JB/T 8713-2015 Norm für geschlossene Schleifleitungen an Kranen
JB/T 8713-2015 „Sicherheits-Schleifleitung für Krane“ ist die Produktnorm für Stromschienen zur Kranstromversorgung. Die Norm legt Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren, Montage- und Prüfregeln für geschlossene Schleifleitungen fest und gilt für Schleifleitungssysteme, die mobile Einrichtungen wie Brückenkrane, Portalkrane und Hängekrane mit Strom versorgen.
JB/T 8713-2015 ist die Produktnorm für Sicherheits-Schleifleitungen in Krananwendungen. Sie definiert Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln und gilt für Stromschienenanlagen, die Brückenkrane, Portalkrane und ähnliche Hebezeuge speisen. Geschlossene Schleifleitungen gelten heute als Standardlösung für die Kranstromversorgung – sie überzeugen durch sichere und zuverlässige Energieübertragung bei gleichzeitig wartungsfreundlicher Bauweise.
Klassifizierung und Aufbau von Schleifleitungen
JB/T 8713-2015 unterscheidet Sicherheits-Schleifleitungen nach ihrem konstruktiven Aufbau: Einzelpolige, modulare Systeme – jeder Leiter ist einzeln isoliert und flexibel kombinierbar mit 3 bis 16 Polen, Stromstärken von 40 bis 500 A; mehrpolige Verbundsysteme – mehrere Leiter parallel in einem gemeinsamen Gehäuse, 3 bis 8 Pole, Stromstärken von 20 bis 150 A, kompakte Bauweise; Rohr-Schleifleitungen – Leiter in einem Isolierrohr geführt, Schutzart IP65, geeignet für staubige Außenbereiche.
Kernaufbau einer Schleifleitung: Als Stromleiter kommen Kupferschienen (T2-Kupfer, Leitfähigkeit ≥ 97 % IACS) oder Aluminiumschienen (Legierung 6063-T5, geringeres Gewicht, aber nur ca. 60 % der Leitfähigkeit von Kupfer) zum Einsatz. Das Isoliergehäuse besteht aus PVC- oder ABS-Kunststoff (selbstverlöschend, Klasse V0, Arbeitstemperatur −20 °C bis +85 °C). Der Stromabnehmer setzt sich aus Kohlebürste, Bürstenhalter und Federdruckmechanik zusammen.
Technische Anforderungen und Leistungsparameter
Die zentralen Leistungsparameter der Norm: Nennstrom – 10 abgestufte Nennwerte von 100 A, 200 A, 320 A, 400 A, 500 A, 630 A, 800 A, 1000 A, 1250 A und 1600 A. Isolationswiderstand – zwischen Leiter und Gehäuse ≥ 10 MΩ, gemessen mit einem 500-V-Isolationsmessgerät. Spannungsfestigkeit – das System muss einer Spannungsprüfung mit 2500 V Wechselspannung für 1 Minute ohne Durchschlag oder Überschlag standhalten.
Grenzwert der Temperaturerhöhung – bei Dauerbetrieb mit Nennstrom bis zum thermischen Gleichgewicht darf die Übertemperatur der Leiter 60 K nicht überschreiten (bei einer Umgebungstemperatur von 40 °C ergibt sich eine maximale Leitertemperatur von 100 °C). Die Geradheit der Führungsschiene darf um maximal 3 mm/2 m abweichen, die Gesamtabweichung über die gesamte Länge höchstens 10 mm betragen. Die Anpresskraft der Kohlebürsten liegt zwischen 15 und 25 N, die Differenz zwischen den einzelnen Bürsten darf 5 N nicht überschreiten.
Montageanforderungen für Schleifleitungssysteme
Montagehöhe der Schleifleitung: Der tiefste Punkt muss mindestens 2,5 m über dem Boden liegen (in Verkehrsbereichen für Personen) bzw. mindestens 2,0 m (reine Wartungsstege). Der Abstand der Tragkonsolen beträgt in der Regel 1,5 bis 2 m; an Verbindungsstellen ist beidseitig jeweils eine zusätzliche Konsole vorzusehen. Die Schleifleitung kann geradlinig oder kurvenförmig verlegt werden – der Biegeradius beträgt mindestens 2 m (mehrpolige Ausführung) bzw. mindestens 1 m (einzelpolige Ausführung).
Stromeinspeisung – bei Schleifleitungslängen bis 50 m genügt eine einseitige Einspeisung am Ende; bei 50 bis 100 m Länge ist beidseitig einzuspeisen; bei Längen über 100 m sind mehrere Einspeisepunkte in der Mitte vorzusehen. Dehnungsausgleich – ab einer Leitungslänge von 50 m ist ein Dehnungsabschnitt mit einem Spalt von 10 bis 20 mm einzuplanen, um die thermische Längenänderung der Führungsschiene zu kompensieren.
Prüfung und Wartung von Schleifleitungen
Werksabnahme: Sichtprüfung, Isolationsprüfung (≥ 10 MΩ) und Maßprüfung. Die Typprüfung ist alle 3 Jahre durchzuführen und umfasst die Erwärmungsprüfung, die Isolations-Spannungsprüfung, die Alterungsprüfung sowie die Lebensdauerprüfung der Kohlebürsten. Tägliche Wartung – bei jeder Schichtkontrolle sind die Schleifleitungsoberfläche auf Verschleiß oder Abbrand sowie der Kontakt der Kohlebürsten zu prüfen.
Monatlich ist die Übertemperatur an den Verbindungsstellen mit einem Infrarot-Thermometer zu messen. Alle 3 Monate ist die Schleifleitung von Staubablagerungen zu reinigen. Austauschkriterien: Leiterverschleiß von mehr als 20 % des ursprünglichen Querschnitts, freiliegende Leiter durch beschädigtes Isoliergehäuse, starke Verformung der Schleifleitung, die nicht mehr korrigiert werden kann. Kohlebürsten sind bei Abrieb auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Länge zu ersetzen.
Nennstromstufen
100–1600 A
Schutzart
IP23–IP55
Bürstenverschleiß
≤ 1 mm/1000 h
Anpresskraft
15–25 N
Isolationswiderstand
≥ 10 MΩ
Arbeitstemperatur
−20 °C bis +85 °C
Kelude Portalkran
Kelude Portalkrane sind für den industriellen Dauerbetrieb konzipiert und zeichnen sich durch hohe Tragfähigkeit, große Spannweiten und eine robuste Konstruktion aus. Sie eignen sich ideal für Fertigungshallen, Logistikzentren, Lagerflächen sowie für den Umschlag von Schüttgütern und Stückgütern im Freien.
Konstruktionsmerkmale und DIN-gerechte Ausführung
Die Krane werden nach DIN 15018 ausgelegt und entsprechen den Anforderungen von EN 13000 sowie EN 60204-32. Die Hauptträgerkonstruktion ist als vollgeschweißter Kastenprofilträger ausgeführt, was eine hohe Steifigkeit und eine geringe Eigengewichtstorsion gewährleistet. Alle Schweißnähte werden nach ISO 3834 geprüft.
Die Fahrwerke sind mit einer automatischen Spurhaltung und einer stufenlosen Drehzahlregelung über Frequenzumrichter ausgestattet. Dies ermöglicht ein präzises Positionieren der Last und reduziert den Verschleiß an Rädern und Schienen. Die gesamte Elektrik entspricht der Schutzart IP55 und ist für den Einsatz unter rauen Umgebungsbedingungen ausgelegt.
Technische Daten im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Parameter für die gängigen Baugrößen zusammen. Individuelle Anpassungen an Ihre Einsatzbedingungen sind auf Anfrage möglich.
| Parameter | Wert / Bereich |
|---|---|
| Tragfähigkeit | 5 t – 50 t |
| Spannweite | 10 m – 35 m |
| Hubhöhe | 6 m – 18 m |
| Hubgeschwindigkeit | 0,8 – 8 m/min (stufenlos) |
| Katzfahrgeschwindigkeit | 2 – 40 m/min (stufenlos) |
| Kranfahrgeschwindigkeit | 3 – 60 m/min (stufenlos) |
| Arbeitszyklus | A5 – A8 (nach FEM/ISO 4301) |
| Steuerung | Funkfernsteuerung oder Krankanzel |
Qualitätssicherung und Service
Jeder Kran durchläuft vor der Auslieferung eine umfassende Funktions- und Belastungsprüfung gemäß Werksstandard. Unser Qualitätsmanagementsystem ist nach ISO 9001 zertifiziert. Nach der Installation bieten wir weltweit Wartungs- und Inspektionsservices an, um einen langfristigen und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.
Unser technisches Support-Team unterstützt Sie bei der Planung, Installation und Inbetriebnahme. Wir liefern alle erforderlichen Dokumente wie Lasttabellen, Bedienungsanleitungen und Konformitätserklärungen in deutscher Sprache.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wie lange ist die Lieferzeit für einen Standard-Portalkran?
A: A: Die Lieferzeit beträgt in der Regel 8 bis 12 Wochen ab Bestellbestätigung, abhängig von der Konfiguration und der aktuellen Auslastung unserer Produktion.
F: Können Sie den Kran an unsere bestehende Hallenstruktur anpassen?
A: A: Ja, wir führen vor Ort eine technische Bewertung durch und passen Spannweite, Stützenhöhe und Anschlussmaße individuell an Ihre Gegebenheiten an.
F: Welche Wartungsintervalle sind für den Kran empfohlen?
A: A: Wir empfehlen eine erste Wartung nach 500 Betriebsstunden, danach alle 1.000 Betriebsstunden oder mindestens einmal jährlich. Detaillierte Wartungspläne finden Sie im Servicehandbuch.
| Typ | Polzahl | StromKlasse | Einsatzumgebung |
|---|---|---|---|
| Einpolige Bauform | 3~16Pol | 40~500A | GroßStrom,Mehrfachschleifkontakt |
| Mehrpolige Verbundbauform | 3~8Pol | 20~150A | Platzbeschränkte Anwendungen |
| RohrbauformSchleifleitung / Stromschiene | 3~8Pol | 50~200A | Außenbereich mit Staubbelastung |
| Geschlossene Schleifleitung | 3~16Pol | 100~1600A | Allgemeine Anwendungen |
Häufige Fragen
F: Welche Haupttypen geschlossener Schleifleitungen gibt es?
A: Einzelpolige, modular aufgebaute Systeme – jeder Leiter ist einzeln isoliert und ermöglicht eine flexible Kombination verschiedener Polzahlen (3–16 Pole) bei Stromstärken von 40–500 A. Sie eignen sich für Anwendungen mit hohen Strömen und mehreren Stromabnehmern. Mehrpolige Kompaktsysteme – mehrere Leiter sind parallel in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet, mit 3–8 Polen und Stromstärken von 20–150 A. Diese zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise aus. Rohrleitungen – bieten eine hohe Schutzart (IP65) und sind für den Außenbereich sowie staubige Umgebungen geeignet.
F: Welche Anforderungen gelten für Montagehöhe und Schutzart von Schleifleitungen?
A: Gemäß Norm muss der tiefste Punkt der Schleifleitung mindestens 2,5 m über dem Boden liegen (in Verkehrsbereichen für Personen) bzw. mindestens 2,0 m (bei ausschließlicher Nutzung als Wartungssteg). In Innenräumen mit normalen Umgebungsbedingungen wird die Schutzart IP23 empfohlen; im Außenbereich oder in staubiger Umgebung ist IP55 und darüber erforderlich. Das Gehäuse besteht üblicherweise aus PVC (Schwerentflammbarkeit Klasse V0) oder Aluminium.
F: Welches Austauschintervall und welche Wartungsanforderungen gelten für Stromabnehmer (Kohlebürsten)?
A: Die Kohlebürste muss ausgetauscht werden, wenn der Verschleißbetrag mehr als die Hälfte der ursprünglichen Länge beträgt (z. B. bei einer Originallänge von 20 mm ist ein Austausch bei ≤ 10 mm erforderlich). Der Anpressdruck der Kohlebürste sollte 15–25 N betragen. Inspektionsintervall: Alle 2.000 Betriebsstunden oder alle 3 Monate sind der Verschleißbetrag der Kohlebürste und der Anpressdruck zu prüfen.
F: Welche häufigen Störungen treten im Betrieb von Schleifleitungen auf und wie werden sie behoben?
A: Häufige Ursachen: zu hoher Anpressdruck (auf 15–25 N einstellen) oder zu geringer Anpressdruck; raue Oberfläche des Leiters (mit feinem Schleifpapier in Laufrichtung glätten); unzureichende Geradheit der Montage; hohe Staubbelastung in der Umgebung. Der normale Verschleiß der Kohlebürste sollte ≤ 1 mm/1.000 h betragen; bei höherem Verschleiß ist die Ursache zu prüfen.