Normeninterpretation ISO 12487:2012 Kran-Prüfverfahren
ISO 12487:2012 „Prüfverfahren für Kranleistungen“ ist die Norm für Leistungsprüfungen von Kranen in ihrer Gesamtheit. Sie legt Prüfverfahren, Belastungsabläufe und Abnahmekriterien für statische Belastungsprüfungen, dynamische Belastungsprüfungen, die Prüfung von Sicherheitseinrichtungen sowie die umfassende Leistungsbewertung fest. Gilt für Brückenkrane, Portalkrane, Turmdrehkrane und Mobilkrane.
Statische Belastungsprüfung: Verfahren und Abnahmekriterien
Vor Prüfbeginn wird der Kran einer umfassenden Inspektion unterzogen, um die Funktion aller Antriebe und Sicherheitseinrichtungen sicherzustellen. Die verwendeten Prüfgewichte müssen innerhalb des Kalibrierzeitraums liegen, mit einer zulässigen Abweichung von ≤ ±1 %. Die Belastung erfolgt auf 100 % der Nennlast. Die Laufkatze wird bei Volllast in der Mitte des Hauptträgers positioniert und die Last dort mindestens 10 Minuten gehalten. Die Durchbiegung in der Mitte des Hauptträgers (δmax) wird mit einem Präzisionsnivelliergerät mit einer Genauigkeit von ±0,1 mm gemessen. Bei Nennlast darf die Durchbiegung des Hauptträgers L/400 bis L/500 nicht überschreiten. Nach dem Entlasten wird die Restverformung (δr) gemessen; sie darf 20 % von δmax nicht überschreiten. Für die Überlastprüfung wird der Kran mit dem 1,25-fachen der Nennlast belastet und diese mindestens 15 Minuten gehalten. Nach dem Entlasten werden alle Schweißnähte auf Risse, alle Schrauben auf festen Sitz und die Struktur auf bleibende Verformungen geprüft. Bei Portalkranen werden zusätzlich die elastische Verformung der Stützbeine und die horizontale Abweichung geprüft; diese darf H/500 nicht überschreiten. Die statische Belastungsprüfung verifiziert in erster Linie die Festigkeit und Sicherheitsmarge der Hauptträgerkonstruktion und ihrer Verbindungselemente und stellt sicher, dass sich die Struktur bei 1,25-facher Last noch im elastischen Verformungsbereich befindet. Jeder Kran von Kelude Schwerindustrie wird vor der Auslieferung einer statischen Belastungsprüfung mit 1,25-facher Nennlast unterzogen.
Dynamische Belastungsprüfung und Prüfung der Sicherheitseinrichtungen
Die dynamische Belastungsprüfung wird mit dem 1,1-fachen der Nennlast durchgeführt. Dabei werden die Antriebe in kombinierter Bewegung geprüft: Der Hub erfolgt über den gesamten Hubweg mit jeweils mindestens 3 Hebe- und Senkvorgängen, wobei jede Hubhöhe mindestens 1 m beträgt. Der Bremsweg beim Senken darf 100 mm nicht überschreiten. Die Laufkatze wird mindestens 3-mal über den gesamten Fahrweg verfahren, um die Laufruhe auf der Schiene zu prüfen. Die Kranbrücke wird ebenfalls mindestens 3-mal über die gesamte Fahrbahn verfahren; die Stromschwankung der Motoren darf ±10 % nicht überschreiten. Beim Not-Aus-Test wird der Not-Aus-Taster bei voller Fahrgeschwindigkeit betätigt; das Steuerungssystem muss innerhalb von 0,5 s ansprechen, und die Lastpendelung darf 15° nicht überschreiten. Prüfung der Sicherheitseinrichtungen: Der Lastmomentbegrenzer muss bei 90 % der Nennlast eine Frühwarnung auslösen und bei 100 % einen automatischen Stopp für Heben und Ausladungsvergrößerung bewirken. Der Hubbegrenzer muss 0,5 m vor Erreichen der höchsten Hakenposition eine Warnung ausgeben und bei 0,3 m einen Stopp auslösen. Der Fahrwegbegrenzer muss 1 m vor dem Ende der Schiene einen Stopp auslösen. Bei der Bremsenprüfung darf der Lastabsenkung bei 1,1-facher Last 100 mm nicht überschreiten. Die Übertemperatur des Getriebes darf 40 °C, die des Motors 60 °C nicht überschreiten; die Bremse darf keine Anzeichen von Überhitzung oder Verfärbung aufweisen. Jeder Kran von Kelude Schwerindustrie wird vor der Auslieferung einer dynamischen Belastungsprüfung mit 1,1-facher Nennlast unterzogen.
1,25-fach15 min
1,1-fach3 volle Zyklen
| PrüfungProjekt | Belastungsanforderung | Abnahmestandard |
|---|---|---|
| statische Last | 1.25Mittendurchbiegung15min | Restverformung≤20% |
| Überlast | 1.25Mittendurchbiegung unter Last halten | KeineRiss/bleibende Verformung |
| dynamische Last | 1.1fachHeben / Anheben+Fahrbewegungen3Mal | BremsungAbsinken≤100mm |
| Not-Aus | 1.1VolllastgeschwindigkeitNot-Halt | Ansprechverhalten≤0.5sPendeln≤15° |
| Sicherheitseinrichtung | FahrbewegungenBetriebsbedingungenAlle Bewegungen | Drehmoment/Endschalter/BremsungNormal |
Prüfbericht und Lastprüfung
Der Belastungsprüfbericht dokumentiert das Prüfdatum, die aufgebrachten Lastwerte, die Ergebnisse der Durchbiegungsmessung, die Bewertung der Sicherheitseinrichtungen sowie die Abnahmeempfehlung. Der Bericht wird von dem Prüfingenieur und dem Bediener gemeinsam unterzeichnet. Bei Kelude durchläuft jeder Kran vor der Werksabnahme eine statische Lastprüfung mit 1,25-facher Nennlast sowie eine dynamische Belastungsprüfung mit 1,1-facher Nennlast; anschließend wird ein vollständiger Belastungsprüfbericht erstellt.
| Prüfberichtsinhalt | Belastungsanforderung |
|---|---|
| PrüfungDatum | YYYY-MM-DD |
| LastWert | Nenn/ÜberlastIstwert |
| Durchbiegungsmessung | Messwert in Feldmittemm |
| Sicherheitseinrichtung | Drehmoment/Endschalter/BremsungFazit |
| Unterschrift | ErkennungIngenieur+Bedienpersonal |
Häufige Fragen zur Lastprüfung
F: Ablauf der statischen Belastungsprüfung?
A: 100 % Nennlast 10 min halten, entlasten, dann 125 % Nennlast 15 min halten. Durchbiegung unter Nennlast ≤ L/400 bis L/500, Restverformung ≤ 20 %. Keine Risse, keine bleibende Verformung, keine gelösten Schrauben.
F: Anforderungen an die dynamische Belastungsprüfung?
A: Heben und Senken mit 1,1-facher Last, jeweils 3 Zyklen; Bremsweg beim Senken ≤ 100 mm. Kranbrücke und Laufkatze jeweils 3 Fahrten. Not-Aus innerhalb ≤ 0,5 s, Pendelwinkel ≤ 15°. Übertemperatur des Getriebes ≤ 40 °C.
F: Prüfumfang der Sicherheitseinrichtungen?
A: Lastmomentbegrenzer: Frühwarnung bei 90 %, Abschaltung bei 100 %. Hubbegrenzer: Vorwarnung bei 0,5 m, Abschaltung bei 0,3 m. Fahrwegbegrenzer: Abschaltung 1 m vor Endanschlag. Bremse: Bei 1,1-facher Last Absenkweg ≤ 100 mm.
F: Anforderungen an den Prüfbericht?
A: Der Bericht muss Datum, Lastwerte, Ergebnisse der Durchbiegungsmessung und die Bewertung der Sicherheitseinrichtungen enthalten. Er ist vom Prüfingenieur und vom Bediener gegenzuzeichnen. Kelude liefert den Belastungsprüfbericht ab Werk mit.