ISO 12480-2:2008 Normeninterpretation für sicheren Mobilkranbetrieb

ISO 12480-2:2008 „Krane – Sicherer Gebrauch – Teil 2: Mobilkrane“ ist die internationale Norm für den sicheren Betrieb von Mobilkranen. Die Norm legt die Anforderungen an den sicheren Einsatz von Mobilkranen (Autokrane, Allradkrane, Raupenkrane und Reifenkrane) bei Auswahl, Aufstellung, Bedienung, Demontage und Betriebsführung fest – entsprechend dem Abschnitt über Mobilkrane in GB/T 25849.

Sicherer Einsatz von Mobilkranen


Allgemeine Grundsätze und Verantwortlichkeiten

ISO 12480-2:2008 definiert die Verantwortlichkeiten aller Beteiligten für den sicheren Betrieb von Mobilkranen: Der Betreiber (Kraneigentümer) ist dafür verantwortlich, dass der Kran den Sicherheitsnormen entspricht und über eine gültige Prüfbescheinigung verfügt, eine sichere Arbeitsumgebung für das Bedienpersonal bereitgestellt wird, eine Sicherheitsbetriebsanweisung erstellt und deren Einhaltung überwacht wird, geeignete Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel zur Verfügung gestellt werden und das Bedien- sowie Anschlagpersonal geschult und zertifiziert ist. Das Bedienpersonal ist verantwortlich für die Überprüfung aller Kranmechanismen und Sicherheitseinrichtungen vor Betriebsbeginn, das vollständige Ausfahren und sichere Abstützen der Stützbeine, das Arbeiten gemäß Lastkennlinientabelle ohne Überlast sowie die Beobachtung der Umgebung während des Betriebs. Es ist verboten, sich unter schwebenden Lasten aufzuhalten. Bei Feststellung eines Sicherheitsrisikos ist der Betrieb sofort einzustellen und zu melden. Das Anschlagpersonal muss die Leistungsparameter und Grenzen des Krans kennen, standardisierte Signale (Handzeichen, Flaggen, Funk) verwenden, von einer für das Bedienpersonal sichtbaren sicheren Position aus einweisen und den Einsatz mehrerer Personen koordinieren. Das Wartungspersonal führt die regelmäßige Wartung gemäß den Herstellervorgaben durch, dokumentiert Wartungsarbeiten und ausgetauschte Bauteile, kalibriert die Sicherheitseinrichtungen regelmäßig und behebt festgestellte Mängel umgehend. Die Norm nennt zehn Verbote für den sicheren Betrieb von Mobilkranen: keine Überlast, kein schräges Ziehen oder Heben, kein Aufenthalt unter schwebenden Lasten, kein Teleskopieren unter Last (sofern nicht vom Hersteller freigegeben), kein Heben bei nicht vollständig ausgefahrenen Stützbeinen, kein Arbeiten auf Flächen mit einer Neigung > 3°, kein Arbeiten bei Windgeschwindigkeiten > 13,8 m/s (Windstärke 6), kein Arbeiten innerhalb des Sicherheitsabstands zu Hochspannungsleitungen, kein Ziehen von Lasten am Boden mit dem Lastaufnahmemittel und kein Verlassen des Arbeitsplatzes durch das Bedienpersonal bei schwebender Last.

Arbeiten mit Stützbeinen und Stabilität

Die Norm enthält detaillierte Vorgaben für das Arbeiten mit Stützbeinen und die Stabilität: Ausfahren der Stützbeine – Das Bedienpersonal muss die Stützbeine vollständig bis zur maximalen Spannweite ausfahren (kein teilweises Ausfahren). Nach dem Ausfahren ist die Ebenheit des Fahrgestells mit einer Wasserwaage zu prüfen – in Längsrichtung ≤ 1° und in Querrichtung ≤ 1°. Bodenverhältnisse – Unter den Stützplatten sind Schwellen oder Fahrbahnplatten zur Druckverteilung zu verwenden. Die Bodenpressung der Stützplatten darf die Tragfähigkeit des Bodens nicht überschreiten (in der Regel ≥ 150 kPa). Bei Arbeiten auf schlammigem oder weichem Untergrund sind Stahlbleche oder Fahrbahnplatten zu verlegen, um die Auflagefläche auf das Zwei- bis Dreifache zu vergrößern. Bei Arbeiten in der Nähe von Baugruben oder auf Verfüllflächen ist die Stabilität des Fundaments zu prüfen und gegebenenfalls zu verbessern, um die erforderliche Tragfähigkeit des Fundaments sicherzustellen. Neigungsgrenzen – Die zulässige Neigung für den Kranbetrieb auf nicht ebenem Untergrund beträgt ≤ 3° (ca. 5,2 %). Bei Neigungen zwischen 1° und 3° ist die Nenntragfähigkeit gemäß dem vom Hersteller angegebenen Neigungs-Abminderungsfaktor zu reduzieren (Reduzierung um 5 % bis 15 %). Stützbein-Drucküberwachung – Große Mobilkrane müssen mit einem Stützbein-Druckanzeigesystem ausgestattet sein, das die Bodenpressung jedes Stützbeins in Echtzeit erfasst. Unterschreitet der Druck eines Stützbeins einen festgelegten Wert (Annäherung an das Abheben), wird ein Alarm ausgelöst, der das Bedienpersonal zum Handeln auffordert. Stützbein-Verriegelung – Bei nicht vollständig ausgefahrenen Stützbeinen werden Drehen und Wippen des Auslegers durch die Systemverriegelung blockiert, um zu verhindern, dass das Bedienpersonal den Betrieb ohne ausgefahrene Stützbeine beginnt. Die Norm betont ausdrücklich, dass Hubarbeiten bei nicht ausgefahrenen oder nur teilweise ausgefahrenen Stützbeinen verboten sind – dies ist eine der häufigsten Ursachen für das Umkippen von Mobilkranen.

Sicherheit bei Hubeinsätzen

Die Norm regelt die Sicherheit bei Hubeinsätzen wie folgt: Probehub – Vor jedem Hubvorgang ist ein Probehub durchzuführen (die Last langsam auf ca. 200 mm über dem Boden anheben und anhalten). Beim Probehub ist Folgendes zu prüfen: die Ausgewogenheit der Last (ggf. Neigung durch Anpassung des Anschlagpunkts korrigieren), die Zuverlässigkeit der Bremse (kein Nachrutschen nach dem Stopp), Auffälligkeiten an Stützbeinen und Untergrund (Absenkungen oder Risse) sowie die korrekte Anzeige des Lastmomentbegrenzers. Erst nach erfolgreichem Probehub darf der Hubvorgang fortgesetzt werden. Hubweg – Die Last muss mindestens 0,5 m über Hindernissen am Boden geführt werden. Der Bereich unter der Last ist zu sperren (mit Warnband oder Absperrungen abzugrenzen). Während des Transports sind abrupte Starts und Stopps zu vermeiden, um das Pendeln der Last zu reduzieren. Bei starkem Pendeln der Last ist der Betrieb zu unterbrechen, bis sich die Last von selbst stabilisiert hat. Windgeschwindigkeitsbegrenzung – Bei Windgeschwindigkeiten ≥ 11 m/s (Windstärke 6) sind Hubarbeiten einzustellen. Bei Windgeschwindigkeiten ≥ 8 m/s ist bei großen, dünnwandigen Bauteilen (Stahlbleche, Wandpaneele usw.) die Windlast auf die Last zu berücksichtigen. Auslegersicherheit – Drehen oder Wippen des Auslegers ist verboten, solange sich Personen auf dem Ausleger befinden. Der Gefahrenbereich unter dem Ausleger ist mit Absperrungen zu sichern. Der Sicherheitsabstand des Auslegers zu Hochspannungsleitungen muss den Vorgaben von ISO 12480-2 entsprechen. Ist der Sicherheitsabstand nicht ausreichend, ist die Abschaltung und Erdung der Leitung zu beantragen. Nachtarbeit – Bei Hubeinsätzen bei Nacht muss die Beleuchtungsstärke im Arbeitsbereich ≥ 30 Lux betragen. Die Last ist mit Positionsleuchten oder reflektierenden Markierungen zu kennzeichnen. Die Norm schreibt außerdem vor, dass die ununterbrochene Bedienzeit 4 Stunden nicht überschreiten darf; nach 4 Stunden ist eine Pause von 30 Minuten einzulegen. Ermüdung ist eine wesentliche Ursache für Bedienfehler bei Mobilkranen.

Umsetzen und Fahrbetrieb

Die Norm enthält Vorgaben für das Umsetzen und den Fahrbetrieb: Vorbereitung vor der Fahrt – Der Ausleger ist vollständig einzufahren und auf der Auslegerablage zu verriegeln. Der Haken ist in die höchste Position zu bringen und zu sichern. Alle Stützbeine sind einzufahren und zu verriegeln. Die Drehbühne ist in Transportstellung zu verriegeln. Fahrgeschwindigkeit – Autokrane dürfen auf öffentlichen Straßen die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten (in der Regel ≤ 70 km/h). Geländegängige Mobilkrane (Einzelkabine, Allradantrieb, Pick-and-Carry) dürfen auf Baustellen mit maximal 15 km/h umgesetzt werden. Für längere Strecken sind Raupenkrane auf einem Tieflader zu transportieren; ein längerer Eigenantrieb ist nicht zulässig (Fahrgeschwindigkeit ≤ 5 km/h – längere Fahrten verursachen erheblichen Verschleiß an Laufwerk und Fahrwerk). Beim Befahren von Steigungen ist der Ausleger in Fahrtrichtung bergauf zu richten, um ein Vorkippen durch die Massenträgheit des Auslegers zu verhindern. Die Norm regelt auch das Fahrverhalten unter verschiedenen Bedingungen: Bei Nässe oder Glätte (Regen, Schnee) ist die Geschwindigkeit zu reduzieren und der Sicherheitsabstand zu vergrößern. Beim Überqueren von Brücken ist zu prüfen, ob deren Tragfähigkeit das Einsatzgewicht des Krans zulässt. Bei der Durchfahrt durch Tunnel oder Unterführungen ist die lichte Höhe mit der Fahrzeughöhe des Krans abzugleichen. Nach der Ankunft auf einer neuen Baustelle muss das Bedienpersonal zunächst die Arbeitsumgebung erkunden (Bodenverhältnisse, Position von Hochspannungsleitungen, Anordnung anderer Geräte usw.), die Bodenbeschaffenheit an den Stützbeinpositionen prüfen und erst dann die Stützbeine ausfahren und mit dem Hubeinsatz beginnen. Kelude Schwerindustrie bietet Schulungen zur sicheren Bedienung von Mobilkranen an.

NutzungsanforderungenSicherheitsmaßnahmenPrüfintervallNormBestimmungen
Inspektion vor dem BetriebStützbeinAusfahrenEbenheitpro Schicht§4.1
Hubarbeitengemäß Kennlinientabelle bedienendauerhaft§4.3
Unter LastFahren≤80%Nenn-bei Bedarf§5.2
AbstellbetriebAuslegerVerriegelungtäglich§6.1

PrüfpunktInspektionsumfangZyklusVerfahren
AbstützsystemTeleskopieren/Verriegelung/Unterlegplattepro SchichtSichtprüfung+gemäß Kennlinientabelle bedienen
LastmomentbegrenzerGenauigkeit±5%monatlichKalibrierungTesten
SicherheitseinrichtungEndschalter/WarneinrichtungwöchentlichFunktionstest
DrahtseilDrahtbruch/Verschleiß/SchmierungmonatlichSichtprüfung+Messmittel
TragstrukturAusleger/Fahrgestellrahmen/Schweißnahthalbjährlichzerstörungsfreie Prüfung

Häufige Fragen

F: Welche Anforderungen gelten für die Stützbeine eines Mobilkrans?

A: Die Stützbeine müssen vollständig ausgefahren werden. Unter den Stütztellern sind Fahrbahnplatten oder Stahlbleche zu verlegen, um die Bodenpressung zu verteilen. Die Kontaktfläche zwischen Stützteller und Boden muss der Tragfähigkeit des Fundaments entsprechen. Während des Betriebs ist sicherzustellen, dass der Kran in waagerechter Position steht. Bei weichem Untergrund ist eine Bodenverfestigung erforderlich.

F: Welche Funktion hat der Lastmomentbegrenzer eines Mobilkrans?

A: Der Lastmomentbegrenzer erfasst das Lastmoment über Sensoren und zeigt den aktuellen Momentprozentsatz in Echtzeit an. Bei Erreichen von 110 % des Nennlastwerts wird die Stromversorgung für das Heben und Ausfahren automatisch abgeschaltet; nur das Senken und Einfahren in Sicherheitsrichtung bleiben möglich. Eine monatliche Kalibrierung gewährleistet eine Genauigkeit von ≤ 5 %.

F: Was ist beim Fahren eines Mobilkrans zu beachten?

A: Vor der Fahrt ist der Ausleger einzufahren und in Fahrposition zu bringen; die Drehbühne ist zu verriegeln. Bei längeren Fahrten müssen die Stützbeine eingezogen und verriegelt werden. Die Fahrgeschwindigkeit sollte in der Regel 5 km/h nicht überschreiten. Beim Befahren von Steigungen oder Gefällen muss die Auslegerrichtung mit der Fahrtrichtung übereinstimmen. Hubevorgänge während der Fahrt sind strikt untersagt.

F: Welche Windgeschwindigkeitsbegrenzung gilt für Mobilkrane?

A: Bei Windgeschwindigkeiten ≥ 20 m/s (Windstärke 8) sind Hubevorgänge einzustellen. Bei Windgeschwindigkeiten ≥ 13 m/s (Windstärke 5) ist das Aufstocken von Turmsegmenten verboten. Bei Windgeschwindigkeiten ≥ 30 m/s (Windstärke 10) ist der Kran an einen sicheren Ort zu fahren oder gegen Wind zu verankern. Die Bedienerkabine muss mit einem Windmesser ausgestattet sein.

Verwandte Beiträge

contact

contact us

phone:
+86 13903802779

mail:3915269@qq.com

Working hours: Monday to Friday

Wechat
Wechat
SHARE
TOP