ISO 9926-3:2007 Kranführerausbildung für Auslegerkrane
ISO 9926-3:2007 „Krane – Ausbildung von Kranführern – Teil 3: Ausbildungsverfahren für Kranführer von Auslegerkranen“ ist die spezifische Norm für die Fahrerschulung von Auslegerkranen. Die Norm definiert die Anforderungen an Schulungskurse, praktische Prüfungen und die Zertifizierung unter Berücksichtigung der besonderen Betriebsbedingungen von Auslegerkranen mit Portalunterbau, Mast, Deck und Schwimmkranen.
Aufbau des Schulungskurses
Die Kranfahrerausbildung für Auslegerkrane gliedert sich in theoretische Schulung und praktische Schulung. Die theoretische Schulung umfasst mindestens 40 Unterrichtseinheiten und deckt sechs Module ab – Strukturelle Unterschiede und Funktionsprinzip von Auslegerkranen mit Portalunterbau, Mast, Deck und Schwimmkranen (15 %). Sicherheitsbetriebsanweisungen und spezifische Sicherheitsanforderungen für Auslegerkrane, einschließlich Stabilitätskontrolle beim Wippen, Kontrolle der Pendelbewegung der hängenden Last beim Drehen sowie Bewertung des Einflusses von Windlast (25 %). Lastparameter: Besonderheiten der Traglasttabelle von Auslegerkranen, Interpretation der Nenntragfähigkeit bei verschiedenen Auslegerlängen- und Ausladungskombinationen (20 %). Signalverständigung: Standard-Handsignale, Verfahren der drahtlosen Kommunikation und besondere Signalanforderungen beim Einsatz mehrerer Krane im Verbund (15 %). Normen und Vorschriften: einschlägige Normen für Auslegerkrane wie ISO 12480 und ISO 9927 (15 %). Unfallfälle: typische Unfälle mit Auslegerkranen, darunter Umkippen, Auslegerbruch und Überlast (10 %).
Praktische Ausbildung und Prüfung
Die praktische Schulung umfasst mindestens 80 Unterrichtseinheiten und findet an realen Kranen statt – Grundoperationen: Einzeloperationen für Heben, Wippen, Drehen und Fahren mit einer Abweichung von ≤ 100 mm. Kombinierte Operationen: gleichzeitige Steuerung in zwei Richtungen, z. B. Drehen und gleichzeitiges Wippen. Spezielle Betriebsbedingungen: Anschlagen in beengten Räumen, Arbeiten über Wasser, Anschlagen mit Schwimmkranen sowie Spezialoperationen für das Heben von Großteilen. Notbetrieb: Not-Aus, manuelles Senken des Auslegers bei Druckverlust des hydraulischen Systems. Die praktische Prüfung umfasst fünf Prüfungsbereiche: Tägliche Inspektion (10 Punkte, 10 min, Erkennung vorgegebener Gefahren). Punktegenaues Anschlagen (30 Punkte, 8 min, Abweichung von A nach B ≤ 100 mm). Kombinierter Betrieb (20 Punkte, 5 min, gleichzeitige Bedienung in zwei Richtungen). Notbetrieb (20 Punkte, 3 min, Not-Halt + Senken). Sicherheitsverhalten (20 Punkte). Gesamtbewertung: bestanden ab 85 %, unter 70 % ist eine erneute Schulung erforderlich. Der Prüfer muss zertifiziert und unabhängig sein und darf nicht mit dem Ausbilder identisch sein. Die Videoaufzeichnung muss mindestens 1080p betragen und mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden. Das Zertifikat ist 2 Jahre gültig.
| Prüfungsgegenstand | Inhalt | Zeitlimit | Punktzahl |
|---|---|---|---|
| Tagesinspektion | ErkennungGefahrenquelle | 10min | 10 |
| Punktuell | AB≤100mm | 8min | 30 |
| Kombiniert | Beidseitig | 5min | 20 |
| Notfall | Not-Halt+Freigabe | 3min | 20 |
| Sicherheit | Durchgängiges Sicherheitsbewusstsein | Durchgängig | 20 |
Qualifizierte Ausbilder und Auffrischungsschulung
Die Theorieausbilder verfügen über einen Fachhochschulabschluss, einen gültigen Kranführerschein und mindestens 5 Jahre Berufserfahrung. Die Praxisausbilder besitzen den Fortgeschrittenen-Kranführerschein für Auslegerkrane (mindestens 2.000 Betriebsstunden), 10 Jahre Erfahrung sowie 200 Stunden pädagogische Schulung. Die Prüfer sind im Besitz des Fortgeschrittenenzertifikats, haben 10 Jahre Erfahrung und eine 40-stündige Prüferausbildung absolviert; sie sind nicht gleichzeitig als Ausbilder tätig. Die Zertifikate sind zwei Jahre gültig; die Auffrischungsschulung umfasst mindestens 24 Stunden mit neuen Normen, Fallbeispielen und Simulatorübungen. Bei mindestens drei Verstößen oder einem Unfall ist eine vorzeitige Auffrischungsschulung erforderlich. Kelude Schwerindustrie stellt zertifizierte Ausbilder und normgerechte Übungsgelände bereit und bietet Kranführerausbildung und Prüfungsdienstleistungen für Auslegerkrane gemäß ISO 9926-3 an.
| Personal | Qualifikation | Erfahrung | Personenzahl |
|---|---|---|---|
| Theorieausbilder | Fachhochschulabschluss/Mittlere Berufsbezeichnung | ≥5Jahr | ≤20Person/Kurs |
| Praxisausbilder | Fortgeschrittenenzertifikat/2000h | ≥10Jahr | ≤4Person |
| Prüfer | PrüferQualifikationsnachweis | ≥10Jahr | Selbstständig |
| Sicherheitsaufsicht | Sicherheitsbeauftragten-Zertifikat | ≥3Jahr | Durchgängig |
Häufige Fragen zur Kranführer-Ausbildung
F: Was umfasst die theoretische Schulung für Auslegerkranführer?
A: Im Vergleich zur Brückenkran-Ausbildung kommen auslegerspezifische Inhalte hinzu – darunter die Stabilitätskontrolle beim Wippen, die Pendelbewegung der Last beim Drehen, die Bewertung von Windlasten sowie die Signalabstimmung bei Mehrkranbetrieb. Die theoretische Schulung umfasst mindestens 40 Unterrichtseinheiten.
F: Welche besonderen Übungen sind Teil der praktischen Ausbildung?
A: Die praktische Ausbildung umfasst Übungen für spezielle Betriebsbedingungen wie das Anschlagen in beengten Räumen, Arbeiten auf dem Wasser (Schwimmkran) sowie das Handling von Schwergut. Im Notbetrieb wird das manuelle Senken des Auslegers bei Hydraulikdruckabfall trainiert. Mindestens 80 Unterrichtseinheiten entfallen auf die praktische Schulung am echten Kran.
F: Wie sind die Bewertungskriterien der praktischen Prüfung aufgebaut?
A: Die Prüfung gliedert sich in folgende Bereiche: Tageskontrolle 10 Punkte, Positionieren 30 Punkte (Abweichung ≤ 100 mm), kombinierte Übung 20 Punkte (zwei Bewegungsrichtungen), Notfallmaßnahmen 20 Punkte (Not-Halt und Senken) sowie Sicherheit 20 Punkte. Zum Bestehen sind mindestens 85 % der Gesamtpunktzahl erforderlich; unter 70 % muss die Schulung wiederholt werden. Die Bewertung erfolgt durch unabhängige Prüfer.
F: Wie lange ist der Kranführerschein gültig und wann ist eine Auffrischung nötig?
A: Der Führerschein ist 2 Jahre gültig. Vor Ablauf ist eine Auffrischungsschulung von mindestens 24 Stunden zu absolvieren (neue Normen, Fallbeispiele, Simulator). Bei mehr als 3 Verstößen oder mindestens einem Unfall ist eine vorzeitige Auffrischung erforderlich. Kelude bietet entsprechende Schulungs- und Prüfungsdienstleistungen an.