Elektrokettenzug Auswahl: CD1, MD1 und HC Hubgeschwindigkeit
Kernpunkte Die Auswahl des Elektroseilzugs über die gesamte Baureihe erfordert die Abstimmung von drei technischen Parametern: Die Hubgeschwindigkeit wird durch Motordrehzahl und Getriebeübersetzung bestimmt (v=πD₀n/i·m), die Triebwerksgruppe legt die Einschaltdauer JC fest (M3~M4: 25 %, M5: 40 %, M6: 60 %), und das Lastvielfaches beeinflusst das Gleichgewicht zwischen Seilzugkraft und Hubgeschwindigkeit (m=2: hohe Geschwindigkeit, geringe Zugkraft; m=4: niedrige Geschwindigkeit, hohe Zugkraft). Der Typ CD1 eignet sich für M3~M4, MD1 für M4~M5 und die HC-Baureihe für M5~M6. Dieser Artikel behandelt die Auswahlparameter und den Berechnungsablauf für die gesamte Baureihe von 1 bis 20 t.
Der Elektroseilzug ist das zentrale Hubwerk eines Krans. Die von Kelude Schwerindustrie gefertigten Elektroseilzüge der Baureihen CD1, MD1 und HC decken den Lastbereich von 1 bis 20 t ab. Alle Produkte durchlaufen vor Auslieferung eine Lastprüfung sowie einen Isolationstest. Die Baureihen CD1 (Einzeldrehzahl), MD1 (Zweidrehzahl) und HC (Kastenhubwerk) sind für M3~M6 verschiedene Triebwerksgruppen ausgelegt. Eine fundierte technische Auswahl erfordert die gleichzeitige Abstimmung von Hubgeschwindigkeit, Triebwerksgruppe und Lastvielfaches – alle drei Dimensionen sind gleichermaßen entscheidend. Dieser Artikel erläutert die Parametrierung der gesamten Elektroseilzug-Baureihe aus konstruktiver Sicht und liefert den vollständigen Berechnungsablauf.
Preisreferenzen und grundlegende Auswahlhinweise zu den einzelnen Traglasten finden Sie im Leitfaden zu technischen Parametern und Auswahl des 5-t-Elektroseilzugs sowie in den FAQ zu Elektroseilzug-Preisen. Detaillierte konstruktive Berechnungen des Hubwerks (Drahtseil, Trommel, Motor) sind im Beitrag zur Hubwerksberechnung des Elektroseilzugs beschrieben.
Strukturdiagramm des Elektroseilzugs CD1/MD1
Parametervergleich der Elektroseilzüge CD1 / MD1 / HC
Hubgeschwindigkeit berechnen und richtig auslegen
Die Hubgeschwindigkeit v eines Elektroseilzugs ergibt sich aus Motordrehzahl n, Getriebeübersetzung i, Trommeldurchmesser D₀ und Lastvielfaches m: v=π×D₀×n/(i×m×60). Dabei ist D₀ der Nenndurchmesser der Trommel (m), n die Nenndrehzahl des Motors (rpm), i die Getriebeübersetzung (CD1 mit dreistufiger Zahnradübersetzung ca. 100–120) und m das Lastvielfaches des Rollenblocks. Mit demselben Motor lassen sich durch unterschiedliche Getriebeübersetzungen und Lastvielfache Geschwindigkeiten von 3,5 m/min (Schwerlast, niedrige Geschwindigkeit) bis 8 m/min (leichte Last, hohe Geschwindigkeit) abdecken.
Standardgeschwindigkeiten der einzelnen Baureihen: CD1 Einzeldrehzahl 8 m/min (1–5 t), MD1 Zweigang 8/0,8 m/min (5 t) bzw. 7/0,7 m/min (10 t), HC Zweigang 3,5/0,35 m/min (16–20 t). Die HC-Baureihe kann optional mit Frequenzumrichtermotor für eine stufenlose Drehzahlregelung von 0,5–8 m/min ausgestattet werden. Auswahlgrundsatz: Bei häufigen Hubvorgängen mit hoher Umschlagleistung ist die hohe Geschwindigkeit von 8 m/min zu bevorzugen; bei schweren Lasten und präziser Montage steht die Sicherheit im Vordergrund, daher 3,5 m/min; wer beides benötigt, wählt den MD1 mit Zweigang.
Triebwerksgruppe und Einschaltdauer richtig wählen
Die Triebwerksgruppe bestimmt die Einschaltdauer JC des Motors, also den Anteil der Einschaltzeit innerhalb eines Arbeitszyklus. Für M3 (leichte Last, niedrige Frequenz) gilt JC=25 %, wobei die Stillstandszeit nach jedem Hubvorgang mindestens das Dreifache der Betriebszeit beträgt; M4 (mittlere Last, mittlere Frequenz) ebenfalls JC=25 %; M5 (mittelschwere Last) JC=40 %; M6 (schwere Last, hohe Frequenz) JC=60 %. Die Baureihe CD1 ist standardmäßig mit JC=25 % ausgelegt (geeignet für M3~M4), MD1 mit JC=25 %/40 % (für M4~M5) und HC mit JC=40 %/60 % (für M5~M6).
Bei gleicher Motorleistung liegt die Nennabgabe bei JC=40 % etwa 15–20 % unter der bei JC=25 %, da eine höhere Einschaltdauer eine größere Wärmekapazität zur Ableitung der Verlustwärme erfordert. Ein für JC=25 % ausgelegter Motor darf keinesfalls für Betriebsbedingungen oberhalb von M5 eingesetzt werden – Dauerbetrieb führt zur Überhitzung und zum Durchbrennen des Motors. Ist eine höhere Triebwerksgruppe gefordert, ist ein Motor mit größerer Leistung oder ein Kastenhubwerk der HC-Baureihe zu wählen.
Lastvielfaches und Seilzugkraft im Zusammenspiel
Das Lastvielfaches m bestimmt das Verhältnis zwischen Seilzugkraft und Hubgeschwindigkeit. Bei m=2 (zwei Seilstränge) beträgt die Seilzugkraft F≈(Q+q)/(2×η) und die Hubgeschwindigkeit v=2v₀ (v₀ = Trommelumfangsgeschwindigkeit); bei m=4 (vier Seilstränge) gilt F≈(Q+q)/(4×η) und v=v₀/2. Für kleine Traglasten von 1–10 t wird üblicherweise m=2 verwendet – einfache Konstruktion, geringe Kosten, hohe Geschwindigkeit. Bei großen Traglasten von 10–20 t kommt m=4 zum Einsatz: Die halbierte Seilzugkraft erlaubt eine Reduzierung des Drahtseildurchmessers um etwa 1–2 Spezifikationen; Rollenblock und Trommel werden zwar größer, die Ermüdungslebensdauer des Drahtseils bei Biegewechselbeanspruchung steigt jedoch um 30–50 %.
Einfluss des Lastvielfaches auf den Preis: m=4 erfordert 2–4 zusätzliche Rollen, was die Herstellungskosten des Rollenblocks um 10–15 % erhöht. Die Durchmesserreduzierung des Drahtseils senkt jedoch die späteren Austauschkosten. Der Drahtseildurchmesser wird nach dem Kriterium Bruchkraft ≥ F×n dimensioniert (M5: n=5). Den vollständigen Berechnungsablauf finden Sie im Beitrag zur Hubwerksberechnung des Elektroseilzugs.
Parametervergleich der Baureihen CD1, MD1 und HC
| Typ | Tragfähigkeit(t) | Geschwindigkeit(m/min) | Motor(k W) | JCWert | Triebwerksgruppe |
|---|---|---|---|---|---|
| CD1 1t | 1 | 8 | 1.5 | 25% | M3~M4 |
| CD1 2t | 2 | 8 | 3.0 | 25% | M3~M4 |
| CD1 3t | 3 | 8 | 4.5 | 25% | M3~M4 |
| CD1/MD1 5t | 5 | 8/0.8 | 7.5 | 25%/40% | M4~M5 |
| MD1 10t | 10 | 7/0.7 | 13 | 40% | M4~M5 |
| MD1/HC 16t | 16 | 3.5/0.35 | 13 | 40% | M5~M6 |
| MD1/HC 20t | 20 | 3.5/0.35 | 18.5 | 40% | M5~M6 |
Bei der Auswahl ist zu beachten: Die Geschwindigkeitswerte in der obigen Tabelle entsprechen der Standardausführung. Kundenspezifische Geschwindigkeiten können durch Anpassung des Übersetzungsverhältnisses des Getriebes realisiert werden. Kelude bietet kundenspezifische Geschwindigkeitslösungen an – bei allen Sonderkonfigurationen werden der Sicherheitsfaktor des Drahtseils und die thermische Belastbarkeit des Motors neu berechnet (z. B. Reduzierung der Hubgeschwindigkeit von 8 m/min auf 5 m/min bei 5 t zur Erhöhung der Hubkapazität). Das HC-Kastenhubwerk kann optional mit einer frequenzgesteuerten Drehzahlregelung ausgestattet werden (zusätzlich erforderlich: Frequenzumrichter und Encoder, Aufpreis ca. 20 %–40 %). Für jede kundenspezifische Geschwindigkeitsauslegung werden der Sicherheitsfaktor des Drahtseils und die Motorwärmekapazität neu berechnet.
Empfohlene Normen
• JB/T 10220-2014 – Bremsen für Elektroseilzüge
• JB/T 10218-2014 – Konusläufermotoren für Elektroseilzüge
• JB/T 10219-2014 – Getriebe für Elektroseilzüge
Häufige Fragen zur Elektroseilzug-Auswahl
F: CD1 oder MD1 – welche Variante ist die richtige?
A: Für den allgemeinen Lasttransport ist der CD1 (Einzeldrehzahl, kostengünstig) die erste Wahl. Für Präzisionspositionierung empfiehlt sich der MD1 (Zweigang, Kriechgang 0,8 m/min für exaktes Ausrichten). Das HC-Kastenhubwerk ist für schwere Lasten und hohe Einschalthäufigkeit ausgelegt (M5~M6) – höchster Anschaffungspreis, aber auch längste Lebensdauer.
F: Ist eine hohe oder niedrige Hubgeschwindigkeit besser?
A: Das hängt vom jeweiligen Einsatzprofil ab. Bei häufigen Hubvorgängen (über 100 Zyklen täglich) empfiehlt sich die hohe Geschwindigkeit von 8 m/min für maximale Effizienz. Bei schweren, präzisen Montagearbeiten bietet die niedrige Geschwindigkeit von 3,5 m/min mehr Sicherheit. Der MD1-Zweigang vereint beide Anforderungen mit 8/0,8 m/min – schnelles Heben und Senken im Schnellgang, präzises Feintuning im Kriechgang.
F: Was bedeutet die Einschaltdauer (JC-Wert) und welche Folgen hat eine falsche Auswahl?
A: Die Einschaltdauer berechnet sich als: Einschaltzeit / (Einschaltzeit + Ausschaltzeit) × 100 %. Der CD1 ist standardmäßig für JC = 25 % ausgelegt, d. h. innerhalb eines Arbeitszyklus darf der Motor maximal 25 % der Zeit unter Strom stehen. Er ist nicht für Einschaltdauern über M5 geeignet. Wird der CD1 fälschlicherweise in Anwendungen mit M5 (erforderliche JC = 40 %) eingesetzt, überhitzt der Motor aufgrund unzureichender Wärmeableitung und brennt innerhalb von 30–60 Minuten durch.
F: Welchen Einfluss hat das Lastvielfaches des Rollenblocks auf Preis und Lebensdauer?
A: Bei m = 4 sind 2–4 zusätzliche Rollen im Rollenblock erforderlich, was die Herstellungskosten um 10 %–15 % erhöht. Durch die halbierte Seilzugkraft kann der Seildurchmesser jedoch um 1–2 Spezifikationen reduziert werden. Die Biege-Ermüdungslebensdauer des Drahtseils verlängert sich dadurch um 30 %–50 %, sodass die Gesamtbetriebskosten letztlich niedriger ausfallen. Für schwere Lasten (≥ 10 t) wird m = 4 empfohlen.