Wartungszyklus für Auslegerkrane nach GB/T 31052.4-2014
DIN EN 13000 – Hebezeuge – Auslegerkrane: Die Norm legt die Anforderungen an die wiederkehrende Prüfung und Wartung von Auslegerkranen fest. Sie definiert die Prüfintervalle und -methoden für die tägliche Prüfung, die wiederkehrende Prüfung und die gründliche Untersuchung von Portalwippdrehkranen, Mastkranen, Schwenkkranen und weiteren Auslegerkrantypen.
DIN EN 13000 ist der vierte Teil der Normenreihe DIN EN 13000 „Krane – Prüfung und Wartung“ und gilt speziell für Auslegerkrane. Dazu zählen Portalwippdrehkrane, Mastkrane, Schwenkkrane, Schienenkrane und Schwimmkrane – also alle Krantypen, die ihre Last über einen Ausleger wippen und drehen. Da Auslegerkrane über ein Wippwerk und ein Drehwerk verfügen, unterscheiden sich die Inspektionsschwerpunkte deutlich von denen eines Brückenkrans: Der Zustand der Wippzahnstange, der Drehverbindung und der Auslegerkonstruktion steht hier im Mittelpunkt der Prüfung.
Tägliche Prüfung: Pflichten des Kranführers
Die Norm legt fest, dass die tägliche Prüfung von Auslegerkranen vom Bediener vor jeder Schicht durchzuführen ist. Die Prüfpunkte umfassen: das Auslegersystem – Sichtprüfung der Auslegerkonstruktion auf Verformung, Risse oder ungewöhnliche Vibrationen, Zustand der Verbindungsbolzen des Auslegers und der Splinte, Leichtgängigkeit und Schmierung des Rollenblocks an der Auslegerspitze. Das Wippwerk – Oberflächenzustand und Schmierung der Wippzahnstange bzw. -spindel, Zustand des Wippseils hinsichtlich Drahtbruch und Verschleiß, Funktion des Wippen-Endschalters, Zuverlässigkeit der Wippbremse. Das Drehwerk – ungewöhnliche Spiele und Geräusche an der Drehverbindung, Zustand der Zahnflanken des Drehantriebs (Rostfraß, Zahnbruch), Funktion des Drehbegrenzers. Das Hubwerk – Funktion der Bremse, geordnete Aufwicklung des Drahtseils auf der Trommel, Zustand der Hakensicherung. Die Sicherheitseinrichtungen – Selbsttest des Lastmomentbegrenzers bzw. der Überlastsicherung beim Einschalten, Genauigkeit der Ausladungsanzeige, Anzeige des Windmessers.
Ein besonderer Prüfpunkt bei Auslegerkranen ist die Kontrolle von Schiene und Fahrbahn (bei schienengebundenen Auslegerkranen). Zu prüfen sind: Setzung oder Verformung der Schiene, fester Sitz der Schienenbefestigung, Schienenstoßspalt und -versatz innerhalb der zulässigen Toleranzen, Zustand der Anschläge und Puffer an den Schienenenden. Bei Kranen im Außeneinsatz ist zusätzlich die Funktion der Windschienenklemme bzw. der Verankerungseinrichtung zu prüfen – insbesondere die Leichtgängigkeit der Betätigung sowie die Freiheit von Klemmenflächen und Verankerungsbolzen von Fremdkörpern. Werden bei der täglichen Prüfung sicherheitsrelevante Mängel festgestellt – etwa Risse im Gurtstab des Auslegers, gelöste Verbindungsbolzen oder ein ausgefallener Lastmomentbegrenzer – ist der Kran sofort außer Betrieb zu nehmen und die Korrekturmaßnahme einzuleiten. Kelude erstellt auf Basis der Norm individuelle Prüfpläne für die tägliche Prüfung und schult das Bedienpersonal entsprechend.
Wiederkehrende Prüfung und gründliche Untersuchung
Die wiederkehrende Prüfung ist vierteljährlich durch qualifiziertes Wartungspersonal durchzuführen. Zusätzlich zu allen Punkten der täglichen Prüfung umfasst sie: Sichtprüfung der Schweißnähte an Gurt- und Füllstäben des Auslegers – die kritischen Schweißnähte (Auslegerfuß, Wippgelenkpunkt, Auslegerspitze) sind mit einer Lupe (mindestens 5-fache Vergrößerung) zu beurteilen; bei Verdacht auf Risse ist eine Magnetpulver- oder Farbeindringprüfung zur Bestätigung durchzuführen. Prüfung der Wippzahnstange – Messung des Zahnflankenverschleißes; bei einer Abnahme der Zahndicke von mehr als 10 % ist die Austauschbarkeit zu bewerten; Messung des Zahnflankenspiels zwischen Zahnstange und Ritzel; Verschleißzustand von Führungsschiene und Gleitsteinen. Prüfung der Drehverbindung – Messung des Axialspiels mit Fühlerlehre oder Messuhr und Vergleich mit den Werksdaten; Stichprobenprüfung des Anzugsmoments der Verbindungsbolzen (mindestens 20 %). Prüfung des Drahtseils über die gesamte Länge – hierzu ist die Endverbindung zu lösen, um das Seil vollständig zu prüfen; besonderes Augenmerk gilt dem Zustand des Seilkerns und innerer Korrosion; mindestens einmal pro Quartal. Genauigkeitskalibrierung von Überlastsicherung und Lastmomentbegrenzer – die Kalibrierung erfolgt mit Standardgewichten bei typischen Ausladungen; die Abweichung darf ±5 % nicht überschreiten.
Die gründliche Untersuchung ist jährlich durch einen Geräteingenieur oder eine zugelassene Prüfstelle durchzuführen. Sie umfasst zusätzlich zu den Punkten der wiederkehrenden Prüfung: umfassende Fehlerprüfung der Metallkonstruktion von Ausleger und Portalrahmen – Ultraschallprüfung der kritischen Schweißnähte (Auslegerfuß, Wippgelenkpunkt, Hauptträger der Drehbühne, Portalstützen) mit einem Stichprobenumfang von mindestens 30 %. Lastprüfung – Heben der Nennlast und des 1,1-fachen der Nennlast bei maximaler und mittlerer Ausladung über den gesamten Arbeitsbereich. Statische Belastungsprüfung – Heben des 1,25-fachen der Nennlast und Halten über 10 Minuten bei maximaler Ausladung. Nachweis der Kippstabilität – Vergleichsvalidierung der Gesamtstabilität durch Berechnung und Messung. Umfassende Prüfung des elektrischen Systems – Prüfung des Isolationswiderstands, des Erdungswiderstands sowie der einzelnen Schutzfunktionen. Vollständige Kalibrierung der Sicherheitseinrichtungen – alle Endschalter, Überlastsicherungen, Lastmomentbegrenzer, Windmesser und Not-Aus-Taster sind einzeln zu kalibrieren und funktional zu prüfen. Der Inspektionsbericht ist zu archivieren und bis zur Verschrottung des Krans aufzubewahren.
Sonderinspektionen für auslegerkranspezifische Bauarten
Die Norm enthält zusätzliche Prüfanforderungen, die auf die Besonderheiten verschiedener Auslegerkrantypen zugeschnitten sind. Beim Portalwippdrehkran liegt der Schwerpunkt auf der Schweißrissbildung in der Portalstruktur (Portalbeine und Querträger) – die Verbindungsstellen zwischen Portalbein und Querträger sind die am stärksten ermüdungsgefährdeten Bereiche der Metallkonstruktion. Bei jeder gründlichen Untersuchung ist eine Ultraschallprüfung durchzuführen. Beim Mastkran ist der Zustand der Abspannseilsysteme zu prüfen – die Spannung jedes Abspannseils ist zu messen und zu dokumentieren, ebenso der Befestigungszustand von Seilklemmen und Spannschlössern sowie Verschiebungen und Setzungen der Bodenanker. Beim Schwimmkran sind die Wasserdichtigkeit des Pontons, das Ballastsystem, die Verbindungsstruktur zwischen Kran und Ponton sowie der Einfluss von Wellengang auf die Gesamtstabilität zu prüfen. Beim Schwenkkran sind die Drehmomentwerte der Verbindungsbolzen zwischen Säule und Kragarm, die seitliche Durchbiegung sowie die Durchbiegung des Kragarms zu kontrollieren. Die Inspektionshäufigkeit und die Prüfmethoden für jeden Auslegertyp sind im Anhang der Norm detailliert festgelegt. Der Inspektor sollte auf dieser Grundlage einen gezielten Prüfplan erstellen.
Anforderungen an Prüfaufzeichnungen und Inspektionsberichte
Die Norm legt verbindliche Anforderungen an Prüfaufzeichnungen und Inspektionsberichte für Auslegerkrane fest. Die Ergebnisse der täglichen Prüfung sind im Betriebstagebuch zu dokumentieren und mindestens 1 Jahr aufzubewahren. Über wiederkehrende Prüfungen und gründliche Untersuchungen ist ein formeller Inspektionsbericht zu erstellen, der in den technischen Unterlagen der Anlage bis zur Verschrottung zu archivieren ist. Der Bericht muss folgende Angaben enthalten: Basisinformationen zum Kran (Typ, Seriennummer, Nutzungsdauer, kumulierte Betriebsstunden), eine detaillierte Vergleichstabelle der Inspektionsergebnisse für jeden Prüfpunkt mit Bewertungsergebnis (in Ordnung / nicht in Ordnung / überwachungspflichtig), eine ausführliche Beschreibung festgestellter Mängel und der ergriffenen Maßnahmen, Schwerpunkte für die nächste Inspektion sowie die Unterschrift des Inspektors. Zudem ist der Bericht um eine Übersicht über die Umsetzung von Korrekturmaßnahmen aus der vorherigen Prüfung zu ergänzen. Werden bei der Inspektion Fehler der Kategorie A festgestellt (unmittelbar sicherheitsgefährdende Mängel wie Risse im Gurtstab des Auslegers oder Versagen des Lastmomentbegrenzers), ist der Bericht unverzüglich der zuständigen Anlagenabteilung vorzulegen, verbunden mit einer Anordnung zur Stilllegung und Korrekturmaßnahme. Fehler der Kategorie B sind im Bericht mit einer Frist für die Korrekturmaßnahme zu versehen; die Umsetzung ist durch das Anlagenpersonal zu überwachen.
Inspektionsintervalle für Auslegerkrane im Überblick
Die folgende Vergleichstabelle zeigt die Kernparameter der Inspektionsintervalle für Auslegerkrane – zur Referenz für Auswahl- und Bedienpersonal.
| InspektionTyp | Inspektionsintervall | Haupt-Prüfpunkt | Ausführender | DokumentationAnforderungen |
|---|---|---|---|---|
| Tägliche Prüfung | vor jeder Schicht | Endschalter/Bremse/Drahtseil/Warneinrichtung | Bedienpersonal | ausfüllentägliche InspektionKarte |
| monatlichInspektion | monatlich1Mal | Metallkonstruktion/elektrisches System/hydraulisches System/Sicherheitseinrichtung | WartungPersonal | monatlich ausfüllenInspektionTabelle |
| vierteljährlichInspektion | pro Quartal1Mal | Drehwerk/Wippwerk/Haken/Rollenblock | Fachpersonal | vierteljährlich ausfüllenInspektionsbericht |
| jährlichInspektion | pro Jahr1Mal | umfassende Inspektion+Lastprüfung+zerstörungsfreie Prüfung | Prüfstelle | jährlich ausstellenInspektionZertifikat |
Häufige Fragen
F: Wie lassen sich Risse an der Wippverzahnung eines Auslegerkrans erkennen?
A: Der Zahnfuß – also der Übergang zwischen Zahn und Zahnlücke – ist die häufigste Stelle für Rissbildung. Prüfen Sie diesen Bereich monatlich mit einem Rissprüfgerät (Magnetpulverprüfung), insbesondere an den Verbindungsstellen der Zahnstange und in der Nähe der Befestigungsbohrungen der Schrauben. Wird ein Riss festgestellt, ist umgehend zu bewerten, ob ein Austausch erforderlich ist.
F: Ab welchem Lagerspiel muss die Drehverbindung eines Auslegerkrans ausgetauscht werden?
A: Das axiale Lagerspiel wird mit einer Messuhr erfasst. Überschreitet das axiale Spiel das 1,5-fache des bei der Werksabnahme dokumentierten Ursprungswerts oder zeigen die Laufbahnen der Wälzkörper deutliche Grübchenbildung (Pittings) bzw. Abplatzungen, ist der Austausch der gesamten Drehverbindung in Betracht zu ziehen.
F: Was sind die Inspektionsschwerpunkte bei der Windschienenklemme eines Auslegerkrans?
A: Zu prüfen sind der Verschleiß der Klemmflächen an den Klemmbacken, ob die Klemmkraft dem Bemessungswert entspricht, die Funktion von Motor und Mechanismus der elektrischen Schienenklemme, die Leichtgängigkeit des manuellen Betriebs sowie die zuverlässige Kopplung zwischen Schienenklemme und Windmesser.
F: Welche Inhalte sollte die Prüfaufzeichnung eines Auslegerkrans umfassen?
A: Die tägliche Prüfung jeder Schicht wird im Betriebstagebuch dokumentiert. Für regelmäßige und gründliche Untersuchungen ist ein Inspektionsbericht zu erstellen, der die grundlegenden Gerätedaten, die Ergebnisse der einzelnen Prüfpunkte, die Beschreibung festgestellter Mängel mit den ergriffenen Maßnahmen, das empfohlene nächste Inspektionsdatum sowie die Unterschrift des Prüfers enthält.