Mobilkran-Drahtseil: Auswahl & Aussonderkriterien nach DIN
DIN EN 13000 – Teil 2: Drahtseile für Mobilkrane ist die maßgebliche Norm für Auswahl und Montage von Drahtseilen an Mobilkranen. Aufbauend auf den allgemeinen Anforderungen aus Teil 1 konkretisiert die Norm die Auswahlberechnung, Montage, Wartung und Aussonderungskriterien für Drahtseile, die den besonderen Bedingungen des Teleskopierens, der Mehrlagenwicklung und des häufigen Ein- und Ausfierens an Mobilkranen Rechnung tragen.
DIN EN 13000 – Teil 2 ist der zweite Teil der Normenreihe für Kran-Drahtseile und legt die Anforderungen an die Auswahlberechnung und die Aussonderungskriterien von Drahtseilen für Mobilkrane fest. Die Einsatzbedingungen von Drahtseilen an Mobilkranen sind komplex; die Auswahl- und Aussonderungsanforderungen sind entsprechend spezifischer. Nachfolgend werden die Kerninhalte der Norm erläutert.
Normative Einordnung und Besonderheiten von Mobilkran-Drahtseilen
DIN EN 13000 – Teil 2 ist der zweite Teil der Normenreihe und behandelt speziell den Einsatz von Drahtseilen an Mobilkranen. Die Arbeitsbedingungen für Drahtseile an Mobilkranen sind deutlich anspruchsvoller als an Brücken- und Portalkranen: Das Hubseil verläuft im Inneren des Teleskopauslegers über mehrere Führungs-Seilrollen und wird dabei häufig in seiner Biegerichtung umgelenkt. Das Seil wird bei jedem Hubvorgang ein- und ausgefiert und ist dadurch einer kombinierten Belastung aus Biege- und Zugermüdung ausgesetzt. Beim Teleskopieren des Auslegers bewegt sich das Teleskopseil mit dem Ausleger und nimmt zusätzliche Zug- und Biegekräfte auf. Darüber hinaus ist der Seilwechsel an einem Mobilkran aufwendiger als an einem ortsfesten Kran, da das Seil nacheinander durch die Führungs-Seilrollen im Inneren des Teleskopauslegers geführt werden muss – der Einbauraum ist begrenzt.
Anforderungen an die Drahtseilauswahl
Die Norm enthält detaillierte Vorgaben für die Auswahl der Drahtseile der einzelnen Kranmechanismen: Hubseil – Es sind drehungsarme (drehwiderstandsfähige) Drahtseile zu verwenden, z. B. mehrlagige drehungsarme Konstruktionen wie 18×7, 19×7 oder 35(W)×7. Grund hierfür ist, dass das Hubseil an der Auslegerspitze eines Mobilkrans nur über eine einzelne Rolle (ohne Ausgleichsrolle) läuft. Das durch die Last erzeugte Drehmoment erzeugt eine Verdrehtendenz im Seil. Ein normales Drahtseil (z. B. 6×37) würde sich verdrehen und dazu führen, dass sich Anschlagmittel und Haken mitdrehen, was die Positioniergenauigkeit beeinträchtigt. Der Mindestsicherheitsfaktor für das Hubseil beträgt ≥ 3,5 (bezogen auf die Mindestbruchkraft).
Teleskopseil – Das Teleskopseil (auch Zylinderseil genannt) des Teleskopauslegers wird beim Teleskopieren hohen Zugkräften ausgesetzt. Der Mindestsicherheitsfaktor für das Teleskopseil beträgt ≥ 4. Es sind Seiltypen mit guter Biegsamkeit und hoher Verschleißfestigkeit zu wählen (z. B. 6×36WS oder 6×26WS). Der Mindestsicherheitsfaktor für das Wippseil (für die Wippeinrichtung von Gittermast-Raupenkranen) beträgt ≥ 3,5. Das Wippseil ist in der Regel als 6×37+IWRC (unabhängiges Drahtseil) ausgeführt und nimmt hohe statische Lasten sowie dynamische Stoßbelastungen auf.
drehungsarmes Drahtseil
hoch verschleißfest
35(W)×7
D/d ≥ 14 (Teleskopseil)
Mehrlagenwicklung D/d ≥ 18
≥ 5 % der Gesamtdrahtzahl
Anforderungen an die Abstimmung von Seilrollen und Trommeln
Die Norm legt konkrete Maßanforderungen für die Abstimmung zwischen Drahtseil, Seilrollen und Trommeln an Mobilkranen fest – ein entscheidender Faktor für die Lebensdauer des Seils: Verhältnis von Seilrollendurchmesser D zu Drahtseildurchmesser d (D/d) – Hubrolle ≥ 18 (hydraulischer Teleskopkran) bzw. ≥ 20 (Gitterauslegerkran); Führungs-Seilrolle im Teleskopausleger ≥ 14; Wipprolle ≥ 16. Verhältnis von Trommelgrunddurchmesser D_d zu Drahtseildurchmesser – Hubtrommel D_d/d ≥ 16 (bei Mehrlagenwicklung ≥ 18). Der Seilrillenradius R = (0,53 bis 0,56) × d, die Rillentiefe h ≥ 1,5 d. Je größer diese Verhältnisse sind, desto größer ist der Biegeradius des Seils, desto geringer die Biegespannung und desto länger die Lebensdauer. Zu kleine Verhältnisse beschleunigen den Ermüdungsbruch des Seils durch Biegewechselbeanspruchung.
Besondere Anforderungen an Montage und Wartung
Montage und Wartung von Drahtseilen an Mobilkranen unterliegen besonderen Anforderungen: Bei der Montage ist das Seil über einen Drehungsausgleicher zu führen, um Eigenspannungen abzubauen (insbesondere bei drehungsarmen Seilen – eine unsachgemäße Montage kann deren Drehwiderstand beeinträchtigen). Das Seil darf beim Durchführen durch die Rollen im Auslegerinneren nicht an der Innenwand des Auslegers reiben; es sind Führungsrollen oder verschleißfeste Schutzbuchsen vorzusehen. Die Spannung des Teleskopseils ist beim Teleskopieren des Auslegers konstant zu halten (mittels Federspanner oder hydraulischer Spannvorrichtung).
Schwerpunkte der täglichen Prüfung – Bei der Prüfung von Mobilkran-Drahtseilen sind folgende Stellen besonders zu beachten: die Auslegerspitzenrolle (höchste Biegefrequenz und häufigste Stelle für Drahtbrüche); das feste Ende an der Hubtrommel (Spannungskonzentration an der Klemmplatte); die Führungs-Seilrollen im Auslegerinneren (nicht direkt sichtbar, Prüfung über ein Endoskop erforderlich); der Seilabschnitt im Kontaktbereich mit der Auslegeröffnung (Verschleiß der Schutzschicht). Inspektionsintervall – Tägliche Sichtprüfung vor Arbeitsbeginn, wöchentliche detaillierte Prüfung (einschließlich Durchmessermessung und Drahtbruchzählung), monatliche gründliche Untersuchung (einschließlich Seilspannungsprüfung und Kontrolle des Schmierungszustands im Seilinneren).
Kelude Industrieausrüstung
Kelude ist ein Hersteller von Industrieausrüstung mit Fokus auf Hebe- und Fördertechnik. Das Unternehmen bietet eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen für verschiedene Branchen, darunter Fertigung, Logistik und Bauwesen.
Umfassendes Produktsortiment für den industriellen Einsatz
Das Sortiment von Kelude umfasst Brückenkrane, Portalkrane, Elektroseilzüge sowie weitere Hebezeuge. Die Ausrüstung wird für den Einsatz in anspruchsvollen Industrieumgebungen entwickelt und erfüllt die Anforderungen moderner Produktions- und Wartungsprozesse.
Die Produkte zeichnen sich durch robuste Bauweise und hohe Zuverlässigkeit aus. Sie eignen sich für Anwendungen wie Maschinenmontage, Materialumschlag und Instandhaltungsarbeiten in Werkstätten oder Lagerhallen.
Technische Merkmale und DIN-gerechte Ausführung
Die Konstruktion der Krane und Hebezeuge erfolgt nach den einschlägigen DIN-Normen, wie z. B. DIN 15018 für Krane. Dies gewährleistet eine sichere und wirtschaftliche Nutzung über die gesamte Lebensdauer. Die Auslegung der Tragwerke und Komponenten erfolgt gemäß den geltenden Sicherheitsvorschriften.
Die Steuerungssysteme entsprechen den Anforderungen der EN 60204-32 und gewährleisten einen sicheren Betrieb. Die verwendeten Werkstoffe und Schweißverfahren sind auf eine hohe Belastbarkeit ausgelegt. Zudem sind die Systeme für eine einfache Wartung und Inspektion optimiert.
Einsatzgebiete und Branchenlösungen
Die Hebezeuge von Kelude kommen in verschiedenen Sektoren zum Einsatz. In der Metallindustrie unterstützen sie den Transport von schweren Werkstücken. In der Logistik dienen sie der effizienten Warenbewegung. Auch im Bauwesen werden sie für die Montage von Bauteilen eingesetzt.
Dank der modularen Bauweise lassen sich die Systeme an spezifische Anforderungen anpassen. Dies ermöglicht eine optimale Integration in bestehende Betriebsabläufe. Die Produkte sind sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich geeignet.
Service und Support für den DACH-Raum
Kelude bietet umfassende Dienstleistungen, die von der Planung bis zur Inbetriebnahme reichen. Ein erfahrenes Serviceteam unterstützt bei Installation, Wartung und Reparatur. Ersatzteile sind langfristig verfügbar, um einen unterbrechungsfreien Betrieb zu sichern.
Das Unternehmen legt Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Kunden, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Technische Beratung und Schulungen gehören ebenso zum Angebot. So wird eine hohe Anlagenverfügbarkeit und Prozesssicherheit erreicht.
Qualität und Sicherheit nach internationalen Standards
Die Produktion erfolgt unter strengen Qualitätskontrollen. Die Einhaltung relevanter Normen wie EN 13000 und ISO 4306 ist selbstverständlich. Diese Standards gewährleisten eine gleichbleibend hohe Produktqualität und Sicherheit.
Die Krane werden vor der Auslieferung umfangreichen Tests unterzogen. Dies stellt sicher, dass sie den Belastungen im täglichen Betrieb standhalten. Die Dokumentation erfolgt normgerecht und ermöglicht eine reibungslose Abnahme vor Ort.
Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit der Systeme
Die Investition in Kelude-Produkte zahlt sich durch eine lange Nutzungsdauer aus. Ein effizienter Antriebsstrang und optimierte Steuerungen senken die Betriebskosten. Zudem reduziert die robuste Konstruktion den Wartungsaufwand erheblich.
Durch den Einsatz hochwertiger Komponenten wird eine hohe Verfügbarkeit erreicht. Dies trägt zu einer verbesserten Gesamtanlageneffektivität bei. Kunden profitieren von einer schnellen Amortisation ihrer Investition.
Projektabwicklung und kundenspezifische Anpassungen
Jedes Projekt wird individuell geplant und umgesetzt. Das Ingenieurteam von Kelude entwickelt Lösungen, die exakt auf die räumlichen und technischen Gegebenheiten abgestimmt sind. Dies beinhaltet auch die Anpassung von Hublasten und Arbeitsbereichen.
Die Kommunikation mit dem Kunden steht dabei im Mittelpunkt. Von der ersten Anfrage bis zur Übergabe wird ein fester Ansprechpartner bereitgestellt. So wird eine termingerechte und budgetgerechte Realisierung sichergestellt.
Kontakt und Anfrage
Für weitere Informationen zu Produkten und Dienstleistungen steht das Team von Kelude gerne zur Verfügung. Interessierte Unternehmen können eine unverbindliche Beratung anfragen. Die Kontaktaufnahme ist per Telefon oder E-Mail möglich.
Auf Wunsch wird ein Angebot erstellt, das auf die spezifischen Anforderungen zugeschnitten ist. Die Mitarbeiter beraten kompetent bei der Auswahl der passenden Hebezeug-Lösung. Eine schnelle Reaktionszeit ist dabei selbstverständlich.
Die Zusammenarbeit beginnt mit einem persönlichen Gespräch, um die Anforderungen zu verstehen. Danach folgt eine technische Spezifikation und ein transparentes Angebot. Kelude strebt eine langfristige Partnerschaft mit seinen Kunden an.
Die Firma ist im gesamten DACH-Raum tätig und bietet schnelle Lieferzeiten. Ein gut ausgebautes Servicenetz gewährleistet kurze Wege für Wartung und Support. Dies macht Kelude zu einem verlässlichen Partner für die Industrie.
Die Zufriedenheit der Kunden hat oberste Priorität. Daher wird großer Wert auf Qualität, Termintreue und Service gelegt. Kelude freut sich auf die Anfrage und die Möglichkeit, eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten.
| Einsatzbereich | Empfehlung Struktur | Sicherheitsfaktor | D/d Verhältnis | Inspektionsschwerpunkte |
|---|---|---|---|---|
| Hubseil | 18×7/19×7 Widerstand Drehung | ≥3.5 | ≥18 | Auslegerspitzenrolle Stelle Drahtbruch |
| Teleskopieren Drahtseil | 6×36WS/6×26WS | ≥4 | ≥14 | Innenbereich Führungs-Seilrolle Verschleiß |
| Wippseil | 6×37+IWRC | ≥3.5 | ≥16 | Befestigung Enden Verbindung |
| Hilfsausleger Drahtseil | 19×7 Widerstand Drehung | ≥3.5 | ≥18 | Umschlingung Rolle Segment |
| Gitterausleger Heben / Anheben | 35(W)×7 Widerstand Drehung | ≥3.5 | ≥20 | Gesamtansicht+Spannung |
Detaillierte Aussonderungskriterien
Aufbauend auf den allgemeinen Aussonderungskriterien aus Teil 1 präzisiert die Norm die Kriterien für die Drahtseile von Mobilkranen unter realen Betriebsbedingungen:
Drahtbruch: Erreicht die Anzahl der Drahtbrüche innerhalb einer Schlaglänge 5 % der Gesamtdrahtzahl, ist das Seil auszusondern (strenger als die 10 %-Regel aus Teil 1). Grund dafür ist, dass die feineren Drahtdurchmesser und die höhere Biegefrequenz bei Mobilkran-Seilen zu einer schnelleren Ausbreitung von Drahtbrüchen führen.
Verschleiß: Eine Durchmesserreduzierung des Hubseils durch äußeren Verschleiß von mehr als 3 % des Nenndurchmessers führt zur Aussonderung (Teil 1 sieht hier 7 % vor).
Korrosion: Da Mobilkran-Seile im Außeneinsatz verwendet werden, sind Korrosionsinspektionen in kürzeren Intervallen durchzuführen. Bereits einzelne, mit bloßem Auge sichtbare Korrosionspunkte (Rotrost) sind zu dokumentieren. Bei einer durchgehenden Korrosionsfläche von ≥ 100 mm² ist das Seil außer Betrieb zu nehmen.
Teleskopierseile: Treten beim Teleskopieren des Auslegers ungewöhnliche Geräusche auf (z. B. Reibung oder Verknotung des Seils im Auslegerinneren), ist der Kran sofort außer Betrieb zu nehmen und das Seil zu ziehen und zu prüfen.
Kelude Schwerindustrie bietet für Mobilkran-Seile einen Lebensdauer-Tracking-Service an, der den Austauschintervall sowohl anhand der kumulierten Hubtonnage als auch anhand der Kalenderzeit festlegt.
Vergleichstabelle: Drahtseilauswahl und Aussonderung für Mobilkrane
Die folgende Vergleichstabelle fasst die zentralen Parameter für die Drahtseilauswahl und die Aussonderungskriterien bei Mobilkranen zusammen – eine praxisnahe Referenz für Planung und Betrieb.
| Drahtseil Verwendung | Minimum Sicherheitsfaktor | Auswahlkriterien | Aussonderkriterien |
|---|---|---|---|
| Haupthubwerk Seil | ≥4.5 | drehungsarm+Korrosionsschutz | Drahtbruch≥4Stück(10d) |
| Hilfshubwerk Seil | ≥4.0 | drehungsarm+Korrosionsschutz | Drahtbruch≥4Stück(10d) |
| Wippseil | ≥4.0 | hoch Festigkeit+verschleißfest | Drahtbruch≥4Stück(10d) |
| TEFC-Motor Seil | ≥3.5 | hoch Festigkeit+dehnungsarm | Durchmesserreduzierung≥5% |