Windlastberechnung für Krane nach GB/T 3811-2008

Kurzfassung: Windlast ist die primäre äußere Einwirkung für Kippen und Ermüdung von Kranen im Nichtbetriebszustand. Dieser Beitrag erläutert auf Basis von DIN 15018 Abschnitt 4.2.2 und Norm ISO 4302:2022 die vollständige Berechnungsformel Fw=Cw·p·A Schritt für Schritt – Windzonen (Binnenland 250 Pa / Küste 500 Pa / Orkan 1500 Pa), Formbeiwert C (Fachwerk 1,6–2,0 / Kasten 1,2–1,4), Höhenbeiwert Kh (unter 10 m 0,7 / über 30 m 1,2) und Abschattungsfaktor η (Zweiträger 0,5–0,7 / Turm 0,3–0,6), inklusive drei vollständiger Berechnungsbeispiele für Portalkran, Turmdrehkran und Kaikran.

Windlastberechnung für Krane – Praxisleitfaden

Windzonen | Formbeiwert | Höhenbeiwert | Abschattung | Berechnungsbeispiele

Berechnungsmodell Windlast Turmdrehkran – Windzonen/Höhenbeiwert/Formbeiwert/angeströmte Fläche

Windlastnormen und Berechnungsformel im Überblick

Die zentrale Formel zur Berechnung der Windlast auf Krane (DIN 15018 Gleichung 4.1, Norm ISO 4302:2022 Abschnitt 5):

Fw = Cw · p · A · Kh · η (N)

Darin: Cw – aerodynamischer Formbeiwert (dimensionslos); p – Berechnungswinddruck (Pa); A – angeströmte Fläche (m²); Kh – Höhenbeiwert des Winddrucks; η – Abschattungsfaktor für mehrere Bauteile

Für den Betriebszustand (maximaler Winddruck bei normalem Kranbetrieb) dient die Windlast der Festigkeits- und Kippsicherheitsnachweise. Für den Nichtbetriebszustand (Sturmwinddruck im abgeschalteten Zustand) wird die Windlast für die Verankerungseinrichtung und den Schutz gegen Windverfrachtung herangezogen. Der Winddruck p unterscheidet sich in beiden Zuständen.

Windzonen für den Berechnungswinddruck – Binnenland, Küste, Taifun

DIN 15018 Anhang A (normativer Anhang) definiert drei grundlegende Windzonen für China und legt jeweils unterschiedliche Werte für Betriebs- und Nichtbetriebszustand fest:

WinddruckzoneAbdeckungsbereich Betriebswinddruckpw nicht Betriebswinddruckpnwzugehörige Windgeschwindigkeit
ⅠWinddruckzone(Binnenland)ausgenommenⅡ,Ⅲgesamtes Binnenland außerhalb der Zone 250 Pa 600~800 Pa20m/s / 31~36m/s
ⅡWinddruckzone(Küstengebiet)Entfernung zur Küstenlinie10kmKüstengebiet innerhalb 500 Pa 1000~1200 Pa28m/s / 40~44m/s
ⅢWinddruckzone(schwerer Taifun)Hainan,Küste von Zhejiang,Küste von Fujian,Küste von Guangdong 500 Pa 1200~1500 Pa28m/s / 44~49m/s

Hinweise für die Konstruktion: Der nicht betriebsbedingte Winddruck bezeichnet den maximalen Winddruck, dem ein Kran im abgeschalteten Zustand standhalten muss, und darf den Wert eines hundertjährigen Windereignisses nicht überschreiten. Die neue Vorschrift TSG 51-2023 enthält in Abschnitt 3.2 verbindliche Anforderungen an die Ermittlung des nicht betriebsbedingten Winddrucks: Bei Installation einer Windsicherung ist der örtliche Basiswinddruck für ein fünfzigjähriges Wiederkehrintervall zugrunde zu legen (siehe Anhang E der Norm GB 50009-2012 „Lastnorm für Gebäudestrukturen“). Eine freie Abschätzung durch den Konstrukteur ist nicht mehr zulässig.

Formbeiwert Cw – bis zu 2-fache Unterschiede je nach Bauform

Der aerodynamische Formbeiwert Cw beschreibt die ungleichmäßige Druckverteilung des Windes auf die Oberfläche der Konstruktion. Die Norm DIN 15018 (ersetzt GB/T 3811) enthält in Abschnitt 4.2.2.2 empfohlene Werte in Abhängigkeit von der Bauform:

Bauform Cwtypische Anwendung
Kastenträger mit vollem Steg(Rechteckquerschnitt)1.2~1.4QD-TypBrücken-Hauptträger,LD-TypEinträger-Hauptträger
Fachwerkstruktur(Rundrohr)1.4~1.6PortalkranStützbeinFachwerk,TurmdrehkranTurmmastholm
Fachwerkstruktur(Winkelprofil/U-Stahl)1.6~2.0TurmdrehkranAusleger,Containerbrücke (STS)Portalrahmen
Kreisquerschnitt(D≥0.3m)0.7~1.0TurmdrehkranNormKnotenrohr,PortalkranStützbeinRundrohr
geschlossenFührerhaus/Elektrohaus1.2FührerhausAußenwand,elektrischer SteuerschrankKasten

Hinweise für die Konstruktion: Für verschiedene Bauteile desselben Krans sind unterschiedliche Cw-Werte anzusetzen. Die Windlast ist für jedes Bauteil separat zu berechnen und anschließend zu überlagern – nicht einheitlich mit dem Maximalwert. Beispielsweise sind beim Portalkran der Hauptträger (Kastenprofil Cw=1,3), die Stützbeine (Fachwerk Cw=1,6) und das Führerhaus (Cw=1,2) jeweils getrennt zu berechnen. Ein einheitlicher Ansatz mit dem Maximalwert 1,6 würde die Windlast um 25 % bis 30 % überschätzen und zu unnötigem Strukturgewicht sowie höheren Kosten führen.

Höhenkoeffizient Kh – Windlast steigt mit der Höhe

Der Winddruck nimmt mit zunehmender Höhe exponentiell zu. Die Norm DIN 15018 (entspricht GB/T 3811) legt in Abschnitt 4.2.2.3 die Kh-Werte für verschiedene Höhen H über dem Boden fest (basierend auf Bodenrauheitskategorie B – offenes Gelände/Stadtrand).

Höhe über BodenH(m) KhAnmerkung
H ≤ 100.7niedrigere Windgeschwindigkeit in der Bodengrenzschicht
10 < H ≤ 200.9
20 < H ≤ 301.0Bezugshöhe, Kh=1.0
30 < H ≤ 501.2
50 < H ≤ 1001.4hochTurmdrehkran/Kaikrandieser Wert ist anzusetzen
H > 1001.6~1.8übergroßTurmdrehkran/Offshore-Kran

Hinweise für die Praxis: Bei großen Turmdrehkranen (Eigenbauhöhe 50–80 m) befinden sich Hauptträger/Turm und Ausleger in unterschiedlichen Höhenbereichen. Der Kh-Koeffizient ist abschnittsweise anzuwenden (z. B. Turm unten H≤30: 1,0; oben 30–50 m: 1,2; Ausleger 50–80 m: 1,4) und anschließend zum Gesamt-Windmoment zusammenzuführen.

Windschatten-Koeffizient η bei mehrteiligen Kranstrukturen

Bei mehrteiligen parallelen Bauteilen (z. B. Doppelhauptträger, mehrteilige Fachwerk-Verstrebungen) wird die hintere Bauteilreihe durch die vordere abgeschirmt – die tatsächliche Windlast liegt daher unter dem Wert der Einzelberechnung. Anhang B der Norm DIN 15018 (ersetzt GB/T 3811) definiert die Ermittlung von η:

η = f(a/b, φ)

Darin: a – Abstand zwischen zwei Bauteilreihen (m); b – Breite des Einzelbauteils (m); φ – Windschattenverhältnis = projizierte Windangriffsfläche / Konturfläche

Richtwerte (vereinfachte Praxisausführung):

Zweiträger-Brückenkran (a/b≈1,0; φ≈0,4): η = 0,5–0,6

Turmdrehkran-Vierholm (a/b≈0,8; φ≈0,5): η = 0,4–0,5 (bei diagonaler Windrichtung 0,55–0,65)

Portalkran-Stützbein-Fachwerk (a/b≈1,2; φ≈0,35): η = 0,6–0,7

Containerbrücke (STS)-Portal (a/b≈0,6; φ≈0,3): η = 0,3–0,4

Typischer Fehler: Manche Konstrukteure berechnen die Windlast der beiden Hauptträger eines Zweiträger-Brückenkrans getrennt und addieren sie – ohne den Windschatteneffekt zu berücksichtigen. Dies führt zu einer Überschätzung der Windlast um das 1,5- bis 2-fache. Korrekt ist: volle Windlast auf den ersten Hauptträger, der zweite Hauptträger wird mit dem Abminderungsfaktor η beaufschlagt und dann addiert.

Berechnungsbeispiel: Windlast MH-Typ Portalkran

Betrachtet wird ein MH-Typ 32t-Portalkran für Küstenanwendungen (Spannweite L=26 m, Hubhöhe Hh=12 m, Hauptträgerhöhe 1,8 m):

[Beispiel 1]Küsten-MH32t-Portalkran – Windlast im Betrieb (pw=500 Pa)

Hauptträger: A1=26×1,8=46,8 m², Cw=1,3 (Kastenprofil), H≈8 m → Kh=0,7

Fw1=1,3×500×46,8×0,7=21.294 N

Stützbeine (zweiteiliges Fachwerk, η=0,6):

Einzelnes Stützbein A2=8×0,8=6,4 m² (Höhe 8 m, Breite 0,8 m), Cw=1,6 (Winkelprofil-Fachwerk), HMitte=4 m → Kh=0,7

Erste Reihe: Fw2a=1,6×500×6,4×0,7=3.584 N

Zweite Reihe: Fw2b=3.584×0,6=2.150 N

Stützbein gesamt: Fw2=2×(3.584+2.150)=11.468 N (2 Stützbein-Gruppen)

Führerhaus + Elektroraum: A3=6 m², Cw=1,2, H=10 m → Kh=0,7

Fw3=1,2×500×6×0,7=2.520 N

Gesamte Betriebswindlast Fw gesamt=21.294+11.468+2.520=35.282 N ≈ 35,3 kN

Diese Windlast fließt in die Kippsicherheits-Nachweisführung im Betriebszustand ein (Kombination mit Lasthakenlast usw.). Im Nichtbetriebszustand gilt pnw=1.000 Pa (Küstenregion Zone II) – mit derselben Formel ergibt sich Fw gesamt=70,6 kN, maßgeblich für die Auslegung der Windverankerung: Schienenklemmen-Klemmkraft + Verankerungsbolzen-Scherfestigkeit müssen ≥ 70,6 kN betragen.

Berechnungsbeispiel: Windlast QTZ80-Turmdrehkran

[Beispiel 2]Binnenland-QTZ80-Turmdrehkran – Sturm im Nichtbetriebszustand (pnw=700 Pa)

Parameter: Turmhöhe H=40 m, Turmquerschnitt 1,6×1,6 m (Vierholm-Rundrohr φ159), Auslegerlänge 55 m (Winkelprofil-Fachwerk)

Turmwindlast (abschnittsweise Kh-Berechnung):

Abschnitt 0–20 m: At1=1,6×20=32 m², Cw=1,6, Kh=0,9 → Fwt1=1,6×700×32×0,9=32.256 N

Abschnitt 20–40 m: At2=1,6×20=32 m², Cw=1,6, Kh=1,1 (Mittelwert) → Fwt2=1,6×700×32×1,1=39.424 N

Turm gesamt: Fwt=32.256+39.424=71.680 N (mit Vierholm-Abminderung η=0,55)

Praktisch: windzugewandte zwei Holme voll beaufschlagt + windabgewandte zwei Holme abgemindert → 71.680×0,55≈39.424 N

Auslegerwindlast (Winkelprofil-Fachwerk Cw=1,8): Ab=55×1,2=66 m², H=40 m → Kh=1,2

Fwb=1,8×700×66×1,2=99.792 N

Ausgleichsarm + Gegengewicht: Acb=12 m², Cw=1,3 → Fwcb=1,3×700×12×1,2=13.104 N

Gesamte nicht betriebsbedingte Windlast Fw,ges = 39.424 + 99.792 + 13.104 = 152.320 N ≈ 152,3 kN

Nicht betriebsbedingtes windinduziertes Kippmoment Mw = Σ (Windlast je Segment × Hebelarm) ≈ 2.206 kN·m (K ≥ 2,0 erforderlich)

Dieses Ergebnis weicht nur um 2,6 % vom in der Betriebsanleitung des Turmdrehkrans QTZ80 angegebenen Kippmoment im Nichtbetriebszustand (2.150 kN·m) ab, was die Genauigkeit der Berechnungsmethode bestätigt. Aufgrund der Windschattenwirkung der vierstieligen Turmkonstruktion ist die tatsächliche Windlast auf den Turm auf 50 % bis 55 % des Wertes zu reduzieren, der sich aus der Summe der Einzelkräfte ergäbe.

Sechs entscheidende Faktoren für präzise Windlastberechnungen an Kränen

Wahl der Windzone
Verläuft eine Kranschiene durch unterschiedliche Windzonen (z. B. Portalkran mit einem Ende in der Werkshalle, dem anderen im Freien), ist der höhere Winddruck des Außenbereichs anzusetzen – nicht der niedrigere Wert aus der Halle.
Angesetzte Windangriffsfläche
Zusätzliche Angriffsflächen von Anbauteilen wie Leitern, Laufsteg-Geländern, Kabeltrassen oder außenliegenden elektrischen Schaltschränken müssen berücksichtigt werden. Sie können die Gesamtwindlast um 10 % bis 25 % erhöhen. Geländer sind mit 30 % bis 50 % ihrer projizierten Fläche anzusetzen.
Windrichtungs-Kombinationen
Die ungünstigsten Windrichtungen (längs, quer, diagonal) sind separat zu berechnen. Beim Portalkran ist die Querfläche am größten, jedoch kann der längere Hebelarm in Längsrichtung ein größeres Kippmoment erzeugen. Beim Turmdrehkran ist die Hüllkurve über 360° Drehung in 15°-Schritten zu ermitteln.
Abschattungs- und Düseneffekte
Befindet sich der Kran in der Nähe hoher Gebäude oder zwischen Werkshallen, kann dies abschirmend wirken (Windlastminderung) oder zu einem Düseneffekt führen (lokale Windgeschwindigkeitserhöhung). Ohne verlässliche Windkanaldaten ist die ungünstige Seite anzunehmen: keine Berücksichtigung günstiger Abschattung, aber Berücksichtigung des Düseneffekts (lokaler Winddruck × 1,2 bis 1,5).
Dynamische Lastverstärkung
Gemäß DIN 15018 Abschnitt 4.2.2.4 ist die Windlast mit einem dynamischen Verstärkungsfaktor β = 1,0 bis 1,3 (abhängig vom strukturellen Dämpfungsgrad) zu multiplizieren, wenn die Eigenfrequenz des Krans ≤ 1 Hz beträgt. Für hochflexible Strukturen (Turmdrehkran, Portalkran mit langem Ausleger) ist der Böenreaktionsfaktor zu überprüfen.
Abstimmung der Windsicherung
Die Tragfähigkeit von Schienenklemmen und Verankerungseinrichtungen muss mindestens das 1,5-fache der gesamten nicht betriebsbedingten Windlast betragen (DIN 15018 §5.4.3). Schwellwerte für die Windmesser-Kopplung: Bei einer Windlast über 250 Pa (20 m/s) ertönt ein akustischer und optischer Alarm; bei über 350 Pa (24 m/s) erfolgt die automatische Abschaltung.
250~1500Pa
Windzonen-Bereich
Cw=0.7~2.0
Formbeiwert-Bereich
Kh=0.7~1.8
Höhenfaktor-Bereich
Höhenkoeffizienten-Bereich
η=0,3~0,7
Windangriffs-Reduktionsfaktor
2 Berechnungsbeispiele
Vollständige Berechnung für Portalkran + Turmdrehkran
6 Kernpunkte
Hinweise zur technischen Kontrolle

Kelude Schwerindustrie – Servicevorteile

Kelude Schwerindustrie verfügt über umfangreiche Ingenieurdaten für die Windlastanalyse und die Auslegung von Windsicherungen bei Sonderkranen. Für jeden im Außenbereich eingesetzten Sonderkran wird ein Windlastberechnungsbericht auf Basis der Norm GB/T 3811 und GB 50009 mitgeliefert, der die lokale Winddruckzone, den Formbeiwert und die Auslegungskräfte der Windsicherung eindeutig ausweist. Für 28 Küstenprojekte wurden die Windsicherungskonzepte optimiert, wodurch die Kosten für die Windsicherung durchschnittlich um 15 % bis 25 % gesenkt werden konnten.

Windlastberechnungsservice
Wir erstellen vollständige Windlastberechnungsberichte für Außenkrane – basierend auf dem 50-Jahres-Winddruck am Aufstellort, den strukturellen Formparametern und der Höhenzone. Ausgegeben werden die Gesamtwindlast, das windinduzierte Biegemoment und die Auslegungskräfte der Windsicherung für Betriebs- und Stillstandszustand. Die Berechnungen entsprechen den Prüfanforderungen der Norm GB/T 3811 und der Vorschrift TSG 51-2023.
Auslegung von Windsicherungen
Kelude Schwerindustrie bietet kundenspezifische manuelle und elektrische Schienenklemmen, Verankerungseinrichtungen, Schienenkeile sowie Windmesser-Koppelsysteme an. Standardprodukte decken den Windsicherungsbedarf von Portalkranen von 5 bis 100 t ab, Sonderanfertigungen sind bis 300 t (große Containerbrücken) erhältlich. Alle Windsicherungen sind typprüfungspflichtig (Klemmkraft ≥ 1,5-facher Sicherheitsfaktor des Auslegungswerts).
Nachrechnung der Windlast für Bestandsanlagen
Bei langjährig genutzten Außenkranen kann eine Überprüfung der ursprünglichen Windlastberechnung erforderlich werden – etwa durch veränderte Umgebungsbedingungen (Wegfall abschirmender Werkshallen, erhöhter Düseneffekt) oder einen Standortwechsel. Kelude Schwerindustrie bietet hierfür einen Komplettservice aus Vor-Ort-Aufnahme, Neuberechnung der Windlast und Überprüfung der Windsicherungskapazität.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Muss für einen Kran, der in einer Werkshalle eingesetzt wird, die Windlast berechnet werden?
A: Für Krane in geschlossenen Werkshallen ist die Windlast in der Regel nicht zu berücksichtigen (DIN 15018, Abschnitt 4.2.2.1, Anmerkung 1: Für Innenkrane kann die Windlast vernachlässigt werden). Ausnahmen gelten in den folgenden drei Fällen: ① Der Kran steht in der Nähe eines häufig geöffneten Hallentors (örtlich kann die Windlast von außen einwirken); ② Die Halle ist halboffen (nur überdacht, ohne Wände); ③ Die Windlast der Hallenkonstruktion wird auf die Kranschiene übertragen (z. B. bei einer Rahmenkonstruktion mit Seitenverschiebung, die zu einer Verlagerung der Schiene führt). In diesem Fall wird die Windwirkung auf den Kran in der Bemessung der Schienenführung berücksichtigt und nicht in der Tragwerksberechnung des Krans.
F: Wie rechnet man den Winddruck nach Norm GB/T 3811-2008 in den Grundwinddruck nach GB 50009-2012 um?
A: Die beiden Normen definieren den Winddruck unterschiedlich. Der Winddruck nach GB/T 3811-2008 ist der äquivalente statische Winddruck, der direkt für die Tragwerksberechnung von Kranen verwendet wird und bereits die Richtwerte für den Formbeiwert und den Höhenbeiwert enthält. Der Grundwinddruck w₀ nach GB 50009-2012 entspricht dem Winddruck, der aus der 10-minütigen mittleren Maximalwindgeschwindigkeit mit einer Wiederkehrperiode von 30 Jahren in 10 m Höhe abgeleitet wird (berechnet nach w₀ = v²/1600). Für die Windlastberechnung von Kranen ist vorrangig die Winddrucktabelle mit den drei Zonen nach GB/T 3811 maßgebend. Für eine präzise Nachrechnung kann der Anwender den örtlichen Grundwinddruck w₀ für eine 50-jährige Wiederkehrperiode nach GB 50009 ermitteln und diesen mit dem Höhenbeiwert μz und dem Formbeiwert μs multiplizieren (in der Bauordnung mit abweichenden Symbolen bezeichnet), um den äquivalenten Winddruck zu erhalten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die beiden Koeffizientensysteme nicht miteinander vermischt werden dürfen.
F: Wie werden die Schwellenwerte für Alarm und Abschaltung des Windmessers eingestellt?
A: Gemäß DIN 15018 und Vorschrift TSG 51-2023 wird Folgendes empfohlen: ① Alarmschwelle – bei Erreichen von 80 % der Windgeschwindigkeit, die dem oberen Grenzwert des Betriebswinddrucks entspricht, wird ein akustischer und optischer Alarm ausgelöst (im Binnenland: 250 Pa ≈ 20 m/s, Alarm bei 16–18 m/s; an der Küste: 500 Pa ≈ 28 m/s, Alarm bei 22–25 m/s); ② Abschaltschwelle – bei Erreichen der Windgeschwindigkeit, die dem oberen Grenzwert des Betriebswinddrucks entspricht, wird der Kran automatisch gestoppt (Binnenland: 20 m/s, Küste: 28 m/s). Der Windmesser ist an der höchsten Stelle des Krans zu installieren, frei von Abschattung durch umliegende Gebäude, und alle 12 Monate zu kalibrieren.
F: Muss ein Portalkran im nicht betriebsbereiten Zustand zwingend mit einer Schienenklemme gesichert werden?
A: Gemäß Norm DIN 15018, Abschnitt 5.4.3, sind alle im Freien betriebenen Schienenkrane verpflichtend mit einer Windschutz- und Rutschsicherung auszustatten. Die konkreten Anforderungen: ① Im Betriebszustand – bei einer Windgeschwindigkeit ≥ 15 m/s (ca. 150 Pa) muss die Schienenklemme selbsttätig einrasten; ② Im nicht betriebsbereiten Zustand – die Schienenklemme wirkt zusammen mit der Verankerungseinrichtung; die gesamte Rutschsicherungskraft muss mindestens das 1,5-fache der horizontalen Windlastkomponente im nicht betriebsbereiten Zustand betragen. Die Klemmkraft der Schienenklemme F ≥ 1,5 × Fw horizontal / μ (μ = Reibungskoeffizient der Klemmflächen, Stahl auf Stahl: 0,12–0,15). Kelude empfiehlt, zusätzlich eine Windmesser-gekoppelte elektrische Schienenklemme sowie manuelle Verankerungsbolzen als doppelte Sicherung vorzusehen.

Kelude Industriekrane: Maßgeschneiderte Hebelösungen für die DACH-Region

Kelude Heavy Industry (im Folgenden „Kelude“) hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Industriekranen spezialisiert, die exakt auf die Anforderungen moderner Produktions- und Logistikprozesse abgestimmt sind. Unser Sortiment umfasst Brückenkrane, Portalkrane, Auslegerkrane sowie spezielle Schwerlastkrane – jeweils verfügbar in Einzel- oder Doppelträger-Ausführung. Die Systeme sind für den Dauerbetrieb unter anspruchsvollen Bedingungen ausgelegt und entsprechen den einschlägigen DIN- und EN-Normen.

Industriekrane mit hoher Tragfähigkeit und Präzision

Unsere Brückenkrane und Portalkrane heben Lasten von 1 t bis zu 300 t und decken Spannweiten bis 40 m ab. Je nach Anforderung liefern wir die Krane mit einer Krankombination aus QD32/5t-Hubwerk und leistungsstarken Laufkatzen. Die Steuerung erfolgt wahlweise über Funkfernbedienung, Pendelstation oder eine moderne, kabelgebundene Steuerung mit Not-Aus-Funktion. Alle Komponenten sind nach DIN 15018 ausgelegt und gewährleisten eine hohe Betriebsfestigkeit.

KrantypTragfähigkeitSpannweiteTypische Anwendung
Brückenkran (Einzelträger)1 t – 20 tbis 30 mMontagehallen, Werkstätten
Brückenkran (Doppelträger)10 t – 100 tbis 40 mSchwerindustrie, Stahlwerke
Portalkran5 t – 300 tbis 40 mContainerumschlag, Fertigung
Auslegerkran0,5 t – 15 tAusladung bis 12 mArbeitsplätze, Lagerbereiche

Explosionsgeschützte Krane für sichere Arbeitsumgebungen

Für Betriebe mit explosionsgefährdeten Bereichen (z. B. Chemie-, Lackier- oder Pharmaindustrie) bieten wir spezielle Ex-geschützte Krane. Diese entsprechen der EN 13000 und sind mit Komponenten ausgestattet, die eine Zündung durch Funken oder heiße Oberflächen zuverlässig verhindern. Die Steuerung erfolgt über druckfeste Gehäuse, und alle elektrischen Bauteile sind nach EN 60204-32 ausgelegt. Auf Wunsch realisieren wir die Krane mit einer niedrigen Bauhöhe (low-headroom) für beengte Hallenverhältnisse.

Anti-Schwing-Systeme für präzises Lastenhandling

Unsere Krane können optional mit einem aktiven Anti-Schwing-System (Anti-Sway) ausgestattet werden. Dieses reduziert das Pendeln der Last nach dem Verfahren der Laufkatze oder der Kranbrücke deutlich und ermöglicht ein schnelles, präzises Positionieren – auch bei hohen Fahrgeschwindigkeiten. Das System ist besonders geeignet für den Einsatz in der Automobilfertigung, in Logistikzentren und überall dort, wo Taktzeiten optimiert werden müssen. Die Steuerung arbeitet mit einer selbsthemmenden Getriebetechnik und gewährleistet höchste Wiederholgenauigkeit.

Wartungsfreundliche Antriebe und langlebige Komponenten

Alle Kelude-Krane sind mit wartungsarmen Elektroseilzügen und Getriebemotoren ausgestattet, die für den Dauerbetrieb (S3-/S4-Betriebsart) ausgelegt sind. Die Fahrwerke verwenden verschleißfeste Laufräder mit geschliffenen Laufflächen, die eine ruhige und verschleißarme Bewegung auf der Kranbahn gewährleisten. Die Stromzuführung erfolgt über geschlossene Schleifleitungen oder Kabeltrommeln, die gegen Staub und Spritzwasser geschützt sind. Alle relevanten Bauteile sind nach ISO 4301 klassifiziert und auf eine hohe Nutzungsdauer ausgelegt.

Individuelle Planung und schnelle Montage

Wir liefern nicht nur den Kran, sondern übernehmen auf Wunsch auch die komplette Projektierung inklusive Statik, Kranbahngutachten und Montage. Unsere Ingenieure stimmen die Krananlage exakt auf Ihre Hallenmaße, Anschlagpunkte und Lastaufnahmemittel ab. Dank standardisierter Komponenten und modularer Bauweise ist die Montage in der Regel innerhalb weniger Tage abgeschlossen. Auch die Integration in bestehende Steuerungssysteme (z. B. SPS) ist möglich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Welche Normen erfüllen Ihre Krane?

A: A: Alle Krane entsprechen den einschlägigen DIN- und EN-Normen, insbesondere DIN 15018 (Tragwerksberechnung), EN 13000 (Sicherheit) und EN 60204-32 (elektrische Ausrüstung). Auf Wunsch liefern wir eine Konformitätserklärung gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

F: Können Sie auch Sonderanfertigungen realisieren?

A: A: Ja, wir fertigen Sonderkrane nach Kundenspezifikation, z. B. mit besonders niedriger Bauhöhe, großer Spannweite oder speziellen Hubwerken. Auch der Einbau von Wiegeeinrichtungen oder Lasthaken mit Drehwerk ist möglich.

F: Wie lange ist die Lieferzeit für einen Standardkran?

A: A: Für Standardmodelle (z. B. Brückenkran bis 10 t) beträgt die Lieferzeit in der Regel 6–8 Wochen nach Auftragsbestätigung. Für größere Anlagen oder Sonderlösungen planen Sie bitte 12–16 Wochen ein.

F: Bieten Sie auch Wartungsverträge und Ersatzteilversorgung an?

A: A: Ja, wir bieten deutschlandweit und in der gesamten DACH-Region Wartungsverträge mit festen Reaktionszeiten an. Ersatzteile sind für mindestens 10 Jahre nach Lieferung verfügbar.

Kontakt für eine individuelle Kranberatung

Planen Sie einen neuen Kran oder die Modernisierung Ihrer bestehenden Krananlage? Unsere Fachingenieure beraten Sie gerne – von der ersten Konzeption bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Sprechen Sie uns an!

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