JB/T 10220-2014 Elektrokettenzug Bremse Normeninterpretation
JB/T 10220-2014 „Bremse für Elektrokettenzug“ ist die Produktnorm für Spezialbremsen von Elektrohebezeugen. Die Norm legt Klassifizierung, technische Anforderungen, Leistungsparameter und Prüfverfahren für Konusbremsen von Elektrohebezeugen fest und gilt für Konusläuferbremsen, die in Hub- und Fahrmotoren von Elektroseilzügen und Elektrokettenzügen eingesetzt werden.
JB/T 10220-2014 ist die Produktnorm für Bremsen von Elektrohebezeugen und definiert Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln. Die Bremse ist das sicherheitskritischste Bauteil im Hubwerk eines Elektrohebezeugs – ihre Zuverlässigkeit entscheidet unmittelbar über die Sicherheit von Hebearbeiten.
Bremstypen und Aufbau
Die in JB/T 10220-2014 definierten Bremstypen für Elektrohebezeuge: Konusläuferbremse – die am häufigsten verwendete Bauform. Beim Einschalten des Kegelläufermotors erzeugt die axiale Magnetkraft eine Anziehung, die der Federkraft entgegenwirkt und die Bremsscheibe von der Bremsfläche abhebt; beim Abschalten drückt die Feder die Bremsscheibe gegen die Bremsfläche und bewirkt die Bremsung. Die Konusbremse ist vollständig in den Motor integriert und überzeugt durch kompakte Bauweise und geringe Fertigungskosten.
Elektromagnetische Scheibenbremse – die Bremswirkung wird durch Anpressen bzw. Lösen der Reibscheiben mittels Elektromagnet erzielt. Sie bietet ein hohes und stabiles Bremsmoment sowie sanftes Bremsverhalten und eignet sich für Elektrohebezeuge mit großer Tragfähigkeit sowie häufige Bremsvorgänge. Die elektromagnetische Scheibenbremse wird separat an der Abtriebsseite des Motors montiert und ist dadurch leicht zugänglich für Einstellung und Wartung. Hydraulische Scheibenbremse – die Bremsung erfolgt über einen Hydrostoßantrieb, der die Reibscheiben steuert. Sie arbeitet besonders ruhig und hat eine lange Lebensdauer, ist jedoch in der Anschaffung teurer.
Leistungsparameter der Bremse
Die Leistungsanforderungen der Norm: Bremsmoment – das Nennbremsmoment der Elektroseilzugbremse muss ≥ 1,5-faches Nenndrehmoment des Motors betragen. Bremsweg – bei Bremsung unter 1,5-facher Nennlast beträgt der Bremsweg bei CD1-Typ ≤ 100 mm, bei MD1-Zweigang-Elektroseilzug ≤ 80 mm. Bremsspiel – bei der Konusbremse liegt das Bremsspiel zwischen 0,2 und 0,5 mm (Spalt zwischen Lüfterbremsscheibe und Bremsfläche des Gehäusedeckels).
Wärmekapazität der Bremse – bei 10 aufeinanderfolgenden Bremsungen unter Nennbedingungen darf die Oberflächentemperatur der Bremsscheibe 200 °C nicht überschreiten. Die Oberflächenhärte der Bremsscheibe muss ≥ HRC45 betragen (gewährleistet Verschleißfestigkeit). Die Spulenisolation entspricht Isolationsklasse F (max. zulässige Betriebstemperatur 155 °C). Die mechanische Lebensdauer beträgt ≥ 500.000 Zyklen (Konusbremse) bzw. ≥ 1.000.000 Zyklen (elektromagnetische Scheibenbremse).
Einstellung und Wartung
Einstellung der Konusbremse: Der Federweg wird durch Veränderung der Dicke der Einstellscheiben justiert – bei zu geringem Bremsmoment werden dünnere Scheiben verwendet (größerer Federweg), bei zu hohem Bremsmoment entsprechend dickere (kleinerer Federweg). Nach der Einstellung ist eine Lastprüfung zur Verifizierung des Bremswegs erforderlich. Dabei ist darauf zu achten, dass der Federweg auf beiden Seiten identisch ist.
Einstellung der elektromagnetischen Scheibenbremse: Die Bremsspieleinstellung erfolgt über die Justierung des Spalts zwischen Anker und Reibscheibe (Standardspiel 0,3–0,6 mm). Die Reibscheibe muss ausgetauscht werden, wenn sie auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Dicke abgenutzt ist. Tägliche Wartung der Bremse – alle 2.000 Betriebsstunden sind Bremsspiel und Verschleiß der Bremsscheibe zu prüfen sowie Öl- und Staubablagerungen auf der Bremsscheibe zu entfernen. Die Bremsen der Kelude Elektrohebezeuge werden vor Auslieferung stückweise einer Bremsmomentprüfung unterzogen.
Häufige Störungen und Behebung
Bremsrutschen – die häufigste Störung. Ursachen: Öl- oder Fettablagerungen auf Bremsscheibe oder Bremsfläche (Reinigung mit wasserfreiem Alkohol), Ermüdung der Bremsfeder (Feder ersetzen), zu großes Bremsspiel (neu einstellen). Bremse öffnet nicht – Motorverdrahtung und Spannung prüfen, axialen Verstellweg des Konischen Rotors kontrollieren (bei unzureichendem Verstellweg öffnet die Bremse nicht vollständig, was zu Überlast und Überhitzung des Motors führt).
Ungewöhnliches Geräusch bei der Bremsung – Rissbildung oder ungleichmäßiger Verschleiß der Bremsscheibe, unebene Bremsfläche (Nachbearbeitung durch Drehen oder Austausch der Bremsscheibe). Übermäßige Übertemperatur der Bremse – häufige Bremsvorgänge oder zu geringes Bremsspiel verursachen Schleifkontakt (Bremsfrequenz reduzieren oder Spiel neu einstellen). Durchbrennen der Bremsspule – zu hohe Spannung oder zu langes Bestromen führt zu Überhitzung (Versorgungsspannung und Bremssteuerung prüfen).
Bremstyp
Konusbremseelektromagnetisch/hydraulisch
Bremsmoment
≥ 1,5-faches Nenndrehmoment
Bremsspiel
0,2–0,5 mm
Bremsscheibendurchmesser
Φ100–Φ300 mm
Spulenisolation
Klasse F (155 °C)
Mechanische Lebensdauer
≥ 500.000 Zyklen
Kelude Industrie – Ihr Partner für moderne Hebe- und Fördertechnik
Die Kelude Heavy Industry ist ein führender Hersteller von Industriekränen und Hebezeugen. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Branche entwickeln und fertigen wir zuverlässige, leistungsstarke Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen in Industrie, Logistik und Fertigung. Unser Sortiment umfasst Brückenkrane, Portalkrane, Elektroseilzüge sowie maßgeschneiderte Sonderanfertigungen – stets abgestimmt auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden.
Engineering nach DIN-Normen und internationalen Standards
Unsere Krane werden gemäß den einschlägigen DIN-Normen sowie internationalen Richtlinien konstruiert und gefertigt. Die Auslegung der Tragwerke erfolgt nach DIN 15018, die sicherheitstechnische Ausstattung entspricht den Anforderungen der EN 13000 und EN 60204-32. Für die Klassifizierung der Krane und Hebezeuge gelten die ISO 4306- und ISO 4301-Reihen. Dadurch gewährleisten wir höchste Betriebssicherheit und eine lange Lebensdauer Ihrer Anlage.
Individuelle Lösungen für jede Anwendung
Ob Standardkran oder Sonderkonstruktion – wir planen und realisieren Ihr Hebekonzept passgenau. Unsere Ingenieure berücksichtigen dabei alle relevanten Faktoren wie Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe, Taktzeiten und die Umgebungsbedingungen am Einsatzort. Von der ersten Skizze bis zur Montage erhalten Sie alles aus einer Hand.
Technische Daten und Auswahlhilfe
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl unserer gängigen Brückenkran-Baureihen mit typischen Leistungsdaten. Die Werte dienen als Orientierung – Ihre individuelle Konfiguration stimmen wir gerne mit Ihnen ab.
| Baureihe | Tragfähigkeit | Spannweite | Hubhöhe | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| BK-Serie | 5 t – 50 t | 10 m – 35 m | 6 m – 18 m | Fertigung, Montage, Lager |
| BK-Plus | 10 t – 100 t | 15 m – 40 m | 8 m – 24 m | Schwerindustrie, Kraftwerke |
| PK-Serie (Portalkran) | 3,2 t – 80 t | 8 m – 45 m | 5 m – 20 m | Umschlag, Logistik, Freigelände |
Häufige Fragen zu unseren Kranen
F: Wie lange beträgt die Lieferzeit für einen Standard-Brückenkran?
A: Die Lieferzeit liegt in der Regel zwischen 8 und 14 Wochen, abhängig von der Ausführung und der aktuellen Auslastung unserer Fertigung. Für Eilaufträge sprechen Sie uns bitte direkt an.
F: Bieten Sie auch Wartungsverträge und Ersatzteilversorgung an?
A: Ja, wir bieten umfassende Serviceleistungen an – von der regelmäßigen Wartung über Inspektionen bis hin zur schnellen Ersatzteilbelieferung. Unser Serviceteam ist deutschlandweit und im DACH-Raum für Sie im Einsatz.
F: Können Ihre Krane an bestehende Hallenstrukturen angepasst werden?
A: Selbstverständlich. Wir führen vor Ort eine Bestandsaufnahme durch und planen die Krananlage passgenau für Ihre Gegebenheiten. Auch Nachrüstungen und Modernisierungen sind möglich.
Kontakt und Beratung
Gerne beraten wir Sie ausführlich zu unseren Produkten und Lösungen. Unsere Vertriebsingenieure unterstützen Sie bei der Auswahl und Auslegung Ihrer Krananlage – unverbindlich und kompetent.
| Parameter | Konusbremse | elektromagnetische Scheibenbremse |
|---|---|---|
| BremsungBauart | Konischer RotorAxialmagnet | ElektromagnetischEisenreibscheibe |
| Bremsmoment | mittel | groß |
| BremsungLaufruhe | durchschnittlich | gut |
| Wärmeableitung | gut | durchschnittlich |
| WartungSchwierigkeitsgrad | einfach | komplexer |
| AnwendungHebezeug | CD1/MD1 Typ | Schwerlast-Hebezug |
Häufige Fragen zur Elektroseilzugbremse
F: Welche Bremstypen werden bei Elektrohebezeugen eingesetzt und wie funktionieren sie?
A: Bei Elektrohebezeugen kommt überwiegend die Konusbremse zum Einsatz: Beim Einschalten erzeugt der konische Rotor eine axiale Magnetkraft, die den Federdruck überwindet und die Bremsscheibe von der Bremsfläche am Gehäuse löst – der Motor läuft frei. Beim Ausschalten entfällt die Magnetkraft, und die Feder drückt die Bremsscheibe wieder gegen die Bremsfläche, wodurch die Bremswirkung einsetzt. Die elektromagnetische Scheibenbremse hingegen nutzt einen Elektromagneten, um die Reibscheiben anzupressen oder zu lösen.
F: Wie wird das Bremsmoment der Bremse eingestellt?
A: Bei der Konusbremse wird das Bremsmoment über die Dicke der Einstellscheiben (Unterlegscheiben) reguliert: Eine dickere Unterlegscheibe verringert den Federweg und damit das Bremsmoment; eine dünnere Scheibe erhöht den Federweg und das Bremsmoment. Nach der Einstellung ist eine Lastprüfung erforderlich: Bei 1,5-facher Nennlast muss der Bremsweg ≤ 100 mm (Typ CD1) bzw. ≤ 80 mm (Typ MD1) betragen.
F: Welche Bremsspiel-Werte sind charakteristisch und in welchen Intervallen wird geprüft?
A: Der charakteristische Wert für das Bremsspiel der Konusbremse liegt zwischen 0,2 und 0,5 mm (Spalt zwischen Bremsscheibe und Bremsfläche am Gehäuse). Bei der elektromagnetischen Scheibenbremse beträgt das Spiel 0,3 bis 0,6 mm (Spalt zwischen Reibscheibe und Anker). Die Inspektion des Bremsspiels erfolgt alle 2.000 Betriebsstunden oder alle 3 Monate. Ist das Spiel zu groß, öffnet die Bremse nicht vollständig, was zu Schleppmoment, Überhitzung und Motorüberlast führen kann.
F: Welche häufigen Störungen treten an der Bremse auf und wie werden sie behoben?
A: Bremse rutscht durch – Bremsscheibe und Bremsfläche auf Öl- oder Fettrückstände prüfen (mit Alkohol reinigen), Bremsfeder auf Ermüdung prüfen (ggf. ersetzen), Bremsspiel kontrollieren (neu einstellen). Bremse öffnet nicht – Motorverdrahtung auf korrekten Anschluss prüfen, Versorgungsspannung messen, axialen Verstellweg des konischen Rotors kontrollieren. Ungewöhnliches Geräusch – Oberfläche der Bremsscheibe auf Risse prüfen.