JB/T 7335 Hebelzug Normen und Anwendungen

JB/T 7335-2016 „Hebelzug“ ist die zentrale technische Spezifikation der Maschinenbau-Norm für Hebelzüge. Sie legt Bauformen, Grundparameter, technische Anforderungen, Prüfverfahren, Prüfregeln sowie Kennzeichnung, Verpackung, Transport und Lagerung fest und gilt für Hebelzüge mit einer Nenntragfähigkeit von 0,25 t bis 9 t.

Der Hebelzug ist ein leichtes und kleines Hebezeug, das durch manuelles Betätigen des Hebels über das Hebelprinzip und eine Sperrklinkenmechanismus das Heben und Ziehen von Lasten ermöglicht. JB/T 7335-2016 ist die maßgebliche Industrienorm für dieses Produkt und dient seit ihrer Veröffentlichung als grundlegendes technisches Dokument für Konstruktion & Fertigung, Werksabnahme und Auswahl von Hebelzügen. Im Gegensatz zum Handkettenzug, der über eine Kette angetrieben wird, erfolgt die Bedienung des Hebelzugs durch hin- und hergehendes Betätigen des Handgriffs – ein entscheidender Vorteil in beengten Räumen und bei Anwendungen, die eine präzise Feinpositionierung erfordern.

JB/T 7335 Lever Hoist Structural Parameters Overview

Hebelzüge werden vor allem beim Leitungsbau der Elektroenergieübertragung, bei der Geräteinstallation und -ausrichtung, beim Zusammenbau von Stahlkonstruktionen, beim Ausbau von Grubenbauen sowie bei allen temporären Arbeiten eingesetzt, die horizontales Ziehen oder vertikales Heben erfordern. Dank ihrer kompakten Bauweise und leichten Handhabung sind sie bei Außenmontagen und Notfallreparaturen weit verbreitet. Die von Kelude Schwerindustrie gelieferten Hebelzüge werden streng nach JB/T 7335 gefertigt und decken die gesamte Tragfähigkeitsreihe von 0,25 t bis 6 t ab – serienmäßig mit Haken aus hochfestem legiertem Stahl und geschmiedetem Sperrrad.


Funktionsprinzip und mechanischer Aufbau des Hebelzugs

Das zentrale Antriebssystem des Hebelzugs besteht aus Handgriff, Sperrrad, Sperrklinke, Zahnrad-Übersetzung und Lastkette. Beim hin- und hergehenden Betätigen des Handgriffs wird die oszillierende Bewegung über die einseitig wirkende Sperrklinkenmechanismus in eine intermittierende Drehung des Lastkettenrads umgewandelt, wodurch die Last gehoben oder gesenkt wird. Gegenüber dem Handkettenzug mit Handkette und Handkettenrad bietet der Hebelzug den Vorteil eines größeren Hebelverhältnisses, was eine kraftsparendere Bedienung ermöglicht und Arbeiten in beliebigen Winkeln erlaubt.

Die Norm schreibt vor, dass die Zahnräder des Hebelzugs aus hochwertigem legiertem Stahl gefertigt und wärmebehandelt werden müssen. Die Zahnflankenhärte muss HRC 45–55 erreichen, um Verschleißfestigkeit und Ermüdungsbeständigkeit bei häufiger Nutzung zu gewährleisten. Sperrrad und Sperrklinke sind sicherheitskritische Bauteile und müssen zu 100 % einer Magnetpulverprüfung unterzogen werden; Risse, Falzungen und andere Fehler sind unzulässig. Die Lastkette muss eine Kalibrierungskette gemäß GB/T 5802 sein; gängige Durchmesser sind φ5 mm bis φ10 mm, der Sicherheitsfaktor der Kette muss mindestens das 4-fache betragen.

Der Handgriff ist das direkt belastete Bauteil. Die Norm verlangt, dass seine Biegefestigkeit einer Betriebskraft des 1,5-fachen der Nennlast standhält, ohne bleibende Verformung zu erleiden. Die Grifflänge wird je nach Tragfähigkeit mit 290 mm bis 600 mm dimensioniert und balanciert Kraftersparnis gegen den benötigten Bauraum aus. Darüber hinaus legt die Norm Material und Wanddicke der Griffhülse verbindlich fest: nahtloses Stahlrohr mit einer Mindestwanddicke von 3 mm.


Typenreihe und technische Parameter im Überblick

JB/T 7335-2016 definiert die Nenntragfähigkeitsreihe für Hebelzüge: 0,25 t, 0,5 t, 0,8 t, 1 t, 1,6 t, 2 t, 3,2 t, 5 t, 6 t und 9 t – insgesamt zehn Größen. Die Klassen 0,25 t bis 2 t gelten als leichte Ausführung und werden vor allem zur Feinjustierung von Geräten und beim Leitungsbau eingesetzt; die Klassen 3,2 t bis 9 t sind mittlere Ausführungen für Geräteinstallation und strukturelle Anschlagarbeiten. Die Mindestbruchlast darf bei allen Größen das 4-fache der Nenntragfähigkeit nicht unterschreiten, und die Betätigungskraft am Handgriff darf 360 N (ca. 36 kgf) nicht überschreiten.

Die Norm staffelt auch die standardmäßige Hubhöhe der Kette: Bei 0,25 t bis 1 t beträgt sie üblicherweise 1,5 m bis 3 m, bei 1,6 t bis 3,2 t 1,5 m bis 6 m und bei 5 t bis 9 t 1,5 m bis 3 m. Die Standard-Hubhöhe kann in Vielfachen von 1,5 m verlängert werden. Unter Volllast beträgt der Kettenhub pro Handgriff-Hubbewegung (also die Lastabsenkung pro Betätigung) je nach Größe 15 mm bis 35 mm – ein Parameter, der die Arbeitseffizienz direkt beeinflusst.


Typische Einsatzbereiche und Auswahlkriterien

Besonders breit ist der Einsatz des Hebelzugs in der Elektroenergiewirtschaft: Beim Spannen von Freileitungen, beim Heben von Bauteilen bei der Mastmontage sowie bei der Positionierung von Umspannwerksausrüstung ist die Präzisionspositionierung des Hebelzugs unverzichtbar. Im Stahlbau wird der Hebelzug häufig zur temporären Befestigung und Feinausrichtung von Träger-Stützen-Verbindungen eingesetzt. Im Untertagebergbau nutzt man die explosionsgeschützte Ausführung für die Montage von Ausbauelementen und den Transport von Ausrüstungsteilen.

Bei der Auswahl sind drei entscheidende Faktoren zu berücksichtigen: Erstens sollte die Nenntragfähigkeit eine Sicherheitsmarge von 1,5 bis 2 aufweisen. Zweitens muss die Hubhöhe zum Arbeitsraum passen – reicht die Standard-Hubhöhe nicht aus, ist eine verlängerte Kette zu wählen. Drittens ist die körperliche Belastung durch die Handgriff-Betätigungskraft bei häufiger Nutzung zu bedenken; für intensive Einsätze empfiehlt sich eine kleinere Tragfähigkeitsklasse mit größerer Übersetzung. Für horizontales Ziehen ist zu prüfen, ob der Hebelzug dafür ausgelegt ist – einige Premium-Modelle unterstützen die Bedienung in 360° in jeder Richtung.


Nenntragfähigkeitsbereich
0,25 t ~ 9 t
Betätigungskraft am Handgriff
≤360 N (≈36 kgf)
Mindestbruchlast
≥ 4-fache Nennlast
Kettendurchmesser
φ5 ~ φ10 mm
Standard-Hubhöhe
1,5 m ~ 6 m
Bremsweg
≤ 1 Kettenglied/min

Prüfanforderungen und Qualitätskontrolle

Die Norm schreibt vor, dass jeder Hebelzug vor Auslieferung einzeln einer Leerlaufprüfung, einer dynamischen Belastungsprüfung und einer Bremsprüfung unterzogen werden muss. Bei der Leerlaufprüfung ist der Betätigungsgriff mindestens dreimal über den gesamten Hubweg hin- und herzubewegen; alle Mechanismen müssen dabei leichtgängig und ohne Klemmerscheinungen arbeiten. Die dynamische Belastungsprüfung erfolgt mit dem 1,1-fachen der Nennlast über mindestens zehn vollständige Hebe- und Senkzyklen, wobei der Zahneingriff und der Kettenlauf zu kontrollieren sind. Bei der Bremsprüfung wird die Last mit dem 1,25-fachen der Nennlast angehoben, nach 300 mm Hub stillgesetzt und die Lastabsenkung innerhalb einer Minute gemessen; sie darf eine Kettenlänge nicht überschreiten.

Die Typprüfung ist deutlich strenger: Die statische Belastungsprüfung wird mit dem 1,5-fachen der Nennlast über 10 Minuten durchgeführt; danach dürfen keine bleibenden Verformungen oder Risse an den tragenden Bauteilen auftreten. Die Ermüdungsprüfung umfasst mindestens 500 Lastwechsel mit dem 1,25-fachen der Nennlast; nach Abschluss der Prüfung müssen alle Bauteile weiterhin einwandfrei funktionieren. Darüber hinaus darf die Verformung der Hakenöffnung 10 % des ursprünglichen Maßes nicht überschreiten, und die Gesamtdehnung der Kette darf 3 % der ursprünglichen Länge nicht übersteigen.


InspektionPrüfpunktNormAnforderungInspektionVerfahren
LeerlaufprüfungGesamthub hin- und hergehend≥3Zyklen,LeichtgängigkeitManueller Betrieb,Sichtprüfung
Dynamische Belastungsprüfung1.1fachLast,Gesamthub heben und senken≥10ZyklenBelastungPrüfgewichtoder Kraftmessgerät
Bremsprüfung1.25fachLast,Absinken≤1Kettenglied/minHeben / Anheben300mmnach Stillstand Zeitmessung
Statische Belastungsprüfung1.5fachLast,Dauer10minohneVerformungTypprüfung,Lastaufnahmemittel
KetteDehnungErkennung≤Ursprungslänge3%NormLängenmessung Vergleich
HakenöffnungVerformungMenge≤10%MessschieberMessung

TypNenntragfähigkeitNormHubhöheHandbedienkraftKetteDurchmesserEigengewicht(ca.)
HSH-0250.25t1.5m≤200Nφ5mm7kg
HSH-0500.5t1.5m≤240Nφ5mm9kg
HSH-1001t1.5m≤280Nφ6mm12kg
HSH-1601.6t1.5m≤300Nφ8mm16kg
HSH-3203.2t3.0m≤340Nφ10mm24kg
HSH-6006t1.5m≤360Nφ10mm35kg

Häufige Fragen

F: Für welche Typen von Hebelzügen gilt die Norm JB/T 7335?

A: Die Norm JB/T 7335-2016 gilt für Hebelzüge mit einer Nenntragfähigkeit von 0,25 t bis 9 t, die manuell über einen Hebel angetrieben werden und über einen Sperrklinkenmechanismus das Lastkettenrad zum Heben oder Ziehen von Lasten antreiben. Die Norm gilt nicht für Hebezeuge mit Elektromotor oder anderen Antriebsarten sowie nicht für Handkettenzüge und Elektrokettenzüge. Bei der Auswahl sollte der Anwender die auf dem Produktleistungsschild angegebene Norm prüfen.

F: Was sind die wesentlichen technischen Unterschiede zwischen Hebelzug und Handkettenzug?

A: Der Hauptunterschied liegt in der Antriebsart und den Einsatzbedingungen. Der Hebelzug wird über einen Hebel mit Sperrradmechanismus angetrieben. Das große Hebelverhältnis ermöglicht kraftsparendes Arbeiten in alle Richtungen (360°), ideal für horizontales Ziehen und präzises Feinpositionieren. Der Handkettenzug wird über die Handkette und das Handkettenrad angetrieben – die Hubgeschwindigkeit ist höher, jedoch ist horizontales Ziehen unpraktisch. Er eignet sich daher besser für vertikale Hubaufgaben. Bei gleicher Tragfähigkeit ist das Eigengewicht des Hebelzugs in der Regel 15 % bis 25 % geringer als das eines Handkettenzugs.

F: Welche Prüfintervalle gelten für die tägliche Prüfung und regelmäßige Inspektion von Hebelzügen?

A: JB/T 7335 schreibt eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz vor: Prüfung der Haken auf Risse und Verformung, der Kette auf Verschleiß oder Kettenlängung, der Sperrklinkenmechanismus auf zuverlässigen Eingriff sowie des Handgriffs auf Verformung. Die tägliche Wartung umfasst Schmierung und Reinigung alle 3 Monate. Eine umfassende regelmäßige Inspektion ist mindestens einmal jährlich erforderlich, einschließlich Lastprüfung (1,25-fache Nennlast) und Fehlerprüfung der kritischen Bauteile. Nach längerer Stilllegung muss das Gerät vor erneuter Inbetriebnahme einer vollständigen Prüfung unterzogen werden.

F: Wie wird der Hebelzug beim Spannen von Freileitungen korrekt eingesetzt?

A: Das Spannen von Freileitungen ist eine typische Anwendung für Hebelzüge. Der obere Haken des Hebelzugs wird am Mast oder Ankerpunkt befestigt, der untere Haken über eine Drahtseilschlaufe oder einen Seilspanner mit dem Leiter verbunden. Beim Spannen ist der Hebel langsam und gleichmäßig zu betätigen, wobei der Durchhang zu beobachten ist, um ein zu starkes einseitiges Spannen zu vermeiden. Die Tragfähigkeit des Hebezeugs ist entsprechend der Leitungsspannung zu wählen; als Auswahlkriterium wird das 1,5- bis 2-fache der berechneten Zugkraft empfohlen. Kelude bietet spezielle Hebelzug-Modelle für die Elektroindustrie mit isolierten Handgriffen und Korrosionsschutz-Oberflächenbehandlung.

Normengrundlage: JB/T 7335-2016 „Hebelzug“ | Technische Abteilung

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