ISO 9927-4:2016 Prüfverfahren für Auslegerkrane
ISO 9927-4:2016 „Krane – Prüfungen – Teil 4: Prüfverfahren für Auslegerkrane“ ist die spezifische Norm für die Prüfung von Auslegerkranen. Sie legt die Inhalte, Methoden und Bewertungskriterien für die tägliche Prüfung, wiederkehrende Prüfung, gründliche Untersuchung und Sonderinspektion von Auslegerkranen (Portalwippdrehkran, Mastkran, Deckskran und Schwimmkran) fest.
Inspektionsklassifizierung für Auslegerkrane
ISO 9927-4:2016 unterteilt die Prüfungen in vier Stufen: die tägliche Prüfung (durch das Bedienpersonal vor jeder Schicht, Sichtprüfung des Gesamtzustands und der Funktionen, ca. 15–30 Minuten), die wiederkehrende Prüfung (monatlich durch qualifiziertes Wartungspersonal, detaillierte Prüfung von Struktur, Mechanismen und Sicherheitseinrichtungen, ca. ein halber bis ganzer Tag), die gründliche Untersuchung (jährlich durch zertifizierte Prüfer, einschließlich zerstörungsfreier Prüfung und Lastprüfung, ca. 1–3 Tage) sowie die Sonderinspektion (nach der Montage, nach einer Generalüberholung, nach einem Umbau oder nach einem Unfall, mit vertiefter Prüfung spezifischer Komponenten).
Inhalte der täglichen Prüfung – Auslegerzustand (Verformung, Risse, Korrosion), Drahtseil (Drahtbruch, Verschleiß, Schmierzustand), Haken (Maulweite, Hakensicherung), ungewöhnliche Geräusche und Temperaturen der Mechanismen, Sicherheitseinrichtungen (Selbsttest der Lastmomentbegrenzer-Warnung, Funktion der Endschalter) sowie Fundament/Schiene (Setzung, Neigung, Schienenverschiebung). Der Betrieb ist erst nach bestandener täglicher Prüfung gestattet. Die Ergebnisse sind im Betriebstagebuch zu dokumentieren; bei Anomalien ist der Kran sofort stillzulegen und die Störung zu melden.
Schwerpunkte der wiederkehrenden Prüfung
Schwerpunkte der monatlichen wiederkehrenden Prüfung – Auslegerstrukturprüfung (Magnetpulverprüfung (MPI) kritischer Schweißnähte – Schwerpunkt auf Schweißnähte am Auslegerfuß, an Wippgelenkpunkten und an den Seilbefestigungslaschen, mit tragbarem Rissprüfgerät; Verformungsmessung der Auslegerstäbe – Messung der Geradheitsabweichung des Auslegers mit Theodolit oder Tachymeter, Abweichung nicht mehr als 1/1000), Prüfung der Drehverbindung (Zahnflankenverschleiß – Zahndickenabnahme nicht mehr als 10 % der ursprünglichen Zahndicke; Anziehdrehmoment der Schrauben – Kalibrierung mit Drehmomentschlüssel auf Bemessungswert ±5 %; Laufbahnspiel – Messung des radialen und axialen Spiels der Drehverbindung, nicht mehr als 0,1 % des Durchmessers).
Mechanismusprüfung – Ölqualitätsprüfung des Getriebes des Hubwerks (Verschmutzungsgrad nach NAS ≤ Klasse 9, Wassergehalt ≤ 0,05 %); Verschleißbetrag der Bremsbeläge der Bremse (≤ 50 % der Originaldicke), Oberflächenzustand der Bremsscheibe (keine Risse, keine Rillentiefe > 0,5 mm); Prüfung der Bremse und der Seilendbefestigung des Wippwerks. Schienenprüfung – Verschleißbetrag der Schienenoberkante ≤ 5 mm, Abweichung der Schienenspurweite ±5 mm, Schienenstoßspalt 1–2 mm. Seilsystem (Mastkran) – Prüfung der Zugspannung der Abspannseile und Drehmomentprüfung der Ankerschrauben.
| Prüfstelle | tägliche Inspektion | monatliche Inspektion | Jährliche Prüfung | Prüfverfahren |
|---|---|---|---|---|
| AuslegerKonstruktion | äußere ErscheinungVerformung | SchweißnahtMPI | Ultraschallprüfung | MPI/UT |
| Drehverbindung | Ungewöhnliches Geräusch/Schwingung | Zahnflanke/Schraube/Spiel | vollständigErkennung | Drehmomentschlüssel/Fühlerlehre |
| Drahtseil | Drahtbruch/Schmierung | gesamte LängeDurchmessermessung | elektromagnetische PrüfungEMT | Messschieber/EMT |
| Bremse | Funktionsprüfung | Reibbelag/Bremsscheibe | vollständigPrüfung | Dickenmessung/Sichtprüfung |
| Schienenfundament | äußere Erscheinung | Schienenkopf/Spannweite/Verbindung | Nivellierung der gesamten Linie | Nivelliergerät/Stahlmaßstab |
| Seilsystem | äußere Erscheinung | Seilspannung | SeilspannungErkennung | Spannungsmesser |
Gründliche Untersuchung und Lastprüfung
Die jährliche gründliche Untersuchung umfasst die vollständige zerstörungsfreie Prüfung der Struktur – Ultraschallprüfung (UT) aller tragenden Schweißnähte, einschließlich der kritischen Nähte an Ausleger, Portalunterbau, Drehbühne und Ausgleichsarm; Magnetpulverprüfung (MPI) der Oberflächen aller Anschlusslaschen und Bolzenbohrungen; bei Bedarf Röntgenprüfung (RT) wichtiger Stumpfnähte. Die Lastprüfung wird bei 100 % und 110 % der Nennlast durchgeführt, mit Einzel- und kombinierten Bewegungen für Heben, Wippen und Drehen, um die Gesamtleistung von Struktur, Mechanik und Sicherheitseinrichtungen zu verifizieren.
Die Drehverbindung wird einer gründlichen Untersuchung unterzogen – eine Demontageprüfung ist alle 5 Jahre oder nach 10.000 Betriebsstunden vorgesehen, bei der Oberflächenhärte und Verschleißtiefe der Laufbahnen gemessen sowie Dichtringe und Fettzustand geprüft werden. Die vollständige Prüfung des Steuerungssystems umfasst die Kalibrierung des Lastmomentbegrenzers (Verifizierung mit Standardgewichten oder Kraftsensoren, Genauigkeit ±5 %), die Isolationsprüfung der elektrischen Anlage (Isolationswiderstand ≥ 1 MΩ) sowie die Parameterprüfung von SPS und Frequenzumrichter. Alle Prüfergebnisse sind zu dokumentieren und der Prüfbericht ist vom zertifizierten Inspektor zu unterzeichnen.
Sonderinspektion und Aufbewahrung von Aufzeichnungen
Eine Sonderinspektion ist erforderlich in folgenden Fällen – nach der Montage oder nach einer Generalüberholung (vollständige Verifizierung nach Strukturumbau, Austausch von Mechanismen oder Aufrüstung von Sicherheitseinrichtungen), nach Überlast- oder Kollisionsereignissen (Prüfung der Strukturintegrität und Funktionsfähigkeit der Mechanismen an beschädigten Stellen), nach starkem Wind oder Erdbeben (Prüfung auf Schäden an Fundament und Struktur) sowie nach Änderung der Betriebsbedingungen oder nach Umbau (z. B. Auslegerverlängerung, zusätzliche Verankerung, Erhöhung der Tragfähigkeit). Für jede Sonderinspektion ist ein individueller Prüfplan zu erstellen.
Die Aufbewahrung von Aufzeichnungen erfolgt nach folgenden Fristen – Tagebuch der täglichen Prüfung mindestens 3 Monate, monatliche Inspektionsberichte mindestens 3 Jahre, Jahres- und Sonderinspektionsberichte mindestens 3 Jahre nach Verschrottung des Krans. Kelude Schwerindustrie bietet für Betreiber von Auslegerkranen Inspektionsdienstleistungen nach ISO 9927-4:2016 an (mit zertifizierten Inspektoren, professioneller Prüfausrüstung und standardisierten Prüfprotokollen) und stellt national anerkannte Prüfberichte aus.
| Aufzeichnungsart | Zyklus | Aufbewahrungsfrist | Inhaltsanforderungen |
|---|---|---|---|
| Betriebstagebuch | täglich | ≥3Monate | Abweichung/Wartungsaufzeichnung |
| monatliche InspektionBericht | monatlich | ≥3Jahr | Prüfpunkt/Daten |
| Jährliche PrüfungBericht | jährlich | Verschrottung+3Jahr | zerstörungsfreie Prüfung/Lastprüfung |
| Sonderbericht | bedarfsgerecht | Verschrottung+5Jahr | spezifischErkennungMaßnahmenplan |
| Wartungsaufzeichnung | bedarfsgerecht | Verschrottung+3Jahr | Austausch/Reparaturaufzeichnung |
Häufige Fragen
F: In welche Stufen ist die Prüfung von Auslegerkranen unterteilt?
A: In vier Stufen: tägliche Prüfung (durch das Bedienpersonal vor jeder Schicht), monatliche Inspektion (durch das Wartungspersonal), gründliche Untersuchung (jährlich durch zertifizierte Prüfer) sowie Sonderinspektionen (bedarfsweise nach Montage, Umbau oder Unfällen). Umfang und Tiefe der Prüfungen steigern sich mit jeder Stufe.
F: Welche Bauteile stehen bei der monatlichen Inspektion im Fokus?
A: Magnetpulverprüfung der tragenden Schweißnähte am Ausleger, Prüfung der Verzahnung und des Anziehdrehmoments der Schrauben der Drehverbindung, Kontrolle des Belagverschleißes der Bremse, Durchmessermessung über die gesamte Drahtseillänge, Verschleißmessung der Schienenoberfläche und Spannweitenkontrolle sowie Prüfung der Seilzugspannung bei Mastkranen. Der Prüfbericht der monatlichen Inspektion ist mindestens 3 Jahre aufzubewahren.
F: Was umfasst die jährliche gründliche Untersuchung?
A: Zerstörungsfreie Prüfung der gesamten Struktur (UT + MPI), umfassende Prüfung bei 110 % der Nennlast, Demontage und Inspektion der Drehverbindung (alle 5 Jahre oder nach 10.000 Betriebsstunden), Kalibrierung des Lastmomentbegrenzers (Genauigkeit ±5 %) sowie Isolationsprüfung der Elektrik. Der Prüfbericht der Jahresprüfung ist mindestens 3 Jahre über die Außerbetriebnahme hinaus aufzubewahren.
F: Wann ist eine Sonderinspektion erforderlich?
A: Nach Montage oder Generalüberholung, nach Überlast- oder Kollisionsereignissen, nach starkem Wind oder Erdbeben sowie nach Verlängerung oder Umbau des Auslegers. Der Prüfumfang wird je nach Situation festgelegt. Kelude bietet umfassende Inspektionen für Auslegerkrane an und erstellt national anerkannte Prüfberichte.