ISO 13202:2003 Messverfahren für Kraneigenschaften
Die Norm ISO 13202:2003 „Krane – Messverfahren für Merkmale“ ist die grundlegende methodische Norm für die Messung von Kran-Leistungsparametern. Sie legt die Messverfahren und Prüfbedingungen für die verschiedenen charakteristischen Parameter von Kranen fest, einschließlich der Messung von Kernparametern wie Tragfähigkeit, Ausladung, Hubhöhe und Arbeitsgeschwindigkeit. Damit bietet sie eine einheitliche technische Grundlage für die Inspektion und Zertifizierung der Kranleistung.
Anwendungsbereich und Messprinzipien
Die Norm ISO 13202:2003 gilt für die Messung der charakteristischen Parameter aller Kranarten – einschließlich Brückenkrane, Portalkrane, Turmkrane, Mobilkrane und Schienenkrane. Sie legt die allgemeinen Prinzipien für die Messung fest: Die Messungen sind unter definierten Umgebungsbedingungen durchzuführen (Temperatur -10 °C bis +40 °C, Windgeschwindigkeit nicht mehr als 8,3 m/s). Die Messgeräte müssen kalibriert sein und den Genauigkeitsanforderungen entsprechen (Kraftsensor-Genauigkeit ±1 %, Wegsensor-Genauigkeit ±0,5 %). Vor der Messung ist der zu prüfende Kran durch einen Probelauf vorzuwärmen und sein Zustand zu bestätigen.
Die Norm betont die Wiederholbarkeit und Rückverfolgbarkeit der Messungen – derselbe Parameter ist mindestens dreimal zu messen und der Mittelwert zu bilden. Die Abweichung jeder einzelnen Messung vom Mittelwert darf ±5 % nicht überschreiten. Die Messaufzeichnungen müssen die Umgebungsbedingungen, die Gerätenummer, die Kalibriergültigkeit und die Informationen zum Bedienpersonal enthalten, um die Rückverfolgbarkeit der Messdaten auf nationale Standards zu gewährleisten. Der Messbericht ist gemäß dem in der Norm festgelegten Format zu erstellen und muss die Messwerte der einzelnen Parameter, eine Unsicherheitsanalyse und die Konformitätsbewertung enthalten.
Messverfahren für Kernparameter
Die Norm spezifiziert die Messverfahren für die einzelnen Kernparameter detailliert. Die Messung der Tragfähigkeit erfolgt bei der Nenntragfähigkeit der jeweiligen Hubwerksstufe. Dabei wird ein Kraftsensor oder Kraftmessgerät zwischen Haken und Last geschaltet. Die Last muss während der Messung ruhig und ohne Pendeln frei hängen. Die Hubhöhe wird vom tiefsten bis zum höchsten Punkt des Hakens gemessen, wobei der senkrechte Abstand von der Schienenoberkante zur Hakenauflagefläche mit einem Stahlbandmaß oder Laser-Entfernungsmesser ermittelt wird. Die Messung der Arbeitsgeschwindigkeiten umfasst die Hubgeschwindigkeit, die Senkgeschwindigkeit, die Katzfahrgeschwindigkeit und die Kranfahrgeschwindigkeit. Diese sind jeweils unter Nennlast und im Leerlauf zu messen.
Die Ausladung wird als horizontaler Abstand von der Drehachse bis zur Hakenmitte mit einem Stahlbandmaß oder Tachymeter gemessen. Bei Turmkranen ist die Ausladung in jeder Auslegungsstufe separat zu messen und zu dokumentieren. Die Norm definiert auch die zulässigen Toleranzbereiche für die einzelnen Parameter – Tragfähigkeit ±3 %, Ausladung ±1 %, Hubhöhe ±2 %, Geschwindigkeit ±5 %. Parameter, deren Messergebnisse außerhalb der Toleranzbereiche liegen, sind im Bericht zu kennzeichnen und die Ursachen der Abweichung zu analysieren.
| MessungParameter | Messgerät | Genauigkeitsanforderungen | Messverfahren | Toleranzbereich |
|---|---|---|---|---|
| Tragfähigkeit | Kraftsensor/Kraftmessgerät | ±1% | HakenundLastin Reihe zwischen | ±3% |
| Hubhöhe | StahlcoilMaßstab/Laser-Entfernungsmesser | ±0.5% | SchieneFläche bisHakenAuflagefläche | ±2% |
| ArbeitGeschwindigkeit | Drehzahlmesser/Stoppuhr | ±0.1s | Leerlauf/Nennlastzwei ArtenBetriebsbedingungen | ±5% |
| Ausladung | StahlcoilMaßstab/Tachymeter | ±0.5% | DrehenMitte bisHakenMitte | ±1% |
| Auslegerlänge | StahlcoilMaßstab | ±0.5% | DrehenMitte bis Armende | ±1% |
Prüfbedingungen und Messgeräte
Die Norm definiert klare Anforderungen an die Prüfbedingungen: Die Umgebungstemperatur muss im Bereich von -10 °C bis +40 °C liegen, die Windgeschwindigkeit darf 8,3 m/s nicht überschreiten (für Mobilkrane und Turmkrane im Außeneinsatz gilt ein strengerer Windgeschwindigkeitsgrenzwert von 7 m/s). Der Prüfplatz muss eben und tragfähig sein, mit einer Neigung von höchstens 1 %. Alle Messgeräte müssen innerhalb ihrer Kalibrierfrist verwendet werden und über entsprechende Kalibrierzertifikate verfügen. Zu den empfohlenen Messgeräten gehören digitale Kraftsensoren (Genauigkeit ±1 %), Laser-Entfernungsmesser (Genauigkeit ±0,5 mm), Drehzahlmesser (Genauigkeit ±0,5 %) sowie Schallpegelmesser für Geräuschmessungen (Genauigkeit ±1,5 dB).
Vor der Messung ist der zu prüfende Kran mindestens 15 Minuten im Leerlauf vorzuwärmen, um einwandfreie Funktion aller Antriebe, ausreichende Schmierung und einwandfreie Bremsen sicherzustellen. Bei erstmalig geprüften Kranen ist eine Vorbelastung mit 50 % der Nennlast durchzuführen, um die Laufruhe aller Funktionen und die Zuverlässigkeit des Messsystems zu überprüfen. Die Norm schreibt außerdem vor, dass die Messung bei Auffälligkeiten wie ungewöhnlichen Geräuschen, verstärkten Vibrationen oder Bremsrutschen sofort abgebrochen und die Ursache ermittelt werden muss.
Datenauswertung und Anforderungen an den Prüfbericht
Die Norm legt das grundlegende Verfahren für die Messdatenauswertung fest: Bei mehreren Messungen desselben Parameters unter identischen Bedingungen wird der arithmetische Mittelwert als endgültiges Messergebnis verwendet. Das Messergebnis ist um eine Unsicherheitsanalyse zu ergänzen – einschließlich der Typ-A-Unsicherheit (durch Messwiederholung) und der Typ-B-Unsicherheit (durch die Messgerätegenauigkeit) sowie der kombinierten Standardunsicherheit und der erweiterten Unsicherheit (k = 2, Konfidenzniveau 95 %). Die Darstellung der Messergebnisse muss den tatsächlich gemessenen Wert, den Norm-Sollwert und die Konformitätsbewertung enthalten.
Der Prüfbericht ist wie folgt aufzubauen: Deckblatt (Krantyp, Fertigungsnummer, Prüfdatum, Prüfstelle), Prüfbedingungen (Umgebungsparameter, Geräteliste), Messprotokoll (Rohdaten aller Parameter und Berechnungsgänge), Prüfergebnis (Konformität jedes Parameters mit den Norm-Anforderungen) sowie Unterschrift und Stempel. Kelude Schwerindustrie befolgt bei der Werksabnahme von Kranen strikt das Messverfahren nach ISO 13202:2003 und gewährleistet damit, dass die Leistungsparameter jeder Anlage zuverlässig, präzise und rückverfolgbar sind.
| Berichtsabschnitt | Inhaltsanforderungen | Datenpunkt | Beurteilungsergebnis |
|---|---|---|---|
| Deckblattinformationen | KranTyp/Nummer/Datum | Grunddaten der Ausrüstung | —— |
| Messbedingungen | UmgebungParameter/Geräteliste | Temperatur/Windgeschwindigkeit/Gerätenummer | —— |
| Messprotokoll | ParameterRohdaten und Berechnung | Tragfähigkeit/Höhe/Geschwindigkeit | ±Toleranzbereich |
| Messunsicherheit | AKlasse+Bkombinierte Klasse | erweiterte Messunsicherheitk=2 | ≤1/3Toleranz |
| Beurteilungsergebnis | jeweilsParameterKonformität | alleParameterBeurteilung | konform/nicht konform |
Häufige Fragen
F: Für welche Krantypen gilt ISO 13202:2003?
A: Die Norm gilt für Brückenkrane, Portalkrane, Turmkrane, Mobilkrane und Schienenkrane. Sie gilt nicht für Handkrane sowie leichte und kleine Hebezeuge. Da die zu messenden Parameter je nach Krantyp variieren, enthält die Norm spezifische Messverfahren für die jeweiligen Bauarten.
F: Welche Toleranzbereiche gelten für die Messergebnisse?
A: Die Toleranz beträgt ±3 % für die Tragfähigkeit, ±1 % für die Ausladung, ±2 % für die Hubhöhe und ±5 % für die Geschwindigkeit. Liegen die Messergebnisse außerhalb der Toleranzbereiche, sind die Ursachen zu analysieren und im Prüfbericht zu vermerken. Die Genauigkeit der Messgeräte muss mindestens ein Drittel des Toleranzbereichs des jeweiligen Messparameters betragen.
F: Welche Umgebungsbedingungen sind für die Messung erforderlich?
A: Die Umgebungstemperatur muss zwischen −10 °C und +40 °C liegen, die Windgeschwindigkeit darf 8,3 m/s nicht überschreiten und die Bodenneigung maximal 1 % betragen. Bei Abweichungen von diesen Bedingungen sind die Umgebungsparameter im Messbericht zu dokumentieren und die Gültigkeit der Ergebnisse ist von beiden Parteien zu bestätigen. Vor der Messung ist der Kran mindestens 15 Minuten lang vorzuwärmen bzw. im Leerlauf zu betreiben.
F: Welche Angaben muss der Messbericht enthalten?
A: Deckblatt (Gerätetyp, Seriennummer, Datum), Messbedingungen (Umgebungsparameter und Geräteliste), Messprotokoll (Rohdaten und Berechnungsgänge aller Parameter), Unsicherheitsanalyse sowie Unterschrift und Stempel. Ein von der Prüfstelle der Kelude Schwerindustrie ausgestellter Messbericht dient als Nachweis der Geräteleistung.