ISO 12488-1:2012 Toleranzen für Räder und Schienen

ISO 12488-1:2012 „Krane – Toleranzen für Räder und Schienen – Teil 1: Allgemeines“ ist die Basisinorm für Toleranzen an Kranrädern und Schienen. Die Norm legt Durchmessertoleranzen, Laufflächenprofile, Spurkranzmaße sowie Montagetoleranzen und Messverfahren für Schienen fest. Sie gilt für alle Arten von krangeführten Kranen.


Toleranzen und Maßanforderungen an Kranräder

ISO 12488-1:2012 definiert die Fertigungstoleranzen und Maßanforderungen an Kranräder präzise. Der Raddurchmesser wird anhand der zulässigen Radlast gewählt; der übliche Bereich liegt bei Φ250–Φ1000 mm. Die Durchmessertoleranz entspricht der Klasse h9, beispielsweise beträgt die Toleranz für ein Rad mit Φ500 mm 0–0,1 mm. Die Radaufstandsbreite richtet sich nach dem Schienenprofil: Für eine Schiene QU70 ist eine Laufflächenbreite ≥80 mm erforderlich, für QU100 ≥110 mm. Die Laufflächenhärte muss ≥300 HB betragen, die Einhärtetiefe ≥5 mm, um eine ausreichende Verschleißfestigkeit zu gewährleisten. Die Spurkranzhöhe muss ≥25 mm und die Spurkranzdicke ≥20 mm betragen. Der Gesamtspalt zwischen Spurkranz und Schienenflanke ist auf 15–25 mm einzustellen: Ein zu geringer Spalt führt zu Spurkranzreiben, ein zu großer Spalt verursacht Schräglauf des Krans.


Toleranzen für Räder und Schienen


Montagetoleranzen für Kranschienen

Die zentralen Toleranzanforderungen bei der Schienenmontage: Die zulässige Abweichung der Schienenhöhe beträgt ±5 mm, innerhalb beliebiger 10 m Länge darf die Höhendifferenz benachbarter Punkte ≤3 mm betragen. Die Geradheit der Schienenmittellinie darf innerhalb beliebiger 10 m um höchstens 2 mm abweichen. Die Spannweite der beiden Schienen darf um ±5 mm abweichen, die Spannweitendifferenz an korrespondierenden Querschnitten ≤5 mm betragen. Der Stoßspalt ist bei Montage bei Umgebungstemperatur mit 1–2 mm auszuführen; für Temperaturausdehnung ist je 10 °C Temperaturanstieg ein zusätzliches Spiel von 0,5 mm vorzusehen. Höhenversatz und seitlicher Stoßversatz an Schienenstößen dürfen jeweils ≤0,5 mm betragen, geprüft mit einem 300 mm langen Lineal. Der Abstand der Schienenklemmen zur Befestigung beträgt ≤600 mm, bei schwerer Arbeitsweise ≤500 mm; das Spiel zwischen Schienenklemme und oberem Flansch der Schiene ≤1 mm. An Dehnungsfugen ist eine Übergangsführungsschiene mit einer Länge ≥200 mm vorzusehen, um ein ruhiges Überfahren der Räder zu gewährleisten.

Raddurchmesser
Φ250–1000 mm
Laufflächenhärte
≥300 HB
Spurkranzhöhe
≥25 mm
Schienenhöhe
±5 mm
Spannweitentoleranz
±5 mm
Stoßversatz
≤0,5 mm
ToleranzPositionZulässiger WertMessverfahrenAnwendungsbedingungen
Raddurchmesserh9StufeMikrometerGesamtLaufrad
Laufflächenhärte≥300HBHärteZählergehärtete Schicht≥5mm
SpurkranzSpiel15~25mmFühlerlehreGesamtSchiene
Schienenhöhe±5mmNivelliergerät10mInnen≤3mm
Spannweite±5mmStahlcoilMikrometerZugehörigQuerschnitt
Stoßspalt1~2mmFühlerlehreTemperaturkompensation

Messverfahren für die Inspektion

Die Inspektion der Laufräder erfolgt wie folgt: Der Raddurchmesser wird mit einem Außenmikrometer an drei Stellen – in der Mitte der Lauffläche sowie an beiden Enden – gemessen; der Mittelwert darf die Toleranzklasse h9 nicht überschreiten. Die Laufflächenhärte wird mit einem Leeb-Härteprüfgerät an drei gleichmäßig über den Umfang verteilten Punkten geprüft; der Mittelwert muss ≥ 300 HB betragen. Der Rundlauf des Laufrads wird auf einer Drehmaschine mit einer Messuhr geprüft und darf ≤ 0,05 mm betragen.

Für die Inspektion nach der Montage der Schiene gilt: Die Schienenhöhe wird mit einem Nivelliergerät punktuell von einem Ende der Schiene aus gemessen, wobei alle 2 m ein Messpunkt aufgenommen und die Höhenkote dokumentiert wird. Die Geradheit der Schiene wird geprüft, indem in der Schienenmitte ein Stahldraht mit einer Spannung von 200 N gespannt und der Abstand vom Draht zur Schienenseite alle 2 m gemessen wird. Die Spannweite wird mit einem Stahlcoil an beiden Enden sowie in der Mitte der Schiene an drei Stellen gemessen. Die Laufräder und das Schienensystem von Kelude Schwerindustrie werden nach ISO 12488-1 gefertigt und geprüft.

PrüfpositionenMessgerätVerfahrenNorm
RaddurchmesserMikrometerLaufflächeMittelwert aus drei Messstellenh9Stufe
LaufflächenhärteLeeb-HärteprüfgerätDrei Punkte gleichmäßig verteilt≥300HB
RundlaufMessuhrDrehmaschinenmessung≤0.05mm
SchienenhöheNivelliergerät2mEinzelpunkt±5mm(10m≤3mm)
Geradheit der SchieneStahldraht+Messschieber2mEinzelpunkt≤2mm/10m
SpannweiteStahlcoilMikrometerBeide Enden+Mitte±5mm

Häufige Fragen

F: Welche Durchmessertoleranz fordert ISO 12488-1:2012 für Kranräder?

A: Der Raddurchmesser wird nach Toleranzklasse h9 gefertigt. Bei einem Raddurchmesser von Φ500 mm beträgt die Toleranz 0 bis 0,1 mm. Die Laufflächenhärte muss ≥ 300 HB betragen, die gehärtete Schicht ≥ 5 mm. Der Rundlauf ist auf ≤ 0,05 mm begrenzt. Die Spurkranzhöhe beträgt ≥ 25 mm, der Spalt zwischen Spurkranz und Schiene 15 bis 25 mm.

F: Welche Toleranzen gelten bei der Schienenmontage?

A: Die Höhenkote darf ± 5 mm abweichen (bei 10 m Länge ≤ 3 mm), die Geradheit ≤ 2 mm/10 m und die Spannweite ± 5 mm. Der Stoßspalt liegt je nach Temperaturausgleich zwischen 1 und 2 mm. Höhen- und Seitenversatz an den Verbindungen sind auf ≤ 0,5 mm begrenzt. Der Abstand der Schienenklemmen beträgt ≤ 600 mm.

F: Welche Probleme verursacht ein zu kleiner oder zu großer Spalt am Spurkranz?

A: Ist der Spalt zu klein (< 15 mm), reibt der Spurkranz stark an der Schienenflanke – das als „Kantenlauf“ bekannte Phänomen beschleunigt den Verschleiß von Rad und Schiene erheblich. Ist der Spalt zu groß (> 25 mm), läuft der Kran schräg und neigt zu Schlingerbewegungen, was die Positioniergenauigkeit unter hängender Last beeinträchtigt.

F: Nach welchen Normen fertigt Kelude Kranräder und Schienensysteme?

A: Kelude fertigt Kranräder und Schienensysteme nach ISO 12488-1:2012. Die Laufflächenhärte der Räder beträgt ≥ 300 HB, die Montagetoleranzen der Schienen werden streng nach Norm eingehalten. Vor der Werksabnahme werden sämtliche Toleranzwerte gemessen und dokumentiert.

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