Umbau alter Krane: Strukturprüfung & Festigkeitsnachweis

Umbau alter Krane in drei Schritten: Strukturprüfung, Festigkeitsnachweis, Upgrade-Lösung. Im ersten Schritt wird der Ist-Zustand des Krans durch Überhöhungsmessung und Schweißnahtprüfung ermittelt; im zweiten Schritt wird der Verstärkungsbedarf auf Basis der FEA-Festigkeitsanalyse und Lastüberprüfung festgelegt; im dritten Schritt wird ein umfassendes Konzept aus Strukturverstärkung, elektrischer Modernisierung und Nachrüstung von Sicherheitseinrichtungen erstellt und nach TSG-Abnahme in Betrieb genommen. Die Gesamtdauer beträgt 14–35 Tage.

AltbestandKranUmbauDrei-Stufen-Diagramm

Als alte Krane gelten Anlagen mit einer Einsatzdauer von mehr als 10 Jahren, bei denen Strukturermüdung, gealterte elektrische Systeme und inzwischen verschärfte Sicherheitsnormen eine Modernisierung erforderlich machen. Typische Probleme dieser Geräte sind: abgesunkene Überhöhung des Hauptträgers (Wiederherstellung erforderlich, wenn der Messwert unter L/1500 liegt), Ermüdungsrisse in kritischen Schweißnähten, Motorisolierung unterhalb der aktuellen Normvorgaben sowie oxidierte Klemmenleisten im Schaltschrank. Vor jedem Umbau ist eine systematische Strukturprüfung und ein Festigkeitsnachweis zwingend erforderlich – ein Vorgehen nach Erfahrungswerten ohne Prüfung ist strikt abzulehnen.

Schritt 1: Strukturprüfung

Die Strukturprüfung bildet die Grundlage jeder Umbauentscheidung und muss folgende Punkte abdecken: Messung der Überhöhung des Hauptträgers – Ermittlung des Werts in der Mitte der Spannweite mit einem Nivelliergerät, Abgleich mit Werksabnahme und Normanforderungen (Werksüberhöhung L/1000–L/800, untere Grenze im Betrieb L/1500). Messung der seitlichen Durchbiegung des Hauptträgers – Drahtzugverfahren zur Ermittlung der horizontalen Abweichung, zulässig ≤ 3 mm (bei Spannweiten bis 22 m) bzw. ≤ 5 mm (bei Spannweiten von 22–30 m). Schweißnahtprüfung – 100 % Ultraschallprüfung der Stumpfnähte am Hauptträger, ≥ 25 % Magnetpulverprüfung der Kehl-nähte, mit besonderem Fokus auf die Verbindungsstellen der Kopfträger und die Enden der Steifen. Wanddickenmessung – Ermittlung der verbleibenden Blechdicke mit einem Ultraschall-Dickenmessgerät; bei Korrosion über 15 % der ursprünglichen Wanddicke ist ein Austausch erforderlich.

Die Prüfung des elektrischen Systems umfasst: Isolationsprüfung der Motoren (500-V-Isolationsmessgerät, Wicklung gegen Erde ≥ 1 MΩ), Isolationsprüfung der Kabel (gealterte Kabel müssen einer Spannungsprüfung unterzogen werden) sowie Sichtprüfung der Schaltschrankkomponenten auf Alterung (Schützkontakte, Relaisspulen, Klemmenleisten). Die Ergebnisse werden in drei Kategorien eingeteilt – gut / mittel / schlecht – und dienen als Grundlage für die Konzeptplanung des Umbaus. Der Prüfbericht muss die Messdaten, das Bewertungsergebnis und erste Empfehlungen enthalten und wird in zwei Ausfertigungen archiviert.

Schritt 2: Festigkeitsnachweis

Basierend auf den Prüfergebnissen wird eine Finite-Elemente-Analyse (FEA) zur Festigkeitsüberprüfung durchgeführt, mit Lastfällen nach DIN 15018 (ausführlich erläutert in der Finite-Elemente-Analyse für Sonderkrane mit großer Tragfähigkeit): Lastfall A (Volllast in der Mitte der Spannweite + Eigengewicht + Windlast) prüft die maximale Spannung und Überhöhung des Hauptträgers; Lastfall B (Volllast am Trägerende + horizontale Trägheitskraft) prüft die Spannungen im Kopfträger und im Verbindungsbereich des Radblocks; Lastfall C (maximale Windlast + Erdbeben) prüft die Gesamtstabilität. Eine lokale Beulanalyse (Eigenvalue Buckling) stellt sicher, dass das Breiten-Dicken-Verhältnis der Flansche und die Anordnung der Steifen den Normanforderungen entsprechen. Die Ermüdungslebensdauer wird für Schweißverbindungen anhand der Wöhler-Kurve bewertet; gefordert ist eine Lebensdauer von mindestens 2 × 10⁶ Lastspielen.

Die FEA-Ergebnisse werden als Spannungsverhältnis dargestellt: Bereiche mit einem Verhältnis > 0,9 müssen verstärkt werden; Bereiche mit 0,6–0,9 können unter Beobachtung bleiben; bei Werten < 0,6 ist die Reserve überdimensioniert. Bei unzureichender Überhöhung des Hauptträgers simuliert die FEA den Wiederherstellungseffekt nach einer Verstärkung durch aufgeschweißte Lamellen. Bei einer Tragfähigkeitserhöhung müssen alle Lastfälle mit der neuen Nennlast neu berechnet werden. Das Ergebnis der Überprüfung muss klare Empfehlungen für die Verstärkung enthalten (Position, Materialabmessungen und Schweißverfahrensanforderungen) und dient als Grundlage für die Fertigungszeichnungen.

Schritt 3: Umsetzung der Upgrade-Lösung

Die Upgrade-Lösung wird auf Basis der Prüf- und Nachweisergebnisse erstellt und umfasst in der Regel: Strukturverstärkung – Aufschweißen von Lamellen am unteren Flansch des Hauptträgers, Verdichtung der Steifen am Stegblech, Montage von Verstärkungsplatten am Kopfträger. Das Schweißen erfolgt nach Verfahrensprüfung gemäß DIN EN ISO 15614; verwendet wird eine wasserstoffarme Elektrode E5015. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Schweißen wird eine 100-%-Schweißnahtprüfung durchgeführt. Elektrische Modernisierung – Austausch auf Frequenzumrichtermotor + Frequenzumrichter + SPS-Steuerung, Neuauslegung des Sicherheitskreises nach EN 60204-32 (siehe auch Aufbau eines Schaltschranks für Sonderkrane). Nachrüstung von Sicherheitseinrichtungen – Installation eines Sicherheitsüberwachungssystems nach GB/T 28264 – Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem, einschließlich Traglastbegrenzer, Fahrwegbegrenzer, Windmesser und Kollisionsschutz.

Nach Abschluss der Arbeiten folgt die Phase der Prüfung und Abnahme: Statische Belastungsprüfung mit 125 % Nennlast (Restverformung des Hauptträgers ≤ L/2000), dynamische Belastungsprüfung mit 110 % Nennlast (3 Hübe über den gesamten Hub), funktionsweise Überprüfung jeder Sicherheitseinrichtung sowie Anmeldung zur TSG-Überwachungsprüfung. Nach erfolgreicher Abnahme wird eine Konformitätsbescheinigung ausgestellt und die Geräteakte aktualisiert. Detaillierte Verfahren zur Belastungsprüfung nach dem Umbau finden Sie im Beitrag Belastungsprüfung und TSG-Abnahme bei der Montage von Sonderkranen. Ein kompletter Umbau eines alten Krans dauert von der Prüfung bis zur Abnahme etwa 14–35 Tage und verlängert die Lebensdauer der Anlage um 5–10 Jahre.

Vergleich der drei Umbaukonzepte

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Umbau Typanwendbare BetriebsbedingungenKostenrahmenBauzeitTSGMelden
Struktur VerstärkungVorbiegung Degradation/Ermüdungsriss/Laststeigerung3~20Zehntausend7~14TageMuss
Elektrik AufrüstungMotor Alterung/Drehzahlregelung Schlecht/Hoher Energieverbrauch5~35Zehntausend3~7TageNein
SicherheitseinrichtungNorm Aufrüstung/Original Konfiguration Unvollständig1~25Zehntausend2~5TageJe nach Fall

Vorbiegung Erkennung

Werksabnahme L/1000~L/800, Verwendunguntere Grenze L/1500.Nivelliergerät Messung Mitte der Spannweiteund Viertelspunkte, Vergleich der Messwerte Norm.

Schweißnahtprüfung

Stumpfnaht100%UT+Kehlnaht≥25%MT.Riss/Mangelhafte Verschmelzung/mangelhafte Durchschweißung Alle nicht konform, Nachschweißen erforderlich.

Wanddicke Messung

Ultraschall-Dickenmessgerät Erkennung, Korrosion Messung≤Originalblechdicke15%.Bei Überschreitung lokal Austauschoder Verstärkungsplatte.

Elektrik Isolation

500VIsolationsmessgerät Erkennung, Umlaufend Heftung Erdung Isolation≥1MΩ.gealtertes Kabel Erforderlich Spannungsprüfung, Bei Nichtkonformität Austausch.

FEAÜberprüfung

Drei Arten Betriebsbedingungen Finite-Elemente-Analyse+Beulen+Ermüdung.Spannung Verhältnis>0.9Verstärkung erforderlich,<0.6Gewichtsoptimierung möglich.

TSGAbnahme

125%statische Last110%dynamische Last Sicherheitseinrichtung Verifizierung30Innerhalb von Tagen meldenÜberwachungsprüfung.

Häufige Fragen zur Kranmodernisierung

F: Ist vor der Modernisierung eines alten Krans eine Finite-Elemente-Analyse zwingend erforderlich?

A: Nicht zwingend, aber dringend empfohlen. Bei Anlagen ohne signifikanten Verlust der Vorbiegung (Vorbiegung über L/1500), ohne Ermüdungsrisse und ohne Tragfähigkeitserhöhung kann die Verstärkungskonstruktion auf Basis von Erfahrungsformeln und Normhandbüchern erfolgen. Bei Umbauten mit einer Tragfähigkeit über 50 t, einer Spannweite über 25 m oder einer Tragfähigkeitserhöhung ist die FEA jedoch ein notwendiges Mittel zur Sicherstellung der Sicherheitsleistung. Kelude Schwerindustrie führt bei allen Umbauprojekten mit einer Tragfähigkeit über 20 t eine FEA-Analyse verpflichtend durch.

F: Ist die Sicherheitsleistung eines modernisierten Krans schlechter als die eines Neugeräts?

A: Nach normgerechter Prüfung, Überprüfung, Verstärkung und Abnahme erreicht ein modernisierter Kran die Sicherheitsleistung eines Neugeräts derselben Stufe – oft übertrifft er sie sogar. Modernisierte Anlagen werden nach den aktuellen Normen (DIN 15018, GB/T 28264 – Sicherheitsüberwachungs- und Managementsystem) betrieben; Sicherheitseinrichtung und Steuerungssystem sind umfassender als beim Werksabnahme-Zustand. Voraussetzung ist, dass der Umbau von einem qualifizierten Unternehmen nach Spezifikation durchgeführt wird – Eigenleistung ist nicht zulässig.

F: Können die Prüfgegenstände bei der Erkennung eines alten Krans frei gewählt werden?

A: Die Prüfgegenstände sind anhand von Nutzungsdauer, Triebwerksgruppe und Betriebsbedingungen festzulegen – eine selektive Auslassung ist nicht zulässig. Vorgeschriebene Prüfgegenstände: Überhöhung des Hauptträgers, Schweißnahtprüfung, Wanddickenmessung, elektrische Isolation. Optionale Prüfgegenstände: Verschleißprüfung von Rad und Schiene, Testen des Bremsmoments der Bremse, Verschleißprüfung der Zahnräder im Getriebe. Kelude Schwerindustrie bietet standardisierte Prüfpakete (9 vorgeschriebene + 5 optionale Prüfgegenstände), die alle kritischen Sicherheitskennwerte alter Krane abdecken.

F: Wie viele Jahre kann ein alter Kran nach der Modernisierung noch genutzt werden?

A: Nach normgerechtem Umbau verlängert sich die Strukturlebensdauer um 5–10 Jahre, die Lebensdauer des elektrischen Systems um 10–15 Jahre. Nach der Modernisierung sind alle 2 Jahre eine Vorbiegungsprüfung und eine Schweißnaht-Stichprobenprüfung erforderlich, alle 5 Jahre eine vollständige Strukturprüfung. Kelude Schwerindustrie gewährt auf Umbauprojekte 5 Jahre Garantie auf die Struktur; innerhalb der Garantiezeit ist eine kostenlose jährliche Nachprüfung inbegriffen.

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