EN 13852:2013 Norm für Offshore-Krane – Sicherheitsanforderungen

EN 13852:2013 – Sicherheitsanforderungen an Offshore-Plattformkrane ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Normenreihe für Krane und wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) erarbeitet und veröffentlicht. Die Norm gilt als verbindliche Sicherheitsvorschrift für Krane auf Offshore-Öl- und -Gasplattformen sowie auf Errichterschiffen für die Offshore-Windenergie. Sie definiert besondere Anforderungen an Bemessungslasten unter maritimen Umgebungsbedingungen, Korrosionsschutz, Notauslösungssysteme und Personensicherheit. Die Norm gilt für Krane auf festen und beweglichen Offshore-Plattformen.

Die Umsetzung dieser Norm ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Hebezeuge von großer Bedeutung und stellt eine verbindliche technische Voraussetzung für den Export in den europäischen Markt dar. Das technische Team von Kelude hat das Normensystem eingehend analysiert und setzt die Anforderungen konsequent in der Produktkonstruktion um, um die grundlegende Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten.


Anwendungsbereich und Einordnung der Norm

EN 13852:2013 – Sicherheitsanforderungen an Offshore-Plattformkrane – legt die technischen Anforderungen und Sicherheitskennwerte für Krane auf Offshore-Plattformen fest. Sie gilt für alle Hebezeuge mit einer Nenntragfähigkeit von mindestens 0,5 t. Die Norm umfasst nicht nur Konstruktion und Fertigung neuer Anlagen, sondern gibt auch konkrete technische Anleitung für Inspektion, Wartung und Umbau bestehender Einrichtungen. Als wesentlicher Bestandteil des EN-Normensystems ist sie mit den übrigen Teilen der EN 13001-Reihe abgestimmt und bildet gemeinsam mit diesen eine vollständige Konstruktionsvorschrift für die Kransicherheit. Die darin festgelegten technischen Kennwerte und Sicherheitsfaktoren bieten Konstrukteuren eine klare Bemessungsgrundlage und dienen zugleich Prüfstellen als quantifizierbare Beurteilungskriterien für Typprüfung und Werksabnahme.


Sicherheitsanforderungen an Offshore-Plattformkrane


Kernparameter der Technik im Überblick

Gemäß den technischen Festlegungen der EN 13852:2013 müssen Konstruktion und Fertigung von Offshore-Plattformkranen eine Reihe strenger technischer Anforderungen erfüllen. Die Parameter basieren auf umfangreichen Prüfdaten und der Sicherheitstechnik und decken den gesamten Prozess von der Materialauswahl bis zur Konstruktion ab. Die in der Norm festgelegten Sicherheitsfaktoren berücksichtigen die Ermüdungslebensdauer und Grenzlastbedingungen von Hebezeugen unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen. In der Ingenieurpraxis wählen Konstrukteure geeignete Parameterkombinationen in Abhängigkeit von Triebwerksgruppe, Lastkollektiv und Einsatzumgebung. Die folgenden Kennwertekarten zeigen die wichtigsten technischen Kennwerte der Norm:

Umgebungstemperatur
-20℃~+45℃
Windgeschwindigkeit
Betrieb ≤20m/s
Korrosionsschutzklasse
C5-M(ISO 12944)
Notauslösung
Manuell/Fernbedienung
Überlastprüfung
≤1,33-fache Nennlast
Schwingungskompensation
±3° Roll / ±2° Pitch

Vergleichsanalyse der technischen Kennwerte

Um Konstrukteuren und Prüfstellen ein besseres Verständnis der Anforderungen der EN 13852:2013 zu ermöglichen, werden in der folgenden Vergleichstabelle die in der Norm festgelegten Kernparameter systematisch den Erfahrungswerten aus der allgemeinen Ingenieurpraxis gegenübergestellt. Die aufgeführten Werte entsprechen den verbindlichen bzw. empfohlenen Festlegungen der Norm und sollten bei Konstruktion und Auswahl sowie bei der Werksabnahme streng eingehalten werden. Positionen, die in der Tabelle als „vereinbar“ gekennzeichnet sind, können zwischen Hersteller und Betreiber vertraglich geregelt werden, dürfen jedoch die in der Norm festgelegten Mindestsicherheitsanforderungen nicht unterschreiten.

Technische ParameterNormAnforderungenEmpfehlungswerte/Erläuterung
KonstruktionUmgebungstemperatur-20℃~+45℃StahlKerbschlagzähigkeit≥27J(-20℃),SchweißnahtCTODTesten
Maximale Betriebswindgeschwindigkeit20m/s(Allgemein)/16m/s(PersonalHeben und Transportieren)Anemometerdreifache Redundanz,Automatische Alarmierung bei Grenzwertüberschreitung
KorrosionsschutzbeschichtungSystemC5-MHohe Dauerhaftigkeit(ISO 12944)Zinkschicht≥85μm+Beschichtung≥320μm,proJährliche PrüfungPrüfung
NotauslösungSystemManuell+Funkfernsteuerung mit DualmodusHydraulisch+MaschinenDoppelte Abschaltung,Auslösezeit≤3Sekunden
ÜberlastschutzEinstellung≤133%Nennlast(StatischTesten)DynamischTesten110%Nennlast
OffshoreSchwingungskompensation±3°Roll/±2°Pitch/±1°GierKompensationsgenauigkeit≤±5%,AnsprechenLatenz≤200ms

Prüfanforderungen und Prüfintervalle

Die Norm EN 13852:2013 definiert verbindliche Anforderungen an die Werksabnahme, Typprüfung und regelmäßige Inspektion von Offshore-Plattformkranen. Die Werksabnahme erfolgt individuell für jeden Kran durch die Qualitätssicherungsabteilung im Herstellerwerk. Jedes geprüfte Gerät wird mit einem ausführlichen Prüfbericht und einer Konformitätsbescheinigung ausgeliefert. Die Typprüfung ist bei der Erstinbetriebnahme neuer Produkte, bei Produktionsverlagerungen oder bei wesentlichen konstruktiven Änderungen erforderlich. Das regelmäßige Prüfintervall für im Einsatz befindliche Krane richtet sich nach der Triebwerksgruppe und der Einsatzumgebung und beträgt in der Regel höchstens 12 Monate. Die folgende Tabelle fasst die spezifischen Anforderungen an die einzelnen Prüf- und Wartungsmaßnahmen zusammen:

Inspektion/WartungspunktPrüfverfahren/NormPeriode/Bewertungskriterium
KorrosionsschutzbeschichtungInspektionSichtprüfung+Dickenmessgerät,Kritische Knotenpunkte undSchweißnahtVierteljährlich,Beschichtungsschäden>5%Sofortige Instandsetzung
NotauslösungFunktionstestManuellAuslösung und Fernauslösung getrenntTestenWöchentlich,Auslösezeit≤3Sekunden
ÜberlastschutzTestenStatisch1.33fach/Dynamisch1.1Vielfaches der NennlastJährlich+WartungUnmittelbar danach durchführen
SchwingungskompensationSystemSensorkalibrierung,Stellantriebsansprechen,GenauigkeitVerifizierungMonatlich,Werksabnahme unter Klassengesellschafts-ZeugenschaftTesten

Anforderungen an sicheren Betrieb und Management

Bei der Umsetzung der Norm EN 13852:2013 spielen der sichere Betrieb und die tägliche Verwaltung eine ebenso wichtige Rolle. Die Norm legt besonderen Wert auf die Qualifikation und Schulung des Bedienpersonals. Sämtliche Bediener müssen eine Fachschulung absolvieren und die entsprechende Qualifikation nachweisen, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Der Betreiber ist verpflichtet, ein Aktenverwaltungssystem für Anlagen einzurichten, das den gesamten Prozess von Montage, Nutzung, Wartung und Prüfung lückenlos dokumentiert. Festgestellte Sicherheitsrisiken sind gemäß dem im Regelwerk vorgegebenen Korrekturverfahren zu behandeln, damit die Anlage jederzeit sicher und kontrollierbar bleibt. Darüber hinaus enthält die Norm einschränkende Vorgaben für den Betrieb unter extremen Wetterbedingungen – so ist beispielsweise ein Hubevorgang bei Überschreitung der zulässigen Windgeschwindigkeit untersagt.

Häufige Fragen zur Norm EN 13852

F: Welche Korrosionsschutzanforderungen stellt EN 13852:2013 an Offshore-Plattformkrane?

A: Offshore-Plattformkrane sind einer extrem korrosiven Umgebung der Kategorie C5-M mit hoher Salznebel- und Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt. Die Norm verlangt ein Beschichtungssystem, das strikt der Norm ISO 12944 folgt: thermisch gespritzte Zinkschicht (Dicke ≥ 85 μm) plus mehrschichtige Korrosionsschutzbeschichtung (Gesamttrockenschichtdicke ≥ 320 μm). Alle Verbindungsbolzen sind aus Edelstahl 316L oder legiertem Stahl mit Dacromet-Beschichtung auszuführen. Jährlich ist eine vollständige Beschichtungsinspektion durchzuführen; Bereiche mit einem Schadensanteil von mehr als 5 % der Gesamtfläche sind umgehend zu reparieren. Gelenkpunkte und Entwässerungslöcher der Tragstruktur sind so zu konstruieren, dass sich kein Wasser ansammeln und lokal beschleunigte Korrosion verursachen kann. Die Offshore-Plattformkrane von Kelude setzen auf ein modulares Korrosionsschutzkonzept; kritische Strukturbauteile sind mit einer Korrosionszugabe von 20 % ausgelegt.

F: Welche besonderen Vorgaben gelten für Windgeschwindigkeit und Lastannahmen auf See?

A: Die Norm setzt strenge Grenzwerte für die Betriebswindgeschwindigkeit von Offshore-Plattformkranen: Bei allgemeinen Hubevorgängen darf die Windgeschwindigkeit 20 m/s (entspricht Windstärke 8) nicht überschreiten, beim Heben und Transportieren von Personal gilt ein Limit von 16 m/s. Der Kran ist mit einem dreifach redundanten Anemometer-System (Arbeits- + Reserve- + unabhängige Überwachung) auszustatten; bei Erreichen des Grenzwerts werden automatisch akustische und optische Warnsignale ausgelöst. Im Nichtarbeitszustand muss der Kran einer extremen Windgeschwindigkeit von 50 m/s (entspricht Taifun Windstärke 15) standhalten. Bei der Bemessungslast sind neben dem Eigengewicht und der Last zusätzlich die kombinierten Effekte aus Plattformbewegung (Trägheitskräfte), Wellenschlag und Windlast zu berücksichtigen. Der Pendelwinkel der Plattform ist in der Konstruktion mit ±3° Roll und ±2° Stampfen anzusetzen.

F: Welche technischen Anforderungen gelten für das Notauslösungssystem?

A: Offshore-Plattformkrane müssen zwingend mit einem Notauslösungssystem ausgestattet sein – ein entscheidendes Sicherheitsmerkmal, das sie von Landkranen unterscheidet. Das Notauslösungssystem muss über zwei unabhängige Betriebsarten verfügen: manuell und per Fernbedienung. Die Auslösezeit darf 3 Sekunden nicht überschreiten. Manuelle Auslöseeinrichtungen sind jeweils in der Kranführerkabine und im sicheren Bereich der Plattform vorzusehen; die Fernauslösung kann vom zentralen Kontrollraum aus erfolgen. Das System nutzt einen hydraulischen und einen mechanischen Trennmechanismus, um sicherzustellen, dass die Auslösung auch bei Ausfall einer Energiequelle zuverlässig funktioniert. Nach der Auslösung muss sich der Haken automatisch von der Last oder dem Lastaufnahmemittel lösen, um ein gefährliches Pendeln über dem Deck zu verhindern. Die Norm schreibt außerdem einen wöchentlichen Funktionstest vor, um die Zuverlässigkeit der manuellen und der Fernbedienungsvariante zu verifizieren.

F: Welche Funktion und Parameter hat das Schwingungskompensationssystem?

A: Das Schwingungskompensationssystem ist die Kerntechnologie von Offshore-Plattformkranen zur Beherrschung der Wellenbewegung. Die Norm verlangt, dass das System Plattformbewegungen von ±3° Roll, ±2° Stampfen und ±1° Gieren verarbeiten kann. Die Kompensationsgenauigkeit muss innerhalb von ±5 % liegen, die Systemlatenz darf 200 ms nicht überschreiten. Das aktive Kompensationssystem erfasst die Plattformbewegung in Echtzeit über eine Trägheitsmesseinheit und steuert hydraulische oder elektrische Stellglieder gegenläufig zur Bewegung des Lastaufnahmemittels, sodass der Haken im Raum nahezu stationär bleibt. Das passive Kompensationssystem nutzt hingegen Federn oder Hydrospeicher zur Absorption der Wellenenergie. Das von diesem Unternehmen entwickelte aktive Wellenkompensationssystem wurde erfolgreich auf mehreren Offshore-Windenergie-Installationsplattformen eingesetzt und erweitert das Einsatzfenster bei rauer See erheblich.


Kelude – Spezialist für Konstruktion und Fertigung von Kranen. Unsere Produkte entsprechen strikt dem Normensystem EN 13852:2013 und decken den gesamten Lebenszyklus von der Konzeptplanung bis zum Kundendienst und Wartung ab. Für weitere Informationen zur konkreten Anwendung der Norm in unseren Produkten kontaktieren Sie uns bitte – unser technisches Team stellt Ihnen gerne die ausführliche technische Dokumentation zur Verfügung.

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