ISO 9374-6:1991 Auslegerkrane Normeninterpretation

Die Norm ISO 9374-6:1991 „Krane – Zu liefernde Informationen – Teil 6: Auslegerkrane“ legt die bereitzustellenden Informationen für Auslegerkrane fest. Aufbauend auf ISO 9374-4 definiert sie die technischen Informationen, Montageinformationen sowie Anforderungen an Betrieb und Wartung, die der Hersteller für Auslegerkrane (wie Portalwippdrehkrane, Mastkrane und Deckskrane) bereitstellen muss.


Angaben auf dem Typenschild von Auslegerkranen

Gemäß ISO 9374-6:1991 muss das Typenschild eines Auslegerkrans folgende Angaben enthalten: Name und Adresse des Herstellers, Typ und Seriennummer der Ausrüstung, Baujahr, Nenntragfähigkeitskurve (Nenntragfähigkeit in Abhängigkeit von der Ausladung), maximales Lastmoment, Ausladungsbereich (maximale und minimale Ausladung), Hubhöhenkurve, Eigengewicht der gesamten Maschine sowie Gewicht des Gegengewichts, Triebwerksgruppe (A1~A8) und die Kennnummer der Bemessungsgrundlage. Das Typenschild besteht aus Edelstahl oder Aluminiumlegierung und ist gut sichtbar an einer Stütze des Portalunterbaus angebracht (am unteren Turmmastsegment oder unterhalb der Drehbühne). Die Schriftgröße auf dem Typenschild muss mindestens 5 mm betragen.

Für zerlegbare Auslegerkrane (wie Mastkrane und große Portalwippdrehkrane) schreibt die Norm außerdem eine separate Kennzeichnung der Hauptbauteile vor: Am Mast sind die Bauteilnummer und das Eigengewicht anzugeben, am Ausleger die Länge und die Nummer, und am Gegengewichtsblock das Gewicht. Auf der Seiltrommel sind die Spezifikationen des Drahtseils (Durchmesser, Konstruktion und Zugfestigkeit) zu vermerken. Im Führerhaus ist ein Betriebsbedingungen-Schild anzubringen, das die Last-Ausladungs-Kurve, die Hubhöhenkurve und die Geschwindigkeitstabelle des Hubwerks zeigt.


Schema zur Normerläuterung


Technische Daten und Leistungsmerkmale

Die Norm verlangt, dass die vom Hersteller bereitgestellten technischen Daten die spezifischen Parameter von Auslegerkranen umfassen: die lichte Höhe des Portals und dessen Breite (beeinflusst den Durchfahrtsraum darunter), der Drehheckradius (bestimmt den minimalen Arbeitsraum), Spurweite und Radstand (für die Schienenverlegung bei Schienenfahrwerken), die maximale und minimale Radlast (als Bemessungsgrundlage für das Fundament) sowie die Anforderungen an die Verankerungskraft unter maximaler Windlast im Nichtarbeitszustand. Die Parameterliste muss die Transportmaße und -gewichte aller Hauptbauteile enthalten (zur Erleichterung der Transportplanung).

Die Geschwindigkeitsparameter für Auslegerkrane umfassen: Hubgeschwindigkeit (mit Nennlast und im Leerlauf), Wippgeschwindigkeit (Wippzeit für Seilwippwerk und Hydraulikzylinder-Wippen), Schwenkgeschwindigkeit (maximale Schwenkdrehzahl, Beschleunigungs- und Verzögerungszeit) sowie Fahrgeschwindigkeit (bei Schienen- oder Reifenfahrwerken). Alle Geschwindigkeitswerte sind sowohl für den Betrieb mit Nennlast als auch im Leerlauf anzugeben. Die technischen Parameter sind im Internationalen Einheitensystem (SI-Einheiten) anzugeben, mit einer Genauigkeit von drei signifikanten Stellen. Die Technische Spezifikation der Kelude Schwerindustrie für Auslegerkrane deckt alle diese Parameter ab.

Typenschild-Material
Edelstahl/Aluminium
Hauptbauteile
Separate Kennzeichnung
Parameterkategorien
≈30 Positionen
Geschwindigkeitsdaten
Nennlast/Leerlauf
Dokumentation
Betrieb+Montage+Wartung
Ersatzteile
≥10 Jahre Abdeckung
InformationskategorieInhaltBereitstellungsformVerwendungszweck
TypenschildTypParameter/KennlinieEdelstahlTypenschildAusrüstungErkennung
technische DatenAbmessung/Gewicht/GeschwindigkeitPapierform+ElektronischAuswahl/GrundlageKonstruktion
LastkurvejeweiligAusladungTragfähigkeitlaminiertes DiagrammKranführerhaus-Bedienung
MontagezeichnungenGrundlage/Schiene/MontageKonstruktionszeichnung+ElektronischVor-Ort-Montage
BetriebsanleitungBetrieb/Sicherheit/NotfallA4Bindungtäglicher Betrieb
WartungshandbuchWartung/Schmierung/ErsatzteilA4BindungWartungWartung

Montage- und Fundamentinformationen

Die Norm schreibt vor, dass der Hersteller umfassende Montageinformationen bereitstellt – hierzu zählen die Fundamentzeichnung (Grundriss der Kranschiene des Portalwippdrehkrans, Positionen der Einbauteile sowie Lastparameter), die Montageschritte (Reihenfolge der Bauteile beim Anschlagen, Anziehdrehmoment der Schrauben und Montagespiel), das Inbetriebnahmeverfahren (Schritte für Leerlauf- und Lastprüfungen der einzelnen Antriebe) sowie der Abnahmestandard (Prüfungen und Bewertungskriterien nach der Montage). Für fahrbare Auslegerkrane sind zusätzlich die technischen Anforderungen an die Schienenverlegung anzugeben – Schienenprofil, Spurweiten-Toleranz ±3mm, Anforderungen an Verbindungen und Erdung.

Die Montageinformationen für Mastkrane umfassen darüber hinaus die Verankerung des Mastfußes, die Anordnung und Vorspannkraft des Seilsystems, die Positionen der Ankerpunkte für die Abspannungen sowie die Lasten der Bodenanker. Bei Schwimmkranen gehören zur Montagedokumentation die Stabilitätsparameter des Pontons (Kippmoment und metazentrische Höhe unter maximaler hängender Last und maximaler Ausladung), die Anordnung des Verholsystems sowie der Ballastplan. Sämtliche Montagezeichnungen sind mit Versionsnummer und Prüfvermerk der Konstruktion zu versehen und über die Seriennummer eindeutig dem jeweiligen Kran zuzuordnen.


Betriebs- und Wartungshandbuch

Die Betriebsanleitung muss die besonderen Betriebsbedingungen des Auslegerkrans abdecken – die Verfahren für unterschiedliche Auslegerkombinationen und Anbaugeräte (Betriebsgrenzen nach dem Anbau von Auslegerverlängerungen oder Hilfsauslegern), das Verhalten unter spezifischen Betriebsbedingungen (Lastpendeln beim Heben großer Bauteile und Berücksichtigung der Windrichtung, Betrieb bei Seegang und Wind für Schwimmkrane) sowie den Notbetrieb (Notabsenkung bei Motorausfall, manuelle Freigabe bei Druckverlust im hydraulischen System sowie Notdrehen in Luvposition).

Das Wartungshandbuch beschreibt die besonderen Wartungsarbeiten am Auslegerkran – die wiederkehrende Prüfung der Drehverbindung (Zahnflankenverschleiß, Anziehdrehmoment der Schrauben und Prüfung des Laufspiels), die Kontrolle und Einstellung des Seilsystems (Spannungsprüfung der Abspannungen und Intervalle für das Nachspannen) sowie die Kontrolle der Kranschiene und die Messung des Spurkranzverschleißes am Fahrwerk. Kelude Schwerindustrie liefert jeden Auslegerkran ab Werk mit einem vollständigen Informationspaket aus – Typenschild aus Edelstahl, Lastkurve, A4-Betriebs- und Wartungshandbuch, Montagezeichnungen, Ersatzteilliste sowie der technischen Dokumentation als elektronische Version.

HandbuchkapitelAuslegerkranBesonderheitenBedeutung
sicherer Betriebverschiedene Auslegerlängen/Betriebsgrenzen des Hilfsauslegershoch
spezifischBetriebsbedingungenSchwertransportAnschlagen/Arbeiten über Wasserhoch
NotbetriebNotabsenkung/manuelle Freigabe/Drehen mit Rückenwindhoch
DrehverbindungWartungZahnflanke/Schraube/Spielprüfunghoch
SeilsystemSeilspannung/EinstellungZyklusmittel
SchieneWartungSpurweite/Verschleiß/Grundinspektionmittel

Häufige Fragen

F: Welche besonderen Anforderungen gelten für das Typenschild eines Auslegerkrans?

A: Neben den allgemeinen Angaben müssen die Tragfähigkeits-Ausladungskurve, das maximale Lastmoment und die Hubhöhenkurve aufgeführt werden. Demontierbare Bauteile (Mast/Ausleger/Gegengewicht) sind separat mit Nummer und Eigengewicht zu kennzeichnen. Im Führerhaus ist ein Schild mit den Betriebsbedingungen anzubringen. Das Typenschild besteht aus Edelstahl und ist an gut sichtbarer Stelle am Portalunterbau zu befestigen.

F: Worin unterscheiden sich die technischen Daten von denen eines Mobilkrans?

A: Die für Auslegerkrane spezifischen Parameter umfassen: lichte Höhe und Breite des Portals, Drehheckradius, Spurweite und Radstand, maximale/minimale Radlast sowie Verankerungskraft im Nichtarbeitszustand. Bei Mastkranen sind zusätzlich die Seilzugkräfte des Seilsystems anzugeben. Die Technische Spezifikation von Kelude Schwerindustrie deckt sämtliche Parameter ab.

F: Welche Inhalte sollten die Montageinformationen umfassen?

A: Fundamentzeichnungen (Schienenfundament/Einbauteile), Montageschritte (Anschlagreihenfolge/Schraubenmoment/Montagespiel), Inbetriebnahmeverfahren sowie Abnahmestandard. Bei Mastkranen gehören die Seilverlegung und die Bodenankerlasten dazu, bei Schwimmkranen die Stabilität des Pontons und das Verankerungskonzept.

F: Welche auslegerspezifischen Inhalte enthält die Betriebsanleitung?

A: Betriebsgrenzen bei verschiedenen Auslegerkonfigurationen und Hilfsausleger, Anschlagen von Schwergut und Lastführung, Einflüsse von Wind und Wellengang bei Arbeiten auf dem Wasser, Notabsenkung und manuelle Freigabe sowie die Einstellung der Seilzugspannung. Die Betriebsanleitung für Auslegerkrane von Kelude Schwerindustrie deckt alle normativ geforderten Kapitel ab.

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