, 60 mm). Zu den Maßparametern der Kausche gehören: Nutgrundradius R (passend zum Drahtseildurchmesser, R ≈ 0,5 d), Kauschenbreite B, Kauschenhöhe H, Wanddicke S und Bolzenlochdurchmesser d1. Auswahlprinzip: Die Kauschengröße muss mit dem Nenndurchmesser des Drahtseils übereinstimmen (der Nutgrundradius muss zum Drahtseildurchmesser passen; das Drahtseil sollte weder zu viel Spiel noch zu engen Sitz in der Kauschennut haben). Als Werkstoff kommen Q235B oder Q345B (≈S235JR bzw. ≈S355J2) für allgemeine Anwendungen oder Stahlguss ZG230-450 für gegossene Kauschen zum Einsatz.

Technische Anforderungen und Oberflächenbehandlung

Die Norm stellt folgende technische Anforderungen an Kauschen: Werkstoff – Kauschen können aus Schmiedestahl (Q235B oder Q345B, nach dem Schmieden geglüht zur Entspannung), Stahlguss (ZG230-450, nach dem Gießen normalgeglüht) oder aus Stahlblech (Q235B, tiefgezogen, für kleine Größen) hergestellt werden. Gusskauschen müssen frei von Poren, Lunkern, Sandeinschlüssen und Rissen sein; Schmiedekauschen dürfen keine Falten, Risse oder Doppelungen aufweisen. Oberfläche – Die Kauschenoberfläche muss glatt und gratfrei sein; die Rauheit der Nutgrundfläche, die mit dem Drahtseil in Kontakt kommt, darf Ra ≤ 12,5 μm nicht überschreiten. Alle Kanten sind zu brechen oder zu runden. Wärmebehandlung – Kauschen aus Stahlguss und Schmiedestahl sind zu glühen oder normalzuglühen, um Eigenspannungen abzubauen und die Zähigkeit zu verbessern. Oberflächenbehandlung – Kauschen sind zu verzinken (Feuerverzinkung oder galvanische Verzinkung, Zinkschichtdicke ≥ 15 μm) oder mit einem Rostschutzanstrich zu versehen. Prüfverfahren – Aus jeder Charge sind Stichproben einer Bruchkraftprüfung zu unterziehen (Stichprobenanteil ≥ 1 %, mindestens 3 Stück). Die Kausche darf unter einer Prüflast vom 1,5-fachen der Mindestbruchkraft des Drahtseils keine bleibende Verformung oder Beschädigung aufweisen. Die Norm verlangt außerdem, dass die Kausche während der Prüfung keine Risse und keinen Bruch zeigt; nach der Prüfung ist eine geringfügige plastische Verformung zulässig (Verformung nicht mehr als 3 % der Breite).

Montage und Verwendung der Kausche

Die Norm empfiehlt die korrekte Montage der Kausche: Die Kausche ist in die Seilschlaufe (das Auge oder die Herzschlinge) des Drahtseils einzulegen – das Drahtseil wird um die Nut der Kausche geführt und das Seilende mit Seilklemmen oder einer Spleißverbindung befestigt. Die Nut der Kausche muss zur Biegerichtung des Drahtseils zeigen – d. h. die Kausche liegt außen, das Drahtseil innen; die Rundung der Kausche stützt den Biegeabschnitt des Drahtseils. Die korrekte Montage der Kausche gewährleistet: Der Biegeradius des Drahtseils am Ende wird nicht kleiner als der in der Norm geforderte Wert (Nutgrundradius R ≈ 0,5 d, sodass der Biegeradius des Drahtseils R ≈ 0,5 d beträgt, also D/d ≥ 1 – dies liegt weit unter der Anforderung von D/d ≥ 20 für Rollen, jedoch dient die Kausche ausschließlich der statischen Endbefestigung, bei der sich das Drahtseil nicht bewegt). Scharfe Knicke des Drahtseils an der Seilschlaufe werden vermieden – ein scharfer Knick erhöht die lokale Spannung im Drahtseil um das 3- bis 5-fache und reduziert Tragfähigkeit und Ermüdungslebensdauer erheblich. Die Norm betont ausdrücklich: Es ist verboten, ohne Kausche das Drahtseil direkt um einen Bolzen oder Haken zu führen und so eine Seilschlaufe zu bilden (ohne Kausche ist der Biegeradius zu klein, es entstehen Biegespannungskonzentrationen, die leicht zu Drahtbrüchen führen). Die Kausche muss in der Anwendung exakt zur Drahtseilgröße passen – ist sie zu groß, sitzt sie locker in der Schlaufe und ist nicht sicher positioniert; ist sie zu klein, lässt sich das Drahtseil nicht in den Nutgrund einlegen.

Prüfung und Wartung

Die in der Norm festgelegten Prüfpositionen: Werksabnahme – Jede Kausche ist einer Sichtprüfung (visuelle Kontrolle auf Oberflächenfehler) und einer Maßprüfung (Nutgrundradius, Breite, Höhe und Lochdurchmesser, Toleranzen nach IT14) zu unterziehen. Kauschen derselben Charge werden nach dem festgelegten Stichprobenumfang einer Bruchkraftprüfung unterzogen. Kauschen, die die Sichtprüfung bestanden haben, sind mit Größe und Herstellerkennzeichen zu versehen. Wartungsinspektion – Kauschen sind während des Betriebs regelmäßig zu prüfen: Nutverschleiß – Der Verschleißbetrag am Nutgrund durch langfristige Reibung mit dem Drahtseil darf 20 % der ursprünglichen Wanddicke nicht überschreiten; bei Überschreitung ist die Kausche auszutauschen. Zerstörung der Zinkschicht – Bei großflächigem Abblättern der Zinkschicht mit Korrosion des Grundwerkstoffs ist die Kausche neu zu verzinken oder zu ersetzen. Verformung – Überschreitet die Verformung durch Überlast 3 % der ursprünglichen Breite, ist die Kausche auszutauschen. Risse – Kauschen mit jeglichen Rissen sind sofort zu verschrotten. Inspektionsintervall – Unter normalen Einsatzbedingungen ist die Kausche alle 3 Monate zu prüfen; in offenen, staubigen Umgebungen monatlich.

SpezifikationRillenradiusRBreiteBWanddickeSPrüflast
10mm~5mm22mm5mm≥60kN
20mm~10mm40mm8mm≥300kN
30mm~15mm55mm12mm≥650kN
40mm~20mm70mm15mm≥1150kN

Häufige Fragen

F: Welche Funktion hat die Kausche am Drahtseil?

A: Die Kausche wird an der Innenseite der Seilschlaufe (dem Seilauge) montiert. Ihre Aufgaben sind: 1) Schutz des Drahtseils vor scharfer Biegung – ohne Kausche ist der Biegeradius an der Schlaufe extrem klein, die Litzen werden innen übermäßig gestaucht und außen gestreckt, was den Ermüdungsbruch des Drahtseils beschleunigt; 2) Formstabilität der Schlaufe – die Kausche hält die geometrische Form und die Abmessungen der Schlaufe aufrecht, sodass diese unter Zugbelastung nicht verformt wird. Gemäß Norm ist die Verwendung einer Kausche in der Seilschlaufe verbindlich vorgeschrieben; eine direkte Nutzung der Schlaufe ohne Kausche ist unzulässig.

F: Welche Anforderungen gelten für Werkstoff und Oberflächenbehandlung der Kausche?

A: Kauschen werden in der Regel aus Q235B (≈S235JR) Baustahl oder Stahlguss ZG270-500 gefertigt. Die Oberfläche muss glatt und frei von Graten, Rissen und Zunder sein. Die Norm schreibt eine Rostschutzbehandlung vor – entweder Feuerverzinkung (Zinkschichtdicke ≥ 50 μm) oder Beschichtung mit Rostschutzfarbe. Verzinkte Kauschen bieten einen guten Korrosionsschutz und eignen sich für Außenbereiche und feuchte Umgebungen; lackierte Kauschen sind kostengünstiger und für Innenbereiche geeignet. Die Seilrille der Kausche muss eben und glatt sein; scharfe Kanten sind unzulässig, da sie das Drahtseil beschädigen würden.

F: Welche Kauschengröße ist für welchen Drahtseildurchmesser zu wählen?

A: Die Spezifikation der Kausche wird nach dem Nenndurchmesser des Drahtseils gewählt; der Rillenradius der Kausche muss zum Drahtseildurchmesser passen. Ist die Rille zu eng (Rillendurchmesser < 0,9-facher Drahtseildurchmesser), wird das Drahtseil gequetscht; ist sie zu weit (Rillendurchmesser > 1,1-facher Drahtseildurchmesser), liegt die Kausche nicht richtig am Seil an, und das Drahtseil kann in der Kausche verrutschen. Von der Norm empfohlene Zuordnung: Für Drahtseildurchmesser d = 10–20 mm sind Standard-Kauschen zu verwenden, für d = 22–40 mm verstärkte Ausführungen. Kelude Schwerindustrie verwendet bei der Montage von Krankran-Drahtseilen ausschließlich feuerverzinkte Standard-Kauschen.

F: Wann muss eine Kausche verschrottet und ersetzt werden?

A: Eine Kausche ist in folgenden Fällen zu verschrotten: 1) Risse oder Bruch am Kauschenkörper – bei jeglichen Rissen ist eine weitere Verwendung ausgeschlossen; 2) starke Verformung – wenn die Verschleißtiefe am Rillengrund 5 % des Drahtseildurchmessers überschreitet (z. B. bei einem Drahtseil von φ20 mm ist die Kausche zu ersetzen, wenn die Rillenverschleißtiefe mehr als 1 mm beträgt); 3) Verformung der Öffnungsgröße – wenn sich die Öffnung um mehr als 5 % gegenüber dem Originalmaß vergrößert hat (dies zeigt an, dass die Kausche das Seil nicht mehr sicher halten kann); 4) großflächiges Abblättern der Zinkschicht mit daraus folgender starker Korrosion. Kauschen sind preiswerte Verschleißteile; es wird empfohlen, sie bei jedem Austausch des Drahtseils mit zu erneuern, um die Synchronisation von Seil und Kausche zu gewährleisten.

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