ISO 12484:2015 Lastanzeiger – Technische Anforderungen im Überblick

ISO 12484:2015 „Krane – Lastanzeigen – Technische Anforderungen“ ist die spezifische Norm für Lastanzeigen an Kranen. Die Norm legt die technischen Anforderungen, Genauigkeitsklassen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Lastanzeigen (einschließlich Lastsensoren, Lastmomentbegrenzer-Monitoren und akustisch-optischer Warneinrichtungen) fest.


Typen und Funktionen von Lastanzeigen

ISO 12484:2015 unterscheidet drei Typen von Lastanzeigen: Tragfähigkeitsanzeiger (Geräte zur direkten Anzeige der hängenden Last, bestehend aus Sensor und Monitor), Lastmomentanzeiger (Anzeige des Lastmoments in Prozent, zentrale Sicherheitsüberwachungseinrichtung) und kombinierte Anzeiger (Multifunktionsmonitore, die gleichzeitig Tragfähigkeit, Ausladung, Lastmoment in Prozent und Hubhöhe anzeigen). Nach Sensortyp wird unterschieden zwischen Bolzensensoren (Messgenauigkeit ±1 %), Zug-Druck-Sensoren (±1 %), hydraulischen Sensoren (±2 %) und elektronischen Lastmessgeräten (Gesamtgenauigkeit ±3 %).

Die Kernfunktionen einer Lastanzeige umfassen: Echtzeitanzeige der aktuellen hängenden Last (digitale Anzeige, Genauigkeit ±5 %), Anzeige der Nenntragfähigkeit (automatischer Abruf der entsprechenden Traglasttabelle basierend auf den aktuellen Betriebsbedingungen), Überlastalarmfunktion (akustische und optische Warnung bei 90 % des Nennwerts, automatischer Stopp bei 100 %) sowie Selbstprüfung (Sensor- und Systemstatusprüfung beim Einschalten; bei Störungen wird der Hebevorgang gesperrt). Die Aktualisierungsrate der Monitoranzeige beträgt ≤ 0,5 s, die Signalaktualisierungszeit des Sensors ≤ 0,1 s.


Schema zur Norminterpretation


Genauigkeitsanforderungen und Kalibrierung

Die Genauigkeitsklassen von Lastanzeigen sind in drei Stufen unterteilt: Klasse A (Gesamtfehler ≤ ±2 %, für Präzisionshubarbeiten), Klasse B (Gesamtfehler ≤ ±5 %, Standard für industrielle Krane) und Klasse C (Gesamtfehler ≤ ±10 %, für manuelle oder leichte Krane). Die Genauigkeit ist definiert als die Abweichung zwischen dem angezeigten Wert und dem tatsächlichen Wert an beliebigen Lastpunkten zwischen 20 % und 110 % der Nennlast im Nenntemperaturbereich (−10 °C bis +50 °C). Die Temperaturdrift des Sensor-Nullpunkts beträgt ≤ ±0,1 %/°C (Klasse A) bzw. ≤ ±0,2 %/°C (Klasse B), die Kriechabweichung ≤ ±0,1 % (30 min, Nennlast).

Kalibrieranforderungen: Nach Neuinstallation oder Sensortausch ist eine vollständige Kalibrierung der gesamten Anlage erforderlich (Fünf-Punkt-Prüfung mit Standardgewichten oder Kraftsensoren bei 20 %, 50 %, 75 %, 100 % und 110 % der Nennlast). Im Normalbetrieb ist eine Kalibrierung alle 12 Monate erforderlich. Die Kalibrieraufzeichnungen müssen Kalibrierdatum, Kalibrierpersonal, Gerätenummer und Kalibrierergebnis enthalten; das Kalibrieretikett wird am Monitorgehäuse angebracht. Die von Kelude Schwerindustrie gelieferten Lastanzeigesysteme werden vor Auslieferung mit Genauigkeitsklasse B kalibriert und mit Kalibrierzertifikat geliefert.

Genauigkeitsklasse A
≤ ±2 %
Genauigkeitsklasse B
≤ ±5 %
Genauigkeitsklasse C
≤ ±10 %
Aktualisierungsrate
≤ 0,5 s
Sensor-IP
≥ IP65
Kalibrierintervall
12 Monate
GenauigkeitsklasseGesamtfehlerEinsatzbereichSensorGenauigkeitKalibrierintervall
AKlasse≤±2%PräzisionAnschlagen±1%6Monate
BKlasse≤±5%Allgemeine Industrie±1%~±2%12Monate
CKlasse≤±10%Manuell/Leichte Klasse±3%24Monate

Monitor und Alarmfunktionen

Anforderungen an die Anzeige der Lastanzeige: digitale Darstellung (LED- oder LCD-Panel, Zeichenhöhe ≥ 10 mm, bei einem Betrachtungsabstand ≤ 2 m klar lesbar), Hintergrundbeleuchtung (automatische Aktivierung bei geringer Beleuchtungsstärke), parametrische Umschaltung oder zyklische Anzeige (Tragfähigkeit, Ausladung, Drehmoment in Prozent, Nenntragfähigkeit usw.). Anforderungen an die Warneinrichtung: akustischer und optischer Alarm (Summer ≥ 85 dB plus blinkende rote Anzeigeleuchte; Voralarm bei Erreichen von 90 % der Nennlast, kontinuierlicher akustischer und optischer Alarm bei 100 % der Nennlast). Das Alarmsignal muss die Geräuschumgebung im Arbeitsbereich des Krans abdecken (Summerlautstärke ≥ Hintergrundgeräusch + 10 dB).

Der Monitor muss außerdem über eine Selbstdiagnosefunktion für Störungen verfügen: Sensorfehler (Anzeige Err01), Systemkommunikationsfehler (Err02), Parametrierungsfehler (Err03) – so kann das Wartungspersonal Fehler schnell lokalisieren. Schutzart des Monitors: ≥ IP54 im Führerhaus, ≥ IP65 im Freien am Steuerstand. Die Bedientasten des Monitors müssen über taktiles Feedback verfügen; die Parametereinstellung ist per Passwortschutz gegen unbefugte Änderungen gesichert. Die Lastanzeige von Kelude Schwerindustrie verwendet ein industrietaugliches LCD-Display, das auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar ist; die Tasten sind für 100.000 Betätigungen ausgelegt.


Prüfungen und Inspektionen

Die normativ vorgeschriebenen Prüfungen umfassen: Typprüfung (Genauigkeitsprüfung, Umweltprüfung – Hoch-/Tieftemperatur, Vibration, Salznebel – sowie Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit: Störfestigkeit gegen elektromagnetische Felder 30 V/m, elektrostatische Entladung 8 kV/15 kV) und Stückprüfung (Funktionsprüfung, Genauigkeitsprüfung, Alarmprüfung). Vor Ort beim Anwender ist alle 12 Monate eine regelmäßige Kalibrierung durchzuführen. Nach Wartung oder Austausch des Sensors muss eine Neukalibrierung erfolgen. Die Kalibrierungsaufzeichnungen werden beim Gerät aufbewahrt. Kelude Schwerindustrie bietet dem Anwender Montage & Inbetriebnahme, Kalibrierung und Wartung für Lastanzeigesysteme an.

PrüfungProjektVerfahrenBeurteilungskriterienTyp
Genauigkeit20%~110%Belastung5Punkt≤±5%(BKlasse)Typprüfung+Werksabnahme
Temperatur-10℃~+50℃Lagerung2hGenauigkeitDrift≤±2%Typprüfung
Vibration5~200Hz/2gKeine FunktionsstörungTypprüfung
EMC30V/m/8kVStatische AufladungKeine FehlauslösungTypprüfung
SchutzeinrichtungenIP5X/IP6XKein StaubeintrittWerksabnahme

Häufige Fragen

F: Welche Genauigkeitsklasse ist für die Lastanzeige zu wählen?

A: Klasse A (≤±2 %) für präzises Anschlagen, Klasse B (≤±5 %) für allgemeine Industriekrane, Klasse C (≤±10 %) für manuelle oder leichte Geräte. Die meisten industriellen Brückenkrane und Mobilkrane verwenden Klasse B. Kelude stattet seine Systeme standardmäßig mit einer Lastanzeige der Klasse B aus.

F: Wie lange ist das Kalibrierintervall der Lastanzeige?

A: Nach Neuinstallation oder Sensorwechsel ist eine vollständige Kalibrierung erforderlich. Im Normalbetrieb wird eine Kalibrierung alle 12 Monate empfohlen. Die Kalibrierung erfolgt mit Standardgewichten oder Kraftsensoren an fünf Lastpunkten (20 %, 50 %, 75 %, 100 %, 110 %). Das Kalibrieretikett wird am Gehäuse des Monitors angebracht.

F: Ab welchem Wert löst der Überlastalarm aus?

A: Bei 90 % der Nennlast ertönt ein akustischer und optischer Vorwarnalarm (Summer ≥ 85 dB plus rotes Blinklicht). Bei 100 % der Nennlast wird ein kontinuierlicher Alarm ausgelöst und der automatische Stopp für Heben und Auslegerbewegung aktiviert. Die Reaktionszeit des Sensors beträgt ≤ 0,1 s, die Anzeigeaktualisierung ≤ 0,5 s.

F: Welche Schutzeinrichtungen gelten für den Monitor?

A: Im Führerhaus gilt mindestens IP54, für den Außensteuerstand IP65. Die Zeichenhöhe beträgt ≥ 10 mm (bei einer Sehdistanz von ≤ 2 m), die Hintergrundbeleuchtung aktiviert sich automatisch und bleibt bei Sonnenlicht ablesbar. Die Bedientasten sind mindestens nach IP67 geschützt und für über 100.000 Betätigungen ausgelegt. Kelude verwendet für seine Monitore Industrie-LCD-Panels.

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