GB/T 17806-1999 Turmkran Zuverlässigkeitsprüfung Norm

Die Norm DIN 15018 – Prüfverfahren für die Zuverlässigkeit von Turmkranen – definiert das spezifische Prüfverfahren für Zuverlässigkeitstests an Turmkranen. Sie legt Prüfmethoden, Lastkollektive, Fehlerbeurteilungskriterien und Zuverlässigkeitskennwerte fest und dient der Bewertung der störungsfreien Betriebsfähigkeit von Turmkranen unter definierten Bedingungen.


Prüfverfahren und Bewertungskennwerte

Die Norm fordert eine kumulierte Betriebszeit von mindestens 500 h für die Zuverlässigkeitsprüfung. Die Prüflast beträgt 100 % der Nenntragfähigkeit und umfasst sämtliche Bewegungen: Heben, Senken, Drehen, Wippen und Fahren. Als Zuverlässigkeitskennwerte gelten eine mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) von mindestens 150 h sowie eine Erfolgsquote von mindestens 90 %. Die Fehlerklassifizierung unterscheidet zwischen primären Fehlern (Konstruktions- und Fertigungsmängel, die in die MTBF-Berechnung eingehen), Bedienfehlern (unsachgemäße Bedienung, nicht MTBF-relevant) und Folgefehlern (sekundär verursachte Ausfälle, ebenfalls nicht MTBF-relevant).


Zuverlässigkeitsprüfung Turmkran


Das Lastkollektiv für die Zuverlässigkeitsprüfung ist so auszulegen, dass es die realen Betriebsbedingungen von Turmkranen widerspiegelt. Leichte Last (≤ 30 % der Nennlast) wird für 40 % der Zeit aufgebracht, mittlere Last (30–70 %) für 35 % und schwere Last (70–100 %) für 25 % der Zeit. Ein Prüfzyklus umfasst sämtliche Bewegungen – Heben, Senken, Drehen, Wippen und Fahren – und beginnt mit dem Anheben der Last und endet mit dem Absetzen derselben. Die Zyklusdauer beträgt etwa 5 bis 10 Minuten.

Die Berechnung der MTBF richtet sich nach der Art des aufgetretenen Fehlers. Primäre Fehler, die auf Konstruktionsmängel oder Fertigungsqualitätsprobleme zurückzuführen sind, fließen in die MTBF-Berechnung ein. Bedienfehler, die durch unsachgemäße Handhabung durch das Bedienpersonal oder unzureichende Wartung entstehen, werden nicht eingerechnet, jedoch dokumentiert und analysiert. Folgefehler, die als Sekundärschäden aus anderen Ausfällen resultieren, bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Fehleranalyse und Datenerfassung

Nach jedem Fehler ist innerhalb von 2 Stunden eine Fehleranalyse durchzuführen und ein Fehlerprotokoll mit Angaben zu Zeitpunkt, Bauteil, Fehlerbild, Ursache und Klassifizierung zu erstellen. Nach einer kumulierten Betriebszeit von 500 h wird die MTBF berechnet. Die zulässige Anzahl primärer Fehler beträgt höchstens 3 pro 500 h. Treten an derselben Baugruppe mehr als drei aufeinanderfolgende Fehler auf, gilt dies als Konstruktionsmangel und die Prüfung wird abgebrochen. Nach Abschluss der Prüfung ist eine zerstörungsfreie Prüfung der Hauptstruktur durchzuführen.

MTBF-Anforderung
≥ 150 h
primäre Fehler
kumulierte Betriebszeit
≥ 500 h
alle Bewegungen
Erfolgsquote
≥ 90 %
vollständig absolviert
primäre Fehler
≤ 3 pro 500 h
Konstruktionsmangel
Lastkollektiv
leicht 40 % / mittel 35 %
schwer 25 %
Prüfbericht
mit Verbesserungsvorschlägen
und Bewertung
Zuverlässigkeit Kennwert Anforderungen Prüfverfahren Beurteilung
MTBF ≥150h kumulierte Arbeit Grundschadenszähler
auf Leistung ≥90% vollständiger Zyklus Abschlussquote
Schadensanzahl ≤3Mal Aufzeichnungsstatistik Grundschaden
Strukturzustand ohne Riss/Verformung zerstörungsfreie Prüfung Prüfungvor/nach

Das Fehlerprotokoll ist vollständig und normgerecht zu führen – einschließlich des genauen Zeitpunkts des Auftretens, der betroffenen Baugruppe (Turmmast/Ausleger/Drehen/Heben/Wippen/Fahren usw.), der Fehlerart (Riss/Verformung/Leckage/Verschleiß/elektrischer Fehler usw.), der Ursachenanalyse sowie der Klassifizierung der Fehlerart. Sämtliche Einträge sind vom Bedienpersonal und vom Protokollführer durch Unterschrift zu bestätigen. Nach einer kumulierten Betriebszeit von 500 h ist eine Datenauswertung durchzuführen.

Prüfbericht

Der Prüfbericht umfasst die Produktinformationen, die Prüfbedingungen (Temperatur/Luftfeuchtigkeit/Windgeschwindigkeit/Lastkollektiv), die Prüfdaten (Betriebsstunden/Arbeitszyklen/Fehlerprotokoll), die Berechnung des MTBF-Werts, die Fehleranalyse (Fehlerbaumanalyse oder Root-Cause-Analyse), Verbesserungsvorschläge sowie die abschließende Bewertung. Der Bericht ist vom Prüfungsleiter zu unterzeichnen und mit dem Dienstsiegel der Prüfstelle zu versehen.

Schadensklassifizierung Definition Anrechenbarkeit Beispiel
Grundschaden Konstruktion Fehler ja Riss/Leckage
Fehlgebrauchsschaden unsachgemäße Bedienung nein Überlast/Kollision
Folgeschaden sekundär verursacht nein Kettenreaktion

Kelude Schwerindustrie bietet Zuverlässigkeitsprüfungen für Turmdrehkrane gemäß der Norm an.

Häufige Fragen zur Zuverlässigkeitsprüfung

F: Wie wird die MTBF berechnet?

A: MTBF = Gesamtprüfzeit / Anzahl der wesentlichen Fehler. Der geforderte Wert beträgt ≥ 150 h. Beispiel: Bei 600 h Betriebszeit und 3 wesentlichen Fehlern ergibt sich eine MTBF von 200 h – dies gilt als bestanden. Wesentliche Fehler sind solche, die auf Konstruktions- oder Fertigungsmängel zurückzuführen sind. Fehlbedienung und Folgefehler werden nicht berücksichtigt.

F: Welches Lastkollektiv wird bei der Prüfung verwendet?

A: Leichte Last (≤ 30 % der Nennlast) für 40 % der Zeit, mittlere Last (30 % – 70 %) für 35 % und schwere Last (70 % – 100 %) für 25 %. Der Zyklus umfasst alle Bewegungen: Heben, Senken, Drehen und Wippen. Die Prüfdauer beträgt ≥ 500 h.

F: Wie wird bei Fehlern während der Prüfung vorgegangen?

A: Fehlerzeitpunkt, -ort, -art und -ursache werden dokumentiert. Nach dem Austausch von Bauteilen kann die Prüfung fortgesetzt werden; die Austauschzeit wird nicht angerechnet. Tritt derselbe Fehler an derselben Stelle dreimal oder häufiger auf, wird die Prüfung abgebrochen und als nicht bestanden gewertet.

F: Welche Inhalte muss der Prüfbericht enthalten?

A: Produkttyp, Prüfbedingungen und Lastkollektiv, Gesamtprüfzeit, Berechnung der MTBF, Fehlerprotokoll, Fehleranalyse mit Schlussfolgerungen sowie Verbesserungsempfehlungen. Abschließend wird das Ergebnis mit bestanden/nicht bestanden und Begründung festgehalten.

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