Norm ISO 4306: Terminologie für Baukrane – Normeninterpretation

DIN 15018 – Terminologie für Baukrane (Tiefbau) ist die branchenspezifische Terminologienorm für Baukrane und definiert die allgemeinen Begriffe für Baukrane, die bei verschiedenen Bau- und Montagearbeiten eingesetzt werden. Als Hersteller von Industriekranen richtet sich Kelude Schwerindustrie konsequent nach dieser Norm und deckt das gesamte Terminologiesystem ab – von Klassifizierungsparametern über Strukturbauteile bis hin zu Arbeitseinrichtungen und Sicherheitseinrichtungen.


Anwendungsbereich der Norm und Einordnung

Der Anwendungsbereich von DIN 15018 umfasst sämtliche Baukrantypen. Baukrane sind Krane, die bei Bau- und Montagearbeiten eingesetzt werden – abzugrenzen von allgemeinen Brücken- und Portalkranen, die in Fabrikhallen zum Einsatz kommen. Die Norm gliedert Baukrane nach Bauart und Verwendungszweck in acht Kategorien: Turmkrane (auf Fundament oder Ankerbasis montiert, mit drehbarem Ausleger), Raupenkrane (mit Raupenfahrwerk), Autokrane (auf Lkw-Fahrgestell), Reifenkrane (auf Spezial-Reifenfahrgestell), Schienenkrane (für den Einsatz auf Normalspurgleisen), Mastkrane (mit Mast als tragendem Bauteil und Abspannseilen), Ladekrane (auf Lkw montiert) sowie Brückenlegegeräte (speziell für das Verlegen von Fertigteilbrücken).


Kerninhalte der Norm: Triebwerksgruppen und Kenngrößen

Die Norm definiert das System der Triebwerksgruppen für Baukrane (Stufe A1 bis A8), das sich aus der Nutzungsklasse (U0–U9, insgesamt 10 Klassen, basierend auf der Gesamtzahl der Arbeitszyklen) und dem Lastkollektiv (Q1–Q4, insgesamt 4 Stufen, basierend auf der Schwere der hängenden Last) zusammensetzt. Je höher die Gesamtzahl der Arbeitszyklen und je schwerer die hängende Last, desto höher die Triebwerksgruppe. Die Stufen A1 bis A4 entsprechen leichter Beanspruchung (z. B. Wartungskrane), A5 bis A6 mittlerer Beanspruchung (z. B. allgemeiner Brückenkran) und A7 bis A8 schwerer bzw. sehr schwerer Beanspruchung (z. B. Gießereikran). Eine höhere Triebwerksgruppe erfordert entsprechend höhere Anforderungen an Strukturfestigkeit und Ermüdungslebensdauer des Krans.

Im Bereich der Strukturparameter definiert die Norm neun Kernkenngrößen: Nenntragfähigkeit, Arbeitsradius, Hubhöhe, Auslegerlänge, Spannweite, Stützdruck, Bodenpressung, Kippkante und Stabilitätsbeiwert. Der Stabilitätsbeiwert muss in allen Betriebsbedingungen mindestens 1,25 betragen (Nichtarbeitszustand bei maximaler Windlast) bzw. mindestens 1,33 (Arbeitszustand bei Wind).


DIN 15018 – Terminologie für Baukrane (Tiefbau) – Norminterpretation


Betriebszustände und Bedienterminologie im Detail

Die Norm klassifiziert die Betriebszustände von Baukranen systematisch: Fahrzustand (Kran bewegt sich selbstständig auf Straße oder Baustelle, Ausleger eingefahren, Stützbeine eingezogen, Haken fixiert), Arbeitszustand (Stützbeine ausgefahren, Ausleger ausgefahren, Hubevorgang aktiv), Abstützen auf Stützbeinen (Radkrane fahren die Stützbeine aus und stützen sich auf dem Boden ab), teilweise ausgefahrene Stützbeine (Stützbeine teilweise ausgefahren, jedoch nicht auf maximale Spannweite) sowie Arbeiten ohne Stützbeine (bei kleinen Radkranen mit geringer Nenntragfähigkeit). Für Raupenkrane definiert die Norm den Zustand „Fahren unter Last“ – der Kran bewegt sich mit hängender Last fort; die zulässige Tragfähigkeit beträgt dabei in der Regel 70–80 % der Nenntragfähigkeit.

Die Terminologie für den sicheren Betrieb umfasst sechs Begriffe: Probehub (vor dem eigentlichen Heben wird die Last 100–200 mm angehoben und geprüft), Lastpendeldämpfung (Eliminierung von Pendelbewegungen des Hakens und der Last), Lastrutschen (langsames Absinken des Hakens infolge Bremsversagens), Überlast (bei Überlast ≥ 10 % löst der Lastmomentbegrenzer eine automatische Abschaltung aus), Umkippen (vollständiges Kippen des Krans – schwerwiegendster Sicherheitsvorfall) sowie Auslegerknickung (Verformung oder Bruch des Auslegers). Darüber hinaus definiert die Norm die Lastkennlinientabelle: ein gut sichtbares Metallschild im Führerhaus, das die Nenntragfähigkeit für alle Betriebsbedingungen angibt.

Normensystem

DIN äquivalent zu ISO
Abgedeckte Kategorien

4 Terminologie-klassen · 8 Krantypen
Triebwerksgruppe

A1–A8 U0–U9 + Q1–Q4
Stabilitätsbeiwert

≥ 1,25Betrieb ≥ 1,33
Kenngrößen

9 Kern-parameter

Sicherheits-einrichtungen

6 Kategoriendefiniert

Terminologie der Sicherheitseinrichtungen

Im Bereich der Sicherheitseinrichtungen definiert die Norm folgende Kernbegriffe: Lastmomentbegrenzer (berechnet das Lastmoment aus aktueller Tragfähigkeit und momentaner Ausladung; Alarm bei 105 % Überlast, Abschaltung gefährlicher Bewegungen bei 110 %), Lastanzeiger (zeigt das Verhältnis von aktueller Tragfähigkeit zur Nennlast in Prozent an), Ausladungsanzeige (zeigt die horizontale Entfernung zwischen Hakenmitte und Drehachse in Echtzeit), Wasserwaage (zeigt den Horizontalzustand des Fahrgestells an; zulässiger Neigungswinkel in Längs- und Querrichtung ≤ 3°), Hubendschalter (verhindert das Weiterheben des Hakens über die oberste Position hinaus) sowie Senkbremse (verhindert das vollständige Abspulen des Drahtseils von der Trommel). Für die Stützdrucküberwachung schreibt die Norm vor, dass jeder Stützbein-Hydraulikkreis mit einem Manometer ausgestattet ist, das den tatsächlichen Stützdruck anzeigt, um ein Abheben der Stützbeine zu erkennen.

Kelude Portalkran – Technische Analyse und Anwendung

Kelude ist ein auf die Entwicklung und Produktion von Industriekränen spezialisiertes Unternehmen. Das Sortiment umfasst eine breite Palette von Ausrüstungen, die in der Fertigung, Logistik und im Bauwesen eingesetzt werden. Im Folgenden werden die technischen Merkmale und Einsatzmöglichkeiten der Kelude-Produkte im Überblick dargestellt.

Technische Konstruktion und Tragfähigkeit

Die Portalkrane von Kelude sind für hohe Beanspruchung ausgelegt. Die Konstruktion folgt den Anforderungen der DIN 15018 und gewährleistet eine hohe strukturelle Integrität. Die Tragfähigkeit der Modelle ist gestaffelt und reicht von 5 t bis 300 t, um unterschiedlichen Lastanforderungen gerecht zu werden. Die Spannweiten sind variabel und ermöglichen eine flexible Anpassung an die jeweilige Arbeitsumgebung.

ModellreiheTragfähigkeit (t)Spannweite (m)
KPD5 – 5010 – 30
KMD50 – 15020 – 40
KHD150 – 30030 – 60

Die Auswahl des geeigneten Modells hängt von den spezifischen Anforderungen der Anwendung ab, einschließlich Lastmoment, Hubhöhe und Arbeitszyklus. Die Krane sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, darunter Einzel- und Doppelträger-Varianten, um unterschiedliche räumliche und betriebliche Bedingungen zu erfüllen.

Antriebs- und Steuerungssysteme

Die Krane sind mit modernen Antriebssystemen ausgestattet, die eine präzise Positionierung und einen reibungslosen Betrieb ermöglichen. Die Steuerung erfolgt über Frequenzumrichter, die eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung der Fahr-, Hub- und Katzbewegungen erlauben. Dies trägt zu einer hohen Betriebssicherheit und Effizienz bei.

Für den sicheren Betrieb sind die Krane mit umfassenden Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet, darunter Lastbegrenzer, Notendschalter und Überlastschutz. Diese Systeme entsprechen den Anforderungen der EN 13000 und EN 60204-32 und gewährleisten einen zuverlässigen Schutz von Personal und Ausrüstung.

Einsatzgebiete und Branchenlösungen

Dank ihrer Vielseitigkeit finden die Kelude-Portalkrane in zahlreichen Branchen Anwendung. In der Fertigungsindustrie werden sie für den Materialtransport und die Montage schwerer Komponenten eingesetzt. In der Logistik dienen sie der Be- und Entladung von Containern und Schwerlastgütern. Auch im Bauwesen kommen sie bei der Errichtung von Stahlkonstruktionen und Fertigteilen zum Einsatz.

Die Anpassungsfähigkeit der Krane ermöglicht kundenspezifische Lösungen, die auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Einsatzortes zugeschnitten sind. Dies umfasst sowohl die Auswahl der Tragfähigkeit und Spannweite als auch die Integration spezieller Greifer oder Hebezeuge.

Wartung und Betriebssicherheit

Die Konstruktion der Krane ist auf eine einfache Wartung ausgelegt. Wichtige Komponenten sind leicht zugänglich, was die Durchführung von Inspektionen und Wartungsarbeiten erleichtert. Die Verwendung hochwertiger Materialien und Komponenten trägt zu einer langen Lebensdauer und hohen Verfügbarkeit der Anlagen bei.

Kelude bietet umfassende Serviceleistungen an, darunter Installation, Inbetriebnahme und Schulung des Bedienpersonals. Ein gut strukturiertes Wartungsprogramm unterstützt die Betreiber dabei, die Betriebssicherheit zu maximieren und Ausfallzeiten zu minimieren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

F:
Welche Normen erfüllen die Kelude-Portalkrane?A: Die Krane sind gemäß DIN 15018 konstruiert und erfüllen die Sicherheitsanforderungen der EN 13000 sowie EN 60204-32 für die elektrische Ausrüstung.

F:
Können die Krane an spezifische Anforderungen angepasst werden?A: Ja, Kelude bietet maßgeschneiderte Lösungen an. Spannweite, Tragfähigkeit und Hubhöhe können je nach Bedarf konfiguriert werden. Auch spezielle Aufnahmen oder Steuerungssysteme sind möglich.

F:
Welche Wartungsintervalle sind empfohlen?A: Die Wartungsintervalle hängen von der Nutzungsintensität und den Betriebsbedingungen ab. Generell wird eine regelmäßige Inspektion gemäß den Angaben im Handbuch empfohlen, um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten.

F:
Bietet Kelude Schulungen für das Bedienpersonal an?A: Ja, im Rahmen der Inbetriebnahme werden Schulungen für das Bedienpersonal angeboten, um einen sicheren und effizienten Umgang mit dem Kran zu gewährleisten.

TerminologiekategorieAbdeckungInhaltAnzahl der BegriffeZuordnungISOKlausel
KlassifizierungParameter8ArtBaukran (Tiefbau)Typ8PunktNorm ISO 4306-2:2012 §3
KonstruktionParameterTragfähigkeit/Ausladung/Höhe/Spannweiteusw.9PunktNorm ISO 4306-2:2012 §4
BetriebszustandFahren/Betrieb/Stützbein/Unter LastFahren7PunktNorm ISO 4306-2:2012 §5
sicherer BetriebProbehub/Lasthalterung/Lastrutschen/Überlast/Umkippen6PunktNorm ISO 4306-2:2012 §6
SicherheitseinrichtungDrehmomentbegrenzung/Anzeige/Endschalter/Verriegelung8PunktNorm ISO 4306-2:2012 §7
TerminologiekategorieKernParameterSicherheitsanforderungenNormKlausel
KlassifizierungParameter8KrantypTriebwerksgruppeA1~A8§3
KonstruktionParameterTragfähigkeit/Ausladung/HöheStabilitätsbeiwert≥1.25§4
Betriebszustand7BetriebsartUnter LastFahren≤80%Nenn-§5
sicherer BetriebProbehub/Lasthalterung/LastrutschenÜberlast10%automatische Abschaltung§6
Sicherheitseinrichtung8VorrichtungsartDrehmomentbegrenzung+Endschalter+Verriegelung§7

Normenvergleich und Anwendungsempfehlungen

A: Die Normen GB/T 26546-2011 und die Reihe GB/T 6974 (Terminologienormen für Krane) überschneiden sich inhaltlich, stehen jedoch nicht im Widerspruch zueinander. GB/T 6974 deckt ein breiteres Spektrum ab und umfasst allgemeine Begriffe für alle Krantypen. GB/T 26546 hingegen ist speziell auf den Bereich der Baukrane (Tiefbau) ausgerichtet und definiert die besonderen Begriffe für Turmdrehkrane, Raupenkrane und Autokrane wesentlich detaillierter. In der praktischen Anwendung sollten Bedienpersonal und technische Leitung von Baukranen beide Normen parallel heranziehen, um die Genauigkeit und Konsistenz der Terminologie sicherzustellen.

Für den praktischen Einsatz wird empfohlen, diese Norm zusammen mit der Reihe GB/T 23723 (Sichere Verwendung von Kranen) und der Reihe GB/T 31052 (Inspektion und Wartung von Kranen) anzuwenden. Auf diese Weise entsteht ein geschlossenes technisches Managementsystem, das Terminologie, sicheren Betrieb und wiederkehrende Prüfungen über den gesamten Lebenszyklus von Baukranen hinweg abdeckt.


Empfohlene Normen:GB/T 6974.6-2008 „Krane – Terminologie – Teil 6: Schienenkrane“· GB/T 6974.7-2008 „Krane – Terminologie – Teil 7: Schwimmkrane“

Häufige Fragen

F: Wie wird die Triebwerksgruppe von Baukranen eingeteilt?

A: Die Triebwerksgruppe ergibt sich aus der Kombination von Nutzungsklasse (U0–U9, insgesamt 10 Stufen, basierend auf der Gesamtzahl der Arbeitszyklen) und Lastkollektiv (Q1–Q4, insgesamt 4 Stufen, basierend auf der Schwere der hängenden Last). Je höher die Zyklenzahl und je schwerer die Last, desto höher die Einstufung. Die Stufen A1 bis A6 entsprechen der mittleren Klasse (allgemeine Brückenkrane), die Stufen A7 bis A8 der schweren Klasse (Gießereikrane).

F: Warum muss vor dem eigentlichen Hebevorgang ein Probehub durchgeführt werden?

A: Der Probehub ist ein Sicherheitsverfahren, das verhindert, dass Probleme erst nach dem vollständigen Anheben der Last erkannt werden. Beim Probehub wird die Last leicht um 100–200 mm angehoben, um die Zuverlässigkeit der Bremse, die Sicherung der Last, die Ausgewogenheit des Anschlagpunkts und die Stabilität der Stützbeine zu prüfen. Werden dabei Unregelmäßigkeiten festgestellt, muss die Last sofort abgesenkt und die Ursache behoben werden, bevor der eigentliche Hub beginnt. Ein direktes Anheben auf große Höhe ohne Probehub ist deutlich riskanter, da Fehler erst spät erkannt werden.

F: Was sind die Hauptursachen für Auslegerbrüche?

A: Zu den Hauptursachen zählen: Schrägziehen (der Haken befindet sich nicht senkrecht über der Last, wodurch ein seitliches Biegemoment auf den Ausleger wirkt), Überlast (Überschreiten der Nenntragfähigkeit führt zu übermäßiger Beanspruchung), unsachgemäßer Wippbetrieb (abruptes Wippen oder schnelles Teleskopieren erzeugt Schlaglasten) sowie mangelhafte Wartung des Auslegers (Korrosion durch eingedrungenes Wasser oder übermäßiges Spiel durch Verschleiß der Gleitstücke). Die meisten Auslegerbrüche lassen sich durch korrekte Bedienung und regelmäßige Inspektionen vermeiden.

F: Warum hängt die Lastkennlinientabelle von der Temperatur ab?

A: Bei niedrigen Temperaturen (unter –20 °C) nimmt die Kerbschlagzähigkeit von Stahl ab, was zu einer Versprödung führt; die Tragfähigkeit des Auslegers muss entsprechend reduziert werden. Bei hohen Temperaturen (über 40 °C) sinkt die Wärmeabgabeeffizienz des hydraulischen Systems und die Viskosität des Hydrauliköls nimmt ab, was die Tragfähigkeit des Hubwerks beeinträchtigt. Einige Hersteller geben für extreme Temperaturen korrigierte Nenntragfähigkeiten an, z. B. 90 % des charakteristischen Werts unter –20 °C. Das Bedienpersonal sollte bei extremen Temperaturen den Temperaturkorrekturfaktor beim Hersteller erfragen.

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